Schiffshebewerk mit Schraubenführung für den Schiffstrog. Die Erfindung betrifft ein Schiffshebe werk mit Schraubenführung für den Schiffs trog. Es sind bereits Hebewerke dieser Art bekannt, bei denen der mit Nasser gefüllte Schleusentrog durch Schwimmer getragen und beim Heben und Senken durch Schrau benspindeln, welche sich in am Schleusen trog befestigten Muttern drehen, in seiner wagrechten Lage erhalten wird. Die Drehung der Schraubenspindeln erfolgt durch ein auf einem feststehenden Gerüst angeordnetes Rä dergetriebe.
Ferner sind auch schon Schiffs hebewerke gebaut worden, bei denen zu bei den Seiten des innerhalb eines festen Füh rungsgerüstes durch Schraubenspindeln lot recht auf- und abbeweglichen Schif istroges Gewichtbalanciers angeordnet sind. Am Schleusentrog drehbar gelagerte Muttern sichern dabei bei dem durch die Balanciers bewirkten Heben und Senken des Troges die senkrechte Bewegung und wagrechte Lage desselben.
Diese bekannten Schiffshebewerke be dingen das Vorsehen von hoch über das Was serniveau der obern Kanalhälfte hinaus ragenden Eisenbauten, welche wegen ihrer Sperrigkeit die Sichtbarkeit stark stören. Solche Hebewerke bestehen ferner der Haupt sache nach aus Eisenkonstruktionen, und da sie, zwecks Aufnahme von ganzen Schiffs zügen, bis mehrere hundert Meter lang aus geführt werden müssen, so sind.
sie bei Tem peraturänderungen starken Dehnungen bezw. Zusammenziehungen-, des Baustoffes unterwor- fen, was das dichte Anschliessen des Troges an die Kanalteile verunmöglicht. Ferner sind sie gegen Setzungen sehr empfindlich, indem bei ihrer Länge ganz geringe Setzungen be reits Klemmungen und daher Betriebsstörun gen beim Heben und Senken des Troges her vorrufen.
Um die erwähnten Übelstände zu be heben, ist bei dem Schiffshebewerk gemäss vorliegender Erfindung der Trog mitsamt den zu dessen Bewegung und Stützung die nenden Teilen völlig versenkt in einem Schacht angeordnet und in mehrere Felder unterteilt, von denen jedes mittelst eigener, in ihrer Wirkungsweise unabhängiger Ma schinen gehoben und gesenkt werden kann. Dabei ist zweckmässig auch das Mauerwerk des Hebewerkes in den Trogfeldern ent- sprechende Felder unterteilt, um die Un empfindlichkeit gegeit Setzungen und durch Temperaturänderungen hervorgerufene Lä n- genänderungen zu erhöhen.
Auf beiliegender Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan- des veranschaulicht, und es ist: Fig. 1 ein senkrechter Längsschnitt durch ilas Hebewerk nach der Linie 1-I der Fig. 2, Fig. 2 ein wagrechter Schnitt nach der Linie I1 II der Fig. 3, wobei nur ein Teil des Schiffstroges gezeigt ist, und Fig. 3 ein Querschnitt nach der Linie III=III der Fig. 2.
Vom gezeigten Schiffshebewerk ist der Trog samt seinen Bewegungs- und Stüt- zungsteilen vollständig versenkt in einem gemauerten Schacht 1 angeordnet. In diesem ist ein Schiffstrog 5 in senkrechter Rich tung verstellbar. Der Trog 5 ist in eine An zahl Felder unterteilt, von denen in der Zeich- nuno@ nur die zwei zu äusserst links gelege nen 2 und 3 veranschaulicht sind. Zwischen den einzelnen Trogfeldern ist eine geeignete Dichtung, z. B. eine Gummieinlage, vorge sehen.
Die Trennung der Felder ist eine vollständige, indem sie selbst, wie in Fig. 2 bei 4 angedeutet ist, durch das Mauerwerk 1 geht. Der Trog 5 ist mit seitlichen Mut- tern 6 (Fig. 3) versehen, von denen jede mit einer Schraubenspindel 7 zusammenarbeitet. In Verbindung mit jedem Feld des Ilebe- werkes sind zwei gegenüberliegende, im Mauerwerk 1. verankerte Spindeln 7 vorge sehen.
Zur Gewichtsausgleichung dienen Gegengewichte 8 aus Beton, die durch über Führungsrollen 9 gehende Ketten 10 am Un- f.ergurt des Troges 5 angreifen. Zum Bewe- nAn der einzelnen Spindeln 7 sind besondere Motoren 11 vorgesehen, die über ein Über- setzungsgetriebe 12 und ein Kegelgetriebe 13 auf die Spindeln 7 treiben.
,JPder Motor 11 ist mit dem dazu gehörenden Getriebe 12 und der entsprechenden Führungsrolle 9 auf einer gemauerten Säule 14 gelagert; die Säulen 14 bilden gleichzeitig die seitlichen Begrenzungen von Schächten 24 für die Gegengewichte B. Mit den Spindeln 7 arbei- l:en ferner im Mauerwerk geführte Führungs hülsen 15 (Fig. 3) zusammen; diese werden von mit dem Trog 5 verbundenen Querstre ben 16 bewegt.
Diese Spindeln 7 sind derart stark bemessen, dass sie als Notabstützung des Troges dienen können, wenn aus irgend einem Grunde der Gewichtsausgleich mit den Betongewichten 8 versagen sollte. Um bei grösserer Höhe Knickgefahr auszuschal ten, sind ,jene Führungshülsen 15 angeord net. Selbstredend hört selbsttätig in einem solchen Falle jede Bewegung des Troges durch die Motoren auf, da vorgesehene, in den Figuren nicht gezeigte Maximalkupp lungen sofort nachgeben und somit jede Be schädigung der Motoren verunmöglichen. Das Getriebe hat natürlich Selbsthemmung.
Sämt liche Motoren und Ciretrlebe für das Heben und Senken des Troges 5 befinden sich gut geschützt in einer Maschinenkammer 27, die leicht von oben her zugänglich ist, und somit alle Voraussetzungen erfüllt für die grösste Betriebssicherheit der ganzen Anlage.
Um eine gute Abdichtung zwischen Halterung 17 und Trog 5-zu erhalten, sind die zum Zusammenarbeiten bestimmten Flä chen 18 dieser Teile in der auf der linken Seite von Fig. 1 gezeigten Weise schräg aus gebildet. Der Trog 5 und die Halterungen sind mit drehbaren Klappen 19 versehen. Wie in Fig. 1 mit Bezug auf eine dieser Klappen in vollen Linien gezeigt ist, liegen sie in der Schliesslage unten gegen eine Dich tungsleiste 20 auf, während sie seitlich mit Dichtungsleisten 21 zusammenarbeiten, so dass sie in dieser Stellung ein dichtes Ab schliessen des Troges bezw. der Halterungen bewirken.
In Fig. 1 ist in gestrichelten und in . Fig. 3 in strichpunktierten Linien die gehobene Lage einer dieser Klappen 19 angedeutet. Sie sind mittelst Zapfen im Trog 5 drehbar gelagert und mit einer Schutzleiste 26 für die Schiffe versehen. Für das Drehen der Klappen 19 sind Motoren 22 vorgesehen, die je zusammen mit einem die Bewegung des betreffenden Motors auf einen Zapfen der Klappe 19 übertragenden Ge triebe 25 in einem geschlossenen Gehäuse angeordnet sind. Die Klappen 19 sind durch Gegengewichte 23 entlastet.
Diese Klappen 19 verhindern in offenem Zustande die Sicht barkeit so gut wie gar nicht, was von wesent licher Bedeutung ist.
Um ferner den untern Teil des Schachtes 1 dauernd trocken zu erhalten, ist eine mit Motor angetriebene Pumpe vorgesehen, die das bei jeder Endlage des Troges frei wer dende Spaltwasser zweckmässig vom tiefsten Punkte des Schachtes 1 aus wieder in die untere Halterung fördert und d-abei auch et waiges Sickerwasser mitentfernt. Der Ein fachheit halber ist diese normale Gruppe auf der Zeichnung nicht dargestellt worden.
Infolge der weitgehenden Unterteilung des Hebe- und Mauerwerkes in einzelne Fel der wird die Betriebssicherheit durch Setzun gen oder Verziehungen infolge Temperatur- oder Längenänderungen nicht gefährdet, und es ist ein dichtes Abschliessen des Troges, bezw. ein dichtes Anschliessen desselben an die Halterungen, d. h. an die verschieden hoch gelegenen Kanalteile bei jeder Witte rung ohne weiteres gewährleistet.