<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf einen Fussboden mit einer auf einem Rohboden aufgebrachten Dämmschüttung und auf der Dämmschüttung schwimmend verleg- ten Estrichplatten, die aus wenigstens zwei miteinander verklebten Schichten bestehen und an einander gegenüberliegenden Rändern Nuten und Federn zur gegenseitigen formschlüssigen Verbindung aufweisen.
Um die Nachteile von Estrichen aus einer erhärtenden Masse insbesondere hinsicht- lich der Abbindezeit bis zur Begehbarkeit zu vermeiden, werden Trockenestriche aus
Estrichplatten eingesetzt, die schwimmend auf einer den Rohboden abdeckenden
Dämmschüttung verlegt werden und an gegenüberliegenden Seiten einerseits Nuten und anderseits Federn bilden, um die Estrichplatten formschlüssig miteinander verbinden zu können. Werden zum Herstellen eines Trockenenstrichs Gipsplaten einoder zweilagig verlegt, so müssen vor allem die beschränkten Festigkeitswerte dieser Estnchplatten hinsichtlich der Beanspruchung durch Punktlasten oder Biegebelastungen berücksichtigt werden. Estrichplatten aus Holz oder Holzwerkstoffen neigen wiederum zu einem feuchtigkeitsabhängigen Schwinden bzw. zu einem Wölben.
Um die Eigenfestigkeit von Estrichplatten insbesondere aus Holzwerkstoffen zu verbessern und eine hohe Masshaltigkeit zu erreichen, wurde bereits vorgeschlagen (DE 29 721 600 U1), die Estrichplatten mehrschichtig unter Verwendung von Holzschichten aufzubauen, die hinsichtlich Ihrer Faserausrichtung kreuzweise verleimt sind.
Abgesehen davon, dass sich im Bereich der Nut-Federverbindungen kaum Beiastungsbedingungen wie in den übrigen Plattenbereichen einhalten lassen und die im allgemeinen stumpf aneinanderstossenden, quer zu den Nuten und Federn verlaufenden Plattenränder die Gefahr des Auftretens einer über die Plattendicke durchgehenden
<Desc/Clms Page number 2>
Stossfuge mit sich bringen, können solche Estrichplatten nicht ohne entsprechenden
Konstruktionsaufwand belüftet werden, was im Hinblick auf die Feuchtigkeitsempfind- lichkeit von Holzwerkstoffen einen erheblichen Nachteil darstellt.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Fussboden mit einem Trocken- estrich so auszugestalten, dass nicht nur die an Estrichplatten gestellten Anforderun- gen hinsichtlich der Belastbarkeit vor allem im Stossbereich und der Dämmeigen- schaften erfüllt werden können, sondern auch eine einfache und wirksame Belüftung sichergestellt wird.
Ausgehend von einem Fussboden der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Estrichplatten im Randbereich einander übergreifende Stufenfalze mit gegenüber einer Falzstufe überstehenden Falzste- gen bilden, wobei die oberen der einander übergreifenden Falzstege bzw. die den unteren Falzstegen zugehörigen Falzstufen mit den Nuten und Federn versehen sind, und dass die Breite der oberen Falzstege die Breite der unteren Falzstege übersteigt.
Da sich zufolge dieser Massnahmen die aneinanderstossenden Estrichplatten mit Hilfe ihrer Stufenfalze übergreifen, und die Nut-Federverbindungen auf den Bereich der jeweils oberen, die unteren Falzstege übergreifenden Falzstege beschränkt sind, ergeben sich wegen der einander übergreifenden Falzstege gute Belastungsverhältnisse auch im Randbereich der Estrichplatten, zumal die Hauptlasten nicht über die Nut-Federverbindungen übertragen werden, die vor allem ein Abheben des jeweils oberen der einander übergreifenden Falzstege vom übergnf- fenen Falzsteg verhindern.
Aufgrund der unterschiedlichen Breite der einander übergreifenden Falzstege gelingt es ausserdem in einfacher Weise, unterhalb der oberen Falzstege zwischen dem übergriffenen, unteren Falzsteg und der anschlie- ssenden Falzstufe für den oberen Falzsteg einen Belüftungsspalt freizulassen, so dass sich beim fugenlosen Verlegen der Estrichplatten ein die einzelnen Platten umschliessendes, zusammenhängendes Netz von Belüftungskanälen ergibt.
<Desc/Clms Page number 3>
Die auf die oberen Falzstege bzw. die Falzstufe für die unteren Falzstege be- schränkten Nut- und Federausbildungen der Estrichplatten können in herkömmli- cher Weise nur an den Längsenden der Estrichplatten vorgesehen werden, ohne die Ausbildung einer sich über die Plattendicke erstreckenden Stossfuge befürchten zu müssen, weil ja die Estrichplatten einen Stufenfalz entlang des gesamten Um- fanges aufweisen. Sind diese Stufenfalze so ausgebildet, dass die Estrichplatten an zwei aneinanderstossenden Rändern obere und an den gegenüberliegenden Rän- dern untere Falzstege bilden, so können zur Verlegung des Trockenestrichs über- einstimmende Estrichplatten eingesetzt werden, die lediglich entlang des Fussbo- denrandes entsprechend geschnitten werden müssen.
Durch den Schichtaufbau der Estrichplatten können diese an die jeweiligen Dämm- und Belastungsverhältnisse angepasst werden. Der Schichtaufbau erlaubt ausser- dem eine einfache Ausformung der Falzstufen, wenn jeweils die obere Schicht der Estrichplatten die oberen Falzstege sowie die den unteren Falzstegen zugehörigen
Falzstufen mit den Nuten und Federn bildet. Obwohl vorzugsweise Holzwerkstoff für die Estrichplatten zum Einsatz kommen, können einzelne Schichten auch aus einem anderen Werkstoff bestehen, um beispielsweise Einfluss auf die Wärme- bzw. Trittschalldämmung zu nehmen.
Um über die Falzverbindung der aneinanderstossenden Estrichplatten die auftretenden Lasten vorteilhaft abtragen zu können, müssen die einander übergreifenden Falzstege eine ausreichende Auflagefläche bilden. Dies wird für viele Anwendungsfälle dann vorteilhaft gewährleistet, wenn die Breite der unteren Falzstege zumindest der doppelten Breite der Federn der Nut-Federverbindungen entspricht.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen erfindungsgemässen Fussboden in einer schematischen, teilweise aufgerissenen Draufsicht, Fig. 2 diesen Fussboden in einem Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1 und Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 111-111 der Fig. 1.
<Desc/Clms Page number 4>
Der auf einem Rohboden 1 aufgebrachte Fussboden besteht aus einer Dämm- schüttung 2, die nicht nur Dämmaufgaben übernimmt, sondern auch zum Aus- gleich von Unebenheiten des Rohbodens 1 dient, und aus Estrichplatten 3, die gegebenenfalls unter Zwischenlage einer wasserdichten Sperrfolie schwimmend auf der Dämmschüttung 2 verlegt werden. Gemäss dem dargestellten Ausfüh- rungsbeispiel weisen die untereinander gleichen Estrichplatten 3 drei miteinander verklebte Schichten 4 und 5 aus einem Holzwerkstoff auf, wobei die oberste
Schicht 4 gegenüber den beiden unteren Schichten 5 entlang zweier aneinander- grenzender Ränder 6 und 7 zurückversetzt ist, gegenüber den gegenüberliegen- den Rändern 8 und 9 jedoch vorsteht.
Durch diese Massnahmen ergeben sich
Stufenfalze 10 mit Falzstufen 11 und Falzstegen 12 einerseits und Falzstufen 13 und Falzstegen 14 anderseits. Die unteren Falzstege 12 werden dabei durch die gegenüber der oberen Schicht 4 vorstehenden Ränder 6 und 7 der unteren
Schichten 5 und die oberen Falzstege 14 durch die obere Schicht 4 gebildet, wobei sich die Falzstufen für die Falzstege 12 durch die gegenüber den Rändern 6 und 7 der unteren Schichten 5 zurückversetzte obere Schicht 4 ergibt. In ähnlicher Weise werden die Falzstufen 13 für die Falzstege 14 durch die gegenüber der oberen
Schicht 4 zurückversetzten Ränder 8 und 9 der unteren Schichten 5 gebildet. Die
Breite b1 und b2 der Falzstege 12 und 14 ist nicht gleich gewählt.
Da die Breite b2 der Stege 14 grösser als die Breite b1 der Falzstege 12 ist, ergeben sich zwischen den beim Falzeingriff zweier benachbarter Estrichplatten 3 gegenüberliegenden
Rändern 6 und 8 bzw. 7 und 9 der unteren Schichten 5 Freiräume 15, die ein die Estrichplatten 3 umschliessendes Netz von Belüftungskanälen bilden, die jeweils durch die oberen Falzstege 14 abgedeckt sind.
Neben der sich über alle Ränder der Estrichplatten 3 erstreckenden Falzverbindung ist zwischen den Estrichplatten eine zusätzliche Nut-Federverbindung vorgesehen. Diese Nut-Federverbindung beschränkt sich auf den Bereich der oberen Schicht 4, die im Bereich ihrer einander gegenüberliegenden Längsränder Nuten 16 und Stege 17 bildet. Die Nuten 16 sind dabei in den Falzstufen 11 vorgesehen, während sich die Federn 17 an der Stirnseite der Falzstege 14 befinden.
Wie der Fig. 2 entnommen werden kann, greifen die Stege 14 beim Fügen der Estrichplat-
<Desc/Clms Page number 5>
ten 3 in die Nuten 16 der längsseits anschliessenden Estrichplatten 3 formschlussig ein, so dass sich bei einer Verklebung der Nut-Federverbindungen bzw. der inein- andergreifenden Stufenfalze 10 ein Trockenestrich ergibt, der allen Anforderungen vorteilhaft entspricht, insbesondere wenn die Estrichplatten 3 gegeneinander der
Länge nach versetzt verlegt werden. Es werden durch die Kombination der Falz- verbindung mit der Nut-Federverbindung in der erfindungsgemässen Form Kon- struktionsverhältnisse sichergestellt, die sonst nur durch eine zweilagige Verlegung von Estrichplatten erreicht werden kann, allerdings mit einem erheblich grösseren Aufwand.
Es braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden, dass sich die Erfindung nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So kann ein erfindungsgemässer Fussboden mit einem Trockenestrich auch im Zusammenhang mit einer Fussbodenheizung eingesetzt werden oder Hohlräume bilden. Gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird auf die Estrichplatten 3 ein Fussbodenbelag aufgebracht. Die Estrichplatten 3 können aber auch eine vorgefertigte Fussbodenoberfläche bilden.