AT8866U1 - Verfahren zur reinigung eines abgaswärmetauschers eines heizgerätes - Google Patents
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Abstract
Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) eines Heizgeräts (1), bei dem die heißen Abgase eines brennstoffbetriebenen Brenners (19) durch den Abgaswärmeaustauscher (7) geleitet werden und dabei thermische Energie auf ein Heizmedium, vorzugsweise Wasser, abgeben, wobei das Heizgerät (1) außer Betrieb genommen wird, der Abgaswärmeaustauscher (7) mit einem Reinigungsflüssigkeit (8) über einen bestimmten Zeitraum befüllt wird und danach das Reinigungsflüssigkeit (8) abgelassen wird.
Description
2 AT 008 866 U1
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reinigung des Abgaswärmeaustauschers eines Heizgerätes.
Bei der Verbrennung flüssiger oder fester Brennstoffe, wie beispielsweise Öl, Holz oder Kohle, jedoch auch in geringerem Maße bei der Verbrennung gasförmiger Brennstoffe in einer Brennkammer eines Heizkessels entstehen Verbrennungsrückstände, welche sich an den Wänden der Brennkammer und des Wärmeaustauschers ablagern. Diese Ablagerungen behindern den Wärmeübergang vom heißen Abgas auf den Heizkreislauf und vermindern somit erheblich den Wirkungsgrad der Heizungsanlage. Daher muss insbesondere bei kohle- und ölbetriebenen Heizgeräten der Abgaswärmetauscher in regelmäßigen Abständen gereinigt werden.
Hierzu ist beispielsweise bekannt, dass der Abgaswärmetauscher manuell, z. B. mit einer Bürste behandelt wird. Dies ist jedoch meist nur bei Lamellenwärmeaustauschern möglich.
Aus der DE 2 109 698 ist bekannt, dass bei einem Gaswasserheizgerät der Brenner demontiert wird und anschließend der Lamellenwärmetauscher mittels eines Druckwasserstrahls gereinigt wird. Das schmutzbeladene Spülwasser wird am unteren Ende des Gerätes aufgefangen. Die DE 757 314 lehrt, dass bei einem Heizgerät nach dem Abkühlen des Kessels gesättigter Dampf in den Feuerraum gelassen wird und solange auf die Beläge einwirkt, bis die Beläge aufweichen und durch einen Wasserstrahl entfernt werden können. Als Reinigungsmittel wird dabei ein Gemisch von Wasser und Ammoniak verwendet.
Ein aus der DE 720 264 bekanntes Verfahren lehrt, dass der Wärmeaustauscher eines Heizgerätes aus dem Gerät demontiert wird und anschließend in eine Natronlauge in Verbindung mit Zinkstaub eingetaucht wird, wodurch die Rückstände entfernt werden können. Aus der DE 493 605 ist ein Verfahren zur Reinigung der Heizflächen eines Dampfkessels bekannt, bei dem zunächst der Dampfkessel zwecks Abkühlung mit kaltem Wasser befüllt und anschließend mit gesättigtem Dampf der Feuerraum gereinigt wird.
In der DE 199 18 103 C2 ist ein Verfahren zur Reinigung eines Heizkessels patentiert, bei dem zunächst der Brenner demontiert wird und anschließend in jene dadurch freiwerdende Flammrohröffnung ein Druckrohr und Absaugschlauch eingeführt wird. Mittels des Druckrohres wird eine Reinigungsflüssigkeit in den Kessel hineingesprüht, anschließend wird mittels des Absaugschlauches die Reinigungsflüssigkeit mitsamt den Ablagerungen wiederum abgesaugt.
Somit ist aus dem oben genannten Stand der Technik bekannt, dass entweder der Wärmeaustauscher ausgebaut und in einer Lauge eingeweicht wird, oder der Wärmeaustauscher in eingebautem Zustand durch einen Strahl oder Nebel behandelt wird.
Sowohl bei der Demontage des Wärmeaustauschers als auch bei der Behandlung mit Hoch-druckstrahlem besteht die Gefahr, dass Teile des Heizgerätes beschädigt werden.
Aus der DE 33 25 200 C1 ist ein heizungswasserdurchfluteter Wärmetauscher eines Heizgerätes bekannt, der im eingebauten Zustand mit Reinigungsflüssigkeit eingeweicht und ggf. umgewälzt werden kann.
Die EP 195 366 A2 beschäftigt sich mit der Reinigung von Rauchgasrohren bei Großkesselanlagen, bei der für die Reinigung die Rohre mittels auswechselbarer Verschlüsse abgedichtet werden. Die DE 1 027 701 B befasst sich mit der Reinigung eines Wärmetauschers für Gasturbinen, bei denen vom Rauchgas-Zulauf- zum Rauchgas-Ablauf-Mannloch ein Reinigungsmittel gefördert wird.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein materialschonendes Reinigungsverfahren für Abgaswärmeaustauscher von Heizgeräten zu schaffen. 3 AT 008 866 U1
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers eines Heizgerätes gemäß Anspruch 1 dadurch erreicht, dass das Heizgerät außer Betrieb genommen wird, der Abgaswärmeaustauscher anschließend über einen bestimmten Zeitraum mit einer Reinigungsflüssigkeit befüllt wird und anschließend die Reinigungsflüssigkeit 5 abgelassen wird. Optional kann nach dem Ablaufen der Reinigungsflüssigkeit der Abgaswärmeaustauscher nochmals ausgespült werden.
Um den Wärmeaustauscher befüllen zu können, ist es notwendig, einen Ablauf der Reinigungsflüssigkeit zu verhindern. Dies wird bei nichtkondensierenden Heizwertgeräten dadurch erreicht, io dass das Abgasrohr verschlossen oder mit einem Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter verbunden ist. Bei einem Brennwertgerät hingegen wird der Kondensatablauf verschlossen oder mit dem Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter verbunden. In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird die Reinigungsflüssigkeit mittels einer Umwälzpumpe umgewälzt, wobei die Flüssigkeit über einen Vorratsbehälter gefördert wird. Es ist vorteilhaft, den Brenner des 15 Heizgerätes vor der Anwendung des Verfahrens zu demontieren.
Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt
Figur 1 ein Ölbrennwertgerät zur Anwendung des Verfahrens und 20 Figur 2 ein Ölbrennwertgerät bei der Anwendung des Verfahrens.
Figur 1 zeigt ein Heizgerät 1, in diesem Fall ein Brennwertgerät. Das Heizgerät 1 verfügt über eine Brennkammer 4, in der sich ein Brenner 19 befindet. Die Brennkammer 4 ist über zwei Abgaseintritte 2 mit einem zweiwendelförmigen Abgaswärmeaustauscher 7 verbunden. Um den 25 Abgaswärmeaustauscher 7 befindet sich zu erwärmendes Heizungswasser. Auf die Darstellung des Heizkreislaufes mit Vor- und Rücklauf wurde verzichtet. Über zwei Abgasaustritte 5 mündet der Abgaswärmeaustauscher 7 in einen Abgas- und Kondensatsammelbehälter 3. Der Abgas-und Kondensatsammelbehälter 3 verfügt über einen Kondensatablauf 14, an den sich ein Siphon 17 anschließt. Ferner verfügt er über einen Abgasrohranschluss 18, der in ein Abgas-30 rohr 6 mündet. Eine Kondensatleitung 20 verbindet die Brennkammer 4 mit dem Abgas- und Kondensatbehälter 3. Beim Betrieb des Brennwertgerätes sammelt sich Kondensat am Boden des Abgas- und Kondensatsammelbehälters 3, wodurch aufgrund des Pegelstandes 15 kein Abgas durch den Kondensatablauf 14 entweichen kann. 35 Zum Reinigen des Abgaswärmeaustauschers 7 wird zunächst der Brenner 19 demontiert. Anschließend wird der Siphon 17 vom Kondensatablauf 14 getrennt. Der Kondensatablauf 14 wird anschließend über eine Leitung 13 mit einem Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter 9 verbunden. Aus den Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter 9 gelangt eine Leitung 10 zu einer Umwälzpumpe 11, die über eine Leitung 12 zur Brennkammer 4 führt. Der Wärmeaustauscher 7 wird 40 befüllt, bis die Reinigungsflüssigkeit 8 den Wärmeaustauscher 7 vollkommen bedeckt und der Pegelstand 16 in die Brennkammer 4 hineinragt. Als Reinigungsflüssigkeit 8 eignen sich besonders ein Gemisch aus Wasser und einem vorwiegend aus Magnesiumoxyd bestehenden Pulver, Natronlauge in Verbindung mit Zinkstaub, ein Gemisch von Wasser und Ammoniak sowie in Wasser gelöstes Haushaltswaschmittel. Die Reinigungsflüssigkeit 8 kann optional mittels der 45 Umwälzpumpe 11 umgepumpt werden. Durch den Einsatz eines Siebes in der Leitung 10 verbleiben größere Schmutzteilchen im Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter 9. Nach einigen Minuten wird die Reinigungsflüssigkeit 9 aus dem Wärmeaustauscher 7 abgelassen. Nun kann optional beispielsweise mittels eines Hochdruckreinigers kurz der Wärmeaustauscher durchspült werden, sodass darin abgelagerte Teilchen aus dem Gerät herausgeschwemmt werden, so Der Druck des Hochdruckreinigers kann hierbei deutlich geringer als in den Fällen sein, in denen der Wärmeaustauscher nur mittels Hochdruck gereinigt wird. Hierdurch werden Beschädigungen vermieden. Letztendlich wird der Kondensatablauf 14 wieder mit dem Siphon 17 verbunden und der Brenner 19 in die Brennkammer 4 eingesetzt. 55
Claims (6)
- 4 AT 008 866 U1 Ansprüche: 1. Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) eines Heizgeräts (1), bei dem die heißen Abgase eines brennstoffbetriebenen Brenners (19) durch den Abgaswärmeaus- 5 tauscher (7) geleitet werden und dabei thermische Energie auf ein Heizmedium, vorzugs weise Wasser, welches sich um den Abgaswärmeaustauscher (7) befindet, abgeben, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizgerät (1) außer Betrieb genommen wird, der Abgaswärmeaustauscher (7) mit einer Reinigungsflüssigkeit (8) über einen bestimmten Zeitraum befüllt wird und danach die Reinigungsflüssigkeit (8) abgelassen wird. 10
- 2. Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Ablassen der Reinigungsflüssigkeit (8) der Abgaswärmeaustauscher (7) ausgespült wird.
- 3. Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle eines nichtkondensierenden Heizwertheizgerätes vor dem Befüllen des Abgaswärmeaustauschers (7) der Abgasrohranschluss (18) verschlossen oder mit einem Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter (9) verbunden wird.
- 4. Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle eines kondensierenden Brennwertheizgerätes vor dem Befüllen des Abgaswärmeaustauschers (7) der Kondensatablauf (14) verschlossen oder mit einem Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter (9) verbunden wird.
- 5. Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Befüllen des Abgaswärmeaustauschers (7) der Brenner (19) demontiert wird.
- 6. Verfahren zur Reinigung eines Abgaswärmeaustauschers (7) nach einem der Ansprüche 3 30 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsflüssigkeit (8) aus dem Reinigungs flüssigkeitsvorratesbehälter (9) mittels einer Umwälzpumpe (11) in den Wärmeaustauscher (7) gepumpt und von diesem in den Reinigungsflüssigkeitsvorratsbehälter (9) gefördert wird. 35 Hiezu 2 Blatt Zeichnungen 40 45 50 55
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