CH106557A - Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. Es hat sich gezeigt, dass man ein Kunst harz aus Rohkresol und Formaldehyd in einem zweistufigen Verfahren leicht auf fol gende Weise herstellen kann: Man erwärmt ein Gemisch von Rohkresol und Formaldehyd in Gegenwart von wenig Säure zunächst so lange, bis Bildung von Methylendikresol er folgt ist. Dieses Produkt, welches noch un veränderte Ausgangsprodukte enthält und daher nicht ohne weiteres kristallisiert, wird nunmehr mit einem neuen Ansatz von Roh kresol, Formaldehyd und einer solchen Menge von basischem Kondensationsmittel versetzt, dass die Mischung eine stark alka lische Reaktion zeigt. Das Ganze wird als dann so hinge gekocht, bis das Wasser ver dampft und die Harzbildung erfolgt ist, was man daran erkennt, dass nach der Vertreibung des Wassers eine Probe beim Erkalten zu einer glasigen Masse erstarrt, die sich in or ganischen Lösungsmitteln, wie Spiritus, Aceton usw., leicht löst. Das so erzielte Harz unterscheidet sich von solchen Harzen, die lediglich durch Be nutzung eines einzigen Ansatzes von Roh- kresol und Formaldehyd gewonnen sind, in sehr erheblicher Weise. Denn während jene harze entweder Methylendikresol-Harz oder aber Kresolalkohol-Harz darstellen, bildet das neue Harz eine Verbindung von Methylen- dikresolen und Kresolalkoholen. Dieses Harz besitzt die wichtige Eigenschaft, beim Er hitzen ziemlich lange den löslichen und schmelzbaren Zustand beizubehalten. Es geht vielmehr erst ganz allmählich in die un- schmelzbare Form über. Wenn man daher das Harz nach vorheriger Mischung mit Füll stoffen und Farbstoffen in einer Presse unter Hitze und Druck während einiger Zeit formt, geht es nicht, wie andere Harze, schnell in die unlösliche Form über, sondern erweist sich noch als restlos löslich. Erst durch längere Erhitzung auf 100 bis 120 C findet ein allmählicher Übergang in sogenanntes Zwischenprodukt statt, wobei der Kresol- geruch verschwindet. Dieses bleibt ausserdem so lange bestehen, bis die flüchtigen Um wandlungsprodukte selbst aus den innersten Teilen entwichen sind. Eine solche restlose Beseitigung dieser Spaltprodukte, die nur infolge der langen Erhaltung einer durch lässigen äussern Schicht möglich ist, vermei det die Bildung von Blasen und Spannungen innerhalb der Formlinge. Die weitere Tem peratursteigerung bewirkt alsdann die Bil dung des unschmelzbaren und unlöslichen Endproduktes. Das durch saure Kondensation aus Roh kresol und Formaldehyd gebildete Methylen- dikresol kann auch zunächst für sich ge reinigt und isoliert werden. Ebenso kann man auch den bei der alkalischen Konden sation von Kresol und Formaldehyd gebil deten Kresolalkohol für sich gewinnen und dann erst dem Methylendikresol oder dem mittelst Säure erhältlichen Kondensations produkt zusetzen. <I>Beispiel:</I> 50 Teile Rohkresol und 25 Teile 40 %iger Formaldehyd werden mit 1 bis 1,5 Teilen wässeriger Salzsäure (spez. Gewicht 1,15) allmählich unter Umrühren erwärmt, bis eine bemerkbare Schichtenbildung einsetzt. Alsdann wird zu dieser Masse ein Gemisch von 100 Teilen Rohkresol, 75 Teilen 40 %igem Formaldehyd und 7 bis 12 Teilen 25 %igem Ammoniak zugefügt. Man kocht nunmehr während 30 bis 40 Minuten, be seitigt nach dieser Zeit vorhandenes Wasser durch Verdampfen und erhitzt. die verblei bende Masse so lange auf 100 bis 1.10 C, bis ein in der Kälte fest werdendes Harz durchsichtiger Beschaffenheit vorliegt, das sich in Spiritus usw. leicht und restlos löst. Dieses lösliche Harz wird mit Füllstoffen und Farbstoffen gemischt, die Mischung in einer Formpresse unter Druck und Hitze geformt, ohne aber hierbei das Harz chemisch zu verändern. Schliesslich wird der Formling bei gewöhnlichem Druck so lange auf 100 bis 120 C erhitzt, bis der Kresolgeruch ver- schwunden ist, worauf endlich durch Tem peratursteigerung Umwandlung in das End produkt statthat.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Kunst harzes, dadurch gekennzeichnet, dass man Rohkresol mit Formaldehyd unter Verwen dung eines sauren Kondensationsmittels bis zur Bildung von Methylendikresol erwärmt, worauf man zu dieser Masse einen neuen Ansatz von Rohkresol, Formaldehyd und einem basischen Kondensationsmittel in sol cher Menge hinzufügt, dass die Mischung starke alkalische Reaktion aufweist, alsdann längere Zeit kocht, sodann das Wasser ver dampft und die zurückbleibende Masse so lange erhitzt, bis ein in der Kälte festes, durchsichtiges und in organischen Lösungs mitteln lösliches Harz vorliegt,welches sich bei längerem Erhitzen auf 100 bis 120 C zunächst in ein Zwischenprodukt verwandelt, das bis zur Beendung der Entwicklung flüchtiger Produkte erhalten bleibt und schliesslich durch gesteigerte Erhitzung in das Endprodukt übergeführt wird. UNTER,AN 'SPRÜCHE 1.. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem löslichen und schmelzbaren Kunstharz vor seiner Umwandlung in das Endprodukt Füll stoffe und Farbstoffe zumischt. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man vor der Um wandlung des löslichen und schmelzbaren Kunstharzes in das Endprodukt. eine For mung vornimmt.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH106557T | 1923-06-28 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH106557D CH106557A (de) | 1923-06-28 | 1923-06-28 | Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. |
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| CH (1) | CH106557A (de) |
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1923
- 1923-06-28 CH CH106557D patent/CH106557A/de unknown
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