Elektrische Zuglampe ohne Gegengewicht. Vorliegende Erfindung ist eine elektrische Zuglampe ohne Gegengewicht, welche sich von den üblichen Gewichtszuglampen da durch unterscheidet, dass ein in der Regel zwischen Lampenschirm und Deckenrosette an der Zuglampenschnur angeordnetes und als Gegengewicht dienendes Gewicht nicht vorhanden ist.
Von den bis jetzt in den Han del gebrachten "gewichtslosen Zuglampen" unterscheidet sich vorliegende Zuglampen konstruktion dadurch, dass 1. zwischen Deckenrosette und Lampen fassung keine das Auge störende Bestand teile, wie Rollen, zur Aufnahme der Lampensehnur dienende Blechkugeln oder sonstige Armaturen aufweist, und 2. die Verbindung der Zuglampenschnur mit der Stromzuleitung der Hausinstallation eine permanente ist, also ohne Schleif ringe und Bürsten, die zur Stromübertra gung von der Zuleitung zur Zugschnur dienen.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführung des Apparates veranschaulicht. Fig. 1 stellt den Apparat im Aufriss dar, Fig. 2 im Grundriss. Die beiden Blechträger A, im folgenden Wangen genannt, sind durch zwei Wellen B distanziert; auf letzteren ist je ein Bügel C, die als Rollenhalter dienen und als zwei armige Hebelarme ausgebildet sind, beweg lich gelagert.
Durch die Wellen D werden zwei aus einzelnen Rollen bestehende Rollen systeme E gelagert; letztere bestehen aus Isoliermaterial und dienen zur Führung und Aufnahme der Zuglampenschnur L. Auf den Aussenseiten der beiden Wangen ist je eine Zugfeder angeordnet, die einerseits an den Lappen G und anderseits an den Wellen enden H befestigt sind. In Verbindung mit der Welle H, in den Punkten c der Bügel C, mittelst der Mutterschrauben K, sind je zwei Verbindungsstücke J.
Die zwischen den beiden Wangen<I>A</I> auf dem Bügel<I>N</I> auf einer Welle ruhende Isolierrolle M dient als Leit- rolle für die Zuglampenschnur. Rolle M ist so angeordnet, dass der Mittelpunkt des Schnurquerschnittes mit dem Mittelpunkt des Apparatengrundrisses zusammenfällt, wobei durch die Axe der die Rolle M tragen den Welle und den betrachteten Schnurquer- schnitt eine zur Projektionsebene parallele Ebene gedacht ist.
An den beiden Wangen !1 sind je zwei weitere Lappen Q ausgebildet, die, mit Löchern versehen, zur Befestigung des ganzen Apparates mittelst Holzschrauben auf einer Holzrosette oder direkt an der Decke eines Zimmers oder sonstigen Raumes dienen. Ein weiterer Lappen R, der an der einen Wange rechtwinklig nach innen ab gebogen und in dem eine Tülle aus Isolier rnaterial eingepasst ist, dient zur Arretierung des Sehnuranfanges.
Die beiden Rollensysteme bilden eine flaschenzugartige Anordnung, wobei die flexible Zuglampenschnur analog wie bei einem Seilflaschenzug auf die Rollen ge bracht wird. Der Anfang der Schnur wird in der Tülle durch Anbringen einer Lüster klemme oder durch Vergrössern des Schnur durchmessers durch Umwicklung mit Isolier band oder - wie in der Zeichnung - ein fach durch einen Knopf arretiert. Die Ver bindung der Schnur mit. der Lichtzuleitung kann durch Verlöten oder mittelst einer Klemme erfolgen. Von der letzten Rolle eines Rollensystemes führt die Schnur über eine Leitrolle, von wo sie infolge des Ge wichtes der Lampe und der Fassung senk recht herunterhängt; in letztere wird das Schnurende eingezogen.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende: Zufolge der Federkräfte, die durch die Verbindungsstücke .I auf die Hebelarme C -wirken, werden die beiden Rollensysteme beim Heben des Lampenschirmes vonein ander entfernt, und zwar so weit, bis die Welle H am obern Ende der Führungsnuten 0 ansteht. Durch geeignete Wahl der Span nungskräfte der beiden Federn wird erreicht, dass beim freien Hängen des Lampenschirmes Gleichgewicht besteht. Die Zuglampe ist in Ruhe und der Schirm befindet sich in der obersten Stellung, da sieh die der Bewegungs strecke der Lampe entsprechende Sehnur- iünge auf dem Rollensystem befindet.
Durch Ziehen an der Lampe wird die durch die Hand ausgeübte Kraft auf die Schnur übertragen, wodurch sich die beiden Rollen- systeme gegeneinander bewegen und ver mittelst der Hebelarme, der Rollenbügel und der Verbindungsstücke eine Verlängerung der Zugfedern erreicht -wird. Beim Loslassen der Lampe in einer beliebigen Stellung bleibt dieselbe wieder in Ruhe, da das Ge wicht der Zuglampe und die beiden Federn so abgestimmt sind, dass in jeder Stellung der Lampe Gleichgewicht herrscht.
Beim Entlasten der Schnur durch Heben der Lampe wird ein Teil der herabhängenden Schnur infolge der Kraftwirkung der Federn auf die nun auseinandergehenden Rollen systeme gebracht, und zwar so viel, bis die Schnur wieder belastet wird, beziehungs weise bis die<I>Welle H</I> am Nutenende 0 an steht.
Wie aus Fig. 1 leicht ersichtlich ist, kann durch Veränderung der Anordnung der Verbindungsstücke J, beziehungsweise durch Verlängern oder Verkürzen der Hebelarme der beiden Bügel C, beim Arbeiten des Ap parates der Bewegungsweg der Rollen systeme zum Bewegungsweg der Welle H in ein beliebiges Verhältnis gebracht wer den. Dadurch kann erreicht werden, dass die Spannkraft der Federn während der Ver längerung beim Arbeiten derselben praktisch konstant bleibt.
Da die Bewegungswider stände der Rollen, die Lager- und Schnur reibung und das Gewicht der Lampe kon stant sind und, wie oben bewiesen, auch die Spannkraft der Federn unveränderlich ge macht werden kann, wird die Zuglampe in jeder Stellung der Lampe im Gleichgewicht, das heisst in Ruhe, bleiben. Um jede einzelne Lampe genau abstimmen zu können, wer den die Federn an den Enden mit Gewinde und Muttern versehen, wodurch die Spann kraft in grossen Grenzen verändert werden hann. Durch die Führung der Welle H in den Nuten 0 wird erreicht, dass beim Be wegen der Lampe der Bewegungsweg der beiden Rollensysteme in jedem Moment der gleiche ist, wodurch ein ruhiges und sanftes Arbeiten des Apparates erzielt wird.
Der Bewegungsweg der Lampe ist ab hängig von der Rollenanzahl und der Distanz der beiden Rollensysteme voneinander, und zwar ist der Bewegungsweg<I>8 =</I> n <I>X s,</I> wobei aa die Rollenzahl und s die Distanz der beiden Rollensysteme voneinander be zeichnen. Ist zum Beispiel die Rollendistanz s = 8 cm und die Rollenanzahl n = 9, so ist die Zuglänge 8 = 8 X 9 = 72 cm. (Obige Gleichung gilt nur, wenn in der untersten Lage der Lampe sich die beiden Rollensysteme berühren.
Bleibt in dieser Lage der Lampe zwischen den Rollen eine Distanz, so ist n nicht als Entfernung der Rollensysteme einzusetzen, sondern es ist diese Entfernung minus der Distanz der Rol len in der untersten Stellung der Lampe einzusetzen.) Man hat es daher in der Hand, Zuglampen-Konstruktionen für alle Bedürf nisse, das heisst für alle Zuglängen, herzu stellen. Der Apparat wird vorzugsweise in einen Baldachin aus Blech, Holz oder auch Stoff eingebaut, wodurch die Konstruktion vor Staub und Insekten geschützt wird. Die Form der den Apparat umgebenden Rosette kann eine beliebige sein, und je nach dem Zweck der Lampe kann dem Baldachin ein einfacheres oder ein in modernerem Stil ge haltenes Aussehen gegeben werden. Auch kann die Rosette als Deckenleuchter aus gebildet werden.
In Räumen, wo man nur die Schnur und den Lampenschirm sichtbar haben will, kann der Apparat zwischen Blindboden und Gipsdecke montiert und durch eine ebene Platte, die in der Farbe der Decke gehalten werden kann, abgedeckt werden. In kunstgewerblicher Hinsicht öffnet diese Zuglampenkonstruktion ganz neue Wege. Sämtliche Bestandteile können auf Automaten serienweise hergestellt werden; der Anschaffungspreis wird daher ein ge ringer werden, und dies um so mehr, da für verschiedene Zuglängen nur ein Modell her gestellt zu werden braucht, das sowohl bei den einfacheren, als bei den "besseren" Zug lampen zum Einbau in die Rosette kommen könnte.