Verfahren zur Behandlung fester oder flüssiger Körper mit Gasen oder Dämpfen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung fester oder flüssiger Körper mit Grasen oder Dämpfen, wonach das Gas gemenge, welches den Behandlungsraum er füllt, zum Umlauf über das zu behandelnde Gut veranlasst wird durch eine in den Raum zugeführte kleinere Gas- oder Dampfmenge. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Einrichtung zur Ausübung dieses Verfah rens, von welcher in der Zeichnung zwei Aus führungsbeispiele angegeben worden sind.
Fig. 1 ist ein Grundriss einer ersten Aus führungsform, teilweise im Schnitt; Fig. 2 ist ein senkrechter Längsschnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1; Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie 3-33 der Fig. 1; Fig. 4 ist ein Querschnitt durch eine Kammer, der die Inneneinrichtung der Kam mer in Ansicht zeigt; Eg. 5 ist ein senkrechter Längsschnitt durch eine Einrichtung nach der zweiten Ausführungsform.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 bis 4 bezeichnet A den Innenraum der Be handlungskammer, in welcher sich das zu behandelnde Gut befindet, während B das Gut selbst bezeichnet. Das Gut ist auf Rah men 18 so angeordnet, dass Zwischenräume 10, 11 und 12 auf drei Seiten des Gutes in der Kammer freibleiben, vorzugsweise an zwei entgegengesetzten Seiten und oberhalb des Gutes, wie zuvor erläutert.
Mit 13 ist ein Luftzuführungskanal be zeichnet, der sich entlang der einen Seite der Kammer in der Nähe der Decke der Kam mer erstreckt und Düsen oder verengte Aus-, lässe 14 besitzt, durch welche die Luft in wagrechter Richtung in den Raum 11 ober halb des zu behandelnden Gutes nach der entgegengesetzten Seite der Kammer zu ein gelassen wird. Mit 15 ist ein Luftabfüh- rungskanal bezeichnet, der sich parallel un mittelbar unter dem Zuführungskanal er streckt und unten Eintrittsöffnungen 16 für die Luft aus der Kammer besitzt.
Diese Ka näle sind in oder nahe dem obern Teil des Raumes 10 äuf einer Seite des Gutes an geordnet. Ein Luftbeweger 17 führt dem Zuführungskanal 13 Luft unter einem ge wissen Druck zu. Ein Luftbeweger ist auch -in den Luftabfülirungskanal 15 angeschlos- sen und dient dazu, Luft aus der Kammer anzusaugen. Man könnte auch einen beson deren Exhaustor anwenden; indessen ist ein solcher nur bei besonders grossen Anlagen oder in Ausnahmefällen nötig. .
Das zu behandelnde Gut ist auf den Rah men 18 aufgehängt, in solcher Anordnung, dass parallel der Zuführungsrichtung der Luft aus den Düsen 14 Luftwege 19 Frei bleiben. Diese Luftzuführung durch die Diz- sen bringt einen Luftumlauf der in der Kam mer enthaltenen Luft in der durch die Pfeile in Fig. 3 angedeuteten Richtung zustande, wobei die Luft den Raum 11 über dem Gut in jvagrechter Richtung durchströmt, dann in senkrechter Richtung in dem Raum 12 auf der abgekehrten Seite der Kammer, weiter hin wagrecht durch das Gut in den Zwi schenräumen 19 und schliesslich aufwärts in dem Raum 10,
um aufs neue mit der zu geführten Luft in dem Raum 11 gemischt und wieder in Umlauf gesetzt zu werden. Ein Teil der Luft wird aus dem Raum 10 durch den Abführungskanal entnommen und ab geführt.
Der Feuchtigkeitsgehalt und vorteilhaft auch die Temperatur der in die Kammer ein geführten Luft werden zwecks Regelung der Temperatur oder Feuchtigkeit oder beider Grössen in der Kammer in der erforderlichen Weise eingestellt. Zu diesem Zwecke sind die in Nachstehendem angegebenen Mittel vorgesehen. Drosselklappen 20 dienen dazu, die Verbindung zwischen dem Saug- oder Abführungskanal 15 und einem Einlass stutzen 21 des Luftbewegers zu regeln. Eine nach aussen mündende Frischluftzuführunbs- öffnung 22 für den Einlassstutzen kann mit- telst Drosselklappe 23 geregelt werden.
Diese Drosselklappen stehen unter dem Ein fluss eines Hygrostaten 24 mit befeuchteter Kugel, der sich in der Kammer befindet, so dass er von der Feuchtigkeit in der Kammer beeinflusst wird.
Die der Kammer zugeführte Luft kann entweder vollständig Frischluft oder voll ständig Kammerluft oder eine geeignet be- rLessene Mischung von Frischluft und Kam- merluft sein, je nach der Einstellung der Drosselklappen. Beispielsweise kann der Hygrostat 24 einen Motor 25 beeinflussen, der in Wirkungsverbindung mit den Drossel klappen 20 und 2.3 steht, so, dass er die Frischluftdrosselklappen öffnet, während gleichzeitig die Drosselklappen zur Rück führung der Kammerluft geschlossen werden und umgekehrt.
Mit 26 sind Drosselklappen bezeichnet, die zur Regelung einer Hilfsöffnung für den Entnahme- oder Saugkanal 15 dienen. Diese Drosselklappen sind mit den Drosselklappen für die wieder zugeführte Kammerluft derart verbunden, dass sie geöffnet werden, wenn die letzteren geschlossen werden, und ge schlossen werden, wenn jene geöffnet wer den.
Zur Zuführung zusätzlicher Feuchtigkeit zur Luft, wenn dies nötig ist, um eine er forderliche Feuchtigkeit in der Kammer auf recht zu erhalten, können irgend welche ge eignete Mittel verwendet werden, wie z. B. eine Dampfdüse 27, welche in den Luftein- führungskanal 21 mündet und von einem Diaphragmaventil 28 beherrscht wird, das seinerseits von dem Hygrostaten 24 mit an gefeuchteter Kugel geregelt wird.
Wenn zu sätzliche Feuchtigkeit bei geringer Tempera tur verlangt wird, kann Wasser an Stelle von Dampf zugeführt werden und, so beson ders geringe Temperatur oder sehr niedrige Feuchtigkeit verlangt wird, kann Kühlring angewendet werden, um die Feuchtigkeit noch weiter herabzumindern.
Mit 29 ist eine Heizeinrichtung irgend einer geeigneten Art bezeichnet, die in irgend einer geeigneten Weise angewendet ist, um die Luft zu erwärmen, bevor sie in nie Kammer ein geführt wird, um die Temperatur in der Kam mer zu erhöhen. Gezeichnet ist eine Dampf heizvorrichtung in dem Lufteinlassstutzen 21, bei welcher der Heizdampf eingelassen bezw. abgesperrt wird mittelst eines Dia phragmaventils 30, das von einem Thermo stat 31 geregelt wird, der in der Kammer A oder in dem Rückführungskanal 15 für die Luft in geeigneter Weise angeordnet ist.
Der Hygrostat 24 und Thermostat 31 sind den hygrometrischen und Temperaturverhältnis sen angepasst, die in der Kammer verlangt werden, und arbeiten selbsttätig mittelst der Einrichtungen, die oben beschrieben sind. Die der Regelung zugrunde liegenden Tem peraturen und Feuchtigkeiten können in ver- sclliedenen Stadien des Trocknens oder Be- handelns je nach den für ein besonderes Er zeugnis gewonnenen Erfahrungen auf ver schiedene Höhe eingestellt werden.
Es können auch andere zweckmässige Ein richtungen für Regelung der Temperaturen und Feuchtigkeit in der Kammer entspre chend dem jeweiligen Erfordernis des Gutes verwendet werden; die oben beschriebenen Mittel haben sich jedoch als besonders wirk sam erwiesen.
An Stelle der Erhitzung der Luft vor Einführung in die Kammer könnte man zur Erzielung der erforderlichen Temperatur in der Kammer auch eine in der Kammer selbst angeordnete Heizvorrichtung oder irgend ein anderes Mittel anwenden.
Bei der Einrichtung gemäss Fig. 5 ist die 'Pragvorrichtung für das Gut ss in der Kammer A in zwei Teilen angeordnet, die durch einen Zwischenraum 10a in der Mitte der Kammer getrennt werden, und der Luft zuführungskanal 13a ist in der Mitte der Kammer oberhalb dieses Zwischenraumes vorgesehen und besitzt verengte Düsen in solcher Anordnung, dass sie die Luft wag recht in entgegengesetzten Richtungen nach den abgelegenen Seiten der Kammer zu aus lassen.
Der Auslass- oder Entnahmekanal 15a ist ebenfalls in dem Zwischenraum 10a in Höhe des Fussbodens angeordnet. Bei dieser Anordnung sind oberhalb jedes Teils des Gutes freie Räume 11a vorgesehen und ein freier Raum 12a zwischen jedem Teil des Üxutes und der benachbarten Seitenwand der Kammer, wobei die Räume 10a, 11a und 12a den Räumen 10, 11 und 12 bei der zuerst beschriebenen Ausführungsform ent sprechen. Hierbei sind beiderseits offene Röhren 32 vorgesehen, in solcher Anordnung, dass die aus den Düsen 14a strömende Luft ihren Weg durch jene Röhren nimmt.
Diese Röhren könnten nötigenfalls auch in der zuerst beschriebenen Ausführungsform angewendet werden.
Die hervorgerufenen Luftströmungen lau fen in der durch Pfeile angedeuteten Rich tung um über dem Gut in den Zwischenraum 11a, dann abwärts in den Zwischenraum 12a und weiter wagrecht durch das Gut und wie der aufwärts in den Zwischenraum 10a, wo bei ein Teil der Luft durch den Saug- oder Abführungskanal 15a in derselben Weise entnommen wird, wie bei dem zuerst be schriebenen Ausführungsbeispiel.
Die Anwendung des neuen Verfahrens und der neuen Einrichtung. erlaubt es, den Behandlungs-, zum Beispiel Trocknungs- prozess ganz der Eigenart des zu behandeln den Gutes anzupassen und besonders plötz liche, schädliche Beeinflussung zu vermei den, ohne dass hierzu die<I>ganze</I> in der Be handlungskammer befindliche Luft ihrerseits durch einen Behandlungsapparat hindurch geführt werden müsste.