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Die Erfindung bezieht sich auf ein Lastfahrzeug zum Transportieren von Blechbunden, insbesondere von Spaltbändern, mit einem Fahrgestell, das zwei Längsträger mit einem Freiraum zwischen sich zur Aufnahme eines Blechbundes mit in Fahrzeuglängsrichtung weisender Bundachse aufweist, und mit einer Abstützvorrichtung für den Blechbund, die zwei in Aufnahmetaschen im Längsträgerbereich einsetzbare Steher umfasst.
Werden Blechbänder vor dem Aufwickeln zu Blechbunden in schmale Streifen gespalten, so können die Spaltbänder zwar zu einem Bund gewickelt werden, doch setzt sich dann der Bund aus voneinander getrennten Wickeln einzelner Streifen zusammen, so dass im Gegensatz zu Bunden ungeteilter Blechbänder bei Bunden aus Spaltbändern die einzelnen Streifenwickel unter einer gegenseitigen achsnormalen Verlagerung zu einem Kippen neigen, wenn ein solcher Bund zwischen zwei in Richtung der Bundachse verlaufenden Längsträgern des Fahrgestells eines Lastfahrzeuges gelagert und durch axiale Kräfte belastet wird, wie sie insbesondere durch die Fahrzeugbeschleunigung übersteigende Bremsverzögerungen des Lastfahrzeuges auftreten.
Aus diesem Grunde werden die Lastfahrzeuge zum Transportieren von Coils und Blechbunden aus Spaltbändern mit einer Abstützvorrichtung aus zwei Stehern versehen, die in Aufnahmetaschen im Längsträgerbereich eingesetzt werden und den Blechbund auf der in Fahrrichtung vorderen Stirnseite abstützen. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass bel hohen Bundgewichten bis zu 30t und entsprechenden Verzögerungskräften, wie sie z. B. bel einer Notbremsung auftreten, die Biegefestigkeit der einseitig eingespannten Ste-
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her unzureichend ist, die auftretenden Belastungen ohne unzulässige plastische Verformungen auf das Fahrgestell abzutragen.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Lastfahrzeug zum Transportieren von Blechbunden, insbesondere von Spaltbändern, der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass eine sichere Abstützung der Blechbunde möglich wird, ohne Änderungen am Fahrgestell des Lastfahrzeuges vornehmen zu müssen.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch dass, die Steher der Abstützvorrichtung Teil je eines Dreieckverbandes sind, der aus einer im Bereich ihres oberen Endes am jeweiligen Steher angelenkten, vom Steher zum zugehörigen Längsträger abfallenden, gegenüber diesem Längsträger in Längsrichtung verschiebbar abgestützen Druckstütze und aus einem Zugelement zwischen Steher und Druckstütze im Längsträgerbereich besteht.
Da die Steher Teile von Dreiecksverbänden sind, die sich über an den Stehern angelenkte Druckstützen in Längsrichtung verschiebbar auf den Längsträgern abstutzen, bedarf es lediglich einer zugfesten Verbindung zwischen den Stehern und den Druckstützen im Längsträgerbereich, um eine zusätzliche Lastabtragung von den Stehern auf die Längsträger über die Druckstützen und damit eine Entlastung der Steher zu erreichen, deren Verankerung in den Aufnahmetaschen für eine verschiebesichere Abstützung des Blechbundes ausreicht. Es kann daher auf jede weitere Verankerung des Dreieckverbandes gegenüber den Längsträgern verzichtet werden. Es ist nur für eine entsprechende Kraftübertragung von den Druckstützen auf die jeweiligen Längsträger des Fahrgestells zu sorgen.
Dies kann durch ein Aufsetzen der Druckstützen auf die Längsträger erzielt werden, was jedoch wegen der seitlich neben den Längsträgern angeordneten Aufnahmetaschen für die Steher zu Dreieckverbänden führt, die gegenüber einer Fahrzeuglängsebene geneigt sind, so dass die Gefahr besteht, dass die Dreieckverbände bei einer Belastung in Längsrichtung gegeneinander verschwenkt werden Um dieser Gefahr zu begegnen, können die Steher durch einen oberen Querholm zu einem Portal verbunden werden.
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Eine andere vorteilhafte Möglichkeit zur Einleitung der Stützkräfte von den Druckstützen in die Längsträger des Fahrgestells besteht darin, einen auf den Längsträgern aufruhenden Querträger vorzusehen, an dem die Druckstützen der beiden Steher angreifen In diesem Fall können die Druckstützen in einer gemeinsamen Längsebene mit den zugehörigen Stehern angeordnet werden, wodurch Querkräfte zufolge einer Längsbelastung ausgeschlossen werden können.
Die Konstruktion der Zugelemente zwischen den Druckstützen und den Stehern kann unterschiedlich ausfallen, weil es lediglich darum geht, die unteren Enden der Druckstützen zugfest mit den Stehern zu verbinden. Besonders vorteilhafte Konstruktionsverhältnisse ergeben sich allerdings, wenn die Zugelemente zwischen den Druckstützen und den Stehern in ihrer Länge einstellbar sind, um durch die Längenanpassung der Zugelemente eine gleichmässige Lastabtragung über beide Dreieckverbände zu ermöglichen.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 ein erfindungsgemässes Lastfahrzeug zum Transportieren von Blechbun- den ausschnittsweise im Bereich der Abstützvorrichtung in einem schema- tischen Querschnitt, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1, Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung einer Ausführungvanante und Fig 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3 Das Fahrgestell eines nicht näher dargestellten Lastfahrzeuges weist zwei Längsträger 1 und 2 auf, zwischen denen ein trogförmiger Freiraum 3 vorgesehen ist, der im Bedarfsfall abgedeckt werden kann, so dass sich ein über die Fahrzeugbreite durchgehender Boden 4 ergibt.
Im Bereich des Freiraumes 3 sind seitlich neben den Längsträgern 1 und 2 Aufnahmetaschen 5 einander paarweise gegenüberliegend angeordnet, in die Steher 6 einer Abstützvornchtung 7 für Blechbunde 8 aus Spaltbändern eingesteckt werden. Diese Steher 6 können in den Aufnahmetaschen 5 über Sicherungsbolzen 9 axial gesichert werden
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Wie insbesondere den Fig. 2 und 3 entnommen werden kann, sind die Steher 6 Teile von Dreieckverbänden, die aus je einer an ihrem oberen Ende am zugehörigen Steher 6 angelenkten Druckstütze 10 und aus einem Zugelement 11 bestehen, das das untere Ende der Druckstütze 10 im Längsträgerbereich mit dem Steher 6 verbindet und über eine Einrichtung 12 zur Längenverstellung an die jeweiligen geometrischen Verhältnisse angepasst werden kann.
Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 ruhen die Druckstützen 10 auf den Längsträgern 1 und 2 auf, wobei durch einen Anschlag, 13 am unteren Ende der Druckstützen 10 eine Gleitführung der Druckstützen 10 entlang der Längsträger 1,2 sichergestellt wird.
Ein auf den Längsträgern 1 und 2 gelagerter Blechbund 8, der stirnseitig an mit den Stehern 6 verbundenen Holzkeilen 14 anliegt und beispielsweise mit Hilfe von Gurten oder einer Spanneinrichtung in herkömmlicher Weise in Anlage an den Stehern 6 gehalten wird, belastet bei einer Bremsverzögerung des Lastfahrzeuges die Abstützvorrichtung 7, über die die auftretenden Stützkräfte auf das Fahrgestell abgetragen werden, und zwar einerseits über die Steher 6 und anderseits über die Druckstützen 10, was aufgrund der Lastaufteilung eine Überlastung der Steher 6 und der Druckstützen 10 ausschliesst.
Da die Verankerung der Abstützvorrichtung 7 in Fahrzeuglängsrichtung ausschliesslich über die Aufnahmetaschen 5 erfolgt, bedarf es keiner zusätzlichen Massnahmen, um eine solche Abstützvorrichtung 7 einsetzen zu können, weil sich eben die Druckstützen 10 verschiebbar auf den Längsträgern 1,2 abstützen.
Wie der Fig. 1 entnommen werden kann, sind die aus den Stehern 6, den Druckstützen 10 und den Zugmitteln 11 gebildeten Dreieckverbände der Abstützvorrichtung 7 gegenüber einer Fahrzeuglängsebene geneigt, was bei einer Belastung der Abstützvorrichtung 7 in Längsrichtung zu die Steher 6 gegeneinander verschwenkenden Kraftkomponenten führt.
Um die dadurch bedingten Zusatzbelastungen in einfacher Weise auffangen zu können, können die Steher 6 durch einen oberen Querholm 15 zu einem Portal verbunden werden. t Am Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 greifen die Druckstützen 10 gemäss dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 und 4 an einem ge-
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meinsamen, auf den Längsträgern 1,2 aufruhenden Querträger 16 an, so dass die Lastabtragung von den Druckstützen 10 auf die Längsträger 1,2 über diesen Querträger 16 erfolgt, der frei verschiebbar auf den Querträgern 1 und 2 aufliegt. Durch diese Massnahme können die Druckstützen 10 in einer gemeinsamen Längsebene mit den Stehern 6 angeordnet werden, wodurch das Auftreten von Querkräften bei einer Längsbelastung der Abstützvorrichtung durch den Blechbund 8 vermieden wird.
Zum formschlüssigen Abstützen der Druckstützen 10 auf dem gemeinsamen Querholm 16 dienen an den unteren Enden der Druckstützen 10 angeordnete, nach unten offene, m Querschnitt U-förmige Schuhe 17, die den Querträger 16 von oben umfassen.
Die Steher 6, die Druckstützen 10 und die Zugmittel 11 können nach einem Lösen des Dreieckverbandes innerhalb der Freiräume 3 gelagert werden, wenn das Fahrzeug für den Transport anderer Güter als Blechbunde 8 benötigt wird.