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Die Erfindung betrifft einen Skischuh mit einer den Fuss mindestens im Ristbereich haltenden Schale mit Sohle und Zehenkappe sowie mit einem das Bein umgebenden Schaft, wobei Schale und Zehenkappe einstückig aus Kunststoff ausgebildet und durch die Sohle schwenkbar miteinander verbunden sind, eine an die Zehenkappe anschliessende, den Skischuh im wesentlichen in seiner gesamten Breite durchsetzende Ausnehmung in der Schale den Schwenkbereich der Zehenkappe begrenzt und an die Zehenkappe eine über den Kappenrand vortretende Abdeckung anschliesst, die die Ausnehmung untergreift und beim Verschwenken der Zehenkappe unter den Ristbereich der Schale schiebbar ist, wobei an der Abdeckung,
insbesondere an einer in Längsmitte des Skischuhes an der Abdeckung auskragenden Zunge eine Anlagefläche und dieser gegenüberliegend eine Steuerfläche eines in der Schale quer zur Längsachse des Skischuhes geführten Riegels vorgesehen sind, der Riegel durch einen Bowdenzug gegen Federkraft verschiebbar ist, wobei der Bowdenzug in dem Fersenbereich der Schale zu einem Betätigungshebel geführt ist.
Ein derartiger Skischuh ist aus der AT-Anmeldung 822/94 bekannt (ein Stand der Technik gemäss µ 3, Abs. 2 PatG).
Die Erfindung hat sich das Ziel gesetzt, einen Skischuh der genannten Art so zu gestalten, dass die Freigabe und das Fixieren von Zehenkappe und Schaft von der Schale bzw. an der Schale durch jeweils einen Handgriff bewerkstelligt werden kann.
Dieses Ziel wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Betätigungshebel über eine Nocke mit einem im Schaft schwenkbar gelagerten zweiarmigen Winkelhebel in Verbindung steht, dessen freier Hebelarm sich in Schliessstellung an der Schale abstützt.
Nach einem weiteren Merkmale der Erfindung steht der freie Hebelarm des Winkelhebels unter der Wirkung einer Feder, die in Richtung auf die Schliessstellung vorgespannt ist. Durch die erfindungsgemässe Ausbildung des Verriegelungsmechanismus kann mit ein-und demselben Betätigungshebel mit einem Vorgang sowohl die Zehenkappe als auch der Schaft zu einer starren Einheit fixiert werden.
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Die Zehenkappenfixierung in der Strecklage ist beim Skifahren zweckmässig. Gleichzeitig ist aber auch die vorlageposition durch Fixierung des Schaftes in der Schrägstellung gegenüber der Schale für das Abfahren von Bedeutung. Dies kann mit dem einen Betätigungshebel erzielt werden, der den Bowdenzug und den gefederten Winkelhebel steuert.
Eine von aussen nicht sichtbare, verdeckt und geschützt angeordnete Konstruktion zur Zehenkappenfeststellung bzw. Freigabe bei der an der Abdeckung, insbesondere an einer in Längsmitte des Skischuhes an der Andeckung auskragenden Zunge, eine Anlagefläche und dieser gegenüberliegend eine Steuerfläche eines in der Schale quer zur Längsachse des Skischuhes geführten Riegels vorgesehen sind, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerfläche in Verschieberichtung des Riegels vorzugsweise zwei Abschnitte aufweist, die abgestuft zueinander liegen und durch eine Schräge ineinander übergehen, wobei der eine Abschnitt beim Auflaufen auf die Anlagefläche die Zehenkappe in der Position ihrer Strecklage verriegelt und der andere Abschnitt im Ausmass des Bewegungsspielraumes der Zehenkappe zurückversetzt ist.
Je nach Riegelstellung ist ein Freiheitsgrad der Zehenkappe vorhanden, begrenzt vorhanden oder unterbunden. Eine praktische Ergänzung ergibt sich dadurch, dass der Riegel an seiner Oberseite Positionskennungen, z. B. die Farbe rot und grün trägt, von welchen jeweils eine je nach Stellung des Riegels einem Sichtfenster im Ristbereich der Schale gegenüberliegt. Eine praxisgerechte Ausbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Betätigungshebel ein etwa U-förmiger Bügel verbunden ist, in den der Bowdenzug eingehängt ist, dessen Seil in einer Umlenkung in einer Grundplatte geführt ist, an welcher sich der Mantelschlauch des Bowdenzuges abstützt.
Um die Verriegelung durch Hebelkraft über den Bowdenzug zu gewährleisten, ist vorgesehen, dass bei Verschiebung des Riegels unter Zugkraft des Bowdenzuges der zurückversetzte Abschnitt der Steuerfläche des Riegels, sodann die Schräge und schliesslich der die Zehenkappe in der Strecklage haltende Abschnitt der Steuerfläche des Riegels der Anlagefläche der Zehenkappe, insbesondere der Zunge gegenüberliegt, bzw. an dieser anliegt.
Eine
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besondere Ausbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Bowdenzug an jenem Ende des Riegels, insbesondere an einer Nase desselben, angeschlossen ist, welches den verriegelnden Abschnitt der Steuerfläche trägt, dass die Rückzugfeder parallel zum Riegel zwischen der Nase und einem festen Anschlag des Schuhes angeordnet und der Bowdenzug wenigstens teilweise parallel zum Riegel geführt ist, wobei sich der Mantelschlauch des Bowdenzuges an der der Rückzugfeder gegenüberliegenden Fläche des festen Anschlages des Schuhes abstützt.
Es kann der Bowdenzug aber auch an jenem Ende des Riegels angeschlossen bzw. eingehängt sein, welchem der zur Entriegelung der Zehenkappe zurückversetzte Abschnitt zunächst liegt, wobei. der Riegel mit seiner Schrägen und mit dem daran anschliessenden Abschnitt bei Zug seitens des Bowdenzuges auf die Anlagefläche der Zehenkappe aufläuft und die Zehenkappe in die Strecklage drückt.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnungen, welche ein Ausführungsbeispiel darstellen, näher beschrieben. Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Skischuhes seitlich von oben, Fig. 2 als vergrössertes Detail aus Fig. 1 den Schaftfeststeller in Verriegelungsstellung, Fig. 3 ein Detail, nämlich die Riegelanordnung vergrössert in Draufsicht und Fig. 4 eine Alternative zu Fig. 3.
Eine Skischuh umfasst gemäss Fig. 1 bis 3 eine Schale 1 mit einer schwenkbar angelenkten Zehenkappe 2 und mit einem ebenfalls schwenkbaren Schaft 3. Eine Sohle 4 ist Teil der Schale 1 und geht in die Zehenkappe 2 über. Im Ausführungsbeispiel sind Schale 1, Sohle 4 und Zehenkappe 2 einstückig aus Kunststoff geformt. Zwischen der Zehenkappe 2 und der Schale 1 ist eine Ausnehmung 5 vorgesehen, die ein Verschwenken der Zehenkappe 2 ermöglicht. Die Sohle 4 kann im Bereich der gedachten Verbindung zwischen den Enden der Ausnehmung 5 eine Nut aufweisen, die eine definierte Drehachse für die Zehenkappe 2 darstellt. In vielen Fällen genügt die Elastizität des Kunststoffes für ein Abbiegen der Sohle 4 auch ohne spezieller konstruktiver Vorkehrungen.
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An der Zehenkappe 2 schliesst eine Abdeckung 6 an, die die Ausnehmung 5 untergreift und sich beim Schwenken der Zehenkappe 2, beispielsweise beim Gehen, unter den Ristbereich der Schale 1 schiebt. Um eine gute Abdichtung zu erreichen, ist die äussere Oberfläche der Abdeckung 6 ballig gewölbt. Die Zehenkappe 2 trägt zu ihrer Lagefixierung in der Sohlen-Strecklage eine von der Abdeckung 5 auskragende Zunge 9, die unter dem Ristbereich der Schale 1 gegebenenfalls in einen Kanal der Schale 1 geführt ist. Diese Zunge 9 macht die Bewegung der Zehenkappe 2 als weitgehend lineare Bewegung mit. An ihrer Stirnseite ist an der Zunge 9 eine Anlagefläche ausgebildet. Quer zur Bewegungsrichtung der Zunge 9 ist ein Riegel 10 in der Schale 1 oder in einem Riegelgehäuse geführt, das in der Schale 1 ortsfest angeordnet ist.
Der Riegel 10 trägt seitlich zwei abgestuft zueinanderliegende Abschnitte 11,12 mit Steuerflächen, die durch eine Schräge 13 ineinander übergehen. Wenn der Riegel 10, wie gezeigt, positioniert ist, dann liegt die Steuerfläche des Abschnittes 11 unmittelbar an der Anlagefläche der Zunge 9 an und verhindert jedwede Bewegung der Zehenkappe 2. Wenn der Riegel 10 jedoch verschoben ist, sodass - wie in Fig. 3 strichliert dargestellt - die zurückversetzte Steuerfläche des Abschnittes 12 des Riegels 10 im Abstand zur Anlagefläche der Zunge 9 liegt, dann kann die Zehenkappe 2 geschwenkt werden, bis der zurückversetzte Riegelanschlag zur Wirkung kommt.
Der Riegel 10 kann auch so ausgebildet sein, dass er nur über die Schrägfläche 13 und dem Abschnitt 11 mit seiner verriegelnden Steuerfläche verfügt, sodass die Zunge 9 entweder vom Riegel 10 abgeblockt wird oder bei zurückgezogenem Riegel 10 der Freiraum für eine Bewegung zur Verfügung steht. Die Schrägfläche 13 des Riegels 10 dient dazu, beim Verriegelungsvorgang die Zehenkappe 2 in die Strecklage der Sohle 2 zu bringen. Der Abschnitt 11'kann eine leicht schräge Steuerfläche aufweisen, sodass beim Verriegeln ein Druck auf die Stirnfläche der Zunge 9 ausgeübt, Toleranzen ausgeglichen und ein Spiel vermieden wird.
Die Verschiebung des Riegels 10 erfolgt durch einen Bowdenzug 14. Der Riegel 10 wird durch den Bowdenzug 14 gegen die Wirkung einer Feder 15 in die dargestellte Sperrstellung der
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Zehenkappe 2 gezogen und kann durch die Wirkung der Feder 15 aus der Sperrstellung gedrückt werden. Der Bowdenzug 14 könnte aber alternativ auch zur Entriegelung und die Feder 15 zur Verriegelung herangezogen werden. Zur Riegelbetätigung ist der Bowdenzug 14 in einen Bügel 16 eines hochschwenkbaren, an einer Hebelachse 18 angelenkten, einarmigen Betätigungshebel 17 eingehängt. Wird Zug auf den Bowdenzug 14 durch den Betätigungshebel 17 ausgeübt, dann gelangt der Riegel 10 in seine Sperrstellung. Die Rückführung besorgt die Feder 15, sobald die Zugwirkung entfällt.
Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist auf der Hebelachse 18 des Betätigungshebels 17 eine Nocke 19 angeordnet, auf die sich ein im Schaft 3 schwenkbar gelagerter zweiarmiger Winkelhebel 20 abstützt.
Der freie Hebel 20a steht unter der Wirkung einer Feder 22.
Oberhalb des Riegels 10 ist ein Sichtfenster 21 in der Schale 1 vorgesehen, durch welches die jeweilige Riegelstellung ersichtlich ist. Die Oberseite des Riegels 10 kann im Bereich des Abschnittes 11 grün (für das Skifahren) und im Bereich des Abschnittes 12 rot (für das Gehen) gefärbt sein.
Im fahrbereiten Zustand des Skischuhes 1, also für das Skifahren, ist die Zunge 9 an dem Riegelelement 8 abgestützt.
Gleichzeitig befindet sich der Winkelhebel 20 unter der Wirkung der Feder 22 in der Verriegelungsstellung, wobei sich der freie Hebelarm 20a auf der Schale 1 abstützt. Der Skischuh bildet eine weitgehend starre Einheit.
Wird nun der Betätigungshebel 17 für das Gehen mit dem Skischuh in Öffnungsrichtung verschwenkt, so wird der Bowdenzug 14 gelockert und der Riegel 10 bewegt sich unter der Wirkung der Feder 15 nach links in die Entriegelungslage, bei der der Riegel 10 mit seinem Abschnitt 12 der Zunge 9 gegenüberliegt und einen Bewegungsspielraum der Zehenkappe 2 freigibt. Fig.
3 zeigt den Riegel 10 gegenüber der Zunge 9 im Detail.
Durch Umlegen des Betätigungshebels 17 nach unten in die in den Fig. 1 und 2 dargestellten Position wird eine durch den Bügel 16 übertragene Zugkraft auf den Bowdenzug 14 ausgeübt, sodass der Riegel 10 gegen die Kraft der Feder 15 nach rechts in die dargestellte Position gezogen wird. Dadurch schiebt sich der Abschnitt 11 sperrend vor die Zunge 9. Wenn die Ze-
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henkappe 2 nach oben abgebogen war, dann läuft die Schräge 13 auf die Zunge 9 auf und drückt die Zehenkappe 2 in die in Fig. 1 gezeichnete Strecklage.
Die Verbindung zwischen dem Bowdenzug 14 und dem Bügel 16 des Betätigungshebels 17 erfolgt über einen Haken 22 am Ende des Bowdenzugseiles, dessen freier Schenkel 23'länger ist als sein Verschiebungsweg beim Umstellen des Betätigungshebels 17. Dadurch wird eine Freistellung zwischen Betätigungshebel 17 und Bowdenzug 14 erreicht und es ist möglich, den Betätigungshebel 17 aus der Sperrstellung in die Freigabestellung der Zehenkappenbewegung hochzuschwenken, auch dann, wenn die Feder 15 den Reibungsschluss zwischen dem Riegelabschnitt 11 und der Stirnfläche der Zunge 9 im Augenblick allenfalls nicht überwinden kann. Durch Strecken der Zehenkappe 2 hebt die Zunge 9 vom Abschnitt 11 ab, wodurch der Riegel 10 durch die Kraft der Feder 15 bei bereits umgestelltem Bestätigungshebel 17 in die Freigabestellung schnellt.
Dem Riegel 10, der innerhalb der Schale 1 geführt ist, liegt ein Fenster 21 gegenüber, das durch Farbmarkierungen am Riegel 10 dessen Stellung erkennen lässt.
In Fig. 3 ist die Verriegelungsvorrichtung, wie sie oben beschrieben ist, in ebener Lage nochmals als Detail dargestellt. Mit vollen Linien zeigt der Riegel 10 die Freigabestellung der Zehenkappe 2, bei der die Zunge 9 einen Bewegungsspielraum in Pfeilrichtung bis zum Anschlag am Abschnitt 12 aufweist. Wird er Bowdenzug 14 durch den Betätigungshebel 17 gezogen, dann wandert der Riegel 10 in Fig. 3 nach rechts und die Schräge 13 drückt die Zehenkappe 2 in die Strecklage.
Der Abschnitt 11 fixiert diese Position.
Gemäss Fig. 4, welche eine alternative Ausbildung zu Fig. 3 zeigt, trägt ein Riegel 10'im Bereich seines verriegelnden Abschnittes 11" der mit der Zunge 9 zusammenwirkenden Steuerfläche eine Nase 25, in welche der Bowdenzug 14'eingehängt ist. Eine Rückzugsfeder 15'stützt sich an der Nase 25 und einem Anschlag 26 am Schuh ab. Bei Zug in Pfeilrichtung des Bowdenzuges 14'wird die Feder 15'zusammengedrückt, die Schräge 13'zwischen den Abschnitten 11"und 12'der Steuerkurve läuft auf die Zunge 9 auf und drückt damit die Zehen-
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kappe 2 in die Strecklage gemäss Fig. 1. Schliesslich legt sich der verriegelnde Abschnitt mit der Steuerfläche 11" gegen die Zunge 9. Dadurch wird die Strecklage der Zehenkappe 2 fixiert.
Bei Umschalten des Bowdenzuges 14'kommt die Rückzugfeder 15'zur Wirkung. Sobald der Reibungsschluss zwischen Zungen 9 und Steuerfläche 11" nachlässt, also z. B. bei leichten Überstrecken der Zehenkappe 2 schnellt der Riegel 10'un- ter der Wirkung der Feder 15'in die dargestellte Position zurück, die eine Kappenbewegung zulässt.
Der Bowdenzug 14, 14'kann auch derart mit dem Riegel 10, 10'zusammenwirken, dass bei Zug durch das Seil des Bowdenzuges eine Entriegelung der Zehenkappe 2 erfolgt und bei Entlastung des Bowdenzuges 14, 14'die Feder 15, 15'dem Riegel 10, 10'in die die Strecklage der Zehenkappe 2 verriegelnde Position drückt.
Die dargestellte und hier beschriebene Ausführungsform der Verriegelungen, einerseits der Zehenkappe gegenüber der Schale und anderseits des Schaftes gegenüber der Schale, sowie die Ausführungsform des Betätigungshebels in Verbindung mit dem Bowdenzug sind für sich erfinderisch, und lösen jeweils eine Aufgabe in besonders zweckmässiger Weise. Sie können auch bei Zehenkappenkonstruktion anderer Ausführungen, also z. B. mit einem Faltenbalg zwischen Kappe und Schale oder von einander überlappenden teleskopartig verschiebbaren Flächen mit geraden Erzeugenden mit Vorteil zur Anwendung kommen.