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Bodenbearbeitungsgerät mit scheibenförmigen Werkzeugen.
Die Erfindung bezweckt im allgemeinen die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens einfacher, wirtschaftlicher und wirksamer zu gestalten, gleichzeitig aber auch die Urbarmachung von strengem bindigem, beispielsweise kalihaltigem Tonboden zu ermöglichen, welcher mit den bisher üblichen Geräten oder Maschinen insbesondere mit Pflügen überhaupt nicht, oder aber nur bei Überwindung grösster Schwierigkeiten kultiviert werden konnte.
Die Nachteile der Pflüge im allgemeinen hat man nur zwar schon durch selbst rollende oder mechanisch angetriebene Scheiben zu beheben gesucht, jedoch wurden diese Scheiben einzig nur als Hilfswerkzeuge d. h. Vor-oder Nachbearbeitungswerkzeuge angewendet. Sie dienten dazu die Arbeit der einen sehr grossen Kraftbedarf erfordernden Pflugschare, nämlich das Ausheben und Wenden des Bodens insbesondere beim Tiefpflügen oder Rigolen zu erleichtern bzw. die ausgehobenen und gewendeten, durch den Arbeitsvorgang fest zusammengepressten Erdschollen nachträglich zu zerkleinern und eventuell an der Oberfläche nochmals zu wenden.
Es waren daher ihrem Zweck entsprechend durchwegs Scheiben geringen Tiefganges, welche zumeist schalenförmig ausgebildet zur Fahrtrichtung mehr oder weniger schräg laufend und auf einer gemeinsamen Welle sitzend nur eine sich auf geringe Tiefe erstreckende Vorarbeit oder Nacharbeit, d. h. keine eigentlich bzw. ausschliessliche und endgiltige Bodenbearbeitung leisteten, sondern immer nur im Zusammenhang mit dem durch Pflugschare bewirkten Ausheben, Verschieben und Wenden des Bodens arbeiteten und eine weitere Nachbearbeitung des Bodens mittels anderer geeigneter Geräte, wie Schollenbrecher (auch in Scheibenform), Eggen u. dgl. bedingten. Man ging eben davon aus, dass das Ausheben und Wenden des Bodens stets unerlässlich sei.
Nun hat sich aber herausgestellt, dass das Ausheben und Wenden des Bodens insbesondere beim Tiefpflügen oder Rigolen zur Bildung von Überwölbungen bzw. Hohlräumen führt, die vielfach durch Jahre hindurch bestehen bleiben, und die einerseits als Schlupfwinkel für schädliche Tiere dienen, andererseits aber auch auf die in diese Höhlungen sich verzweigenden Wurzeln schädlich wirken, indem sie Schimmelbildung, Faulen, sowie Bildung von schädlichen Bakterien herbeiführen.
Ferner kommt gerade die obere Bodenschichte, die unter Einwirkung der Luft, Niederschläge, Dünger und der entwickelten Mikroorganismen (nitri-und denitrifizierende Bakterien) bereits gar und krumelig, und daher am fruchtbarsten und zum Keimen und Gedeihen des Samens geeignetsten ist, beim Wenden nach unten zu liegen, wodurch die Mikroorganismen von der Luft abgeschlossen zum grossen Teil zu Grunde gehen und für das Gedeihen der Pflanzen verloren sind, während die an Stelle dieser Schichte oben zu liegen kommende Rohbodenschichte von neuem der Pflege d. h. des Garmachens usw. bedarf, um wieder in geeigneten Zustand versetzt zu werden.
Der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende eingehende und sorgfältige Versuche haben ergeben, dass ein weitgehendes Austauschen des Unter-und Obergrundes für das Pflanzenleben überhaupt nicht notwendig (vielfach sogar schädlich) ist, dass es vielmehr genügt, wenn der Boden bis zur erforderlichen Tiefe gut aufgelockert und vollkommen zerkrümmelt wird, damit sowohl der Ober-als auch der Untergrund für die atmosphärischen Einwirkungen zugänglich sei und demzufolge auch der Untergrund an der Nährstoff erzeugenden und das Gedeihen der Wurzeln befördernden Einwirkung der atmosphärischen Faktoren beteiligt werde.
Durch das einfache Auflockern des Bodens tritt bereits ein Mischen der verschiedenen Schichten bis zu einem gewissen Grade ein, was auch den Anforderungen zur Genüge entspricht und es wird daher der angestrebte Zweck auf viel leichtere und wirtschaftlichere Weise erreicht.
Insbesondere sind die bisherigen Geräte zur Bearbeitung der beispielsweise im ungarischen Tieflande befindlichen, äussert bindigen Bodenarten, namentlich der Kaliböden, die eine Ausdehnung von über eine Million Joch aufweisen, und die im Sommer bei andauernder Trockenheit eine steinharte Kruste aufweisen, überhaupt nicht zu gebrauchen, indem sie in diese obere Kruste nicht einzudringen vermögen.
Die Erfindung bezweckt nunmehr die gänzliche Ausschaltung von Pflugscharen daduch, dass an deren-Stelle besonders ausgebildete und in dichten Abständen staffelweise nebenund hintereinander angeordnete möglichst schmale Scheiben mit einseitig abgeschrägter Schneide treten, welche eventuell in bekannter Weise belastet selbst rollend oder angetrieben, auf gesonderten Achsen gelagert, in Fahrtrichtung so eingestellt sind, dass sie bei grösstem Tiefgang je einen dünnen Bodenstreifen abschneiden, diesen seitlich verdrängen und zur Abbröckelung bringen, so dass in einfachster Weise in einem einzigen Arbeitsgang ein völliges
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Auflockern, Zerkleinern und vorteilhaftes Mischen der Boden-und Düngerteilchen, d. h, eine völlig fertige Bodenbearbeitung erfolgt.
Die Scheiben sind gemäss Fig. i der Zeichnung mit vollständig ebenen Seitenflächen nnd mit einerseits abgeschrägter Schneide-bei möglichst geringer Wandstärke ausgebildet. Eine entsprechende Anzahl solcher Scheiben wird in der Bewegungsrichtung miteinander parallel, aber gegeneinander nach rückwärts in entsprechend bemessenen Abstande versetzt, d. h. staffelartig angeordnet (siehe Fig. 2), so dass die zur Bewegungsrichtung senkrecht stehenden Achsen dieser Scheiben (jede Scheibe hat eine besondere Achse) unmittelbar hintereinander zu liegen kommen, wobei die Entfernung zwischen den einzelnen Scheiben entsprechend der verlangten Stärke der abzuschneidenden bandförmigen Bogenstreifen vorzugsweise nur 3 bis 4 cm beträgt.
Diese Bodenstreifen müssen nämlich deshalb so dünn sein, damit sie - beim Fortschreiten der Scheiben allmählich abgeschnitten, durch die schräge SchneidSäche abgebogen nnd seitlich verschoben-in kleine Teilchen zerbröckeln. Voraussetzung bildet natürlich eine genügende Trockenheit des Bodens, was übrigens auch bei den anderen Bodenkultivierungsverfahren Bedingung ist, denn es ist klar, dass eine Zerkrümmelung ganz durchnässten, klebrigen Bodens mit keinem Gerät erreicht werden kann. Fig. 2 zeigt die Anordnung der Scheiben 1 in einem rhombusförmigen Rahmen 2, wobei ihre Achsen 3 auf Querträgern 4 des Rahmens gelagert sind, so dass jede einzelne Scheibe um ihre eigene Achse drehbar rollen kann.
Es ist ersichtlich, dass die zuforderst laufende Scheibe den Boden nur aufschlitzt und eine schmale, tiefe Furche erzeugt, während die folgende Scheibe, die am Rande dieser Furche läuft, bereits einen bandförmigen Bodenstreifen abschneidet, welcher von der abgeschrägten Scheiben-Schneide gegen die vorgezogene Furche gedrängt wird und hierbei zerbröckelt. In gleicher Weise wirken die nächstfolgenden, in der zur Verfügung stehenden Zugkraft entsprechender Anzahl angeordneten Scheiben.
Einen beträchtlichen Widerstand hat somit nur die vorn laufende Scheibe zu überwinden, da diese in den noch unbearbeiteten Boden als Wegbrecher eindringen muss, während die übrigen Scheiben eine erheblich leichtere Arbeit beim Abschälen der dünnen Erdstreifen zu verrichten haben,
Um den durch die einseitige Abschrägung hervorgerufenen grossen Seitendruck auszugleichen, können die Scheiben gemäss Fig. 3 zur Hälfte in umgekehrter Lage in einem doppelrhombusförmigen Rahmen 5 staffelweise versetzt angeordnet werden, wobei die vorn laufende bzw. mittlere Scheibe 6 beiderseits symmetrisch abgeschrägt ist, während die folgenden Scheiben jeweils an der, der vorderen Scheibe zugekehrten Steite abgeschrägt sind, so dass sie gegen die von der ersten Scheibe gezogene Mittelfurche zu arbeiten.
Der Scheibenrahmen 2 bzw. 5 wird in Höhenrichtung verstellbar auf Räder montiert, um mit Hilfe bekannter Vorrichtungen in Arbeits-bzw. Transportlage eingestellt werden zu können.
Die Tiefe der Bodenbearbeitung kann bei grossem Scheibendurchmesser durch Belastung des Rahmens gesichert werden ; ebenso lässt sich bei geringerem Eigenwicht bespielsweise bei mechanischem Scheibenantrieb (Schleppbetrieb) ein verhältnismässig tieferer Gang dadurch erzielen, dass man die Scheiben in zur Bewegungsrichtung entgegengesetztem Sinne antreibt.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Bodenbearbeitungsgerät mit scheibenförmigen Werkzeugen zum vollständigen und tiefgehenden Auflockern von hartem bindigen Boden in einem einzigen Arbeitsgange, gekennzeichnet durch in einer oder mehreren schrägen Reihen staffelweise hintereinander in kleinen Abständen versetzt angeordnete) möglichst schmale, einseitig abgeschrägte Schneiden besitzende, sowie in Fahrtrichtung eingestellt um gesonderte Achsen frei rollbar oder bekannterweise mechanisch angetriebene Scheiben, die in entsprechend bemessenen Abständen aufeinander folgend je einen dünnen Bodenstreifen abschneiden und diesen vermittelst ihrer Abschrägung nur so weit seitlich vordrängen, dass derselbe allmählich zerbröckelt und daher die ganze Bodenschichte vollständig aufgelockert wird.