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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schublade mit einer höhenbeweglich gelagerten Frontblen- de, die beim Ausziehen der Schublade aus einem Möbelkorpus angehoben und beim Einschieben der Schublade in den Möbelkorpus abgesenkt wird.
Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine sogenannte Sockelschublade, die im Boden- bereich eines Schrankes angeordnet ist. Die Blende der Schublade soll möglichst mit dem Boden abschliessen. Beim Öffnen der Schublade soll jedoch die Blende angehoben werden, damit sie nicht am Fussboden streift und mit der Zeit sichtbare Schleifspuren hinterlässt. Ausserdem senken sich hochbelastete Schubkästen beim Ausziehen im Frontbereich ab. Auch für diesen Fall soll das Streifen der Blende am Fussboden verhindert werden.
Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 201 20 242 U1 ist eine Schublade bekannt, die mit einer höhenbeweglichen Blende versehen ist. Die Blende wird dabei von einer Feder beaufschlagt, die beim Schliessen der Schublade jedes Mal gespannt werden muss. Dieses Spannen der Feder erfordert relativ viel Energie.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schublade der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei der die Blende energielos abgesetzt werden kann und bei der auch beim Ausziehen der Schublade das Anheben der Blende wenig Energie erfordert.
Die erfindungsgemässe Aufgabe wird durch mindestens eine wegabhängig gesteuerte Sperre, die die Frontblende bei ausgezogener Schublade in einer angehobenen Stellung hält, gelöst.
Vorteilhaft ist vorgesehen, dass die Frontblende mittels kippbarer Hebel an der Schublade angelenkt ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, dass die Schublade mit einer Einzugsvorrich- tung versehen ist, die die Schublade in die hinterste Einschubstellung zieht. Diese Einschubbewe- gung wird erfindungsgemäss von der Frontblende unterstützt, da bei der Einschubbewegung der Schublade im hinteren Bereich, wenn sich der Zapfen in der Führungsbahn befindet, eine Kompo- nente der potentiellen Energie der sich absenkenden Frontblende die Schublade in der Einschub- richtung beaufschlagt.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Schublade in der hinteren, d. h. geschlossenen Stellung mit abgesenkter Frontblende,
Fig. 2 eine Seitenansicht einer Schublade mit angehobener Frontblende am Beginn des Aus- zugsweges,
Fig. 3 eine Seitenansicht einer Schublade mit angehobener Frontblende während des weite- ren Auszugsweges,
Fig. 4 eine Seitenansicht einer Frontblende und einer Frontblendenhalterung in der Position der eingeschobenen Schublade,
Fig. 5 eine Seitenansicht der Frontblende und einer Frontblendenhalterung am Beginn der
Auszugsbewegung der Schublade,
Fig. 6 eine Seitenansicht der Frontblende und der Frontblendenhalterung bei ausgezogener
Schublade,
Fig.
7 eine Seitenansicht der Frontblende und der Frontblendenhalterung bei eingeschobe- ner Schublade, wobei eine leere oder leicht beladene Schublade gezeigt ist,
Fig. 8 eine Seitenansicht der Frontblende und der Frontblendenhalterung im ausgezogenen
Zustand, wobei eine leere oder leicht beladene Schublade gezeigt ist,
Fig. 9 eine Seitenansicht der Frontblende und der Frontblendenhalterung während des Ein- schiebens der Schublade,
Fig. 10 eine Seitenansicht der Frontblende und der Frontblendenhalterung beim Einschieben der Schublade,
Fig. 11eine Seitenansicht einer Frontblende und der Frontblendenhalterung bei eingeschobe- ner Schublade, wobei eine schwere bzw. voll beladene Schublade gezeigt ist,
Fig. 12 eine Seitenansicht der Frontblende und der Frontblendenhalterung bei einer ausgezo- genen Schublade,
Fig.
13 eine Seitenansicht einer Frontblende und einer Frontblendenhalterung während der
Ausziehbewegung,
Fig. 14 den Ausschnitt A der Fig. 13 und
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Fig. 15 eine Ausziehführungsgarnitur für die Führung der erfindungsgemässen Schublade.
Die erfindungsgemässe Schublade 1, die als Sockelschublade ausgeführt ist, ist im Möbel unmittelbar oberhalb des Fussbodens 2 angeordnet. Sie weist einen oberen längeren Bereich 3 und einen unteren kürzeren Bereich 4 auf. Der obere Bereich 3 ist mit einer starr angeordneten Blende
5 versehen.
Der untere Bereich 4 wird vorne von einer höhenbeweglich gelagerten Blende 6 abgedeckt, die im Vergleich zur oberen Blende 5 in der Einschubrichtung der Schublade 1 nach hinten versetzt angeordnet ist.
Die Schublade 1 ist mittels einer Ausziehführungsgarnitur 30 im Möbel verschiebbar gelagert.
Die Ausziehführungsgarnitur 30 umfasst an jeder Seite der Schublade 1 eine an einer Möbelsei- tenwand befestigte Tragschiene 31, eine an der Schublade 1 befestigte Ausziehschiene 33 und eine dazwischen angeordnete Mittelschiene 32. Es ist eine Einzugsvorrichtung 34 vorgesehen, die die Schublade 1 im hinteren Einzugsbereich in die voll eingezogene Stellung zieht, sowie ein Dämpfer 35, der die Einzugsbewegung der Schublade 1 dämpft. Der Dämpfer 35 ist vorzugsweise als Fluiddämpfer ausgeführt. Es kann sowohl ein Lineardämpfer, wie in der Fig. 15 gezeigt, als auch ein Rotationsdämpfer zum Einsatz kommen. Eine derartige Einzugsvorrichtung 34 mit Dämp- fer 35 ist im deutschen Gebrauchsmuster DE 202 18 067 U beschrieben.
Die untere Blende 6 ist an jeder Seite der Schublade 1 mittels einer Halteeinrichtung 20 gehal- ten. Jede Halteeinrichtung 20 weist einen kippbaren Hebel 7 auf, an dem die Frontblende 6 über einen Halteteil 8 gehalten ist. Die Halteteile 8 sind kippbar an den Hebeln 7 gelagert. Die Hebel 7 sind dabei an Achsen 9 an einer Halteplatte 18 der Halteeinrichtung 20 und somit an der Schubla- de 1 gelagert.
Die Hebel 7 sind als zweiarmige Hebel ausgeführt und bilden die Betätigungshebel für das Anheben der Frontblende 6.
Jeder Hebel 7 weist einen Zapfen 11auf, der im hinteren Einschubbereich der Schublade in einer ortsfesten Führungsbahn 12 geführt ist. Die kurvenförmige Führungsbahn 12 ist im Ausfüh- rungsbeispiel als Nut in einen plättchenförmigen Steuerteil 13 ausgeführt. Der Steuerteil 13 ist korpusseitig beispielsweise an der am Möbelkorpus befestigten Tragschiene einer Ausziehfüh- rungsgarnitur oder direkt an einer Möbelseitenwand befestigt.
Ist die Schublade geschlossen, ist die untere Frontblende 6 abgesenkt und schliesst mit dem Fussboden 2 ab (Fig. 1, 7 und 11).
Wird die Schublade 1 aus dem Möbelkorpus herausgezogen, fährt der Zapfen 11in der Füh- rungsbahn 12 schräg nach oben, der Hebel 7 wird nach oben gedrückt und gekippt, wodurch die Frontblende 6 angehoben wird.
Sowohl beim Herausziehen als auch beim Einschieben der Schublade 1 wird die Frontblende 6 berührungsfrei über dem Boden 2 getragen, d. h. dass weder die Frontblende 6 noch ein an der Frontblende 6 befestigter Teil, beispielsweise eine Rolle, den Boden 2 berührt. Dies trägt zu einer grösstmöglichen Schonung des Bodens 2 bei.
Jeder Hebel 7 ist als doppelarmiger Hebel ausgeführt mit einem Hebelarm 7', an dem die Frontblende 6 angelenkt ist, und einem Hebelarm 7". Unter dem Halteteil 8 befindet sich ein hori- zontal verschiebbarer Klotz 10, der als Sperre für den Hebel 7 und somit für die Frontblende 6 dient, wenn sich die Frontblende 6 in der angehobenen Stellung befindet. Der Klotz 10 weist eine schräge Anschlagfläche 15 für den Hebelarm 7" auf und wird von einer Feder 14 beaufschlagt. Der Klotz 10 weist weiters einen Anschlagzapfen 16 auf, der bei geschlossener Schublade an einem korpusseitigen Anschlag 17 anliegt.
Wird die Schublade 1, wie in der Fig. 5 gezeigt, geöffnet, fährt der Führungszapfen 11 des Hebels 7 in der Führungsbahn 12 nach oben und die Frontblende 6 wird angehoben. Gleichzeitig kommt es zu einer Relativbewegung zwischen dem Klotz 10 und der Tragplatte 18 der Halteein- richtung 20. Die Schublade 1 wird nach aussen bewegt und die Feder 14 zieht den Klotz zum Anschlag 17, wobei der Klotz 10 in Bezug auf den Möbelkorpus stationär ist, sich jedoch relativ zur Tragplatte 18 und zum Hebel 7 bewegt, wobei er unter dem Hebelarm 7" zu liegen kommt.
Wird die Schublade 1 soweit aus dem Möbelkorpus herausgezogen, dass der Zapfen 11die Führungsbahn 12 verlässt, stützt sich der Hebelarm 7" mit seiner Spitze an der Anschlagfläche 15 des Klotzes 10 ab und verhindert dadurch, dass die Blende 6 durch ihr Eigengewicht nach unten gedrückt wird. Damit der Klotz 10 bei ausgezogener Schublade 1 nicht unbeabsichtigt relativ zum
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Hebelarm 7" verschoben wird, ist dieser an seiner Spitze mit einer Riffelung 19 versehen.
Zur Stabilisierung der Halteeinrichtung ist der Zapfen 11in einer Führungsbahn 21 geführt und der Halteteil 8 weist einen Zapfen 22 auf, der in einer Führungsbahn 23 geführt ist. Die Führungs- bahnen 21,23 werden von bogenförmigen Schlitzen in der Halteplatte 18 gebildet.
Wird die Schublade 1 in den Möbelkorpus eingeschoben, greift der Zapfen 11 wieder in die Führungsbahn 12 ein. Gleichzeitig schlägt der Zapfen 16 des Klotzes 10 am korpusseitigen An- schlag 17 an, d. h. der Klotz 10 wird gehalten und der Hebelarm 7" wird vom Klotz 10 wegbewegt, in den Fig. 4 bis 6 nach rechts. Dadurch kann der Hebel 7 im Gegenuhrzeigersinn gekippt werden und die Frontblende 6 wird abgesenkt.
Die Fig. 7 zeigt eine leichte oder leere Schublade 1 in der eingeschobenen Stellung und die Fig. 8 zeigt dieselbe Schublade 1 in der ausgezogenen Stellung. Die Fig. 9 zeigt eine schwere oder voll beladene Schublade 1 in der eingeschobenen Stellung und die Fig. 10 zeigt die schwere Schublade 1 in der ausgezogenen Stellung. Wie insbesondere aus dem Vergleich der Fig. 8 und 10 ersichtlich, wird die Frontblende 6 bei einer schwereren Schublade 1 relativ zur Schublade 1 höher nach oben bewegt. Dies ist dadurch bedingt, dass die Höhenbewegung der Frontblende 6 von der Führungsbahn 12 bestimmt wird, die korpusseitig angeordnet ist und deren Position unab- hängig davon ist, ob die Schublade 1 durch das Gewicht der Ladung weiter abgesetzt wird oder nicht.
Die Fig. 11 und 12 zeigen die Situation der Frontblende 6 und der Blendenbefestigung, wenn eine Schublade 1 in den Möbelkorpus eingeschoben wird und der Zapfen 11des Hebels 7 in die Führungsbahn 12 eintritt. In Fig. 11 ist die Situation gezeigt, wenn die Schublade 1 leer oder nur leicht beladen aus dem Möbelkorpus ausgezogen wurde und schwer beladen geschlossen wird.
Die Frontblende 6 ist relativ zur Halteeinrichtung 20 nur geringfügig angehoben, der Zapfen 11 stösst an der vorderen Kante der unteren Wand 24 der Führungsnut 12 an und wird entlang dieser Wand 24 in die Führungsnut 12 hineingeführt. Der Hebelarm 7" wird nach rechts bewegt und verlässt den Klotz 10, nachdem dieser mit seinem Zapfen 16 am Anschlag 17 anliegt. Der Hebel 7 wird im Gegenuhrzeigersinn gekippt und die Frontblende 6 wird abgesenkt.
Die Fig. 12 zeigt das Beispiel einer Schublade 1, die voll bzw. schwer beladen aus dem Möbel- korpus herausgezogen wurde und nun, nachdem der Inhalt der Schublade 1 entnommen wurde, wieder in den Möbelkorpus eingeschoben wird. Diesmal schlägt der Zapfen 11 an der oberen Wand 25 der Führungsbahn 12 an und wird entlang dieser oberen Wand 25 bis zum rückwärtigen Ende der Führungsbahn 12 geführt. Der Anschlagzapfen 16 des Klotzes 10 schlägt wiederum am korpusseitigen Anschlag 17 an, die Tragplatte 18 wird relativ zum Klotz nach rechts bewegt und der Hebelarm 7" verlässt die Anschlagfläche 15 auf dem Klotz 10. Der Hebel 7 wird wiederum im Uhrzeigersinn gekippt und die Frontblende 6 wird abgesenkt.
Von Bedeutung ist, dass die Frontblende 6 frei von einer vertikalen Federbeaufschlagung ist, da eine Feder entweder beim Öffnen oder Schliessen der Schublade 1 gespannt werden muss.
Die erfindungsgemässe Schublade 1 wird im hinteren Verfahrbereich von der Einzugsvorrich- tung 34 in die hinterste Einzugsstellung gezogen. Die Bewegung der Schublade 1 wird dabei von einem Dämpfer 35 gedämpft. Die Frontblende 6 nimmt der Einzugsvorrichtung 34 keine Energie sondern unterstützt die Einschubbewegung der Schublade 1, da die Schwerkraft der Frontblende 6 die Schublade 1 in der Einschubrichtung beaufschlagt. Über die Schrägflächen 24,25 der Füh- rungsbahn 12 wird bei der Absenkbewegung der Frontblende 6 eine horizontale Kraftkomponente erzeugt.
Die Frontblende 6 wird während der Auszugs- und Einschubbewegung der Schublade 1 berüh- rungsfrei über dem Boden getragen.
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