Als Notorenbremse benutzbarer Nehrzylinder-Viertaktinotor für Fahrzeuge. Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Mehrzylinder-Viertaktmotor für Fahrzeuge, der eine achsial in zwei Stellun gen verschiebbare Nockenwelle mit Hilfs nocken aufweist, die in der einen Stellung das Auspuff- und Einlassventil betätigt, so dass der Motor als Viertaktmotor arbeitet, in der andern Stellung bloss das Auslassventil mittelst Hilfsnocken so betätigen kann, dass der Zylinder als Bremse arbeitet. Hierbei ist die Bremswirkung dadurch regulierbar, dass jeweils nur ein Teil der Zylinder auf Brem sen umgeschaltet wird, und dass die Umschal tung jedes Zylinders in Zwischenstellungen unterbrochen werden kann, in welchen sein Auslassventil immer noch etwas offen bleibt.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist in beispielsweisen Ausführungsformen in beifolgender Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Schnitt durch einen Vier zylindermotor gemäss der Erfindung, Fig. 2 und 3 die Einrichtung zum Ver schieben der Nockenwelle, Fig. 4 einen Querschnitt durch den Motor, Fig. 5 und 6 Nockenanordnung, Fig. 7 und 8 ein Malteserkreux zum An triebe verschiedener Wellen, Fig. 9 und 10 Wellen, Hebel und Nocken zur Verschiebung der Nockenwelle, Fig. 11 bis 13 eine hydraulische Einrich tung zur Verschiebung der Nockenwelle, Fig. 14 einen Hilfsantrieb zur Verschie bung der Nockenwelle.
Nach Fig. 1 ist oberhalb der Zylinder die Bremswelle 1 in den Lagern 10 und 11 an geordnet. Diese besitzt einen Zapfen 14, der durch eine gelenkige, nicht gezeichnete Kupp lung mit einem Steuerrade am Führersitze verbunden ist, so dass also die Welle 1 vom Führersitze aus verstellt wenden kann. Auf der Bremswelle 1 sind die Nocken 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 aufgesteckt und in nicht ge zeichneter Weise befestigt. Diese Nocken können die Schrauben 45 niederdrücken, wel che an den,die Ventile betätigenden Hebel 44 angebracht sind.
Und zwar wirken die No:eken 2, 4, 7, 9 ,auf die Hebel der Auslassventile 48, ,die Nocken 3, 5, 6, 8 auf die der Einlass- ventile. Während neun die Nocken für die Einlassventile und der Nacken 2 die Gestalt ,der Erhöhung 40 haben, ist der Nocken 4 so ausgebildet, dass er die Erhöhnngen 40 und 41 umfasst. Der Nochen sieht also so aus, wie ihn Fig. 5 wiedergibt. Der Nocken 7 umfasst die Erhöhungen 40, 41, 42, während der Nocken 9 alle Erhöhungen 40, 41, 42, 43 ausmacht.
Der Nocken 9 zeigt also eine Form, wie sie die Umgrenzungslinie der auf der Bremswelle 1 in Fig. 4 angegebenen Er <B>z,</B> anzeigen und reicht von Fläche 85 bis zur Fläche 86. Auf der Bremswelle 1 ist noch das Kegelrad 12 in nicht gezeichneter Weise befestigt, das in Einsriff steht mit dem Kegelrad 13. Letzteres ist auf der Welle 16 befestigt, die in den Lasern 15 und 17 gelagert ist. Die Welle 16 trägt den Nocken 60, welcher den auf dem Zapfen 57 drehbar belagerten Hebel 19 mittelst der Rolle 59 entgegen einer Zugfader 58 betätigt. Der an dere Arm des Hebels 19 ist mit den Rollen 55, 56 versehen, die in die Muffe 18 mit den beiden Rändern 53, 54 auf der Nockenwelle 52 eingreifen. Die Nockenwelle 52 betätigt die Einlass- und Auslassventile des Motors und wird mittelst des Zahnrades 35 von der Kur belwelle aus angetrieben.
Auf der Nocken welle 52 sind aufgeschmiedet die Auslass nocken 23, 26, 30, 33, die Einlassnocken 25, 28, 29, 32 und die Hilfsnocken 24, 27, 31, 34. Zu jedem Ventil ist ein Stössel 51 mit einem Kugelgelenk 50 vorgesehen, der mit einer Ralle 61 in den Bereich eines Nockens auf der Nockenwelle 52 geraten kann. Von dem Krr- gelgelenk 50 führt eine Stossstange 49 nach dem Kugelgelenk 47, das im Hebel 44 ange bracht ist.
Die Nockenwelle 52 ist nun in dem Lager 87 und dem Zahnrade 35 gelagert, das in den Lagern 38, 39 geführt ist. Wäh- re#d das Zahnrad 35 zwischen den Lagern 38, 39 gegen seitliche Verschiebung gesichert ist, sind im Zahnrad e selbst Nuten ange bracht, durch welche die Nockenwelle 52 mit Keilen 36, 37 hindurchgeschoben. werden kann. In ihren beiden Endlaren greift eine durch eine Feder belastete Kugel 22 in eine der Nuten 20 und 21 und sichert die Nocken welle in ihrer Lage.
Die Hilfsnocken 24, 297, 31, 34 sind nun so angeordnet, dass sie in der linken Endstellung der Nocken unter den Rollen 61 der Auslassventile stehen und diese betätigen, während die Auslass- und Einlassnoeken ausser Tätigkeit sind. Sämt liche Nocken tragen eine Abflachung 88, die dorr Nocken ermöglicht, unter die Rolle 61 des Stössels 51 zu treten, auch wenn diese bei der Verschiebung der Nockenwelle 52 in ihrer Lage verharren sollte. Jeder Hilfsnocken umfasst zwei Teile 84 und 83. Der Teil 84 ist in einer Flucht mit dem Einlassnocken, er ist aber ein wenig breiter und umfasst also einen grösseren Winkel. Gegenüber jedem Hilfsnocken 84 liegt ein Hilfsnockenteil 83.
Während also der Auslassnocken 82 zum Bei spiel den Nochen 23 in Fig. 1 darstellt, len die Nocken 83, 84 den mit 24 bezeich neten Nocken dar.
Die Wirhrinssweisc ist nun folgende: Nenn die Bremswelle l mit ihren Nocken die in Fig. 4 und die Nockenwelle 52 die in Fig. 1 dargestellte Lage einnehmen, gibt der Motor Arbeit ab. Soll nun hei einer Talfahrt der Motor als Bremse arbeiten, so wind vom Führersitz aus die Bremswelle 1 gedreht. Dann werden zuerst die Erhöhung 40 sämt licher Nocken alle Ventile aufdrücken, wobei sämtliche Stössel von den Hebeln 44 und Stangen 49 hochgehoben werden, so dass die Noekenwelle mit ihren Nocken bei einer Ver schiebung nach links selten keine Rolle 61 stossen kann. Nachher wird mittelst des Ke gelradpaares 12, 13 der Nocken 60 gedreht, so dass er die Holle 59 des Hebels 19 weg drückt und die Nockenwelle 52 nach links verschiebt, bis sieh die Kugel 22 in die Nut 21 legt.
Ist die Bremswelle 1 nach Fis. 4 um zirka 135 gedreht worden, so ist das Verschieben der Nockenwelle 52 beendet und durch weiteres Drellen der Bremswelle wer den zunächst alle Einlassventile und das Aus- lassventil 89 des ersten Zylinders von der Erliöliirn@g,
4-i> freigegeben. Dieses Ventil wird nun von der Nockenwelle 52 aus betiitist und der erste Zylinder arbeitet als Bremse in fol gender Weise Beim Niedergehen -des Kolbens raubt der Kolben durch das Auslassventil, das zum Bei spiel vom Nocken 81 geöffnet wird, Luft a11, die beim Hochgehen des Kolbens kompri miert wird.
Kurz vor dem obern Totpunkte wird das Auslassventil vom Nocken 83 ge- öffnet und die Luft entweicht aus dem Zy linder. Der Nocken 83 hält das Auslassventil während des darauffolgenden Niedergehens dc s Kolbens offen und dieser saugt Luft an, die dann wieder beim Hochgehen des Kol bens komprimiert wird. Während einer Um drehung saugt und komprimiert der Kolben Luft einmal.
Genügt nun die Wirkung dieses einen Zylinders als Bremse nicht, so wird die Bremswelle 1 um die Erhöhung 44 weiter gedreht, und das Auslassventil 90 des zweiten Zylinders wird freigegeben, so dass jetzt der Hilfsnocken 27 mit seinen beiden Teilen 83 und 84 seine Steuerung übernehmen, damit der zweite Zylinder als Bremse arbeitet. In gleicher Weise werden nach einer Drehung der Bremswelle um die Erhöhungen 42 und 43 die andern beiden Zylinder arbeiten. Die Einlassventile bleiben geschlossen, so d ass kein Gas angesaugt wird, was für die Fahrer in folge unangenehmen Geruches ausserordent lich belästigend wäre.
Eino andere Ausführungsform der Ein richtung zur Übertragung der Bewegung von Bremswelle auf Nockenwelle ist in den Fig. 7 bis 10 dargestellt. Auf der Bremswelle 71 ist die mit einem Schaltzahn 64 versehene Scheibe 62 eines einarmigen Malteserkreuzes befestigt. Auf einer Achse 72 ist das Kegel rad 73 und das Sperrsegment 63 angebracht. Das Kegelrad 73 greift in ein Kegelrad 7 4 auf der in den Lagern 80, 79 gelagerten Welle 78 ein. Mit dieser Welle fest verbunden ist der Hebelarm 77, der auf dem Zapfen 78 ge lagert ist. Dieser Hebel 77 verschiebt nun in gleicher Weise wie Hebel 19, in Fig. 3 die Nockenwelle 81, welch mit ihren Nocken die Ventile vermittelst der Stössel 94 der Stoss stange 76 und der Ventilhebel 75 betätigt.
In der Arbeitsstellung steht der Schalt zahn 64 bei Punkt 93, und die Nocken 67, 68, 69, 70 stehen in der in Fig. 8 gezeich neten Stellung. Bei einer Drehung der Bremswelle 71 in der Pfeilrichtung werden zunächst sämtliche Stössel 94 hochgeschoben. Wird nun so weit gedreht, dass der Schalt zahn 64 das Sperrsegment 63 in die Lage nach Fig. 8 bringt, so wird hierbei durch den Hebel 77 die Nockenwelle 81 verschoben.
Während nun das Sperrsegment 63 durch die Scheibe 62 in seiner Stellung gehalten wird, kann die Scheibe 62 mit der Brems welle 71 ungehindert gedreht werden, wobei sie bewirkt, dass ein Zylinder nach dem an andern als Bremse arbeitet.
Um alle Ventile mittelst der oberhalb des Zylinders angeordneten Bremswelle 1 nieder zudrücken, ist eine grössere Kraft nötig. Um dem Führer des Fahrzeuges das Einschalten der Motorbremse zu erleichtern, wird gemäss Fig. 11 bis 13 eine Ölpumpe 112 in nicht ge zeichneter Weise von der Nockenwelle dcs Motors aus mitteilst der Getrieberäder 114 und 113 fortwährend angetrieben. Die Druck leitung 115 der Ölpumpe geht nach dem Zy linder 126, in welchem ein Kolben 106 an geordnet ist, der mittelst der Kolbenstange 105 mit dem Hebelarm 103 verbunden ist. Letzterer ist mit einem Zahnrade 101 gekup pelt, das in das Zahnritzel 102 auf der Brems welle 100 eingreift. Eine Feder 104 sucht den Hebelarm 103 und damit den Kolben 106 in der tiefsten Stellung zu halten.
Hierbei legt sich der Hebel auf einen Anschlag<B>127.</B> Im Zylinder 126 ist ein Schieber 107 mit einem Schlitz 116 vorgesehen, der mit einer Reihe übereinander liegender Schlitze 108, 128 im Zylinder zusammenwirkt. Während die -Schlitze 128 mit dem Zylinder verbunden s c ind, münden die Schlitze 108 in eine Kam- iner 109, die durch das Rohr 110 mit dem Gefäss 111 und der Ansaugleitung der Öl- pumpe verbunden ist. .
Die Übersetzung der Zahnräder 102 und 101 ist so gewählt, dass der Hebelarm 103 bei seiner Bewegung aus der tiefsten in die höchste Lage das Zahnrad 102 so weit dreht, dass der Motor mit allen vier Zylindern bremst. In der in Fig. 11 gezeichneten Stel lung .des Kolbens arbeitet der Motor, während er in der Stellung nach Fig. 13 bremst. In Fig. 11 arbeitet die Pumpe leer, indem sie das Öl aus der Saugleitung 129 ansaugt und durch die Druckleitung in dem Zylinder 126 durch den Schieberschlitz 116 in die Kammer 109 befördert. Von hier aus geht das Öl wie der zurück in das Gefäss 111 und in die An saugleitung 129.
Soll nun voll gebremst wer den, so wird der Schieber 107 in die Stellung nach Fig.12 gebracht. Das Öl drückt den Kol ben 106 in die Stellung nach Fig. 13 und geht nachher durch den Schlitz 116 in die Kam mer 109 und in die Ansaugleitung. Wird der Schieber l07 mit dem Schlitz auf einen da zwischenliegenden Schlitz eingestellt, so brem sen ein oder mehrere Zylinder.
In Fig. 13 ist eine Einrichtung darge stellt, welche ein Verstellen der oberhalb des Zylinders angeordneten Bremswelle l23 mit- telst Hand und Fuss ermöglicht. An der Bremswelle 123 ist ein Kettenrad 121 und eine Handkurbel 122 angebracht. Von dem Kettenrade 121 führt eine Kette 120 nach einem in einem Winkelhebel 131 schwingbar lagerten Kettenrade 119, welcher Hebel auf einem Zapfen 12d drehbar gelagert und mit einem Fusstritte 125 ausgerüstet ist. Mit dem Kettenrade 119 ist eine Reibrolle 118 fest. verbunden. Die Reibrolle ist in der Nähe des Schwungrades 117 gelagert.
Soll der Motor bremsen, so wird auf den Fusstritt 125 mit dem Fusse gedrückt, wo durch die Reibrolle 118 gegen das Schwung rad gedrückt wird. Hierdurch dreht sich die Reibrolle und das Kettenrad 119, das das Kettenrad 121 antreibt, bis der Fuss den Tritt 125 loslässt und die Berührung zwischen Schwungrad und Reibrolle 118 aufhört. Hierdurch wird erreicht, dass die schwierigste Arbeit, nämlich das Öffnen der unter starkem Felder druck stehenden Ventile, durch das Schwungrad besorgt wird. Das weitere Ein stellen kann der Führer dann leicht selbst mit der Handkurbel 122 besorgen.
Natürlich kann jeweils der letzte der Zy linder, die auf Bremsen umgeschaltet wur den, nur etwas bremsen, indem die Brems welle nur so weit gedreht wurde, dass das Auslassventil noch immer etwas offen bleibt. Erst nach weiterem Drehen der Bremswelle schliesst das Auslassventil ganz.
Selbstverständlich kann der Motor auch weniger oder mehr als vier Zylinder besitzen. Auch könnten jeweils immer zwei Zylinder miteinander zum Bremsen umgeschaltet wer den.