CH101400A - Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Cyanamid. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Cyanamid.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Cyanamid. Durch Behandlung von Cyanamid mit Schwefelsäure oder andern starken Mineral- Auren wird bekannt-lieh Harnstoff gebildet, indem das Cyanamid Wasser gemäss, folgen der Reaktion aufnimmt: CN <B>-</B> NI-Iie + H20<B>=</B> CO(-,\TH2)2- Gleichzeitig mit dieser Hauptreaktioil fin den auch gewisse Nebenreaktionen statt.
Einerseits verbindet sich ein Teil des gebilde- fen Harnstoffes mit Wasser zu Kohlensäure imd Ammoniak. gemäss der Reaktion: <B>CO</B> (NH,), <B>+</B> H,0<B>= CO, +</B> 2 NH# anderseits geht ein Teil des Cyanamids direkt in Ammoniak, und andere' basische Verbin dungen über.
Die Bildung -dieser Basen beeinträchtigt die Herstellung von Harnstoff einerseits da durch, dass sie einen Teil der benutzten Schwefelsäure neutralisieren, so dass die Schwefelsäurekonzentration sinkt, anderseits dadurch, dass das Endprodukt, der Harnstoff, dureh Ammoniumsulfat und andere Salze vor- unreinigt wird. <B>-</B> Da die genannten-.
Reaktionen mit ver- selliedener Geschwindigkeit- bei verschiedener Temperatur verlaufen, ist es zur Erzielung eines guten Resultates erforderlich, bei einer Temperatur zu arbeiten, bei welcher die Um wandlung des Cyanamids in Harnstoff ver hältnismässig schnell stattfindet, -während die nicht wünschenswerten Nebenreaktionen ver hältnismässig langsam verlaufen. Eine solche Temperatur ist zum Beispiel<B>65 ' C.</B> Eine Schwierigkeit beim praktischen Betrieb in grossem Massstab liegt aber in der Aufrecht- haltung dieser Temperatur während des Ver- laufes der Reaktion.
Bei der Umwandlung des Cyanamids in Harnstoff' werden bedeu tende Wärmemengen frei, welche das Reak tionsgemisch um so stärker erhitzen,<B>je</B> stärker die Lösung ist. Weil die Reaktion anfänglich sehr schnell verläuft, hat es sich bei stärkeren Lösungen praktisch unmöglich erwiesen, durch Kühlschlangen oder andere Mittel zur indirekten Kühlung die erzeugte Reaktions wärme genügend schnell zu entfernen, wes halb die Temperatur so hoch stieg, dass sieh ein beträchtlicher Teil des gebildeten Harn stoffes mit der benutzten Schwefelsäure in Junmoniumsulfat umsetzte.<B>.</B>
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Aufrechthaltun praktisch genommen <B>9 1</B> konstanter Reahtionstemperatur bei der Um wandlung von Cyanamid in liariistoif in<B>An-</B> wesenheit einer Mineralsäure unter Ausnut zung der Reaktionswärme.
Die Erfindung besteht im wesentlichen da,rin, dass die Re aktionswärme in dem Masse, wie sie ent wickelt wird, zu einer geregelten Abdamp- fun- eines Teils des Wasser-ehaltes der Lb- zn <B>k2</B> sung benutzt wird.
Die praktische Ausführung der Erfindung kann in. verschiedener Weise erfolgen. Eine geeignete Ausführungsform ist folgende: Die Cyanamidlösung wird mit Schwefelsäure in solcher Menge versetzt, dass sie 1-normal mit Bezug auf Schwefelsäure ist, und wird durch äussere Wärmezufuhr auf eine Temperatur von etwa<B>65 ' C</B> erhitzt. Wenn die Reaktion begonnen hat und die Temperatur zu steigen anfängt, wird die Lösung allmählich über ein Gradierwerk gepumpt, so dass ein Teil des Wassergehaltes der Lösung auf Kosten der entwickelten Reaktionswärme abdampft, wonach die somit gekühlte und teilweise konzentrierte Lösung nach dem Reaktions gefäss zurückgeleitet wird.
Eine andere Aus führungsform besteht darin, die Reaktion in einem geschlossenen Gefäss auszuführen, das mit einer Vakuumpumpe und einer Konden sationsvorrichtung in Verbindung stelit, und in dem Reaktionsgefäss einen so niedrigen Druck aufreehtzuhalten, dass die Flüssigkeit ins Kochen gerät, sobald die gewünschte Re aktionstemperatur erreicht wird.
Ein dritta# Verfahren besteht darin, die Umwandlung selbst bei Atmosphärendruck auszuführen und die Lösung durch einen unter Vakuum stehenden Apparat oder Kessel in Umlauf zu halten, in welchem ein Teil des Wassers ab dampft unter Bindung von so viel Wärme, dass die Temperatur etwas unter die beab- siehtigte Reaktionstemperatur hinabgeht, z.B. bis zu 45<B>' Q</B> wonach die Lösung in das Rea,1-,tionsc-)efäss wieder zurückgeführt wird, worin sie eine gewisse Temperaturerniedri gung herbeiführt.
Auch andere Verfahren zur Verwertung der Reaktionswärme zwecks Ver dampfung eines Teils des Wassergehaltes der Lösung unter Beibehaltung einer prak tisch genommen konstanten Temperatur sind möchch.
Durch die besuhriebene Methode zur Küh lung des Reaktionsgemisches kann die Re aktion in einer besonders vorteilhaften Weise geregelt werden, so dass nicht erwünschte Nebenreaktionen nur in sehr geringem Um fang entstehen, und die Reaktionswärme zur Konzentrierung der Lösung verwertet wird.
Bei Lösungen, welche in bezug auf Cy- anamid <B>15</B> %ig und in bezug auf Schwefel säure 1-normal sind, genügt die Reaktions wärme zur Verdampfung von etwa 20<B>%</B> des ursprünglichen Wassergehaltes. Die Reak tion wird in etwa fünf Stunden vollständig durchgeführt.
Wenn die Reaktion beinahe beendigt ist, und der grösste Teil des Cyanamids umge wandelt worden ist, wird die Wärmeentwick lung gering, so dass es gegebenenfalls erfor derlich ist, Wärme von aussen zuzuführen, um die Reaktionstemperatur aufrechtzuhalten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Umwandlung von Cyana- inid in Harnstoff in Anwesenheit einer Mine ralsäure, dadurch gekennzeichnet, dass die, bei der Umwandlung entwickelte Reaktions wärme, in dem Masse wie sie entwickelt wird, zu einer geregelten Verdampfung eines Teils des Lösun"swassers benutzt wird. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Eindampfung der Lösung unter Vakuum stattfindet.
Applications Claiming Priority (1)
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| SE101400X | 1922-02-03 |
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| CH101400A true CH101400A (de) | 1923-09-17 |
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| CH101400D CH101400A (de) | 1922-02-03 | 1922-08-23 | Verfahren zur Herstellung von Harnstoff aus Cyanamid. |
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1922
- 1922-08-23 CH CH101400D patent/CH101400A/de unknown
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