<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Lochen von Muttern oder ähnlichen Arbeitsstücken in kaltem Zustande.
EMI1.1
bisher nicht möglich gewesen, Muttern von der gleichen Höhe wie der Bolzendurchmesser einwandfrei zu lochen. Die Lochwandungen werden beim Lochen rissig, so dass das darin eingeschnittene Gewinde ausgebrochen Stellen aufweist. Um diesen Übelstand zu vermeiden, hat man bisher zwei Wege eingeschlagen, entweder wurden die Muttern niedriger angefertigt als der Bolzendurchmesser beträgt (z. B. sind die gebräuchlichen, zu einem Bolzendurchmesser von 10-we gehörigen Sechskantmuttern nur etwa 9 MM hoch), oder es wurden die Löcher auf die erforderliche Weite nach dem Lochen ausgebohrt. Ferner zeigte e, sich, dass die Lochstempel schon nach verhältnismässig kurzer Arbeitszeit biachen.
Hierbei spielt der Umstand mit. dass die vorderen Schneidkanten des Stempels heim Durchdringen des zu lochenden Materials in fortwährender und starker Reibung mit den Wandungen des Loches stehen. Es schweissen sich ganz besonders bei Verarbeitung von Flusseisen schon nach kurzer Zeit Materialteilchen fest um den vorderen Rand des Stempels, welche, sich immer vermehrend, den Stempel beim Rückzug aus dem Material bald zum Brechen bringen.
Um die vorderen Schneidkanten des Stempels zu schonen, ist man bei einem bekannten Verfahren dazu übergegangen, den Stempel stufenartig derart zu gestalten, dass der zuerst in das Material eindringende Teil dünner ist als der nachfolgende und somit noch eine zweite Schneidkante vorhanden ist. Durch diese Bauart wird der ganze Stempel ver-
EMI1.2
leisten. Aber es ist noch ein Übelstand mit einem derartigen Stempel verbunden, es ist kein Platz für das durch die zweite Schneidkante herauszustossende Material vorhanden,
EMI1.3
Wenn bei anderen bekannten Verfahren zwei Stempel Verwendung fanden, so sollte der erste keineswegs die Wirkung haben, den Lochbutzen teilweise herauszudrücken, sondern er sollte das Material nach aussenhin verdrängen.
Das unter diesem Stempel noch verbleibende Material wird hierbei aber derartig komprimiert, dass der zweite Stempel wohl den gleichen Widerstand vorfindet, als wenn er das ursprüngliche Material in voller Stärke durchdringen müsste.
Das neue Verfahren ermöglicht es nun, Muttern von vorschriftsmässiger Höhe herzustellen, indem nacheinander zwei gesonderte Stempel Verwendung finden. Der erste Stempel entspricht ungefähr dem Matrizendurchmesser und dringt nur zum Teil in das Material ein, wobei er naturgemäss auch den Butzen nur zum Teil herausdrückt. Der zweite Stempel, welcher im Durchmesser etwas schwächer ist, stösst den Butzen vollständig heraus.
Statt zweier Stempel können auch mehrere Stempel Verwendung finden, welche absatzweise lochen, hierbei nehmen die zunächst ganz kurzen Stempel an Länge zu. Bei dem Lochen selbst findet die Hauptarbeit, d. h. das Lostrennen des Lochbutzens von dem ihn umgebenden Material, durch kurzgedrungene Stempel statt. Für die weitere Arbeit, bei der ein nicht so widerstandsfähiges Werkzeug erforderlich ist, kommen Lochstempel zur Ver-
EMI1.4
gehenden Stempels überragt. Diese Werkzeuge dienen dann lediglich dazu, den Lochhutzen weiter zu lockern bzw. ihm ganz aus dem Arbeitsstück zu entfernen.
Bei relativ hartem kurzbrüchigem Material ist es ferner in fortlaufender Erzeugung nicht durchführbar, den Lochbutzen als einheitlich Ganzes aus dem Material auszustossen, da er, kurz nachdem der Lochstempel in das zu lochende Material eingedrungen ist, in zwei scharf voneinander zu unterscheidende Teile, nämlich in den Butzenkern und die Butzenhülle, zerfällt. Es findet also bei dem unter Druck gesetzten Material, auch wenn der Stempel grösser ist als die lichte Weite der Lochmatrize, keine Verschiebung der Materialteilchen des auszustossenden Lochbutzens gegenüber den Teilchen des diese Teile umgebenden Materials in axialer Richtung zur Lochmatrize statt.
Die Verschiebung der Materialteilchen vollzieht sph vielmehr, den auftretenden Spannungen entsprechend, in Form
EMI1.5
durch einen Vorlochstempel zum Teil ausgestossLn werden und darauf durch einen weiteren, der herzustellenden Lochweite entsprechenden Endstempel das Loch auf den gewünschten Durchmeser gebracht werden. Es steht also nach dieser Arbeitsweise der in seinem Durchmesser der herzustellenden Lochweite bzw. der Lochmatrizenöffnung ungefähr entsprechende Stempel nicht an erster Stelle. sondern an zweiter oder je nach Anzahl der zur Anwendung kommenden Stempel an dritter oder vierter Stelle.
<Desc/Clms Page number 2>
Wie Fig. I der Zeichnung erkennen lässt, ist der die Vorlochung bewirkende Stempel 1 kurz gedrungen gehalten und mit einem leichten Konus 2 versehen. Diese Form gibt dem Vorlochstempel eine ausserordentliche Widerstandsfähigkeit beim Eindringen in das Material 3, während der Konus 2 im vorderen Teil des Stempels heim Rückgang eine Reibung an der Lochwandung ausschaltet. Hierbei ist ein Anschweissen von Metallteilchen, auch schon mit Rücksicht auf den relativ sehr kurzen Arbeitsweg des Stempels 1 ausgeschlossen. Nach dem Vorlochen wird das Arbeitsstück 3 mit einem weiteren Stempel 4 bearbeitet ; derselbe ist etwas schwächer gehalten als der vordere Teil des Vorlochstempels und nicht mehr konisch, sondern zylindrisch.
Er hat den Zweck, den noch ziemlich fest sitzenden Lochbutzen 5 noch um etwa ein Fünftel der Materialhöhe weiter durchzustossen. Ein dritter Stempel 6 sorgt dafür, den Lochbutzen 5 vollends aus dem Material 3 herauszustossen. Dieser Stempel 6 ist erheblich schwächer als der vorhergehende Stempel. Das Durchstossen des Lochbutzens 5 bis in die Lochmatrize hinein kann, je nach Beschaffenheit des zu verarbeitenden Materials, natürlich auch schon durch den zweiten Lochstempel 4 erfolgen.
Bei besonders starkem oder hartem Material kann die Lochung weiter abgestuft werden, indem mehrere an Durchmesser abnehmende Stempel hintereinander geschaltet sind.
Es kommt also, wie gesagt, nicht auf die Anzahl der Stempel an, vielmehr muss Wert darauf gelegt werden, dass der erste Stempel kurz ged, ungen ist, während die den Arbeitsgang weiter ausführenden Werkzeuge ihrer geringen Arbeitsleistung entsprechend an Stärke abnehmen. Erwähnt sei noch, dass sich besonders saubere Lochwandungen herstellen lassen, wenn der Durchmesser des ersten Stempels gleich oder auch um ein Geringes stärker als die Öffnung in der Lochmatrize gehalten wird. Wie bereits gesagt, findet die Lockerung des Butzens durch den ersten Stempel statt, die völlige Lostrennung durch den zweiten bzw. durch weitere Stempel.
Die Ausführung des neuen Verfahrens an relativ hartem, kurzbrüchigem Material soll
EMI2.1
eines abgestumpften Kegels wieder, während Fig. 3 die Butzenhülle, also den äusseren Teil des Butzens zeigt, dessen Innenfläche sich nach unten der Kegelform des Butzenkerns entsprechend verjüngt. Fig. 4 lässt die Lagerung des Butzens sowie der Hülle im Material erkennen. Fig. 5 veranschaulicht die Wirkung des Vs-lochstempel und Fig. 6 das Durchstossen des kegelförmigen Kerns durch den Zwischenstempel. Während Fig. 7 das Ausstossen der Butzenhülle durch den Endstempel veranschaulicht, lässt Fig. 8 das Aufweiten des Loches durch den konischen Stempel erkennen. Bei dem Verfahren finden Stempel Verwendung, wie sie die Fig. 5 bis 7 erkennen lassen.
Hierbei ist der in Fig. 5 dargestellte Vorlochstempel 7 kurz gedrungen gehalten und daher von einer relativ hohen Widerstandsfähigkeit. Sein vorderer Durchmesser 8 entspricht ungefähr der Oberfläche des sich beim Eindringen in das zu verarbeitende Material 9 bildenden abgestumpften Butzenkegels 10.
Sein Zweck ist, den Kegel 10 von dem ihn umgebenden Material freizumachen. Hierzu genügt ein Weg von etwa ein Drittel der Materialstärke. Der so gelockerte kegelförmige Teil des Lochbutzens 10 (Fig. 2) wird hierauf durch einen Zwischenstempel 11 vollends durch das Material 9 hindurchgestossen (Fig. 6). Durch einen Endstempel 12 wird die Hülse 13 (Fig. 3) aus dem Material 9 entfernt (Fig. 7). Dieser Stempel 12 entspricht der
EMI2.2
gestossen und darauf durch das beim Eindringen des Endstempels 12 dem Kegel 10 nachdrängende Material mit ausgestossen. Wird kein grosser Wert auf Gleichmässigkeit der Loch-
EMI2.3
Teil aufgeweitet werden, wie dies Fig. 8 vor Augen führt. In diesem Fall ist der Zwischenstempel entsprechend konisch zu gestalten. Hierbei wird das Material nicht, wie es Fig. 3 zeigt, entfernt sondern radial verdrängt.
Bei Werktücken, deren Höhe geringer als der Lochdurchmesser ist, kann das vorerwähnte Aufweiten des Loches auch gleich durch den Vorlochstempel erfolgen, der den kegelförmigen Lochbutzen 10 ausstösst. In diesem Falle ist nur ein Stempel erforderlich, der, absatzweise arbeitend, zuerst locht und dann das Loch aufweitet. In diesem Falle ist der Stempel natürlich auch entsprechend konisch zu gestalten.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.