CH103433A - Verfahren zur Entsäuerung von Fetten. - Google Patents

Verfahren zur Entsäuerung von Fetten.

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CH103433A
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Nicolaas Dr Goslings
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  Verfahren zur     Entsäuerung    von Fetten.    Beim     Raffinieren    von sauren, bei ge  wöhnlicher Temperatur festen oder flüssigen  Fetten, zum Beispiel von fetten Ölen, wird  in der Regel derart verfahren, dass die sich  im Fett befindlichen Säuren mit     Alkaliver-          bindungen,    zum Beispiel verdünnten Alkali  laugen,     neutralisiert    werden, wodurch wasser  lösliche Seifen entstehen.  



  Dieses Verfahren besitzt den grossen  Nachteil, dass die vom Fett getrennte Seife  noch grosse Mengen mechanisch eingeschlos  senes     Neutralfett    -enthält, welches weder  durch Pressen, nach durch Zentrifugieren von  der Seife getrennt werden kann. Man hat  zwar versucht, durch zweckmässige Extrak  tion des von der Seife eingeschlossenen Neu  tralfettes mit geeigneten Lösungsmitteln das  Fett nahezu vollständig aus der Seife zu ent  fernen, doch kommt dieses Verfahren, der  Kosten einer Extraktion und der Umständ  lichkeit wegen, für die Praxis nicht in Be  tracht.

   Man hat auch versucht, durch Zusatz  verschiedener Salze bei der Neutralisation  der freien Fettsäuren mit den genannten Al  kallverbindungen die Seife und das Neutral-    fett so voneinander zu trennen, dass die Seife  möglichst wenig Fett mit sich reisst, jedoch  ebenfalls ohne genügenden Erfolg.  



  Man ging daher .einen Schritt weiter und       bewerkstelligte        idie        Neutralisation    der Fette  mit solchen Basen, zum Beispiel     Erdalkali-          hydroxyden,    welche in Wasser unlösliche  Seifen liefern. Bei der Anwendung dieser  Verfahren blieben aber in den vom Fett ge  trennten unlöslichen Seifen noch beträcht  liche Mengen     Neutralfett    zurück, welche       Mengen    infolge der Natur dieser Seifen auf  keinerlei Art bis unter 30      /a    zu entfernen  waren.

   Es gelang nun gemäss vorliegendem  Verfahren, .diese     Art    der     Entsäuerung    zu ver  bessern, und zwar auf eine ähnliche     Weise,     wie dies, wie oben angegeben, für das sich  auf die Benützung von     Alkaliverbindungen     stützende Verfahren versucht wurde.  



  Es wurde nämlich gefunden, dass, wenn  man der zum Entsäuern der Fette verwende  ten wässerigen Lösung     bezw.    Suspension der  genannten Basen, zum     Beispiel    Metalloxyden       bezw.        Metallhydroxyden,    welche mit den      Fettsäuren eine in Wasser unlösliche Seife  bilden, eine derartige Menge eines wasser  löslichen Salzes zusetzt, dass das Wasser, wor  in die Base sich befindet, damit .eine wenig  stens nahezu     geAttigte,    zum Beispiel eine  ganz gesättigte Lösung bildet, sich eine grob  körnige,     wasserunlösliche    Seife abscheidet,  welche nur sehr wenig Fett enthält, und wor  aus dieses bis auf geringe Spuren entfernt  werden kann.

   Die auf diese Weise erhaltene  wasserunlösliche Seife kann ohne weiteres  transportiert und gemahlen werden, sie ist  auch leicht in eine lösliche Seife überzu  führen.  



  Als wasserlösliche Salze kommen haupt  sächlich Kochsalz und Glaubersalz in Be  tracht, auch     Chlorcaleium    kann verwendet  werden. Die Neutralisation kann ausser mit  Kalk auch mit andern Basen, wie zum Bei  spiel     Bariumhydroxyd,        Magnesia.,    Zinkoxyd  u. a., vorgenommen werden, während bei Kalk  und     Ba.riumhydro.xyd    selbstverständlich kein  Glaubersalz verwendet wird.  



  Die leichte     Entfernbarkeit    der der un  löslichen     Seife    noch     anliaften.den    Fette be  ruht auf dem grobkörnigen Zustand     .dersel-          ben,    bei dem zum     vorneherein    schon wenig  Fett oder 01 eingeschlossen wird.

   Während  man bis jetzt bei der     Entsäuerung    eine Kalk  seife erhielt mit 30-75 %     Neutralfett,    er  hält man nach diesem Verfahren je nach der       Art    des     behandelten    Fettes eine     Kalkseife     mit 5-12 %     Neutralfett,    was bei einem     Roh-          fett,    zum Beispiel     einem    Rohöl mit 8 % freien  Fettsäuren, mit einem Verlust von ca.     '/2    bis  1     %        Neutralfett,    gegen ca.

       2'/2    bis 6     %    Ver  lust bei den bis jetzt üblichen Verfahren       übereinstimmt.    Durch den genannten absicht  lichen Salzzusatz, zum Beispiel zum Kalk  wasser oder zu .der     Ka.lkmilcli,    kann nicht nur  eine viel höhere Ausbeute     aai    hochwertigem       Neutralfett        _    erhalten werden,     sondern    es       wird    auch das     Auswasichen    und Trocknen  und bei     vielen    Fetten zugleich die Behand  lung mit Bleicherde überflüssig,

   was infolge       Brennstoffersparnis    einen grossen wirtschaft  lichen Vorteil bedeutet.    <I>Beispiel 1:</I>  10,000 kg     Kokosnussöl        .mit    5 % freien  Fettsäuren werden so lange mit<B>225</B> kg Kalk  brei mit 30 bis 35     %a        Ga0,    wozu 35 bis 40 kg       Kochsalz    zugesetzt worden sind, behandelt,       bis        .alle    freien Fettsäuren an Kalk gebunden  sind. Im Anfang wird die     Neutralisation    bei  gewöhnlicher Temperatur ausgeführt, und  wenn die     Zusammensetzung    .des 01s dies er  fordert, später bei höherer Temperatur  weitergeführt.  



  Ob unter Vakuum oder Druck gearbeitet  werden soll, ist abhängig vom Wasser- oder  Schleimgehalt der zu neutralisierenden Roh  fette. Enthalten die     Fette,    je nach ihrem Ei  weiss-     bezw.    Schleimgehalt mehr oder weniger  Wasser (l. bis 3     %),    welches vor der     Ent-          säuerungdurch    Trocknen nicht entfernt wer  den kann, so muss unter Druck gearbeitet  werden, weil die starke:

   Schaumbildung ein  Arbeiten unter Vakuum     verunmöglicht.    Da       Kokosnussöl    im allgemeinen wenig schäumt,       kann    unter Vakuum gearbeitet werden, wäh  rend bei flüssigen     Ülen,        wie    Sojabohnenöl,  meistens eine starke Schaumbildung     auftritt,     weshalb :

  der Apparat verschlossen und unter  Druck gearbeitet werden     muss.    Daraufhin  wird die Temperatur je nach dem Vakuum  bis auf ungefähr 100     bis    125       C    gesteigert,  woraufhin -die Masse zwecks Trennung der  Kalkseife vom     Kokosnussöl    filtriert, zentri  fugiert oder auf andere Art behandelt     wird.     Aus der isolierten Kalkseife wird das noch  anhaftende 01 durch Extraktion mit einem  organischen     Lösungsmittel    fast restlos ent  fernt.  



  <I>Beispiel Il:</I>  10,000 kg Talg mit 6     %    freien Fettsäuren  werden mit 270 kg Kalkbrei mit 30 bis 33     %          C & 0    und 50 bis 60 kg     Kochsalz    gemischt  und weiter wie in Beispiel I     beschrieben    be  handelt.  



  <I>Beispiel</I>     III:     10,000 kg Sojabohnenöl mit 5     %    freien       Fettsäuren    werden unter     Umrähren    mit  125 kg aktivem, hochprozentigen Zinkoxyd  in 100 kg Wasser, wozu 25 kg Kochsalz oder       ca..    60 kg Glaubersalz zugesetzt worden sind,      gemischt, bis alle freien     Fettsäuren    an Zink  gebunden     sind.    Die Temperatur wird nun  je nach dem Vakuum oder nach dem     Drucke     bis auf 85     bis   <B>130'</B>     gesteigert,    worauf die  Masse gemäss Beispiel I weiter behandelt       wird.     



       Beispiel        IV:     10,000 kg Palmöl mit 10 % freien Fett  säuren werden unter gleichmässigem Rühren  mit. 100 kg gut     gebrannter    aktiver Magnesia  und 100 kg Wasser, wozu 25 kg Kochsalz  und .3 kg     Chlorcalcium    zugesetzt worden  sind, gemischt, bis alle freien Fettsäuren an  Magnesium gebunden sind, und weiter be  handelt wie im vorigen Beispiel.  



  Die gemäss dem vorliegenden Verfahren  entsäuerten Fette werden zu technischen  Zwecken verwendet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Entsäuerung von Fetten durch Neutralisation der freien Säuren mit wässerigen Lösungen oder Suspensionen der artiger Basen, welche mit den Fettsäuren eine wasserunlösliche Seife bilden, dadurch gekennzeichnet, dass .man ,der Lösung oder Suspension dieser Basen eine derartige Menge eines wasserlöslichen Salzes zusetzt, dass das Wasser, worin die Base sich befindet, damit wenigstens nahezu gesättigt ist,
    und sich eine grobkörnige wasserunlösliche fettarme Seife abscheidet, woraus das Neutralfett bis auf geringe Spuren entfernt werden kann.
CH103433D 1920-08-03 1921-06-22 Verfahren zur Entsäuerung von Fetten. CH103433A (de)

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