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Pflug.
Bei Pflügen jeglicher Art zerlegen sich die Widerstände während der Arbeit in solche, die in der Richtung der Zugkraft wirken, und in solche quer dazu. Dies wird veranlasst durch die Schrägstellung der Schneidkanten der Pflugscharen und der das Erdreich seitwärts transportierenden Streichbleche. Je nach den Bodenverhältnissen und Arbeitstiefen ändern sich diese Längs-und Querkräfte sowohl in ihrer absoluten Grösse als auch in ihrem Verhältnis zueinander.
Die Erkenntnis dieses Umstandes hat z. B. bei Gespannpflügen dazu geführt, die Verbindung zwischen Vorderkarren und Pflug mittels einstellbarer Ketten o. dgl. zu bewirken, um auf diese Weise durch Verlegung des Angriffspunktes der Zugkraft das Verhältnis der Seitenkräfte zu den Längskräften richtig zu bemessen und ein einwandfreies Arbeiten zu ermöglichen. An Stelle der Ketten treten bei anderen Ausführungen Querbalken mit Löchern zur Verstellung des Vorderkarrens gegenüber dem Grindel mit dem Pflugkörper.
Bei Motorpflügen hat man bei Anwendung von mit dem Motorgestell starr verbundenen Pflugkörper durch unsymmetrische Anordnung der Schare gegenüber dem Angriffspunkt der Zugkräfte versucht, das Gleichgewicht zwischen Seitendrücken und Längsdrücken herzustellen (siehe z. B. die deutsche Patentschrift Nr. 260419), um so bei Tragpflügen das Steuerrad von den Seitendrücken zu entlasten und das Lenken zu erleichtern. Wie eingangs erwähnt, lässt aber eine dauernde Einstellung den angestrebten Zweck nur bei einem ganz bestimmten, vollkommen gleichmässigen Boden erreichen.
Die Erfindung bezweckt, die Lage der Pflugschare gegenüber dem Angriffspunkt der Zugkräfte je nach der Bodenart und der Arbeitstiefe ändern zu können. Dies wird dadurch erreicht, dass der die Pflugschare tragende Rahmen mit dem Fahrgestell des Pfluges derart verbunden wird, dass er sich bis zum Ausgleich der Drehmomente der Längskräfte mit den Momenten der Querkräfte in der Querrichtung selbsttätig einstellen kann. Dabei kann eine der Längsstangen des Pflugrahmens in an sich bekannter Weise verlängerbar und verkürzbar eingerichtet sein.
In der Zeichnung ist in den Fig. i bis 3 eine Ausführungsform der Vorrichtung in verschiedenen Arbeitsstellungen und in Fig. 4 eine andere Ausführungsform dargestellt.
Fig. 5 zeigt den verlänger-und verkürzbaren Pflugrahmen und Fig. 6 dient zur Erläuterung der Vorteile des sich selbsttätig einstellenden Rahmens.
Die Vorrichtung besteht aus einem Wagebalken A, der auf einer Seite gewölbt ist und sich auf einem geraden Widerlager B des Fahrgestelles abwälzen kann. Zur Ver- hinderung seitlicher-Verschiebung des Wagebalkens A ist das Widerlager B mit Ansätzen b versehen, die der gewählten Wölbungskurve des Balkens A entsprechend gekrümmt sind.
Mit dem Wagebalken A ist der die Pflugkörper P tragende Rahmen C verbunden. Aus den Fig. i bis 3 ist ersichtlich, dass sich der Rahmen C infolge des gekrümmten Wage- balkens A seitlich so verstellen kann, bis das Gleichgewicht zwischen den Momenten, bestehend aus der Summe bzw. Differenz der Längskräfte IF, .... mal ihren Abständen al, a2.... (Fig. i) bzw. bi, b2.... (Fig. 2) bzw. Cl'C2.... (Fig. 3) von der Angriffslinie der Zugkraft und den Momenten, bestehend aus den Seitenkräften 51, 52.... mal ihren Abständen ei, e2.... (Fig. i) bzw. Xl'X2....
(Fig. 2) bzw. Yi, ya....
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dem Widerlager B, hergestellt ist. Die gleiche Wirkung der Selbsteinstellung des Rahmens C wird auch erzielt, wenn der Balken A gerade und das Widerlager B (siehe Fig. 4) gekrümmt ist.
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unsymmetrisch zu gestalten, d. h. den höchst liegenden Wälzpunkt gegen die erste (vorderste)
Pflugschar zu verlegen, um bei der selbsttätigen Verstellung den seitlichen Ausschlag der ersten Pflugschar möglichst zu verringern und hierdurch die Gefahr des Stehenbleibens eines ungepflückten Landstreifens zu beseitigen oder wenigstens sehr zu verringern.
Wie
Fig, 5 zeigt, kann eine der Längsstangen des Pflugrahmens C bei d verlänger-und ver- kürzbar eingerichtet sein, so dass der Rahmen samt den daran angebrachten Scharen von vornherein, je nach der Bodenart in der Querrichtung verstellt werden kann, um die Dreh- momente von vornherein wenigstens annähernd auszugleichen, wonach die zuselbsttätige Ein- stellung zum genauen Ausgleich blos eine geringere Verstellung des Scharrahmens zu bewirken hat.
Im Gegensatz zu Fig. 3 lässt Fig. 6 erkennen, wie ausserordentlich stark der seitliche
Ausschlag des Rahmens C bei der bekannten unveränderlichen Angriffstelle der Zugkraft im Punkte D werden muss, bis die Längs-und Quermomente zwecks gegenseitigen Aus- gleichs die gleiche Grösse erreichen. Aus diesem grossen Ausschlag resultieren zwischen den . einzelnen Pflugscharen etwa doppelt so breite, unbearbeitete Landstreifen u (Kämme) gegen- über der verhältnismässig geringen Breite ?'in Fig. 3, so dass auch hierin eine wesentlich verbesserte Wirkung vorstehend beschriebener Vorrichtung gegenüber den bekannten Ein- richtungen zu erblicken ist.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Pflüge mit einseitig aufwerfenden Pflugscharen und in der Querrichtung des Fahr- gestelles sich selbsttätig einstellenden Pflugscharrahmen, dadurch gekennzeichnet, dass der die Pflugscharen tragende Rahmen (C) mit dem Fahrgestell (B) des Pfluges unter Ver- mittlung eines Abwälzbalkens (A) verbunden ist, so dass ein selbsttätiger Ausgleich der
Drehmomente der auf die Schare wirkenden Längskräfte mit den Momenten der Querkräfte bei geringem seitlichen Ausschlag der Schare erfolgt.