CH101272A - Verfahren zur Herstellung eines aus schwer schmelzbaren Metallen, wie z. B. Wolfram, bestehenden Drahtes, insbesondere für elektrische Glühlampen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines aus schwer schmelzbaren Metallen, wie z. B. Wolfram, bestehenden Drahtes, insbesondere für elektrische Glühlampen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung<B>eines</B> aus schwer schmelzbaren Netallen, wie z. B. Wolfram, bestehenden Drahtes, insbesondere für elektrische Glühlampen. Verfolgt man einen gezogenen Wolfram- Leuchtdraht einer elektrischen Glühlamlie während der Lebensdauer der Glühlampe, so bemerkt man, dass seine ursprüngliche Zieh struktur zerfällt und einem unregelmässigen Kristallgefüge Platz macht.
Hierdurcl# oeht seine ursprüngliche Biegsamkeit und Festig keit verloren Um diesem Übelstand, welcher leicht zum Unbrauchbarwerden der Lampe führen kann, zu begegnen, hat man bisher zwei Alittel. angewandt.
Man hat erstens versucht, den Kristalli- sationsprozess hinauszuschieben, indem man dem Draht Fremdkörper, wie z. B. Thorium- oxyd, zugesetzt hat. Durch diese Massnahme werden die störenden Rekristallisationsvor- gänge zwar aufgeschoben, aber nicht ver hindert, so dass der Draht trotzdem im Laufe seiner Brennzeit spröde wird.
Ein anderes Mittel, welches bereits -in einem früheren Patent beschrieben ist, geht darauf aus, den aus einem gespritzten Faden bestehenden Leuchtkörper in einen einzigen Kristall umzuwandeln, so dass er sich im Endzustand befindet und sich beim Brennen nicht mehr verändert. Derartige Leuchtkör- per behalten während des Brennens ihre Duk- tilität. Ihre Herstellung ist aber schwierig und kostspielig. Dazu kommt noch, dass mittelst dieses Verfahrens nicht immer ein unbegrenzt langer Kristall herstellbar ist.
Der erzeugte Faden weist vielmehr öfter in gewissen Abständen Stossstellen auf, die von den aneinander grenzenden Kristallstücken herrühren. Diese sich quer und meist fast rechtwinklig zur Drahtachse erstreckenden Stossstellen bilden nun aber leicht Verau- lassung zu einem vorzeitigen Bruch des Fadens.
<B>-</B> Es ist nun auch vorgeschlagen worden, die für das Kristallwachstum im gespritzten Faden erforderliche Wärrneeinwirkung so zu leiten, dass sich im fertigen Faden überlap- pendeKristallstücke, ergeben. Faden, die aus derartigen Kristallstücken zusammengesetzt sind, bieten allerdings eine geringere Bruch gefahr.
Das die Erfindung bildende Verfahren gestattet nun aber, auf eine weniger kost spielige und gleichzeitig sichere Art, einer) Leuchtdraht mit sich gegenseitig überlappen den bezw. ineinander greifenden Kristall stücken zu erzielen, wobei der Draht gleich zeitig derart gestaltet wird, dass er in seiner ganzen Länge nicht nur bei gewöhnlicher Tempei.atur biegsam ist, sondern auch nach Erhitzung auf höchste Weissglut biegsam bleibt.
Das neue Verfahren geht von einem ge zogenen, also Faserstruktur besitzenden Draht aus und besteht im wesentlichen darin, dass der gezogene Draht zunächst auf die Tempe ratur des beginnenden Zerfalls der Fasern ,gebracht wird. Der Draht wird alsdann so hoch erhitzt, dass die entstandenen Zerfall- produkte auf dem Wege der Rekristallisation sich zu neuen Kristallstücken der geschil derten Art vereinigen. Die Erhitzung darf nicht so langsam ansteigend vorgenommen werden, dass sich eine grobkristallinische Zwischenstufe ausbilden kann.
Eine Ausführungsart des Verfahrens, mit- telst derer man zu den gewünschten Kristall gebilden kommen kann, ist z. B. folgende: Man führt gezogene Drähte zunächst fort laufend mit einer bestimmten Geschwindig keit durch eine Zone erhöhter Temperatur, wobei die Ge3chwiiidigkeit und Temperatur so gewählt sind, dass die Ziehstruktur sich gerade aufzulösen beginnt, was sich an Pro ben mikrophotographisch feststellen lässt. Die Richtigkeit der Bedingungen kann man ferner daran erkennen, dass der Draht eben gerade noch biegsam bleibt, bei Wahl wenig höherer Temperatur aber spröde wird, was man durch Ausprobieren feststellt.
Die Bedingungen sind bei verschiedenen Drähten verschieden und müssen<B>je</B> nach der mechanischen Vor- behandlung und der chemischen Beschaffen heit des Materials (die technisch angewandten Metalle sind bekanntlich niemals absolut gleichartig) in jedem Falle an Proben ermit telt werden. Im zweiten Stadium des Verfahrens wird darin die fortlaufende Temperaturbehandlung bei einer möglichst hohen Temperatur aus geführt.
Eine obere Grenze dieser Tempe ratur ist lediglich durch den Schmelzpunkt des Materials und seine mechanische Festig keit gegeben, auf die durch eine entspre chende Konstruktion der Fördervorrichtungen Rücksicht genommen werden muss. Es ist natürlich auch möglich, nur eine der beiden Beliandlungsstufen auf kontinuierlichem Wege ZD auszuführen.
Bei Wolfranidrähten erhält man beson- derg gute und gleichmässige Resultate durch Zusatz kleiner Mengen schwer schmelzender und schwer reduzierbarer Oxyde zum Aus gangsmaterial des gezogenen Drahtes, was man beispielsweise. in bekannter Weise da durch erzielt, dass man Wolframsäure vor ihrer Reduktion zum Metall in feuerfestem Batterseatiegel auf Temperaturen bringt, die deni Schmelzpunkt der Säure naheliegen, wobei Tiegelmaterial aufgenommen wird.
Es wurde ferner gefunden, dass die Be- rährungsflächen der aneinanderstossenden Kri stallstücke weitgehend vergrössert, die Ver ankerung derselben somit erheblich verbessert wird, wenn man den Draht zwischen den beiden Behandlungsstufen einer mechanischen Deformation unterwirft, z. B. ihn eine oder mehrere Stufen herunterzieht.
Ein Beispiel soll ini folgenden ausführlich beschrieben werden. Man geht aus von<B>ge-</B> zogenem Draht, der unter mechanischer Be arbeitung hergestellt ist. Dieser Draht habe z. B. einen Durchmesser vor) <B>0,051</B> mm. Er wird in einer Atmosphäre von drei Teilen Stickstoff und ein Teil Wasserstoff durch zwei Quecksilberkontakte hindurchgezogen mit einer Geschwindigkeit von<B>8</B> cm in der Minute. Durch die Kontakte, deren Abstand 4 cm beträgt, wird dem jeweils dazwischen befindlichen Drahtstück ein Strom von 1,2 Anip. zugeführt.
Der so vorbehandelte Draht wird nun mehr in normaler )Veise durch eine Düse vom Durchmesser 0,049 min gezogen. Darauf wird der Draht wieder wie bei der Vorbehandlung durch Hindurchführen durch zwei Quecksilberkontakte erhitzt, wobei die Vorschubgeschwindigkeit 4 cm in der Minute, die Länge der Glühstrecke 2 cm und die Stromstärke<B>2,25</B> Amp. beträgt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCII: Verfahren zur Herstellung eines aus schwer schmelzbaren Metallen, wie z. B. Wolfram, bestehenden Drahtes, insbesondere <B>für</B> elektrische Glühlampen, dadurch gekenn zeichnet, dass ein gezogener, Faserstruktur besitzender Draht zunächst auf die Tempe ratur des beginnenden Zerfalls der Fasern gebracht und dann so hoch erhitzt wird, dass die entstandenen Zerfallprodukte sich zu neuen Kristallen vereinigen,wobei zur Ver- meidung einer grobkristallinischen Zwischen stufe die letztgenannte Erhitzung nicht lang sam ansteigend auszuführen ist und in einer der beiden oder beiden Stufen des Verfahrens der Draht durch die Zone der erforderlichen Temperatur in bekannter Weise kontinuier lich hindurchbewegt wird. UNTERANSP.RUGEI: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Draht zwischen den beiden Behandlungsstufen einer mechanischen Deformation unterworfen wird.
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| CH101272D CH101272A (de) | 1921-06-18 | 1922-05-29 | Verfahren zur Herstellung eines aus schwer schmelzbaren Metallen, wie z. B. Wolfram, bestehenden Drahtes, insbesondere für elektrische Glühlampen. |
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