CH104339A - Verfahren zur Herstellung einer unlöslichen und unschmelzbaren Kunstmasse. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer unlöslichen und unschmelzbaren Kunstmasse.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer unlöslichen und unschmelzbaren Kunstmasse. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung einer künstlichen lasse, wie sie sieh bei der Einwirkung von Formal dehyd auf Harnstoff bei erhöhter Tempera tur ergibt.
Diese Reaktion führt zunächst zu leimartigen Anfangskondensationsproduk- ten, die in Wasser löslich sind, aber durch weitere Erhitzung in ein -,vasserunlöslickes, unschmelzbares und unquellbares Endkon- densationsproJukt übergehen. Die Über führung der löslichen leimartigen Anfangs kondensationsprodukte in die unlösliche Masse von technisch verwertbarer Beschaf fenheit bietet jedoch ungewöhnliche Schwie rigkeiten.
Lässt man, wie dies bereits vor geschlagen worden ist, Formaldehyd auf Harnstoff ohne jeden Zusatz von Kondensa- tionsmitteln einwirken, und versucht man es, die so. gewonnenen Anfangskondensations- produkte in einem ununterbrochenen. Erhit- zungsprozess in die Endprodukte überzu führen, so erhält man von Blasen durchsetzte Massen, was auf das Entweichen von gas förmigem Formaldehyd während der Erhär tung zurückzuführen ist.
Dieser Übelstand lässt sich nicht etwa einfach durch Verminde rung der Formaldehydmengen beim Konden- sationsprozess vermeiden. Beim bekannten Arbeiten ohne Kondensationsmittel nach die sem bekannten Verfahren kommt man näm- licli nur dann zu Endprodukten, welche klare glasartige Massen darstellen, wenn bei der Kondensation beträchtliche Überschüsse von Formaldehyd vorhanden sind.
Geht man unter die für dieses bekannte Verfahren vor geschriebenen Mengenverhältnisse von 5 bis 6 Teilen einer käuflichen Formaldehydlösung von 40 /o auf 1 Teil Harnstoff hinunter, so entstehen getrübte Kondensationsprodukte, die bei der Erhärtung nicht zu dem kristall klaren Endprodukt führen, dessen Bildung das Hauptziel des vorliegenden Verfahrens ist.
Führt man die Kondensation in Gegen wart basischer Kondensationsmittel aus, wie dies im Patent Nr.<B>103655</B> beschrie ben ist, so gelingt es selbst bei Verwendung einer geringeren Formaldehydmenge, als 3 Mol. Formaldehyd auf 1 Mol. Harnstoff entspricht, zu einem glasklaren Endprodukt zu gelangen. Aber auch bei Bewirkung der Kondensation unter diesen Bedingungen muss die Erhitzung zwecks Überführung der Anfangskondensationsprodukte in die harten Endprodukte mit grosser Vorsicht vorgenom men werden.
Im Sinne der Erfindung wird daher der in den zunächst entstehenden Anfangshon- densationsprodukten etwa. noch vorhandene freie Formaldehyd vor ihrerWeitererhitzung zum Zwecke der Überführung in den unlös lichen Zustand unschädlich gemacht und erst dann weiter erhitzt. Hierdurch wird die Ge winnung des unlöslichen und unschmelzbaren Endproduktes ausserordentlich erleichtert und die Erzielung einer Kunstmasse ermöglicht, welche der früher erhaltenen technisch sehr überlegen ist, wie immer die Herstellung des Kondensationsproduktes selbst vorgenommen werden mag.
Zu diesem Zwecke können den zunächst entstehenden löslichen Anfangskondensa- tionsprodukten vor der weiteren Erhitzung Substanzen zugesetzt werden, welche fähig sind, den Formaldehyd zu binden oder zu zersetzen, ohne bei den für die Flärtung in Betracht kommenden Temperaturen zu v er gasen oder gasförmige Zersetzungsprodukte zii bilden.
Zur Bindung des Formaldehyds kommen beispielsweise der Harnstoff selbst, ferner Phenole und Phenolderivate in Be tracht; als Beispiel der forma.Idehydzerset- zenden Substanzen wäre Wasserstoffsuper- oxyd zu nennen. Dank diesen Massnahmen ist man in der Lage, die Masse während des Härtungsprozesses bedeutend rascher und höher zu erhitzen, um sie in den unlöslichen Zustand überzuführen.
Es ist zweckmässig, did Kondensationsmassen: behufs 'völliger Iiärtunm auf eine Temperatur von über<B>80'.</B> zum Beispiel<B>1.00',</B> zu erhitzen, da es sieh gezeigt hat, dass die Einhaltung höherer Er- bitzungstemperaturen, als sie bisher ange wendet wurden, gegen das Ende des Härte prozesses zu für .die Erreichung des best möglichen Endproduktes von entscheidender Wichtigkeit ist.
Nur dann, wenn die Mas sen vor der vollständigen Fertigstellung auf eine Temperatur von etwa<B>1.00'</B> erhitzt wer den, wird der liöcliste Grad der Polymeri- sation und Wasserabspaltung erreicht, der für die allgemein gute Verwendbarkeit zu Drechslerzweeken wünschenswert ist. Es ist angezeigt, die<B>Nassen</B> so lange zu erhit zen, bis sie in Wasser nicht oder fast nicht mehr quellbar ist.
Von den angegebenen Temperaturen kann beim Härtungsprozess aber nur Gebrauch gemacht werden, wenn der nach der Kondensation etwa. noch vor handene freie Formaldelivcl im Sinne der Erfindung unschädlich gemacht worden ist. Mit Hilfe des besAhriebenen Verfahrens ge lingt es auch, Formstücke herzustellen, die die Gestalt der Form gut wiedergeben, was für die regelm':issige gute Erzeugung von Stäben, Platten und dergleichen grosse Be deutung hat.
Schliesslich lassen sich die so hergestellten Massen bearbeiten, zum Bei spiel drechseln, ohne dass der hierbei ent stehende ,Staub den Arbeiter belästigt, wo gegen die Massen andernfalls einen durch dringend riechenden Staub ergeben würden.
Das beschriebene Verfahren ist für alle Kondensationsprodukte aals Formaldehyd und Harnstoff verwendbar, ob diese nun mit oder ohne Zusatz eines Kondensations mittels hergestellt sind. Die fertig gelrärte- ten Produkte stellen glashelle, farblose bis schwach getrübte. gegen Wasser und andere Lösungsmittel fast unempfindliche Massen dar, die sich auf der Drehbank gut bearbei ten lassen.
Beispiel y: 240 Teile Harnstoff, 640 Teile Fornral- deliy cl 40 J@ig und 24 Teile Hexametliylen- tetra.min werden unter Rückfluss konden siert;
nach Beendig < nin, des Kondensations- prozesses setzt inan 5 Teile Natriumacetat hinzu und destilliert bei niedriger Tempera tur im Vakuum ab. Sobald die Masse etwas eingedunstet ist, fümi man 20 Gewichtsteile Harnstoff 111n711 und fährt mit der Destil lation fort, bis die Masse gerade noch guss- fiiliig ist.
Hierauf o-:iesst man in Formen und härtet bei Temneraturen von GO bis 100 C. Das erhaltene Endprodukt stellt eine voll- kommen wasserhelle, farblose, auf der Dreh bank gut bearbeitbare, geruchlose Masse dar, die in der Wärme nicht mehr erweicht und gegen Lösungsmittel, wie Wasser, Alkohol etc., praktisch unempfindlich ist, so dass sie für alle Zwecke der Drechslerwarenindustrie ausgezeichnet verwendbar ist.
<I>Beispiel 2:</I> 100 Teile Harnstoff und 600 Teile 40 %ige Formaldehydlösung werden ge mischt und über freier Flamme so lange ab destilliert, bis zirka 60 % des gesamten Ge wichtes der Flüssigkeit übergegangen ist. Der Rückstand, der einen starken Überschuss an freiem Formaldehyd enthält, stellt eine wasserklare, viskose Flüssigkeit dar. Hier auf fügt man so viel festen Harnstoff zu, als der Menge freien Formaldehyds im Verhältnis von 2 Molekülen Formaldehyd auf 1 Molekül Harnstoff entspricht, und rührt, bis sich der Harnstoff gelöst hat. Man erhitzt hierauf im Vakuum so lange bei einer Temperatur unter<B>50'</B> C, bis die Masse noch gerade gussfähig ist.
Hierauf giesst man in Formen und härtet bei Tem peraturen von 60 bis 100 C. Hierbei trübt sich die Masse zunächst, um nach einiger Zeit wieder klar zu werden. Das entstan dene Produkt steht dem nach Beispiel 1 er haltenen Produkt in seinen Eigenschaften sehr nahe.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer unlös lichen und unschmelzbaren Kunstmasse durch Kondensation von Harnstoff mit Formaldehyd, dadurch gekennzeichnet, dass der in den zunächst entstehenden löslichen Kondensationsprodukten noch vorhandene freie Formaldehyd. vor der weiteren Erhit zung dieser Kondensationsprodukte zum Zweck der ITberführung in den harten und unlöslichen Zustand unschädlich gemacht und dass erst hierauf weiter erhitzt wird. IINTERANSPRUCIIE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass den löslichen Kondensationsprodukten vor der weiteren Zersetzung formaldeydbindende Substan zen zugesetzt werden. 2.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass den löslichen Kondensationsprodukten vor der weiteren Erhitzung formaldehydzersetzende Sub stanzen zugesetzt werden. . Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die weitere Erhitzung des Kondensationsproduktes zwecks Überführung in den harten und unlöslichen Zustand bei einer<B>80'</B> C übersteigenden Temperatur vorgenommen wird. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Erhitzung des Kondensätionsproduktes so lange fort geführt wird, bis die Masse in einen mit Wasser nicht mehr quellbaren oder fast unquellbaren Zustand übergeht.
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