CH107611A - Verfahren zur Überführung von Schwefelwasserstoff in Schwefel. - Google Patents
Verfahren zur Überführung von Schwefelwasserstoff in Schwefel.Info
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Description
Verfahren zur Überführung von Schwefelwasserstoff in Schwefel. Die Ausnutzung der in der Technik zahl reich vorkommenden, Schwefelwasserstoff enthaltenden Gase für die Schwefelgewin nung bietet gewisse Schwierigkeiten, da die Oxydation des Schwefelwasserstoffes zu Schwefel im Sinne der Gleichung H'S + 02 = 21120 -f- 2S nur unvollständig verläuft.
Handelt es sich um Schwefelwasserstoff gase von hohem Gehalt, welche im Claus- ofen über Bauxit oder Raseneisenerz bei schwacher Rotglut verbrannt werden (Ost, Lehrbuch der chem. Technologie VII. Auf lage, Seite 93), so enthalten die Abgabe die ses Prozesses in der Regel noch geringe Mengen Schwefelwasserstoff. Neuerdings (deutsche Patentschrift Nr. 303862) wurde gefunden, .dass man diese Umsetzung restlos zu Ende führen kann, wenn man als Reak tionsträger poröse Kohle verwendet.
Da aber .der Schwefelwasserstoffgehalt der technischen Gase meist schwankt, so muss bei dieser Arbeitsweise die zugefügte Sauer stoffmenge im Verhältnis der obigen Glei- chung gehalten werden. Beim Überschreiten dieses Verhältnisses trifft Verbrennung der Kohle ein.
Es wurde nun gefunden, dass man bei vorstehendem Prozess mit Vorteil hochporöse Kieselsäure verwenden kann, wie sie zum Beispiel durch Entwässern von Kieselsäure- hydraten erhalten werden kann. Dieser Reaktionsträger bewirkt im Gegensatz zu den Katalysatoren des C.laus-Prozesses eine glatte Oxydation des Schwefelwasserstoffes zu Schwefel, so dass .die Abgase des Prozes ses schwefelwasserstofffrei sind.
Auch ist Kieselsäure nicht oxydabel wie Kohle, so dass sie nicht zerstört wird, wenn die S.chwe- felwasserstoffgase Sauerstoff im Überschuss enthalten.
Aber nicht nur für die Abscheidung des Schwefels aus hochkonzentrierten Gasen, wobei sich die Reaktion bei hoher Tempera tur abspielt und,der Schwefel sofort in tropf barer flüssiger Form erhalten wird, bietet die hochporöse Nieselsäure als Reaktions träger Vorzüge, sondern auch dann, wenn es sich um sehr verdünnte Schwefelwasser stoffgase handelt, wie sie zum Beispiel bei der Entgasung und VergasLing von Brenn stoffen entstehen.
In diesen Fällen wendete inan bisher Raseneisenerz oder Rückstände von der Bauxitverarbeitung (Luxmasse) an, in der sich der durch Oxydation des Schwe felwasserstoffes entstehende Schwefel ab scheidet. Aus dieser Masse wird der Schwe fel durch Extraktion gewonnen. Die Rück stände sind nicht mehr für Scliwefelabschei- dung verwendbar.
Bringt man aber die Schwefelwasserstoff enthaltenden Gase mit zur Oxydation des Schwefelwasserstoffes theoretisch mindestens ausreichende Mengen Sauerstoff abgebenden gasförmigen Stoffen, zum Beispiel Luft oder Schwefeldioxyd, bei Gegenwart von poröser Kieselsäure aufein ander zur Einwirkung, so erhält man schwe- feIhaltige Massen, aus denen man durch Ex traktion des Schwefels die Kieselsäure in ur sprünglicher Beschaffenheit zurückgewinnt, so dass sie als Gasreinigungsmasse wieder gebraucht werden kann.
Für die Regenera tion der Masse können alle üblichen S hwe- fellösungsmittel gebraucht werden, wie Schwefelkohlenstoff, Mono- und Dichlorben- zol, Tetrahydronaphtalin, Alkalisulfidlösun- gen usw. Verwendet man organische Lö sungsmittel, so werden sie nach der Extrak tion aus der Kieselsäuremasse durch Aus dämpfen entfernt.
Handelt es sich um sehr verdünnte Schwe- felwasserstoffgase, so ist es vorteilhaft, bei Gegenwart geringer Mengen gasförmiger ba sischer Stoffe, wie Ammoniak oder Aminen, zu arbeiten, da .dann die Reaktion viel schneller verläuft.
Bei Verwendung -der hochporösen Kiesel- s-'@ure als Reaktionsträger kann auch Schwe feldioxyd an Stelle von Sauerstoff zur Oxyda tion des Schwefelwasserstoffes verwendet werden. Die hochporöse Kieselsäure als Reaktionsträger bewirkt, .dass die Umsetzung von Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxyd im Sinne -der Gleichung 21128 1- 802 = 2H20 + 3S selbst bei sehr geringer Konzentration der Schwefelverbindungen glatt verläuft-, so dass die Abgase des Prozesses frei von allen Schwe felverbindungen sind. Na:
eh dem Gehalt der Gase an Schwefelverbindungen richtet sich die Reaktionstemperatur. so dass sich der Schwefel. entweder ausserhalb oder innerhalb der Kieselsäure abscheidet. Ist im letzteren Falle die Kieselsiure mit Schwefel gesättigt, so dass sie die Reaktion nicht mehr vermit telt, so wird sie regeneriert in der für die Gasreinigungsmasse oben beschriebenen Weise.
Beispiel <I>1:</I> Man leitet ein Gemisch von 20 Raumtei len Schwefelwasserstoff und 50 Raumteilen Luft durch eine 10 cm hohe Schicht hoch poröser Kieselsäure, welche auf gasdurch lässiger Unterlage ruht. Die Oxydation des Schwefelwasserstoffes zu Schwefel geht dann unter starker Wärmeentwicklung vor sich, so da.ss der Schwefel aus dem Reaktions apparat flüssig abläuft. Der bei der Oxy dation entstehende Wasserd,a,mpf wird durch ,die Abgase des Prozesses (Stickstoff) foxt- geführt.
Beispiel <I>2:</I> Generatorgas mit etwa 3 gr Schwefel wasserstoff in 1 m3 wird mit einem Volum- prozent Luft - auf die ganze Gasmenge be rechnet - gemischt und nach Beifügung von 0,01 gr Ammoniak pro m- durch eine Schicht hochporöser Kieselsäure geleitet. Hat sich letztere mit Schwefel gesättigt, tritt Schwefelwasserstoff im Abgas auf.
Man schaltet darauf das Gas auf ein anderes Kie- selsäurefilter um und gewinnt den Schwefel aus dem ersten Filter durch Extraktion mit . heissem Chlorbenzol, aus dem sich der Schwe fel beim Erkalten kristallinisch abscheidet. Er wird abfiltriert und von anhaftendem Chlorbenzol durch Aasdämpfen befreit und getrocknet. Die extrahierte Kieselsäure wird ebenfalls durch Aasdämpfen frei von Chlor benzol erhalten und kann dann wieder als G.asreinigungsmasse gebraucht werden.
Beispiel <I>3:</I> Ein Gemisch von 5 Volumprozent Schwe- feldi.oxyd und 10 Volumprozent Schwefel- wasserstoff mit 85 Volumprozent Stickstoff, wie es beim Rösten von Schwefelerzen bei Gegenwart feuchter Luft entsteht, wird durch eine Schicht hochporöser Kieselsäure hin durchgeleitet. Unter geringer Wärmeent- wicklung scheidet sich der Schwefel in der Kieselsäure ab.
Ist .die Masse mit Schwefel gesättigt, so wird sie einem Regenerations- prozess unterworfen, wie er zum Beispiel in Beispiel 2 beschrieben wurde. Die so ent schwefelte Kieselsäure wird dann wieder .als Reaktionsträger benutzt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Überführung von Schwe felwasserstoff in Schwefel, .darin bestehend. dass man Schwefelwasserstoff enthaltende Gase und zur Oxydation des Schwefelwas serstoffes theoretisch mindestens ausreichende Mengen Sauerstoff abgebende gasförmige Stoffe bei Gegenwart von poröser Kiesel säure aufeinander zur Einwirkung bringt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man gasförmige, ba sische Stoffe enthaltende Gase verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man gasförmige Stoffe verwendet, welche Schwefeldioxyd enthalten.
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| DE201122X | 1922-11-20 |
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Also Published As
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