Stellvorrichtung f#r Weichen, Signale und dergleichen.
Während im Eisenbahnsicherungswesen bei allen für Fernstellungen angewendeten
Kraftantrieben die erforderliche Betriebskraft bisher aus besonderen Krafterzeugungs- und Sammelstellen entnommen wurde, wird gemäl3 der vorliegenden Erfindung d'urch den fah- renden Zug selbst die Betriebskraftdurch
Pedalarbeit crzeugt und die so erzeugte Kraft f#r sp#tere Verwendung aufgespeichert, um nach Bedla-rf durch elektromagnetisch ge- steuerte Arbeitseinzelleistungen in Tätigkeit gesetzt zu werden.
Die vom Zuge geleistete Arbeit kann da- bei mechanisch oder pneumatisch, oder hy draulisch aufgespeichert und zur Verwen dung gebracht werden.
Die Zeichnun, g zeight eine beispielsweise Ausf#hrungsform einer solchen Anlage mit mechanischer Arbeitswelse, und zwar für die Umstellung einer Weiche in Fig. 1 in Ansicht, in Fig. 2 in Draufsicht.
Ein an der Fahrschienenaussenseite be findliches, lang gestr@@ktes Pedal a, welches den Schienenkopf nur um ein geringes über- ragt, wird von jeder dar#berfahrenden Achse beeinflusst und um das Mass der Überhöhung niedergedr#ckt. Entgegen diesem Belastungs- druck wirkt mittelst Winkelhebelgestänges d eine Druckfeder b, welche beim Niederdr#k- ken des Pedals zusammengedr#ckt wird und nach dem Abrollen eines jeden Rades das
Pedal in seine Anfa. ngsstellung, die durch zwei Endanschlage begrenzt ist, zurück- drü'ckt.
Gleichzeitig wird durch eine Uber tragungsvorrichtung die der Feder beim Zu sammendrücken zugeführte Energie an den
Kra.ftspeicher abgegeben. Die Kraftauf speichenmg geschieht daidurch, dass ein Schaltgetriebe, c von der Stellsta. nge d mitbewegt dessen Klinke beim Zusammen drücken der Feder leerläuft, dagegen beim Entspannen derselben in die Verzahnung der Antriebsscheibe e eingreift und diese nach jeder Pedalbelastung um ein stets gleichblei- bendes Umfa-ngsstüek-verdreht.
Die als Eettenmitnehmerrolle ausgebildete Antriebsacheibe e nimmt einen endlosen kalibrierten Kettenzug mit, der #ber die Spannschleife k, die ebenfalls als Kettenmitnehmerrolle ausgebildete Arbeitsscheibe h und eine zweite Spannschleife ! geführt ist. Beide Spannschleifen erhalten tdurch vertikal abge- lenkte Zuggewichte m und n die erforderliche Arbeitsspannung. Das Ausgleichgewicht iii. ist dabei nur etwa halb so schwer wie das Arbeitsgewicht n.
Die Arbeitsscheibe h wird in ihrer Ruhelage durch ein elektromagnetisch beeinflusstes Umlaufgesperre r, s festgehalten ; sie h#lt also auch den Kettenzug fest, wenn dieser dureh das Schältgetriebe c in Bewegung gesetzt wird. Demgemäss muss der von der Rolle e ablaufende Kettenweg durch die beiden Spannschleifen k und 1 ausgeglichen werden, was dera. rt vor sich geht, da# das Ausgleichs- gewicht m im gleichen Ma#e sich senkt, als das as Arbeitsgewicht n angehoben wird.
Das absatzweise Aufziehen des Arbeits- gewichtes erfolgt also nicht durch die sehnel- len, sto#artigen Pedalbewegungen, sondern durch die sich gleichbleibende Entspannungsarbeit der Pedalgegenfeder b, also in einem bestimmten Rhythmus.
Die in dem hochgezoge. nen Arbeitsgewicht aufgespeicherte Fallkraft ergibt die Betriebs- kraft der Stelleinrichtung, deren Ablauf verhindert wird einerseits durch das festgelagerte Gegengesperre g an der Antriebsscheibe e und anderseits durch die elektromagnetische Festhaltung der Arbeitsscheibe h. Diese Scheibe h vermittelt nach Bedarf die Umstellung von Weichen, Signalen und dergleichen, und zwar dure. die mit ihr fest verbundene Kurbel i, welche im gleichbleibenden Drehsinne sich jeweils um 180 dreht und damit die hin-und hergehenden Stellgestangebewegungen er- zeugt.
Die Festhaltesperre der Arbeitsscheibe ist dementsprechend ausgebildet. Unter dem Zuge der Spannschleife 7c bezw. des Arbeitsge- wichtes M wird ihr Anschlagnoeken t'gegen den Sperrhaken s gepre#t und damit die Scheibe h in der einen Lage, zum Beispiel Weichenplusstellung (gerades Gleis) festgehalten. Sobald der Sperrhaken s von seiner elektromagnetischen Sperre freigegeben wird. weicht er dem Nocken r aus, so da# die An triebsseheibe unter dem Einfluss des Arbeits- gewichtesMsich dreht.
Dem Nocken r gegeniiber sitzt ein zweiter Nocken ri, der nach
Ablauf der Scheibe um 180 nunmehr am S. perrha. l, ell s sikh f#ngt, da dieser sofort nach
Durchlauf des Nockens r sich automatisch wieder in die Sperrlage eingestellt hat. Kurbel und sind also in ihre entgegen- gesetzte Liae gebracht und in dieser wieder festgelegt worden.
Da w#hrend dieser Um stellbewegung der Kettenzug auf der An triebsscheibe @ vom Gesperre g festgehalten wird, muss der erforderlicheKettennachlass f#r den Umlauf auf Scheibe h von der Spann schleife l unter entsprechendem Anheben des leichteren Ausgleichgewichtes m hergegeben werden. Es muss also jetzt umgekehrt das
Ausgleichsgewicht m im gleichen Ma#e sich heben, als das Arbeitsgewicht M sich senkt.
Bei jeder folgenden Auslösung des Sperr- hakens s dreht sich die Scheibe im stets gleichbleibenden Sinne um je 180 weiter, er- zeugt also stets die der vorangegangenen ent gegengesetzte Bewegung des Stellgestänges, d. h. also die Umstellung der Weiehe, des
Signals oder dergleichen in die andere La. ge 'nach dem Beispiel der We. iehen-Minusstellung (krummes CTleis). Die Umlaufgeschwindigkeit der Stellkurbel i, bedingt durch das pl#tzliche
Einsetzen der Fallkraft des schweren Ar beitsgewichtes H, wird gedämpft und geregelt durch eine Flüssigkeits-oder Luftbremse q.
d. ie so angeschlossen und eingestellt ist, dass sie beide Kurbelwege gleichartig und gleich stark bremst, und zwar derart, da# bei der
Anfangs- und Endbewe,ung jedes Kurbel- laufes die Bremswirkung am st#rksten ist, w#hrend sie gegen Mitte des Kurbellaufes. wo eine volle Wirkung des Arbeitsgewichtes erwünscht ist. sieh wesentlich abschwächt.
F#r die Weichenumstellung ist in das
Stellgest#nge eine federnde Kupplung p ein- gebaut, welche kleine, durch Temperaturein flüsse entstehende Längenänderungen aus- gleicht und f#r einen dichten Weichenschlu# durch elastischen Anzug der Zunge an die Muttersschiene sorgt. In das Stellgestänge kann auch eine Aufschneidkupplung mit entspreehendem Widerstand eingeschaltet werden.
Da a die Aufzugshohe des Arbeitsgewichtes baulich begrenzt ist, kami eine Erschöpfung derselben eintreten, ehe sämtliche Achsen eines Zuges das Pedal überfa-hren haben. Es wird dann die erste Radbelastung, die sich nicht mehr in Arbeitsgewichtshub umsetzen kann, die zusammengedrückte Feder b mittelst des Gesperres c auf der nicht weiter drehbaren Antriebsscheibe e sa feststellen, dass sie sich nicht mehr entspannen kann. Das Pedal erh#lt also keinen Auftrieb mehr und bleibt in niedergefahrener Stellung festgelegt, so d. es für alle nachkommenden Zugachsen au#er Tätigkeit gesetzt ist.
Bei der vorbeschriebenen mechanischen Ausführungsweise konnte anstelle der endlosen Kette mit zwei Spannschleifen auch ein Wendegetriebe treten, welches ebenfalls eine zeitlich verschiedene, voneinander unabhän- gige Bewegung der Antriebsseheibe e und der Antriebsscheibe h unter dem Einfluss eines Arbeitsgewichtes gestattet.
Die Ausführung der Kraftaufspeicherung in pneumatischer oder hydraulischer Form kann derart geschehen, dass anstelle des Schaltgetriebes und der mechanischen Kraft- #bertragung eine Luft-oder Flüssigkeits- pumpe tritt, welche durch die beim Entspan- nen der Pedalfeder b frei werdende Energie das Druckmittel (Luft oder Flüssigkeit) in einen Druckbehälter aufpumpt. Aus diesem können dann mehrere pneumatische oder hydraulische Arbeitsantriebe mittelst elektro- ma. gnetischer Fernauslösung gespeist werden.