CH102283A - Verfahren zur Herstellung hochprozentiger, nicht auswitternder, haltbarer Seife. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung hochprozentiger, nicht auswitternder, haltbarer Seife.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung hochprozentiger, nicht auswitternder, haltbarer Seife. Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren zur Herstellung hochprozentiger, nicht auswitternder Seife. Zu diesem Zwecke ver fährt man nach vorliegender Erfindung so, dass man geschmolzene Fettsäuren in der Nähe ihres Schmelzpunktes mit wenigstens der zur Verseifung theoretisch notwendigen Menge bis höchstens dem doppelten Gewicht davon an kalzinierter, bis höchstens 300/0 ihres Gewichtes Feuchtigkeit enthaltender Soda innig mischt, bis eine vollständige gleichförmige Masse entstanden ist.
Es kommt also hierbei auf ein Molekül Fettsäure '/2 bis 1 Molekül an kohlensaurem Natron. Die so erl altere Mischung erhitzt sich nach kurzer Zeit durch die bei der Verseifung auftreten den chemischen Vorgänge von selbst und verwandelt sich dabei in eine völlig verseifte, praktisch sofiafreie, hochkonzentrierte Seifen- mässe, die neben geringen Anteilen an Wasser aus einer, der angewendeten Fettsäure ent sprechenden Natroriseife und falls 1 Molekül Soda angewendet würde, aus Natriumbikar- bonat besteht.
Es ist empfehlenswert, hierbei für eine gute Kühlung der Mischung Sorge zu tragen, damit nicht eine Verbrennung der Masse stattfindet. Die Beendigung der hier stattfindenden chemischen Vorgänge erkennt man daran, dass eine gezogene Probe an Äther keine urverseifte Fettsäure mehr ab gibt. Die so erhaltene Seife wird vor dem vollständigen Erstarren in bekannter Weise in eine versandfähige Form gebracht, z. B. in Form vbri Strängen oder Presslingen ; nach dem Erstarren lässt sich die Seife gut pul vern. Die geformten Stücke besitzen insbe sondere den Vorzug, dass sie praktisch un begrenzt haltbar sind, nicht platzen und keine Sofiaauswitterungen zeigen.
Ferner reagiert die so hergestellte Seife nicht alka lisch und ist gleichermassen für das Waschen von Wolle und Seide, wie auch für die Haut pflege zu benutzen.
Beispiel In einen Kessel mit Rührwerk bringt man 1000 kg Olein von einer Säurezahl von 200 auf eine Temperatur von 30-35 Grad Cel sius und setzt 300-350 kg gut gemahlene kalzinierte Soda zu, wobei man einen voll ständig homogenen dünnen Brei erhält. Wenn dieser nach kurzem Rühren so dickflüssig ist, dass er sich nicht mehr entmischen kann, lässt man die Reaktionsmasse auf Bleche ab und stellt diese in Trockenkammern. Der Seifenbrei bläht sich dann im Laufe der nächsten Stunden, je nach der Menge der angewandten Soda mehr oder weniger in folge der Kohlensäureentwicklung auf und stellt dann eine harte, poröse homogene Seifenmasse dar.
Diese Masse ist leicht pul verisierbar, löst sich in reinem Wasser leicht und klar auf und entwickelt eine hohe Schaum- und Reinigungskraft.
Verwendet man auf zwei Moleküle Fett säure nur ein Molekül wasserfreie Soda, so ist zumal beim Arbeiten in kleinen Mengen zum Austreiben der Kohlensäure unter Um ständen ein Nacherhitzen in Trockenkam mern nötig. In all den Fällen jedoch, wo ein kleiner Überschuss von Soda also auf ein Molekül Fettsäure ein Molekül Soda, ver wendet wird, tritt durch die Bildung von Ei karbonat die Selbsterhitzung in einem so starken Masse ein, dass eine vollständige Ver- seifung schon nach kurzer Zeit zu beobachten ist.
Der Endpunkt der Reaktion ist daran zu erkennen, dass eine entnommene pulverisierte Probe an Äther keine Fettsäure mehr ab gibt.
Beispiel <I>2:</I> 1000 kg flüssige Palmkernölfettsäure von einer Säurezahl von 250 lässt man in eine Wischtrommel mit gutem Rührwerk, in die man vorher 450-"000 kg kalzinierte Soda hineingebracht hat, in kräftigem Strahle, etwa bei einer Temperatur von<B>350</B> Celsius einfliessen. Man erhält alsdann einen dünn flüssigen Brei, der sich durch die eintretende Verseifung erwärmt, nach dem Abkühlen dicker und dicker wird und schliesslich als eine vollständig homogene, feste, bröcklige Masse leicht aus dem Mischgefäss entfernt werden kann.
Am andern Tage ist die ge bildete Reaktionsmasse so hart und spröde, dass sie sich nunmehr leicht mahlen lässt, sich nicht mehr fettig anfühlt und nur noch aus einem Gemisch von Seife und Bikarbonat besteht, Sich in Wasser klar löst und ein hohes Reinigungs- und Schaumvermögen ent wickelt.
Beispiel <I>3:</I> 1000 kg flüssige, destillierte Kottonölfett- säure (Soapstockfettsäure) von einer Säure zahl von 202 werden in einer Mischtrommel mit kräftigem Rührwerk mit 400 kg trocke ner kalzinierter Soda bei etwa 30-35 Cel sius vermischt.
Nenn die .blasse teigförmig geworden ist und nicht mehr klebt, wird sie durch eine am Boden des Mischgefässes liegende Schnecke in eine Strangpresse ge presst und entweder hydraulisch oder me chanisch in Stränge von beliebigem Durch messer geformt. Diese werden nach kurzer Zeit durch die nunmehr eintretende vollstän dige Verseifung hart und spröde und zeich nen sich durch ein gutes Äusseres und gute Haltbarkeit aus.
Man ist bei diesem Verfahren in der Lage, bei Verwendung geeigneter Apparaturen, kon tinuierlich Seife darzustellen. Der Arbeits gang vom Einlaufen der flüssigen Fettsäure bis zum Austreten der festen, verseiften, verkaufbaren Stränge erfordert je nach der Temperatur und der Art der Fettsäuren nur ein Viertel bis eine Stunde. <I>Beispiel</I> 1000 kg geschmolzene Kokosölfettsäure von einer Säurezahl von 255 werden mit 600 kg kalzinierter Soda, die 20'/o Wasser enthält und sehr fein gemahlen ist, in einer Misch trommel zusammengeführt, worauf nach einiger Zeit die Masse teigförmig erstarrt, sich alsdann erwärmt und sich vollständig verseift.
Wenn die Masse nicht mehr klebt, wird sie durch eine Strangpresse entweder zu Nudeln geformt oder nach dem Erkalten gemahlen und das Pulver zu Stücken ge- presst. Die so erhaltenen Stücke enthalten keine Soda. mehr, sondern nur Eikarbonat und etwas Wasser. Sie platzen nicht, sind unbegrenzt haltbar und zeigen auch selbst nach jahrelangem Lagern keine Sodaaus- witterungen mehr.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung hochprozen tiger, nicht auswitternder, haltbarer Seife; dadurch gekennzeichnet, dass man geschmol zene Fettsäuren in der Nähe ihres Schmelz punktes mit der einfachen, bis höchstens der Doppelten d-er zur Verseifung theoretisch notwendigen Menge an pulverförmiger, kal- zinierter, bis höchstens 30 /o ihres Gewichtes Feuchtigkeit enthaltender Soda innig mischt, bis eine vollständig gleichförmige Seifen masse entstanden ist, worauf man die so er haltene Seifenmasse in bekannter Weise in eine versandfähige Form bringt.
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| CH102283D CH102283A (de) | 1922-05-20 | 1922-05-20 | Verfahren zur Herstellung hochprozentiger, nicht auswitternder, haltbarer Seife. |
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