<Desc/Clms Page number 1>
Kühleinrichtung für Kollektoren grosser Länge.
Bei Gleichstrommaschinen mit sehr langen Kollektoren bereitet die ausgiebige Kühlung des Kollektors Schwierigkeiten. Verwendet man nämlich axiale Kanäle im Kollektor, wie Hohlsegmente, so bieten diese langen und verhältnismässig engen Kanäle der Luft einen erheblichen Widerstand. Einerseits wird dann, falls die Kühlluft in einer Richtung durch den Kollektor geführt wird, die Abkühlung des Kollektors eine ungleichmässige, weil die Kühlluft sich innerhalb des Kollektors schnell erwärmt. Die an der Eintrittsseite der Kühlluft liegenden Teile des Kollektors werden daher ausreichend gekühlt sein, jedoch andere mehr nach der Austrittsseite der Maschine hin liegende Teile'werden jedoch stärkere Erwärmung aufweisen.
Ordnet man andrerseits in der Mitte des Kollektors Öffnungen an und führt die Kühlluft von beiden Seiten her durch die Kollektorkanäle, so kann zwar an der Stirnseite des Kollektors ohne Schwierigkeiten eine gute geordnete Luftführung erreicht werden.
Anders liegen die Verhältnisse jedoch an der Wicklungsseite des Kollektors, wo Rücksicht auf ausreichende Kühlung der Fahnen genommen werden muss. Dies führt zu umständlichen Konstruktionen der Kühlluftführung.
Eine weitere Schwierigkeit dieser Lüftungsanordnung besteht noch darin, dass die Gefahr vorliegt, dass die verhältnismässig engen Kanäle leicht durch von aussen zugeführten Kollektor-und Bürstenstaub verschmutzen.
Wollte man, um die Verschmutzung zu vermeiden, gefilterte Luft unter Druck zuführen, so bestehen die gleichen Schwierigkeiten, wie sie oben beschrieben sind, einmal die geordnete Kühlung an der Anschlussseite des Kollektors, andrerseits die Gefahr, dass bei längeren Wegen der gefilterten Luft durch die Maschine Verunreinigungen mitgeführt werden,
Alle diese Nachteile werden gemäss der Erfindung dadurch vermieden, dass dem Kollektor Pressluft durch Öffnungen in der mittleren Länge der Kollektoroberfläche zugeführt wird und diese Pressluft durch Axialkanäle des Kollektors nach den Seiten hin abgeführt wird.
Eine Anordnung gemäss der Erfindung ist durch die Zeichnung veranschaulicht. Fig. 1 stellt einen Längsschnitt durch den Kollektor dar. a ist ein Kollektorsegment, das mit einem Kanal b versehen ist. Schrumpfringe c dienen dazu, die einzelnen Kollektorlamellen zusammenzuhalten. In der mittleren Länge der Kollektoroberfläche sind Öffnungen d angeordnet, die in einen Ringkanal e münden. Durch diesen Ringkanal wird Pressluft zugeführt, die den Kollektor in der Pfeilrichtung durchströmt. Naturgemäss muss der Ringkanal luftdicht an die Öffnungen in der mittleren Länge des Kollektors angeschlossen werden, was sich aber ohne allzu grosse konstruktive Schwierigkeiten erreichen lässt. In Fig. 2 ist der Schnitt durch ein Kollektorsegment in grösserem Massstabe dargestellt, um die Anordnung der Einströmungsöffnungen zu veranschaulichen.
Wird der Überdruck der Pressluft genügend gross gewählt, so durchströmt die Kühlluft ohne weiteres die Kanäle, und zwar ohne dass sie Gelegenheit hat, Staubteile oder sonstige Verunreinigungen mitzureissen. Sobald die Pressluft den Kollektor durchströmt hat, kann
<Desc/Clms Page number 2>
sie entweder ins Freie austreten oder auch verwendet werden, um andere Teile der Maschine zu kühlen. Um in diesem Falle eine gleichmässige Kühlung auf beiden Seiten des Kollektors zu erreichen, kann man die Querschnitte der Axialkanäle verschieden bemessen, so dass sich für die nach beiden Seiten hin fliessenden Luftströme annähernd gleiche Widerstände ergeben.
Um dies zu erreichen, kann man den ringförmigen Zuführungskanal für die Pressluft aus der Mitte der Kollektorlänge nach der Wicklungsseite hin versetzen oder man kann auch den nach der Stirnseite des Kollektors hinführenden Kanälen dadurch einen engeren Querschnitt geben, dass die eine Hälfte des Doppelsegmentes (Fig. 2) mit vollem Querschnitt ausgeführt wird.
Um die Zuströmung der Kühlluft zu erleichtern, kann man noch Leitvorrichtungen im Ringkanal anordnen.
Abgesehen von den Vorteilen, dass es nunmehr möglich ist, reine Kühlluft dem Kollektor zuzuführen, ergibt sich ein weiterer Vorteil daraus, dass nunmehr der doppelte Einströmungsquerschnitt für die Kühlluft zur Verfügung steht, ohne dass es erforderlich wäre, umständliche Konstruktionen zu schaffen oder dass sich für die Kollektoranschlüsse ungünstige Kühlverhältnisse ergeben.
EMI2.1