CH106892A - Verfahren zur Herstellung von in der Kälte duktilem Wolframdraht. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von in der Kälte duktilem Wolframdraht.

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      Verfahren    zur Herstellung von in der Kälte     duktilem        Wolframdraht.       Draht aus hochschmelzenden Metallen wie  Wolfram wird nach dem bisherigen Verfahren  in der Weise hergestellt, dass ein Stab aus  gepresstem     Wolframpulver    auf hohe Tempe  ratur erhitzt wird, bis das Pulver zu einem  Körper zusammengesintert ist, der aus mehr  oder weniger dicht gefügten kleinen Kristallen  besteht.

   Dieser     stabförmige    Körper wird dem  bekannten Hämmer- und Ziehverfahren bei  hohen Temperaturen unterworfen, wobei der  kleinkristallinische Stab allmählich aus dem  spröden Zustand unter Ausbildung von Faser  struktur in einen     duktilen,    d. h. in der Kälte  biegsamen und ziehbaren Draht verwandelt  wird.  



  Hierbei lässt sich die Kerngrösse des klein  kristallinischen Stabes nicht immer genau  einhalten, so dass häufig in der Praxis die  einzelnen Metallchargen Stäbe verschiedener  Korngrösse     ergeben,    wodurch dann Unter  schiede in der     Bearbeitbarkeit    entstehen und  selbst bei gleichmässigstem Verlauf der  mechanischen Bearbeitung bewirkt wird, dass  die aus den Stäben erzeugten Drähte einander  nicht völlig gleichen.

      Gemäss dem Verfahren nach der Erfindung  wird nun zunächst ein aus einem oder wenigen  grossen     Wolframkristallen    bestehender     stab-          förmiger        Wolframkörper    hergestellt und die  ser dann durch mechanische Bearbeitung  durch ein sprödes Stadium hindurch so lange  bearbeitet, bis er in den in der Kälte bieg  samen und ziehbaren Zustand übergeht. Es  ergibt sich alsdann ebenfalls ein Endprodukt       bezw.    Draht von faseriger Struktur.

   Drähte,  die nach diesem Verfahren hergestellt sind,  besitzen jedoch eine vollkommen gleichmässige  Beschaffenheit, da die als Ausgangsmaterial  dienenden, aus einem oder wenigen Makro  kristallen bestehenden Metallkörper stets die  gleichen Eigenschaften aufweisen und keinen  Zufallsschwankungen unterworfen sind.  



  Zur Herstellung des aus     einem    oder  wenigen grossen     Wolframkristallen    bestehen  den     stabförmigen        Wolframkörpers    kann man  von einem aus     Wolframpulver    gepressten Stab  von 2 mm Dicke und darüber, zweckmässig  jedoch 7-10 mm Dicke, ausgehen, der erst  in an sich     bekannter    Weise vor- und     dann     hochgesintert und darauf im Vakuum,     einer              indifferenten    oder zweckmässig reduzierend  wirkenden Gasatmosphäre, so     lange    auf eine  Temperatur in der Nähe des Schmelzpunktes  erhitzt wird,

   bis die Umwandlung des     Press-          körpers    in die Einkristall- oder     Makrokristall-          struktur    erfolgt. Die Dauer der     Erhitzung     wird dabei über das     Sinterungsstadium    hin  weg derart bemessen und überwacht, bis die  Grenzflächen der mikroskopisch kleinen     Kri-          stallpartikelchen    verschwunden sind und diese  sich zu einem oder ganz wenigen     inahro-          skopischen    Kristallen vereinigt haben.  



  Man erkennt diese     Makrokristalle    daran,  dass sie bei schwachem     Anätzen    grosse ein  heitlich reflektierende Oberflächen und nicht  von Ort zu Ort verschieden reflektierende  Flächen zeigen, dass sie ferner nach natür  lichen Spaltflächen spalten und dass sie end  lich nach stärkerem Abätzen selbst bei runder  Ausgangsform in gesetzmässiger Weise kantig  werden.  



  Die bei genügend langer und hoher Hitze  einwirkung auftretende Kristallumbildung voll  zieht sich dabei meist in der Weise, dass die       mikroskopisch    kleinen Kristalle des     Press-          körpers    zunächst sehr allmählich und nahe  zu gleichmässig wachsen, bis nach einer Zeit,  die bis zu mehreren Stunden betragen kann,  an einer Stelle sich ein mikroskopischer Kri  stall bildet, der bedeutend grösser ist als alle  übrigen und der jetzt seine Nachbarn in ver  hältnismässig kurzer Zeit,     zuinBeispiel    wenigen  Minuten, in sich aufnimmt. Dabei kann der  Kristall so schnell weiter wachsen, dass zum  Schluss der Körper aus diesem einzigen Kri  stall besteht.

   Es kann auch der Fall ein  treten, dass, ehe der Kristall sich über den  ganzen     Presskörper        ausbreitet,    an wenigen  andern Stellen ebenfalls solche Kristallkeime  entstehen, die dann, jeder für sich so lange       weiterwachsen,    bis sie mit dem früher ge  bildeten Nachbarn gleicher     Grössenordnung     zusammenstossen, mit denen sie sich jedoch  nicht vereinigen.

   Der Körper besteht dann  aus so viel grossen Kristallen, als     sich    Keime  während der Zeit seiner Behandlung gebildet  hatten, und man kann zum Beispiel durch  mechanisches Unterteilen sich daraus mehrere         Arbeitsstiicke    herstellen, von denen jedes nur  aus einem     einzigen        makroskopischen    Kristall  besteht. Die Zeit bis zum Eintreten der Kristalli  sation ist um so kürzer, je höher die Temperatur  gewählt wird. Bezüglich der Zahl der Kri  stalle ergibt sich, dass sie in den aus ein  und demselben     Metallposten    hergestellten       gleichgrossen    Barren unter gleichen Bedin  gungen     nahezu        konstant    ist.

    



  Es wurde     gefunden,    dass das     Verfahren     zweckmässig in einer reduzierenden Atmo  sphäre vorgenommen wird und dass dann die  Zahl der entstehenden Kristalle durch einen     ge-          -wissen    geringen     Feuchtigkeits-        bezw.    Wasser  dampfgehalt des Gases beeinflusst werden  kann. Zu diesem Zwecke wird am besten der  das Metall     umspülende        Wasserstoff    durch       Schwefelsäure    bestimmter Konzentration ge  leitet. Ergeben z.

   B. die Barren eines Postens       Wolframmetall    bei Verwendung schärfst ge  trockneten     Wasserstoffes    etwa 8-10 Kristalle,  so bestehen sie bei Durchleiten des     Wasser-          stoffes    durch 50      ;'oige    Schwefelsäure nur noch  aus     3-5,    und steigert man den     Feuchtigkeits-          bezw.        Wasserdampfgehalt    noch weiter, so  ergibt sich ein einziger Kristall. Ein zu weites  Steigern führt zum Ausbleiben des     EffekteQ.     



  Statt     dein    Wasserstoff einen bestimmten       Feuchtigkeits-        bezw.    Wasserdampfgehalt zu  geben, kann ihm auch eine bestimmte Menge  Sauerstoff oder eines Sauerstoff     abspaltenden     Gases     beigelriisclit    werden.  



  Eine zweckmässige     Vorschrift    zur Herstel  lung von     Wolfrain-Einkristallen    oder     Makro-          kristallen    ist folgende:  Kristallisiertes     Ammonparawolframat    wird       durch    Erhitzen bei Rotglut in     Wolfrainsä        ure     verwandelt, diese in     Porzellanrohrofen    mittelst       Wasserstoff    bei etwa<B>1000</B> zu     Wolframinetall-          pulver    reduziert, aus     dieseln    Pulver Barren  in eine     Pressform    gepresst und die Barren,

       uni     ihnen den zur     Weiterbehandlung    nötigen Zu  sammenhalt zu geben; eine halbe Stunde bei  <B>13000</B> erhitzt. Dann wird der so     vorgesinterte     Körper in einem     schärfst    getrockneten     Wasser-          stoffstrom    durch     Hindurclischicken    von nieder  voltigein Wechselstrom     kolier        Amperezahl    auf      eine     Temperatur    bis nahe an den Schmelz  punkt gebracht, um ihn zunächst hoch zu  sintern und etwa eine halbe Stunde. lang  auf dieser hohen     Temperatur    zu halten.

   Nach  dein Abkühlen wird durch     Anätzen    festgestellt,  ob die gewünschte Kristallisation eingetreten  ist. Dieses Verfahren der Erhitzung und Kon  trollätzung wird so oft wiederholt, bis die  Umwandlung in einen oder mehrere Makro  kristalle vollständig erfolgt ist. Besteht er  aus nur einem Kristall, so werden die übrigen  Barren dieses Postens mit     Wasserstoff    von  derselben Trockenheit dieselbe Zeit lang er  hitzt. Bestellt der Barren dagegen z. B. aus  10     Makrokristallen,    so wird beim nächsten  Barren der     Wasserstoff    durch eine Wasch  flasche mit 50     o/oiger    Schwefelsäure geleitet  und in gleicher Weise erhitzt.

   Ergibt sich  dann ein Körper aus einem Kristall, so wird  in gleicher Weise weiter gearbeitet, andern  falls wird die Konzentration der Schwefel  säure so lange geändert, bis dieses Ziel er  reicht ist.  



  Die anschliessend an die Erzeugung der       Makrokristallstruktur    stattfindende mecha  nische Bearbeitung kann sowohl bei einem  Stab vorgenommen werden, der nur aus einem  einzigen grossen Kristall oder aber auch aus  einigen weniger grossen Makrokristallen be  steht. Auch kann gegebenenfalls der aus ein  oder mehreren     Makrokristallen    bestehende       Wolfrarnstab    auf andere Weise, z. B. durch  Anwachsen aus der Gasphase, erzeugt werden.  



  Die mechanische Bearbeitung des aus  einem oder wenigen Makrokristallen bestehen  den     Wolframstabes,    der nicht die hochgradige  Sprödigkeit des kristallinischen Wolframs  besitzt, sondern in geringem Masse deformiert  werden kann, erfolgt in durch Hitze erweichtem  Zustand, wobei er nach einer Durchmesser  verminderung von etwa 10-20% die     er-          w        iihiite    geringe Plastizität verliert. Dies kann  z. B. daran erkannt werden, dass sich ein  herausgeschnittenes planparalleles Stück bei  langsamer Drucksteigerung nicht mehr wie an  fangs in der Kälte zusammendrücken lässt, ohne  zu zersplittern. Der Körper     bezw.    Stab be  findet sich dann also in einem verfestigten,    spröden Stadium.

   Die     metallographische        Unter-          suehung    dieses Stadiums zeigt, dass eine Ver  lagerung des     Einkrisfalles        bezw.    der Makro  kristalle stattgefunden hat, indem sich inner  halb jedes     Kristalles    zusammenhängende Kri  stallpartien gleitend gegeneinander verschoben  haben.

   Im weiteren Verlauf der mechanischen  Bearbeitung (Hämmern, Pressen, Walzen,  Recken, Ziehen und dergleichen) entwickeln  sich dann allmählich aus den gegeneinander  verschobenen Kristallpartien Strähnen und  Fasern, die, wenn der Vorgang genügend  weit vorgeschritten ist, die     Duktilität    des  Materials bewirken, und zwar in gleicher  Weise wie bei den Drähten, die in bekannter  Weise aus anfangs kleinkristallinischen Stäben  hergestellt sind. Von der mechanischen Be  arbeitung, z. B. Grösse der Bearbeitungsstufen,  Temperatur und vor allem dem Ausgangs  querschnitt hängt es ab, wie schnell die       Makrokristalle    unter gegenseitiger Verschie  bung ihrer Teile in die Faserstruktur über  gehen und ob das spröde Zwischenstadium  sich mehr oder weniger deutlich bemerkbar  macht.  



  Die Umwandlung der Makrokristalle in  Faserstruktur aufweisende Drähte ergibt ein  Produkt von guter und gleichmässiger     Duktili-          tät,    das zum Gebrauch als     Leuchtkörper    in  elektrischen Glühlampen besonders geeignet  ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von in der Kälte duktilem Wolframdraht, dadurch ge kennzeichnet, dass zunächst ein aus einem oder wenigen grossen Wolframkristallen be stehender stabförmiger Wolframkörper herge stellt und dieser dann durch mechanische Bearbeitung durch ein sprödes Stadium hin durch so lange bearbeitet wird, bis er unter Ausbildung einer Faserstruktur in den in der Kälte biegsamen und ziehbaren Zustand über geht. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus Metallpulver hergestellter, durch Hochsintern fein kri stallinisch gestalteter Presskörper während längerer zeit bis zur Umwandlung in die Einkristall- bezw. 14Takrokristallstruktur auf einer Temperatur in der Nähe des Schmelzpunktes gehalten und dann der mechanischen Bearbeitung unterworfen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen in einer Atmosphäre eines reduzierend wirkenden Gases vorgenommen wird, dein ein geringer Prozentsatz Sauer stoff oder sauerstoffhaltigen Gases beige mischt ist.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich net, dass als sauerstoffhaltiges Gas Wasser dampf verwendet wird.
CH106892D 1922-08-17 1923-08-06 Verfahren zur Herstellung von in der Kälte duktilem Wolframdraht. CH106892A (de)

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