AT7925U1 - Fokussierdüse - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden, die aus einem von einer Bohrung durchsetzten Düsenkörper aus Hartmetall besteht, der zumindest an der Bohrungswandung mit einer ein- oder mehrlagigen Hartstoffbeschichtung versehen ist.
Description
2 AT 007 925 U1
Die Erfindung betrifft eine Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden bestehend aus einem Düsenkörper aus Hartmetall der von einer Bohrung zur Fokussierung des Schneidstrahles durchsetzt ist und wobei zumindest die Bohrungswandung mit einer ein- oder mehrlagigen Hartstoffbeschichtung versehen ist. 5
Derartige Fokussierdüsen sind Bestandteil von Schneidköpfen zum Abrasivwasserstrahlschneiden in denen der Schneidwasserstrahl und die zum Schneiden verwendeten Abrasivmittel wie Korund oder Sand in einer Mischkammer gemischt werden um die Schneidwirkung des Schneidwasserstrahls zu vergrößern. Die Fokussierdüsen dienen zur Beschleunigung und io Zentrierung des Wasserstrahls und des gleichzeitig zugeführten Abrasivmittels. Zur besseren Einmischung des Abrasivmittels in den Wasserstrahl sind die Fokussierdüsen an der Einlassseite in der Regel trichterförmig erweitert, die daran anschließende, die Fokussierdüse durchsetzende Bohrung weist einen Durchmesser im Bereich von etwa 0,2 - 1,5 mm auf. Trotz der Umhüllung des Abrasivmittels mit dem Wasserstrahl sind die Fokussierdüsen einem sehr star-15 ken Verschleiß unterworfen. Bei zu starkem Verschleiß der Bohrungswandung ist die Zentrierwirkung nicht mehr ausreichend und die Düse muss gewechselt werden. Da jeder Düsenwechsel mit einer längeren und damit teuren Unterbrechung des Arbeitsablaufes verbunden ist wurden in der Vergangenheit erhebliche Anstrengungen unternommen die Standzeit derartiger Fokussierdüsen möglichst weitgehend zu vergrößern. 20
So wurden für derartige Fokussierdüsen vielfach hochverschleißfeste Hartmetalllegierungen auf Wolframcarbidbasis mit sehr geringen Bindemetallanteilen oder auch keramische Werkstoffe eingesetzt. Aber auch bei Verwendung dieser hochwertigen Werkstoffe waren die erreichbaren Standzeiten nicht ausreichend zufrieden stellend. 25
Zur weiteren Steigerung der Standzeit hat man daher versucht die Innenwandung der durchbohrten Zentrierdüse durch Hartstoffschichten vor übermäßigem Verschleiß zu schützen. Das Problem dabei ist, dass es schwierig ist die Innenwandungen dieser verhältnismäßig langen Bohrungen mit kleinem Durchmesser gleichmäßig mit einer schützenden Hartstoffschicht zu 30 versehen.
So beschreibt beispielsweise die WO 98/15386 eine Fokussierdüse die auf der Innenwandung mit einer verschleißfesten diamantartigen Schicht aus amorphem Kohlenstoff (DLC) versehen ist. Das Aufbringen der Schicht erfolgt mittels eines Laser-ARC-Beschichtungsverfahrens wobei 35 im Vakuum ein hochaktiviertes Plasma mittels einer gepulsten, Lichtbogenentladung zwischen einer Quelle aus dem Beschichtungsmaterial und der zu beschichtenden Düse hergestellt werden muss. Die zu beschichtende Oberfläche muss dazu frei zugänglich sein, so dass man die Fokussierdüse zur Beschichtung der Bohrungswandung in mehrere Segmente unterteilen und diese Segmente nach erfolgter Beschichtung wieder dicht zusammensetzen muss was mit 40 erheblichem Aufwand verbunden ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher die Innenwandung einer Fokussierdüse aus Hartmetall mit einer Beschichtung zu versehen die ausreichend verschleißfest ist und gleichzeitig leicht ohne aufwendige Segmentierung der Düse aufgebracht werden kann. 45
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Hartstoffbeschichtung zumindest an der freien Oberfläche eine Schicht mit Titannitridanteil aufweist. Dass durch die Verwendung einer derartigen Beschichtung als Hartstoffschicht eine wesentliche Verbesserung der Verschleißbeständigkeit bei Fokussierdüsen erreicht wird war nicht zu erwarten, da die Härten der an der so Oberfläche liegenden Schicht mit Titannitridanteil kaum höher sind als die Härte des verwendeten Hartmetallgrundmaterials und deutlich geringer sind als die Härte einer diamantartigen Schicht (DLC) die bereits zur Beschichtung derartiger Fokussierdüsen entsprechend dem eingangs beschriebenen Stand der Technik eingesetzt wird. Die erfindungsgemäße Beschichtung kann ein- oder mehrlagig auch unter Aufbringung anderer Hartstoffschichten hergestellt werden, 55 wichtig ist nur, dass die an der Oberfläche liegende Schicht einen Titannitridanteil aufweist. 3 AT 007 925 U1
Neben reinem Titannitrid für diese Oberflächenschicht sind beispielsweise auch Titankarbonitrid oder Titanoxikarbonitrid denkbar.
Mit der erfindungsgemäßen Beschichtung wird zwar die Härte bekannter DLC-Schichten nicht ganz erreicht, dafür ist die Aufbringung der erfindungsgemäßen Beschichtung problemlos durch CVD-Verfahren möglich. Bei diesem Beschichtungsverfahren können die Reaktionsgase gezielt durch die Bohrung der Fokussierdüse geleitet werden, so dass die aufwendige mehrfache Segmentierung des Düsenkörpers entsprechend dem Stand der Technik vermieden werden kann. Die Standzeiterhöhung von Fokussierdüsen mit der erfindungsgemäßen Beschichtung gegenüber Fokussierdüsen aus unbeschichtetem Hartmetall ist überragend und reicht bis zu einer Verdoppelung der Standzeit.
Der wegen der geringen Härteunterschiede zwischen Grundmaterial und Beschichtung überraschende standzeiterhöhende Effekt ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass es bei Fokussierdüsen aus unbeschichtetem Hartmetall durch die nassen Betriebsbedingungen verstärkt durch z.T. vorliegende niedrige pH-Werte, zu einer Oberflächenkorrosion kommt, welche eine Auslösung des Bindemetalls aus der Hartmetalllegierung bewirkt. Das verbleibende oberflächliche Hartstoffskelett weist gegenüber einer vollständig mit Bindemetall gebundenen Hartmetalllegierung eine deutlich geringere Abrasionsbeständigkeit auf. Durch die erfindungsgemäße Beschichtung wird eine Oberflächenkorrosion und damit eine Bindemittelauslösung weitgehend verhindert.
Selbst wenn mit Strahlmitteln gearbeitet wird, bei denen es auf Grund eines hohen pH-Wertes zu keiner wesentlichen Bindemetallauslösung kommt kann durch die erfindungsgemäße Beschichtung eine deutliche Verbesserung der Standzeit festgestellt werden, was auf den zusätzlichen Glättungseffekt der Beschichtung vor allem im Bereich unmittelbar hinter dem Eintrittskonus der Fokussierdüse zurückzuführen ist. Durch die glattere Oberfläche in diesem Bereich beruhigt sich die inkohärente Strahlzone deutlich schneller, wodurch der Verschleiß stark verringert wird.
Als besonders günstig hat es sich erwiesen die Hartstoffbeschichtung als eine einlagige Titannitrid- oder Titankarbonitridschicht auszuführen.
Die zweckmäßigsten Schichtstärken für die Hartstoffbeschichtung liegen im Bereich von 1-15 pm.
Die Aufbringung von Schichten mit Titannitridanteil lässt sich besonders gut über CVD (Chemical vapour deposition) Verfahren realisieren. Diese Verfahren bieten den großen Vorteil, dass die Reaktionsgase leicht geführt werden können, so dass sich die damit hergestellten Hartstoffschichten auch an schwer zugänglichen Stellen abscheiden lassen und daher auch die Innenwandungen der engen Bohrungen der Fokussierdüsen problemlos beschichtet werden können.
Als Grundmaterial für die Fokussierdüse hat sich ein Hartmetall mit bis zu 1,5 Gew % Kobalt als Bindemetall, bis zu 3 Gew % Mischkarbiden, und Wolframkarbid mit einer Korngröße von weniger als 0,4 pm als Rest, bewährt.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1
Aus einer Hartmetalllegierung mit 1 Gew % Kobalt als Bindemetall und Wolframkarbid mit 0,2 pm mittlerer Korngröße als Rest, wurden Fokussierdüsen mit 76 mm Länge, 9 mm Außendurchmesser und 0,7 mm Bohrungsdurchmesser durch Strangpressen und Sintern hergestellt. Die Fokussierdüsen wiesen eine Härte von 2550 HV10 auf. Anschließend wurde ein Teil der Fokussierdüsen an der Oberfläche einschließlich der Bohrungswandung mit einem Mitteltempe-
Claims (5)
- 4 AT 007 925 U1 ratur CVD-Verfahren mit einer 6,5 μηι starken TiN - Schicht beschichtet. Die Schichthärte betrug etwa 2450 HV0i. Die Fokussierdüsen wiesen eine goldgelbe Färbung auf. In einem Vergleichstest wurde ein Teil der erfindungsgemäß beschichteten Fokussierdüsen mit unbeschichteten Referenzdüsen unter praxisnahen Bedingungen zum Wasserstrahlschneiden eingesetzt. 5 Der Wasserdruck betrug 2250 bar, bei einem pH-Wert des Wassers von 6,1. Als Abrasivmittel wurde Sand mit einer mittleren Korngröße von 260 pm und einer Zufuhrmenge von 9 g/s verwendet. Als Ergebnis wurden Standzeiterhöhungen der beschichteten Fokussierdüsen gegenüber den unbeschichteten Fokussierdüsen im Bereich von Faktor 1,8 bis 2,1 festgestellt. io Beispiel 2 Fokussierdüsen wurden entsprechend Beispiel 1 hergestellt. Ein Teil dieser Fokussierdüsen wurde an der Oberfläche einschließlich der Bohrungswandung mit einem Mitteltemperatur CVD-Verfahren mit einer zweilagigen Hartstoffbeschichtung aus einer 8 pm starken TiCN-Schicht 15 und einer 4 pm starken TiN-Schicht versehen, wobei die oberste Lage der Beschichtung die TiN-Schicht war. Die Härte der Beschichtung lag bei ca. 2450 HV0i. Im Vergleichstest der erfindungsgemäß beschichteten Fokussierdüsen und der unbeschichteten Referenzdüsen beim Wasserstrahlschneiden betrug der Wasserdruck 2250 bar, der pH-Wert 20 des Wassers lag bei 7,3. Als Abrasivmittel wurde wiederum Sand mit einer Körnung von 260 pm und einer Zufuhrmenge von 9 g/s eingesetzt. Als Ergebnis wurden Standzeiterhöhungen der erfindungsgemäß beschichteten Fokussierdüsen gegenüber den unbeschichteten Referenzdüsen im Bereich von Faktor 1,3 bis 1,6 festgestellt. 25 Ansprüche: 1. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden bestehend aus einem Düsenkörper aus Hartmetall, der von einer Bohrung zur Fokussierung des Schneidstrahles durchsetzt ist 30 und wobei zumindest die Bohrungswandung mit einer ein- oder mehrlagigen Hartstoffbeschichtung versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Hartstoffbeschichtung zumindest an der freien Oberfläche eine Schicht mit Titannitridanteil aufweist. 35
- 2. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hartstoffbeschichtung als einlagige Titannitrid- oder Titankarbonitrid-schicht ausgeführt ist.
- 3. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtstärke der Hartstoffbeschichtung im Bereich von 1 bis 15 pm liegt.
- 4. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach einem der Ansprüche 1 bis 3, 45 dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht mittels CVD-Verfahren aufgebracht wird.
- 5. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Hartmetall für den Grundkörper aus bis zu 1,5 Gew % Kobalt als Bindemetall, bis zu 3 Gew % Mischkarbiden, und Wolframkarbid mit einer Korn- 50 große von weniger als 0,4 pm als Rest, besteht. Keine Zeichnung 55
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