CH101825A - Verfahren zur Herstellung von Hochdruckformen für den Buchdruck. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Hochdruckformen für den Buchdruck.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Hochdruckformen für den Buchdruck. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Hoch druckformen für den Buchdruck.
Er ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Gelatineschicht, welche teils durch Chromie- rung und Belichtung gegerbte und deshalb wasserfeindliche Stellen, teils ungegerbte und deshalb wasserfreundliche Stellen enthält, zu nächst mit einer fettigen Substanz, welche nur an .den gegerbten Stellen haftet, und hiernach mit einer nur von den ungegerbten Stellen an genommenen wässerigen Zubereitung über gangen wird, welche die Eigenschaft hat, bei der Erhitzung eine körperhafte .Schicht ent stehen zu lassen,
worauf die soweit behandelte Druckf orm durch Erhitzen zum Relief ent wickelt wird.
Es folgen zwei Ausführungsbeispiele des Verfahrens.
Beispiel <I>1:</I> Ein biegsame Unterlage, z. B. ein Blatt aus Karton oder festem Papier, wird mit chromierter Gelatinelösung bestrichen, cl. h. mit einer Lösung von Gelatine, welche mit einer Chromsalzlösung, z.
B. Kalium-Bichro- matlösung, versetzt wurde. Die Unterlage wird dann im Dunkeln getrocknet, mit dem Ergebnis, :dass man eine lichtempfindliche Ge- latineschicht erhält und die- Unterlage "grun- diert" ist, wie der technische Ausdruck lautet.
Nachher wird die Unterlage mit der liebt empfindlichen Gelatineschicht unter einer Glasplatte mit Photographie, einem photogra phischen Film. .oder einer Pausezeichnung be lichtet, welche das wiederzugebende Bild (Schrift, Zeichnung) aufweist und nur die Gegensätze weiss und schwarz, aber keine Zwischenstufen hat. Die Gelatinesohicht wird an den vom Licht getroffenen Stellen unlös lich, hornig, trocken, zur Aufnahme von Was ser wenig geneigt, "gegerbt", wie- der tech nische Ausdruck lautet.
An den unbelichteten Stellen bleibt sie für warmes 'Wasser löslich, weich, relativ feucht oder zur Aufnahme von Wasser oder einer wässerigen Lösung geneigt: Durch kaltes Wässern wird nunmehr das unverändert gebliebene Chromsalz aus den unbelichteten Stellen der Gelatineschicht ent fernt, um -die Lichtempfindlichkeit dort auf zuheben, also weitere, nunmehr schädlichVer- änderungen dieser Gelatineschicht durch das Licht zu verhindern.
Die Unterlage mit Ge- latineschicht wird getrocknet, jedoch nicht bis zu völliger Dürre der unbelichteten Stellen. Dadurch wird diese Gelatineschicht ein diffe renziertes Verhalten gegen Fett einerseits, Wasser oder wässerige Lösungen anderseits zeigen.
Des weiteren wird auf die Gela.tineschicht eine fettige Masse, z. B. Lithogra.phentusch, Buchdruekfarbe, gewalzt. Wegen .des ver schiedenen Verhaltens dieser Gelatineschicht gegen Fett und Wasser und wegen der Feind schaft zwischen Fett und Wasser wird die Masse nur von den hornigen, trockenen, be lichtet gewesenen, gegerbten Stellen besagter Gelatineschicht angenommen, von den relativ feuchten, unbelichtet gewesenen Stellen ab gestossen.
Auf die ganze Fläche der so vorbereiteter: Unterlage wird die in der Einleitung er wähnte wässerige Zubereitung aufgetragen. welche fettfeindlich ist und dank der Vorbe reitung :der Unterlage mit Sicherheit und säu berlich nur von denjenigen Stellen der Gela- tineschi:cht angenommen wird, welche nicht von der fettigen Masse bedeckt, dagegen was serfreundlich sind, weil sie ja bei der Belich tung unter der Platte, dem Film oder der Pauszeichnung gegen Licht geschützt waren.
Dank der beschriebenen Vorbereitung hat man nicht die Zubereitung durch Handarbeit (Schreiben, Zeichnen, Malen) aufzutragen; sie wird im Gegensatze dazu mechanisch mit Hilfe der Photographie oder des Pausens auf getragen, wobei gleichzeitig eine scharfe Ab- grenzung ,der mit der Zubereitung zudecken den Flächen oder Linien erzielt wird.
Diese Zubereitung kann vorzugsweise aus S.cholz- scher Quelltinte bestehen, welche die Eigen- sehaft besitzt, aus einem an sich körperlosen, d. h. beim gewöhnlichen Trocknen eine Schicht von messbarer Dicke nicht ergebenden Auftrag bei der Erhitzung eine körperhafte Schicht zu bilden, :d. h. eine Schicht von messbarer Dicke und ziemlicher Festigkeit.
Deren Zusammensetzung kann zum Beispiel in Gewichtsteilen die folgende sein: 9 Teile Gummi arabicum oder Kolopho nium, fein gepulvert, 1 Teil Autogra.phie- time, 1 Teil Zinkweiss, als neutraler Mineral stoff, fein gepulvert.
Die genannten Stoffe werden mit so viel Wasser angerührt, da.ss eine gut fliessende Zu bereitung entsteht.
Die Unterlage mit Gelatineschicht und Zubereitung wird erhitzt, wodurch diese letz tere aufgeht und eine körperhafte Schicht von zureichender Höhe bildet, um eine reliefartige Form mit zwei Stufen, Grundfläche und Hochfläche, zu geben. Hatte das Original Flächen in schwarz und weiss, so weist die Form eigentliche Grundflächen und Hoch flächen .auf; hatte es schwarze Linien auf weissem Grunde, so zeigt die. Form erhöhte Linien auf einer Grundfläche; hatte es weisse Linien auf schwarzem Grunde, so weist die Form eine Hochfläche mit Farben auf. Bei einer Erwärmung auf<B>150'</B> C entsteht schon das Quellrelief, man kann aber auch ohne Schaden bis gegen 500 C gehen.
Die so gewonnene Form kann unmittelbar zum Drucken in der Buehdrückerpresse ver wendet werden oder zur Herstellung von Stereotypieplatten .durch Abguss oder zur Ge winnung galvanostegischer Druckplatten durch Iiupferniedersehlag im galvanischen Bade benutzt werden. Beim stereotypischen Abguss kehrt sich natürlich Positiv (schwarze Linien auf weissem Grunde) und Negativ (weisse Linien auf schwarzem Grunde) um, welchem Umstand Rechnung getragen wer den muss.
Zur Auftragung der chromierten Gelatine s.chicht auf die Unterlage kann die mit Gela- t.inelösung bestrichene Unterlage in einer Chromsalzlösung gebadet und dann im .Dun keln getrocknet werden.
Bei .der Herstellung von Stcreoty pieplat- ten kann man die Unterlage mit. dem noch unentwickelten Quelltinteaufstrich in die Giessform legen und das flüssige Metall von etwa 250' darauf giessen, wobei das Auf quellen von selbst eintritt und zugleich der Abguss erhalten wird.
In der Zubereitung kann Gummi a.rabi- cum durch fein gepulvertes Kolophonium er setzt werden; dem Zinkweiss kann man als weitere neutrale Mineralstoffe zum Beispiel Schlemmkreide, Gips hinzufügen; die Auto graphietinte kann fallen gelassen werden.
Die Unterlage kann auch unbiegsam sein. Beispiel <I>2:</I> In diesem Beispiel wird die Zeichnung auf der Gelatineschicht zeichnerisch oder durch Auf drucken (wie man sonst mit Farben druckt) hervorgebracht. Zu ,diesem Zwecke wird die Unterlage mit einer unehromierten Gelatinelösung bestrichen. An den Stellen, welche später in der Hochdruckform tief lie gen sollen, trägt man ein Chromsalzpräparat, z. B. eine mit Kaliumbichromat versetzte Farbe auf; wodurch sie lichtempfindlich wer den.
Man setzt die Unterlage mit Gelatine schicht dem Licht aus, wässert und trocknet sie, so dass die chromierten Stellen hornig, wasserfeindlich, gegerbt werden. Im übrigen verfährt man wie im ersten Beispiel.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Hoch druckformen für den Buchdruck, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Gelatinesehicht, wel che teils durch Chromierung und Belichtung gegerbte und deshalb wasserfeindliche Stel len, teils ungegerbte und deshalb wasser freundliche Stellen enthält, zunächst mit einer fettigen Substanz, welche nur an den ge gerbten Stellen haftet, und hiernach mit einer nur von den ungegerbten Stellen angenomme- neu wässerigen Zubereitung übergangen wird, welche die Eigenschaft hat, bei der Erhitzung eine körperhafte Schicht entstehen zu lassen, worauf die soweit behandelte Druckform durch Erhitzen zum Relief entwickelt wird.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch,Jadurch gekennzeichnet, dass zur Gewinnung der Gelatineschicht mit gegerbten und unge- gerbten Stellen eine ehromierte Gelatine schicht unter einem Sehwarzweissbild be- lichtet"duDch Auswaschen des unverändert gebliebenen Chromsalzes entwickelt und getrocknet wird. 2.Verfahren gemäss Patentanspruch, -dadurch gekennzeichnet, dass zur Gewinnung der Gelatineschicht mit gegerbten und unge- gerbten Stellen eine Chromsalzlösung auf eine unchromierte Gelatineschicht stellen weise aufgetragen wird, um die Gelatine- sehicht .an diesen Stellen lichtempfindlich zu machen und durch Belichtung die ehro- mierten Stellen gegerbt werden.Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die wässerige Zube reitung aus Gummi ar abi.cum, wenigstens einer neutralen Mineralsubstanz und so viel Wasser zubereitet wird, dass.diese Zu bereitung gut fliesst.
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