CH101826A - Verfahren zur Herstellung von Urformen für den Buchdruck und nach diesem Verfahren hergestellte Urform. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Urformen für den Buchdruck und nach diesem Verfahren hergestellte Urform.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Urformen für den Buchdruck und nach diesem Verfahren hergestellte Urform. Vorliegende Erfindung umfasst ein Ver fahren zur Herstellung von Urformen für den Buchdruck, von welchen durch stereotypi schen Abguss oder Galvanostegie Hochdruck formen erhalten werden können und eine nach diesem Verfahren hergestellte Urform.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeich net, dass man eine Masse bereitet, indem man Gips, wenigstens einen andern neutralen Mineralstoff, Leim, und ein Mineralöl mit Wasser anrührt, dann die so gewonnene Masse auf eine plane Unterlage aufträgt und schliesslich durch Herausheben von Teilen der Masse die gewünschte Urform gewinnt.
Die Urform besteht aus einer Unterlage und einer auf diese letztere aufgetragenen Masse, welche Masse durch ein Gemisch von Gips, wenigstens einem andern neutralen Mineralstoff, Leim und einem Mineralöl ge bildet ist.
Hier ist ein Ausführungsbeispiel des Ver fahrens.
In diesem Ausführungsbeispiel hat die Masse folgende Zusammensetzung:
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Gips <SEP> 4,0 <SEP> Gewichtsteile
<tb> rein <SEP> zerkleinertes <SEP> Zinkweiss <SEP> 2,0 <SEP> "
<tb> Fein <SEP> zerkleinerte
<tb> Schlemmkreide <SEP> 2,0 <SEP> "
<tb> Leim <SEP> (trockener) <SEP> 1,5 <SEP>
<tb> Gutes <SEP> mineralisches
<tb> Maschinenschmieröl <SEP> 2,0 <SEP> " wobei .das Zinkweiss und die Schlemmkreide ,die andern neutralen, in der Einleitung er wähnten Mineralstoffe darstellen.
Der Leim wird für sich mit der gleichen GewicMsmenge Wasser angemacht, und zwar nimmt man 3 Gewichtsteile Leimsatz (wovon also 1,5 Gewichtsteile trockene Leimsubstanz sind) auf die übrigen angegebenen Bestand teile, d. h. 4 Gewichtsteile Gips, 2 Gewichts teile Zinkweiss, 2 Gewichtsteile Schlemm- kreide. Alle diese Stoffe (einschliesslich des Leimsatzes) werden mit 17 Gewichtsteilen Wasser zu einem dünnen, gleichmässigen Brei verrührt. Nachdem .dies geschehen ist, wird der Brei mit zwei Gewichtsteilen guten mine ralischen Maschinenschmieröls innig verrührt.
Der Brei wird sodann auf die Unterlage, wel che zum Beispiel aus dunkelgefärbter Ma- trizenpappe besteht, in dünner, gleichmässiger Schicht aufgetragen, was am besten auf ma schinellem W ege (ähnlich wie das der Barytleimschicht auf die Kunstdruck papiere) durch Walzen geschieht. Es emp fiehlt sieh, den angesetzten Brei vor dem Auf tragen auf Farbmühlen oder Walzenstühlen feinstens zu vermahlen.
Die mit der Masseschicht überzogenen Unterlagen lassen sieh unbeschränkt lange aufbewahren; es bedarf zur Erhaltung ihrer Verarbeitungsfähigkeit besonderer Sorgfalt (etwa hinsichtlich der Aufrechterhaltung eines gewissen Feuchtigkeitsgrades) nicht.
Die so bereitete blanke Urform kann in einfacher und künstlerisch dankbarer Weise von einem zeichnenden Künstler selbst durch ein einfache Gravier- oder Schabtechnik her ausgearbeitet, indem aus der Schicht der Masse diejenigen Linien oder Flächen, welche im Abdruck schwarz werden sollen, mit der Ra diernadel oder dem Schabmesser bis auf die Oberfläche der Unterlage herausgehoben wer den; von der so bearbeiteten Ausführungs form werden dann auf dem Wege der Stereo typie ebene oder gewölbte Stereotypieplatten oder durch Galvanostegie die für den Buch druck erforderlichen Hochdruckformen ge wonnen. Dank ihrer Zusammensetzung ist die Masse einigermassen elastisch.
Dies hat zu nächst den Vorteil, dass ein Splittern der Strich- oder Schnittränder nicht vorkommt, indem diese Ränder vollkommen glatt sind; es lassen sich also äusserst zarte und feine Striche hervorbringen. Des weiteren kann man Striche ganz dicht nebeneinander setzen, ineinanderlaufen und einander kreuzen las sen, ohne das Herausspringen schmaler oder inselartiger Massenteilchen befürchten zu müssen.
Wegen dieser Elastizität der Masse ist es möglich, die Masseschicht durch eine bis zur Oberfläche der Unterlage durchgehende Ra sterung in ein System einzelner Massepunkte (Kegel, Tüpfelchen) aufzulösen und dadurch dem schliesslichen Abdruck, wenn erwünscht, einen gerasterten Grund zu verleihen. Soll die Nasseschicht durch Rasterung aufgelöst werden, so kann dies nach ihrer guten Trocknung durch Überwalzen mit einer entsprechend bemusterten Walze, durch Ein drücken einer entsprechend gemusterten Press- platte oder durch eine Art Fräsung geschehen, indem die Unterlage mit Masseschicht mit einer aus dicht nebeneinander liegenden Kreis messern bestehenden Walze kreuzweise über gangen wird.
Wenn die erwähnte Ausführungsform zur Herstellung von Hochdruckformen durch Gal- vanostegie dienen soll, so wird sie durch Ein tauchen in oder durch Übergiessen mit einer durch Wärme genügend dünnflüssig gemach ten waehsartigen Masse (Wachs, Stearin, Pa raffin) mit: einem dünnen, aber gegen die Ein wirkung des galvanischen Bades schlitzenden Überzug versehen. Die so vorbereitete Urform wird durch Auftragen von Graphitpulver leitend gemacht und hält nun selbst sehr langes oder wiederholtes Verweilen im Bade aus.
Die niedergeschlagene Kupferhaut wird auf der Rückseite (d. h. der im Bade der reliefartigen Fläche entgegengesetzten Seite) hintergossen, so dass auch hier .die Oberfläche der Unterlage die schliesslich- Druckfläche ergibt.
Die Schicht kann auf die Unterlage so dicht aufgetragen werden, dass die Tiefe der Hochdruckfarm, also der Abstand zwisehen druckender Oberfläche und zurückliegender Bodenfläche unter allen Umständen hinrei chend gross wird; dagegen ist es für die künstlerische Herausarbeitung der Urform vorteilhaft, wenn die Schicht recht dünn ist, so dass der zeichnende Künstler, soweit es sich um Striche handelt, nicht tief zu graben braucht, sondern mehr wie beim Schreiben oder Zeichnen verfahren kann.
Dann -aber wird die hergestellte Hochdruckform, wenn es sich um grössere weisse Flächen han delt, nicht tief genug; es trifft die Gefahr der Berührunz des Grundes der Hochdruck form mit der Farbwalze ein. Nun kann man bei einer Urform auf die gedachten Flächen teile nachträglich Masse auftragen, welche mit der ursprünglichen aufgetragenen bindet, um, entsprechend der stellenweisen Erhöhung der Urform, die Hochdruckformen an den betreffenden Stellen zu vertiefen. Solches nachträgliches Auftragen kann mit Pinsel, Feder oder Schreibröhre (in eine Spitze aus gezogene Glasröhrchen) geschehen.
Die Zusammensetzung der aufgetragenen Masse kann von der angegebenen verschieden sein; z. B. können die andern neutralen Mi neralstoffe nur aus Schlemmkreide oder nur aus Zinkweiss bestehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Urformen für den Buchdruek, von welchen durch stereo typischen Abguss oder Galvanostegie Hoch druckformen erhalten werden können, da durch gekennzeichnet, dass man eine Masse bereitet, indem man Gips, wenigstens einen andern neutralen Mineralstoff, Leim und ein Mineralöl mit Wasser anrührt, dann die so gewonnene Masse auf eine plane Unterläge aufträgt, und schliesslich durch Herausheben von Teilen der Masse die gewünschte Urform gewinnt. UNTERANSPRÜCHE: I.Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man zur Vor bereitung der Masse zuerst den Leim mit etwa der gleichen Gewichtsmenge Wasser anrührt, hiernach alle Bestandteile des Ge misches, mit Ausnahme des Mineralöls, mit etwa 17 Gewichtsteilen Wasser und schliesslich das Mineralöl mit dem so entstandenen Brei verrührt. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man zur Vor bereitung der Masse etwa 4 Gewichtsteil Gips, 2 Gewichtsteile Zinkweiss und 2 Ge wichtsteile Schlemmkreide als andere neu trale Mineralstoffe, 1,5 Gewichtsteile Leid (auf die trockene Substanz bezogen), so wie 2 Gewichtsteile Maschinenschmieröl mischt. 3.Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die Masse nach dem Herausheben von Teilen mit einem schützenden Überzug gegen die Ein wirkung eines galvanischen Bades versieht und durch Auftragen von Graphit leitend macht, damit aus der Urform die Hoch druckformen im galvanischen Bade ge wonnen werden können. 4. Verfuhren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass nach dem Her ausheben von Teilen der Masse grössere Flächenstücke, welche im Abdruck weiss werden sollen, durch weiteres Auftragen derselben Masse verstärkt werden. 5.Verfahren gemäss Patentanspruch I, da- @durch gekennzeichnet, @dass die Masse mit einem bis zur Oberfläche der Unterlage ,durchgehenden Rastermuster versehen wird.PATENTANSPRUCH Il: Urform, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass sie aus einer Unterlage und einer auf diese letztere aufgetragenen Masse besteht, welche Masse durch ein Gemisch von Gips, wenigstens einem andern neutralen Mi neralstoff, Leim und einem Mineralöl gebil det isi-. UNTERANSPRüCHE G. Urform gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch von etwa 4 Gewichtsteilen Gips, 2 Gewichtsteilen Zinkweiss und 2 Gewichtsteilen Schlemm- kreide als neutralen Mineralstoffen, 1,5 Gewichtsteilen Leim und 2 Teilen Ma schinenschmieröl gebildet ist. 7.Urform gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einem gegen die Einwirkung eines galvanischen Bades schützenden Überzug und mit einem Gra- phitanstrich versehen ist, um sie zur Ent nahme der Hochdruckform durch Gal- vanostegie geeignet zu machen. B. Urform gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch ein bis zur Oberfläche der Unterlage durchgehen des Rastermuster enthält.
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