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Die Erfindung betrifft eine Zwischenschiene für wärmeisolierte Dach- oder Wandkonstruktionen sowie entsprechende Dach- und Wandkonstruktionen unter Verwendung der Zwischenschienen.
Gegenstand der EP-A 984 114 ist ein zweischaliges Dachsystem, bestehend aus einer tragenden Dachschale als Unterkonstruktion, einer Oberschale sowie einer zwischen beiden angeordneten Wärmedämmschicht. Da der gesamte Raum zwischen der Unterkonstruktion und der Oberschale mit der Dämmschicht verfüllt ist, muss diese insgesamt aus einem trittfesten und damit schweren Material bestehen, wenn vertikale Lasten aufgenommen werden sollen. Dadurch wird nicht nur das Gesamtgewicht der Dachkonstruktion sehr hoch, sondern auch die Gestehungskosten, da ein trittfester Wärmedämmstoff teuer ist. Wenn andererseits der Raum zwischen Oberschale und Unterkonstruktion mit einem leichten Wärmedämmstoff verfüllt wird,- steht keine trittfeste Dachkonstruktion zur Verfügung.
Zwischenschienen des Standes der Technik dienen als Auflagerschienen für eine Dach- oder Wandoberschale und werden üblicherweise aus Metall oder Holz angefertigt. Stahlkonstruktionen haben den Nachteil von Kältebrücken. Wenn Holz zur Konstruktion verwendet wird (vgl. beispielsweise deutsches Gebrauchsmuster 295 20 892), führt das Arbeiten des natürlichen Werkstoffes Holz
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zur Lockerung von Befestigungsschrauben, ganz abgesehen davon, dass strenge Brandschutzbestimmungen nicht erfüllt werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zwischenschiene für Dach- oder Wandkonstruktionen zur Verfügung zu stellen, die die kostengünstige Erstellung einer leichten Dach- oder Wandkon- struktion erlaubt, die an allen Stellen druck- bzw. trittfest ist und einen günstigen K-Wert.des Gebäudes gewährleistet.
Ferner soll eine Dach- oder Wandkonstruktion realisierbar sein, welche den genannten Anforderungen entspricht.
Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die Zwischenschiene aus zwei gegeneinander gerichteten und voneinander beabstandeten U-Profi- len, die zwischen sich einen trittfesten Dämmkern aufnehmen und diesen umgreifen.
Ein wesentlicher vorteil dieser Lösung besteht darin, dass bei Verwendung derartiger Zwischenschienen für Dach- oder Wandkon- struktionen der Bereich zwischen Oberschale und Unterkonstruk- tion, der nicht durch die Zwischenschienen ausgefüllt ist, mit einem wärmedämmenderi, nicht trittfestem Füllmaterial verfüllt werden kann, dessen Rohdichte erheblich geringer als die Rohdichte des Dämmkerns ist. Dadurch wird nicht nur das Eigengewicht der Gesamtkonstruktion gegenüber einer Konstruktion mit durchgehend trittfestem Dämmmaterial verringert, sondern es reduzieren sich auch die Kosten für die Herstellung einer derartigen Dach- oder Wandkonstruktion.
Mit der Erfindung können die nachstehenden Forderungen erfüllt werden: - Verwendung von Konstruktionselementen mit geringem
Eigengewicht, - Reduzierung von Wärme- bzw. Kältebrücken, - thermische Entkopplung zwischen Unterkonstruktion und
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Oberschale, - Erfüllung der Anforderungen auch strenger Brandschutz-
Verordnungen - Vermeidung von Schwind- und Quelleigenschaften, - geringe Eigenbewegungen des Materials, - Vermeidung von Lockerungen von Befestigungselementen, - Ausführung in alterungsbeständiger Weise.
Nach einem wesentlichen Merkmal der Erfindung besteht der Dämm- kern aus einem Bauprodukt der Brandschutzklasse A1, beispiels- weise Stein- oder Mineralwolle. Ein derartiger Dämmkern kann eine Rohdichte in der Grössenordnung von 130 kg/m3 haben, wodurch er in der Lage ist, auch grössere Lasten aufzunehmen. Für diesen Zweck ist es besonders vorteilhaft, den Dämmkern, der aus mehre- ren Schichten zusammengesetzt sein kann, so zwischen den bei-den U-Profilen anzuordnen, dass die Schichten parallel zu den Schen- keln der U-Profile angeordnet sind, so dass der Faserverlauf in Richtung zu erwartender Lasten orientiert ist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen und aus der folgenden Beschreibung von Ausfüh- rungsbeispielen, die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zei- gen : Figur 1 eine perspektivische Teilansicht einer Zwischenschiene gemäss der Erfindung, Figur 2 einen Querschnitt durch eine Dachkonstruktion unter Ver- wendung der Zwischenschienen, Figur 3 einen gegenüber Figur 2 um 90 gedrehten Längsschnitt durch die Dachkonstruktion, Figur 4 die schematische Ansicht einer Zwischenschiene mit ein- geklebtem Dämmkern, Figur 5 eine Variante der Figur 4, Figur 6 eine schematische Ansicht ähnlich Figur 1 zur Darstel- lung einer weiteren Befestigungsmöglichkeit für den Dämmkern und Figur 7 eine Variante der Figur 6.
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In Figur 1 ist schematisch ein Ende einer Zwischenschiene 10 dargestellt, die aus zwei gegeneinander gerichteten U-Profil- schienen 12 und 14 besteht, die zwischen sich einen Dämmkern 16 aufnehmen und diesen mit ihren seitlichen Schenkeln 18 teilweise umgreifen.
Die beiden Profilschienen 12 und 14 sind vorzugsweise aus einem verzinkten Stahlblech mit einer Stärke zwischen etwa 0,75 mm und
1,5 mm hergestellt. Entscheidend-ist, dass die freien Enden der einander gegenüberliegenden Schenkel 18 einen Abstand voneinan- der haben, der für eine thermische Trennung der oberen Profil- schiene 12 von der unteren Profilschiene 14 sorgt.
Der Dämmkern 16 besteht aus einem nicht brennbaren Material (Brandschutzklasse Al), d. h. Steinwolle oder Mineralwolle. In
Figur 1 ist durch die senkrechten Striche angedeutet, dass der
Dämmkern 16 aus mehreren Schichten 20 besteht, die senkrecht zu den jeweils zwei Schenkel 18 miteinander verbindenden
Grundseiten 44 verlaufen, d. h. in Richtung einer hier von oben einwirkenden Kraft F. Auf diese Weise ist eine grosse
Lastaufnahmefähigkeit des Dämmkerns 16 gewährleistet. Dies wird auch noch dadurch begünstigt, dass der Dämmkern 16 eine verhältnismässig hohe Rohdichte in der Grössenordnung von etwa 130 kg/m3 hat.
In Figur 1 ist zu erkennen, dass die beiden Profilschienen 12 und - 14 durch Schrauben 22 miteinander verbunden sind, welche sich durch den Dämmkern 16 hindurch erstrecken. Jede Schraube 22 kann mit ihrem unteren Ende eine entsprechende Bohrung in der unteren
Profilschiene 14 durchgreifen und in einer Unterkonstruktion 24 (vgl. Figuren 2 und 3) fixiert sein. Alternativ ist es auch möglich, das freie Ende der Schraube 22 nicht bis zur unteren
Profilschiene 14 zu führen, sondern diese über Nieten 22' oder dergleichen an der Unterkonstruktion 24 zu befestigen ;
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Massnahme dient zur weiteren Verringerung von Wärme- bzw.
Kältebrücken.
Die Figuren 2 und 3 zeigen die Anwendung der Zwischenschiene 10 in einer Dachkonstruktion. Diese besteht hier aus der bereits erwähnten Unterkonstruktion 24 und einer Oberschale 26, die auf den Zwischenschienen 10 (vgl. Figur 2) aufliegt. Die
Unterkonstruktion 24 ist aus einem Profilblech 28 gefertigt (vgl. Figur 3), das auf Stahlträgern 30 aufliegt. Wie Figur 2 zeigt, ist der Raum 32 zwischen Unterkonstruktion 24 und
Oberschale 26 und in horizontaler Richtung zwischen den
Zwischenschienen 10 mit einem wärmedämmenden Füllmaterial 46 verfüllt, das nicht trittfest sein muss und somit wesentlich leichter als die Dämmkerne 16 der Zwischenschienen 10 sein kann.
Da diese, wie bereits erläutert, einwirkende Lasten F aufnehmen, genügt als Füllmaterial beispielsweise Steinwolle oder
Mineralwolle mit einer geringen Rohdichte, etwa in der
Grössenordnung von 30 kg/m3. Ein derartiges Füllmaterial 46 ist im Vergleich zu dem trittfesten Material der Dämmkerne 16 nicht nur leichter und preisgünstiger, sondern hat auch eine höhere
Wärmedämmung und ist fugenlos anschmiegsam. In Fällen mit geringeren Anforderungen an den Brandschutz kann auch schwer entflammbarer Rollfilz als Füllmaterial 46 verwendet werden.
Wie schon. erwähnt, sind die Zwischenschienen 10 durch
Befestigungsmittel, beispielsweise Schrauben 22, an der Un- terkonstruktion 24 schubfest fixiert. Zusätzlich kann unmittel- - bar auf der Unterkonstruktion 24 eine Dampfsperre 48 angebracht sein.
Im Ausführungsbeispiel der Figuren 2 und 3 besteht die Ober- schale 26 ebenfalls aus einem Profilblech 28, das mit Hilfe der bereits beschriebenen Schraubverbindungen auf den oberen Profil- schienen 12 schubfest angebracht ist. In Gebäuden, in denen die
Unterkonstruktion 24 sichtbar ist, beispielsweise in Turnhallen, wird zur schubfesten Fixierung der Zwischenschienen 10 zunächst
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die untere Profilschiene 14 befestigt, beispielsweise durch Nieten 22', die im Beispiel der Figur 3 eine feste Verbindung zwischen der unteren Profilschiene 14 und dem Profilblech 28 herstellt.
In Figur 3 ist die Zwischenschiene 10 nicht sichtbar, da sie vor oder hinter der Zeichenebene liegt ; der Kopf eines Niets 22' ist eingezeichnet, wobei erkennbar ist, dass dieser im Bereich der Hochsicke (Obergurt) des Profilblechs 28 liegt. Anschliessend werden der Dämmkern 16 für die Zwischenschiene 10 eingelegt und die obere Profilschiene 12 aufgesetzt, welche dann mittels der Schrauben 22 befestigt wird.
In Figur 3 ist angedeutet, dass die Schrauben 22 so gesetzt werden, dass ihre unteren Enden in die durch die Untergurte gebildeten Tiefsicken des Profilblechs 28 der Unterkonstruktion 24 hineinragen und somit von unten abgedeckt sind.
In Figur 4 ist angedeutet, dass der Dämmkern 16 der Zwischen- schiene 10 an den Innenflächen der Grundseiten 44 der Profil- schienen 12 und 14 angeklebt sein kann, beispielsweise durch Klebstoffschichten 34, doppelseitige Klebebänder oder auch Klettverschlussbänder.
Eine.,andere Befestigungsmöglichkeit für den Dämmkern 16 in der Zwischenschiene 10 zeigt Figur 5. Hier bestehen die Befesti- gungsmittel aus Nadeln 36., die mit Widerhaken 38 versehen sind und von der Grundseite 44 der oberen Profilschiene 12 nach innen abstehen; zusätzlich können auch entsprechende Nadeln 36 von der Grundseite 44 der unteren Profilschiene 14 nach oben abstehen.
In allen Fällen wird auf diese Weise beim Aufsetzen der beiden Profilschienen 12 und 14 auf den Dämmkern 16 eine sehr gute Fixierung erzielt, bei der die Widerhaken 38 in den Dämmkern 16 eingreifen.
Das Ausführungsbeispiel der Figur 6 zeigt zwei weitere Befesti- güngsmöglichkeiten. Im oberen Teil bestehen die Befestigungsmit- tel für den Dämmkern 16 aus Schrauben 22, die in einen Schenkel 18 der hier oberen Profilschiene 12 eingesetzt sind, den Dämm-
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kern 16 durchdringen und mit ihrem Ende in den gegenüberliegen- den Schenkel 18 eingeschraubt sind.
Anhand der unteren Profilschiene 14 ist die Möglichkeit angedeu- tet, anstelle der Schrauben 22 Nadeln 36 mit Widerhaken 38 zu verwenden.
Figur 6 zeigt ferner die Möglichkeit, aus der Grundseite 44 der- oberen Profilschiene 12 Haltezungen 50 auszustanzen und nach aussen abzuwinkeln, so dass durch diese die Oberschale 26, beispielsweise ein Profilklemmdach fixiert werden kann.
Im Beispiel der Figur 7 bestehen die Befestigungsmittel aus Vor- sprüngen 40, die von den freien Enden der Schenkel 18 nach innen abgewinkelt sind und im zusammengebauten Zustand der Zwischen- schiene 10 in den Dämmkern 16 eingreifen. Im rechten Teil der Figur 7 ist angedeutet, dass die Vorsprünge 40 in Längsrichtung der Profilschiene 14 durchgehend ausgebildet sind, während im linken Teil der Figur 7 die bevorzugte Möglichkeit gezeigt ist, die Vorsprünge 40 'durch Lücken 42 voneinander zu trennen, wodurch die Befestigungsmittel einer Zahnreihe gleichen.
Der Zusammenbau der Zwischenschiene 10 gemäss Figur 7 kann in der Weise erfolgen, dass der Dämmkern 16, der auch hier aus einzel- nen, vertikal ausgerichteten Schichten 20 besteht, zunächst in horizontaler Richtung zusammengedrückt wird, damit die Profilschienen 12 und 14 aufgesetzt werden können; anschliessend wird der Pressdruck weggenommen, so dass sich die Schichten 20 aufgrund ihrer 'Eigenelastizität entspannen und eine formschlüssige Verbindung mit den Vorsprüngen 40 hergestellt wird. Alternativ ist es möglich, die Schenkel 18 der beiden Profilschienen 12 und 14 gegenüber der jeweiligen Grundseite 44 leicht zu spreizen, um erst nach dem Einsetzen des Dämmkernes 16 eine endgültige Verformung der Schenkel 18 vorzunehmen, bei der die Vorsprünge 40 in den Dämmkern 16 eingedrückt werden.
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Für bestimmte Anwendungsfälle kann es ausreichend sein, anstelle eines Dämmkernes 16 der Brandschutzklasse A1 einen solchen der Brandschutzklasse A2 zu verwenden, beispielsweise aus Polyurethan.