Polumschaltbarer Mehrphasen-Induktionsmotor. Die Erfindung betrifft einen polumschalt baren Mehrphasen-Induktionsmotor, bei wel chem sämtliche Spulen der Wicklung bei den verschiedenen Polzahlen Verwendung finden. Derselbe besitzt eine Einteilung der Wicklung in n. 8 Gruppen von je drei um 120 vonein ander entfernten Spulen, deren eines Ende an einen gemeinsamen Leiter angeschlossen sind, so dass im ganzen acht Gruppenzuleitungen entstehen, während das andere Ende der Spu len an wenigstens drei sogenannten Phasen zuleitungen derart angeschlossen sind, dass jede dieser Phasenzuleitungen mit Spulen ver schiedener Gruppen verbunden ist, wobei ein Umschalter vorgesehen ist, vermittelst dessen entweder die Gruppenzuleitungen oder die Phasenzuleitungen wahlweise an verschiedene Phasensysteme angeschlossen werden können, derart,
dass jeder Stellung des Umschalters eine andere Polzahl entspricht.
Die Zeichnung zeigt schematisch ein Aus führungsbeispiel eines Mehrphasen - Induk tionsmotors gemäss Erfindung, welcher zur Erzielung vier verschiedener Polzahlen bezw. Geschwindigkeitsstufen geeignet ist. Die Wicklung ist als Läuferwicklung dargestellt. Die Stromzuleitungen haben die Gestalt von Schleifringen mit Bürsten. In der Figur sind die verschiedenen Phasen einer Dreiphasen wicklung durch volle, gebrochene und strich punktierte Linien unterschieden. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, besitzt die Dreipha senwicklung pro Pol je eine Spule, die je zwei Spulen der beiden andern Phasen übergreift.
K ist ein Umschalter, der in vier Stellun gen A,ss,C,D die Wicklung auf vier ver schiedene Polzahlen umschaltet. F ist eine Stromquelle, aus der mittelst der Anzapfungs punkte I bis XII je nach Bedarf Zweiphasen-, Dreiphasen-, Vierphasen- oder Sechsphasen- Wechselstrom entnommen werden kann.
Je drei, um 120 zueinander versetzte Spulen,z.B.die Spulen 8,13,24-29,40,45, sind mit ihrem einen Ende mittelst des Schleifringes 1, der eine Gruppenzuleitung bildet, zu einer Gruppe vereinigt. Aus sämt lichen 24 Spulen der Wicklung sind in dieser Weise mittelst der Gruppenzuleitungsringe 1-8 im ganzen acht Gruppen gebildet. Die andern Enden der Spulen dieser Gruppen sind an sechs Schleifringe a, b, c, d, e,f an geschlossen, die die oben erwähnten Phasen- zuleitunben bilden. Der Anschluss der freien Enden der Spulen einer jeden Gruppe an die Phasenzuleitungsringe ist derart, dass mit den gleichen Phasenzuleitungsringen nur Spulen verbunden sind, die der gleichen Phase der Dreiphasenwicklung angehören.
So zum Bei spiel sind an den Ring a bloss Spulen der mit strichpunktierten Linien angedeuteten Phase angeschlossen. Nicht sämtliche Spulen der gleichen Phase der Dreiphasenschaltung, also im vorliegenden Falle nicht sämtliche st rieh- punktiert gezeichneten Spulen sind an den gleichen Ring a angeschlossen, sondern bloss die Hälfte der Spulen, und zwar zwei auf einanderfolgende und die diesen diametral gegenüberliegenden Spulen, während die an dere Hälfte der Spulen an einen besondern Phasenzuleitungsring d angeschlossen ist.
Würden sämtliche Spulen derselben Phase der Dreiphasenwicklung an einem gemein samen Phasenzuleitungsring angeschlossen sein, so würden statt sechs Phasenzuleitungs ringe bloss deren drei benötigt, aber in diesem Fall könnte die vierpolige Sechsphasenschal tung nicht ausgeführt werden.
In der Stellung B des Fahrschalters ist die Wicklung dreiphasig geschaltet, also die Klemmen I, V und IX der Stromquelle F, die den Dreiphasenstrom liefern, sind an die paarweise miteinander verbundenen Phasen zuleitungen a--d, b-e und c-f angeschlos sen, während die Gruppenzuleitungsringe 1-8 abgeschaltet sind.
Durch die Ringe a--d sind die einen Enden einer jeden Spule der mit strichpunktierten Linien angedeuteten Phase mit der Klemme I, die einen Enden der an die Phasenzuleitungsringe b-e angeschlos senen Spulen der mit vollen Linien gezeich neten Phasen mit der Klemme V und die einen Enden der an die Phasenzuleitungsringe c-f angeschlossenen Spulen der mit gebro chenen Linien angedeuteten Phase mit der Klemme IX der Dreiphasen-Stromquelle ver bunden, während die andern Enden der ver schiedenen Phasen angehörenden Spulen durch die die neutralen Punkte bildenden Ringe 1-8 miteinander verbunden sind. Die Wicklung wirkt demnach als eine achtpolige Dreiphasenwicklung.
Wird der Fahrschalter K in die Stellung D gebracht, so werden die, Phasenzuleitungen a, b, c, d, e, f einzeln an die sechs Klemmen I, 11I, V, VII, IX und XI der Stromquelle F angeschlossen, die einen Sechsphasenstrom liefern, während die die andern Enden der Spulen miteinander verbindenden Ringe 1-8 nach wie vor die neutralen Punkte bilden. Es entsteht dadurch ein ungleichmässiges vier- poliges Drehfeld.
Wird der Fahrschalter K in die Stellung C gebracht, so werden die Phasenzuleitungen a,b,c,d,e,f abgeschaltet und die acht Grup penzuleitungsringe 1-8 einzeln mit den Klemmen I, II, IV, VI, VII, VIII, X, XII der Stromquelle F verbunden, welche einen Vierphasenstrom liefern. Die 24 Spulen der Wicklung sind demnach gleichmässig in vier Phasen verteilt, in deren jede sechs Spulen entfallen, die je einen besondern Pol erzeugen, so dass in der vierphasigen Schaltung ein gleichmässiges sechspoliges Feld entsteht.
Die Stellung A des Fahrschalters K un terscheidet sich nur insofern von der Stellung C, dass die Gruppenzuleitungen A paarweise miteinander verbunden und bloss an vier Klemmen I, IV, VII, X einer Zweiphasen stromquelle angeschlossen sind, wodurch die Polzahl gegenüber der Stellung C auf 12 ver doppelt wird.
Wie also ersichtlich, lassen sich mit der oben beschriebenen Wicklung und Umschal tung vier verschiedene Polzahlen, d. h. die Polzahlen 12, 8, 6, 4 und dementsprechend vier Geschwindigkeitsstufen erzielen. Von diesen Polumschaltungen ist die Umschaltung einer dreiphasigen achtpoligen Wicklung in eine zweiphasige zwölfpolige Wicklung be kannt. Neu ist die Umschaltung der achtpoli- gen Dreiphasenwicklung in eine sechspolige Vierphasenwicklung bezw. in eine vierpolige Sechsphasenwicklung und die besondere Aus führung der Wicklung, welche die Durch- führung dieser sämtlichen Polumschaltungen ermöglicht.
Selbstverständlich bedeuten die obigen Polzahlen lediglich Verhältniszahlen, und es können diese Polzahlen verdoppelt, verdreifacht, oder vervielfacht werden.