<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
Die vorliegende Erfindung betrifft Ultramikroskope und stellt ein Ultramikroskop zur Verfügung, das gegenüber den bekannten Spaltultramikroskopen von grösserer Lichtstärke ist und ein bequemeres Arbeiten insoferne ermöglicht, als bel ihm der bei Spaltultramikroskopen häufig sich zeigende Übelstand fortfällt, dass bei nicht ganz ordnungmässig arbeitenden Beleuchtungsvorrichtungen Schwankungen in der Helligkeit des BIldes auftreten.
Bei dem neuen Ultramikroskop dient zur Beobachtung sowohl wie zur seitlichen Beleuchtung ein Immersionsobjektiv ; beide Objektive stehen mit ihren Achsen ungefähr senkrecht aufeinander. Die Art der Objektive bestimmt sich nach der Art der zu untersuchenden Stoffe ; handelt es sich z. B. darum, wässerige kolloidale Lösungen zu untersuchen, so wird man Objektive für Wasserimmersion verwenden, handelt es sich um die Untersuchung von Rubingiasern, so wird man Objektive für homogene Immersion wählen.
Die Apertur der Objektive wird man so gross wie möglich machen, um eine mxöglichst starke Beleuchtung des Objekts und ein mÖglichst grosses AnHösungsvennogen dos Mikroskops zu erlangen. Um zu ermöglichen, das Heobachtungsobjektiv und das lieleuchtungsobjektiv so weit gegeneinander vorzuschieben, je in der Achsenrichtung,')lass
EMI1.2
werden bei dem neuen Mikroskop das Beobachtungsobjektiv und das Belenchtungsobjektiv schräg abgeschliffen. Am zweckmässigste ist es, die Objektive unter 45 gegen die Achse abzuschleifen.
Will man, besonders bei der Untersuchung stark gefärbter Flüssigkeiten, eine Absorption der Lichtstrahlen möglichst vermeiden, so gestaltet man die Objektive zweckmässig mit einem kegelformigen Ansatz aus. Es ist dann der Weg, den die Lichtstrahlen
EMI1.3
kann dabei aufgekittet sein oder mit der eigentlichen Frontlinse aus einem Stück bestehen.
Bei Verwendung des neuen Uttramikroskops tst die Verwendung einer Küvette oder eines Objektivträgers mit Deckglas nicht nötig. Man kann nämlich ssinen einzelnen Tropfen der zu untersuchenden Flüssigkeit zwischen die Endflächen der beiden Objekti\e bringen und diesen untersuchen. Will man statt der ersten Flüssigkeit eine zweite untersuchen, so kann man, ohne die Einstellung des Mikroskops stören zu müssen, den Tropfen der ersten Flüssigkeit fortspülen und ihn durch einen Tropfen der zweien Flüssigkeit ersetzen.
Will man jedoch verhindern, dass sich der Konxentrationszustand der zu untersuchenden Flüssigkeit bei der Untersuchung durch Verdunsten der Flüssigkeit ändert, so kann man auch eine kleine küvettenartige Vorrichtung, am besten am Beleuchtungsobjektiv, anbringen, die jedoch nicht, wie sonst üblich, mit Fenstern versehen zu werden braucht, sondern in die beiden Objektive durch Öffnungen unmittelbar hiueintreten.
In Fig. 1 der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des neuen Ultramikroskops dargestellt. Ein Stativ a trägt ein Mikroskop b mit lotrechter Achse, dessen Objektiv c auswechselbar ist. Ein Beleuchtungsobjektiv d ist auswechselbar auf dem Tisch des Stativs so gelagert, dass es in der Richtung seiner Achse und in der Ebene senkrecht zu ihr einstellbar ist. Vor dem Objektiv d ist in bekannter Weise ein Spalt angeordnet zu denken, vor diesem eine Beleuchtungsline und vor dieser eine Lichtquelle, so dass die Beleuchtungs-
<Desc/Clms Page number 2>
linse die Lichtquelle in der Ebene des Spaltes abbildet und dieser durch das Objektiv d auf dem Objekt abgebildet wird.
Fig. 2 zeigt in grösserem Massstabe ein Beispiel eines Objektivs, das sowohl als
EMI2.1
Kugel betragender Kugelabschnitt ist, und aus einem kegelförmigen Teil/*, der mit dem Teil f aus einem Stück gebildet ist. Auf einer Seite ist die Frontlinse unter 450 abgeschliffen. Die durch dieses Abschleifen entstandene Öffnung in der Fassung e des Objektivs ist durch ein dünnes Metallblättchen e* verschlossen, das mit Kanadabalsam aufgekittet ist. Das Objektiv hat eine Brennweite von 6'26 mm, eine numerische Apertur von 1'05 und ist für Wasserimmersion korrigiert.
In der folgenden Tabelle sind die verwendeten Glasarten durch den Brechungsexponenten % D für die D-Linie und die Dispersion v gekennzeichnet ; ausserdem sind noch von jeder Linse der Krümmungsradius rl der Vorderfläche, der KrUmmungsradius'11 der Hinterfläche, die Dicke d in der Mitte der Linse und der Durchmesser D in Millimetern angegeben. Die Frontlios6. f besteht aus geschmolzenem Quarz.
EMI2.2
<tb>
<tb>
Linse <SEP> "D <SEP> v <SEP> ri <SEP> r2 <SEP> d <SEP> D
<tb> f <SEP> 1#45 <SEP> - <SEP> # <SEP> -2#065 <SEP> 2#56 <SEP> g <SEP> 1#6066 <SEP> 49#2 <SEP> -35 <SEP> -5#9 <SEP> 2#1 <SEP> 8#94
<tb> h <SEP> 1#7180 <SEP> 29#4 <SEP> -85 <SEP> +12 <SEP> 1#95 <SEP> 19#2
<tb> i <SEP> 1#5101 <SEP> 68#5 <SEP> +12 <SEP> -10#75 <SEP> 4#7 <SEP> 18#1
<tb> k <SEP> 1#6353 <SEP> 34#9 <SEP> +32#5 <SEP> +13#5 <SEP> 1#35 <SEP> 14
<tb> l <SEP> 1#6073 <SEP> 58#9 <SEP> +13#5 <SEP> -28#5 <SEP> 2#95 <SEP> 13#9
<tb>
Der Luftabstand zwischen den Linsen 1 und 2 beträgt 0'18 mm, jener zwischen
EMI2.3
Das dem Beobachter sich darbietende Bild ist in Fig. 4 veranschaulicht. Die aus dem Beleuchtungsobjektiv ausgetretenen Strahlenbüscbel bilden einen Doppelkegel, dessen Längsschnitt in der Zeichnung unschraffiert geblieben ist. An der mit A bezeichneten Stelle zeigt sich eine Zone engster Einschnürung, auf die das Beobachtungsobjektiv einzustellen ist.
In Fig. 5 bis 7 ist eine küvettenartige Hilfsvorrichtung dargestellt. Ein kleiner Be- hälter m aus Vulkanfiber ist mit einer Fassung n versehen, mit der er auf dem Beleuchtungsobjektiv befestigt werden kann. Der Hohlraum passt sich an der Seite in seiner Form dem kegeligen Ansatz der Frontlinse des Beleuchtungsobjektivs an ; das Beobachtungsobjektiv ragt bei der Benutzung der Vorrichtung von oben in den Behälter hinein. Ein Röhrchen o dient dazu, die zu untersuchende Flüssigkeit dem Behälter zuzuführen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ultramikroskop, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beobachtung wie zur Beleuchtung Immersionsobjektive in orthogonaler Anordnung Verwendung finden, deren Fassung und Frontlinse soweit abgeschliffen sind, dass eine Einstellung des Beobachtungsobjektivs auf die Spitze des Beleuchtungskegels möglich wird.