AT83876B - Verfahren zur Herstellung von Sulfitsprit. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sulfitsprit.

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  Verfahren zur Herstellung von Sulfitsprit. 



   Bekanntlich enthalten die bei der Sulfitzellstoffabrikation entstehenden Abfallaugen (Sulfitlaugen) geringe Mengen, etwa   2%,   vergärbaren Zucker. Letzeren in Alkohol überzuführen, ist schon verschiedentlich versucht worden ; wenngleich die Ausbeute verhältnismässig recht gering ist, hat man doch schon technische Betriebe für die   Gewinnung von Sulfitsprit   eingerichter. 



  Hierbei wird zunächst die Lauge neutralisiert und gelüftet, abgekühlt, nach Zusatz geeigneter Nährstoffe mit Hefe vergoren und dann abdestilliert. 



   Man hat auch bereits versucht vgl. Dr. Erik Hägglund : Die Sulfitablauge und ihre Verarbeitung auf Alkohol, Braunschweig,   (1915,   Seite 25 ff.), die in Rüben-und Melassebrennereien gebräuchlichen Methoden der sogenannten kontinuierlichen Gräung zur Vergärung von Sulfitablauge zu benutzen. Ein solches Verfahren ist z. B. das von Guillaume, Egrot und Grange   für   die Rübenbrennerei vorgeschlagene. Es besteht darin, dass man die frische Maische in einem Bottich mit etwas Hefe anstellt und die gärende Flüssigkeit dann in den eigentlichen   Gärbottich   zur Vollendung der Gärung überführt. Der Zulauf der Frischmaische in den Anstellbottich und der Übertritt der angegorenen Maische in den Hauptgärbottich erfolgen dabei kontinuierlich. 



  Würde man dieses Verfahren auf die Vergärung von Sulfitablauge anwenden, so würde man eine ungenügende Alkoholausbeute erzielen, da durch das fortgesetzte Einströmen frischer Lauge in den Anstellbottich die Hefeentwicklung fortgesetzt empfindlich gestört würde, auch würde man nicht verhindern können, dass ständig frische Lauge sofort, also ohne erst einer Vorgärung unterworfen zu werden, mit in den Hauptgärbottich übertreten würde, was aber einen ausserordentlich ungünstigen Einfluss auf die Tätigkeit der Hefe ausüben müsste.

   In Rübenbrennereien ist bei dem grossen Zuckergehalt der Rübenmaische und bei der infolgedessen schnell verlaufenden Gärung diese Art der Gärungsführung wohl möglich, bei der Vergärung von Sulfitablauge gestattet aber der verhältnismässig geringe Zuckergehalt der letzteren und der langsame Verlauf der Gärung eine solche Art der Gärungsführung nicht. 



   Das vorliegende Verfahren, welches eine Erhöhung der Ausbeute an Alkohol um etwa 10% gegenüber den bislang in der Technik ausgeübten Verfahren bringt, unterscheidet sich'von jenen hauptsächlich durch die Art der Gärungsführung. Es   wird'folgendermassen   ausgeführt :
Zunächst wird der Sulfitlauge so viel gelöschter Kalk zugesetzt, dass nur die freie und leicht gebundene schweflige Säure neutralisiert und als Kalziumsulfit gefällt wird. Hierauf wird so viel Kalziumkarbonat in Form von Kalksteinmehl, Kreide o. dgl. zugefügt, dass die Lauge die geeignete Azidität erhält. Die Neutralisierungsstoffe werden ohne Lüftung durch Rührwerk o. dgl. mit der Lauge innig vermischt.

   Nachdem dann die so behandelte Lauge über ein Gradierwerk 
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 wird sie der Gärung unterworfen, und zwar gemäss dem Verfahren der Erfindung in zwei Stufen, einer Vor und einer Nachgärung in verschiedenen Behältern. Zuerst wird die Lauge in einen Vorgärungsbottich gepumpt, hier mit Nährstoffen für die Hefe, Stickstoffnahrung (Amiden,   Ammoniumsalzen) und Phosphornahrung (Erdalkaliphosphate usw. ) versetzt und mit Hefe   so weit vergoren, bis etwa ein Drittel der vorhandenen Zuckermenge vergoren ist, was bei richtigem Arbeiten in etwa 24 Stunden der Fall ist. Sodann wird ein Teil des Inhaltes des   Vorgärbottichs,   höchstens etwa die Hälfte, in einen anderen Bottich übergeführt und dort fertig vergoren.

   In- 

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 zwischen wird neue ungegorene Lauge in den Vorgärbottich gebracht und so fort wodurch ein für die Hefeentwicklung günstiger Säuregrad immer aufrecht erhalten wird. 



   Die fertig vergorene Lauge aus den Nachgärbottichen wird endlich in Rektifikationsapparaten destilliert und so (und zwar ohne Zusatz von Alkali o. dgl.) ein reiner Sprit gewonnen.

Claims (1)

  1. . PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Sulfitsprit, bei welchem die neutralisierte und abgekühlte Sulfitlauge in bekannter Weise in getrennten Behältern zunächst einer Vorgärung und dann erst der eigentlichen Gärung unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablauge im Vorgärbottich zunächst so weit vergoren wird, bis etwa ein Drittel des vorhandenen Zuckers vergoren ist, worauf ein Teil des Inhaltes des Vorgärbottichs in einem anderen Behälter für sich fertig vergoren wird. während eine entsprechende Menge frischer Lauge dem Vorgärbottich zugeführt wird
AT83876D 1916-10-07 1917-12-19 Verfahren zur Herstellung von Sulfitsprit. AT83876B (de)

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