CH107666A - Verfahren zur Herstellung von Presslingen aus schwierig brikettierbaren Rohstoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Presslingen aus schwierig brikettierbaren Rohstoffen.

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  Verfahren zur Herstellung von     Presslingen    aus schwierig     brikettierbaren    Rohstoen.    Gegenstand der vorliegenden Erfindung  bildet ein Verfahren zum Einbinden körniger,  ihrem physikalischen Zustande oder ihrer  sonstigen Beschaffenheit nach schwierig     bri-          kettierbaren    Rohstoffen, wie zum Beispiel  von Erzen, andern Mineralien, Brennstoffen  und dergleichen.  



  Gemäss diesem Verfahren werden irgend  welche billige Substanzen, wie zum Beispiel  Kieselsäure, Tonerde, Ton und Brennstoffe  aller Art     riiit    Wasser zu kolloidalen Disper  sionen vermahlen, das so entstandene Binde  mittel mit dem schwierig einzubindenden  Rohstoff vermischt und das Ganze unter  Pressung geformt.  



  Jede bis zur schleimigen Konsistenz     ver-          mahlene        Dispersion    einer festen Substanz  kann als Bindemittel dienen. Es kann somit  der einzubindende Rohstoff selbst als Binde  mittel verwendet werden, sofern er sich in  die Form einer schleimigen Dispersion brin  gen lässt.  



  Wenn auch ganz allgemein in Frage kom  mende Substanzen sich in eine schleimige         Dispersion    überführen lassen, so sind selbst  verständlich die einen Produkte hierfür bes  ser geeignet, als die andern. So können zum  Beispiel die Hydrate der Kieselsäure, der  Tonerde, des Eisenoxyds, der     Tonerdesilikate,     sowie einzelne Brennstoffsorten mit sehr ge  ringem     Energieaufwand    in die schleimige  Dispersion übergeführt werden und wirken  schon in geringen Mengen stark bindend.

    Auffallend ist, dass beim Pressen des Roh  stoffes, dem derartige Dispersionen zugesetzt  sind, das in der Rohmischung enthaltene  Wasser sich schnell und weitgehend auspres  sen lässt, und zwar auch da, wo der Rohstoff  an sich dem Auspressen des Wassers mehr  oder minder grossen Widerstand entgegen  setzt.  



  Es hat sich übrigens gezeigt, dass die       Wasserabscheidung    um so leichter vor sich  geht, je scharfkantiger das einzubindende  Material ist. Auch der Zusatz von     Koks,     z. B. von     Grudekoks    oder von knorpeligen  Braunkohlen, fördert die     Wasserabscheidung.     Es scheint, als wenn dabei durch Ober  flächenwirkung der kolloidale Zustand der           schleimigen    Dispersion aufgehoben und da  mit das     Kolloidwasser    frei gemacht werde.  



       Das    Verfahren hat besondere     Wichtigkeit     zur     Brikettierung    von     mulmigen    Erzen, wie       Minette,    Erzen von     körnigem        Charakter,    wie       beispielsweise        Magneteisenstein,

          Giclitstauli     und     dergleichen.    Ebenso lässt sich das Ver  fahren zur Herstellung von     Steinen    aus Sand  als Rohstoff     verwenden.    Als     Bindemittel     kann man in diesem Falle     beispielsweise    hy  dratisierte     Aluminiumsilikate    verwenden, die  durch     entsprUchende        Mahlunb    in die Form  eines schleimigen     Sols    übergeführt sind.  



       Mischt    man eine solche     Dispersion    dein       einzubindenden    Rohstoff bei und presst die  Mischung, so erhält man bereits bei verhält  nismässig     beringen    Drucken, nötigenfalls un  ter Zuhilfenahme     geringer    Temperatursteige  rung, Körper von guter     Drucl,:festi"l@eit,    die       ::ich    für jede Form der Verarbeitung, insbe  sondere zur Verhüttung, eignen.  



  Die     Festigkeit    der     Presslinbe    ist. um so  grösser, in je feinerer     Körnung    (las einzubin  dende Material zur     Anwendung    kommt. Diese       Erscheinung    ist erklärlich, wenn man an  nimmt, dass die     kolloidale    schleimige     Disper-          Sion    nicht nur die     Zwischenräume    ausfül  lend     wirkt,    sondern die Rolle eines     Klebe-          mittels    spielt.

   Das ist. besonders     der    Fall,       wenn    das Bindemittel sieh im     Gelzustand    be  findet; denn nur Gele     können    nach Art. der       Nlebeinittel    die feinen und feinsten     Körnchen          zusammenhalten.     



  Daraus     er;bibt    sich die durch die     Erfali-          runb        bestätigte        Folgerung,        dass    besonders       ut@Resultate    erzielt     werden,        wenn    das     hol-          loidale    So], mittelst.     dessen    das     Rolibut        ein-          ut-l,un:

  len    werden soll, nach     dem    Mischen mit       .lem    Rohstoff in den     Gelzustand        iiberbeführt     wird. Das kann mit an sich     bekannten    Mit  teln     besehehen,    indem auf die     Presslinge    bei  der     Pressung        entweder    der     elektrische    Strom       oder    Zusätze von     Elektrolyten    zur     Anwen-          dung    kommen.  



  Die     elektrisehe    Behandlung kann sich auf       rlie        einfache        Entladun-,,    der     elektrisch        bela-          cir-nen        Kolloidteilchtn    der     Dispersion        riehteri     oder durch     Erzeugung    eines     Ge        eril@olloides       die     Koagulation        herbeiführen.    Leitet man       während    der Pressung zum     Beisinel        

  einen          e'_ektrischen    Strom durch eine     l@olloidale        Dis-          persion    von hohle, die mit     einem        Elektroly-          ten    versetzt ist, z.

   B. mit     löslichen        Eisen-          oder        Mabnesiumverbindunben,    so     wandert        di(-          Kohle    in der     Riehtunb    des     negativen        Stro-          ines,        Eisen    oder     Magnesium    in der     Richtung     des positiven,

   und     das    Hydrogel     bebt    in ein  irreversibles Gel     ülx.r.    Welche     Mittel    zur       Koagulation    des Gel; man     aueli        _inwenden          niöbe,    wesentlich ist     es    immer,     @dp.ss        diese        Gel-          bildun--    erst nach dem     Mischen,    z . B. beim  Pressen, stattfindet.

   Die     Behan.dlunb        finit    dem  Strom kann dadurch     ausbefüiirt        werden,        dass     ein oder beide     Pressstumpel    in     entsprechender     Isolierung an einen oder beide Pole     einer          Elektrizitätsquelle        belebt    werden.  



  Der Erfolg der     Brikettierung    auf diesem  Wege kann noch weiter     dadurch        befördert     werden, dass aus dein     einzubindenden        -Material     etwa vorhandene lösliche Salze     #2iitfei-nt    wer  den.

   Einerseits ist dies     -,viehtib,    uni die kol  loidalen Sole nicht bereits beim     --fischen    mit  dem einzubindenden Material     2usziiflocl@en.     Durch diese vorzeitige     Aus'ilocl;un,#,        würde     ohne weiteres die     F;:stibheit    der fertigen     Bri-          lietts    leiden.

   Es ist, wie oben bereits     ccrwälii@t     ;worden, von     Wichti@gheit,        dass        diese    Aus  flochung erst nach dem     -fischen,    also zum       Beispiel        -während        des    Pressens,     bescliielit.     Ausserdem ist. es     auch    bei der Herstellung der  Sole     wichtig,    dass nach     Möglichkeit    die An  wesenheit von     Elehtrolv        ten.    z.

   B. -von lös  lichen Salzen, die     beei-net    sind, die Sole aus  zuflocken,     ausgeschlossen        wird,    Die Vermei  dung eines     Gehaltes        de-:

          einzubindenden    Gu  tes an     löslichen        Salzen        kommt    besonders für  Brennstoffe,     nampiitlicli    Torf und Braun  kohle, in     Fra,-,e,        insofern    ein solcher Gehalt       einerseits    die     Bildung    leicht     schmelzbarer,          dr.n    Rost     ver:s#hmierender        Schlacken    verur  sachen,     anderseits    die     Feuclitigheit;

  bestäir-          clibl_eit    der     Presslin,-:e    aufliegen     könnte.          Dies.,.        LTbelst:inde    werden dadurch vermieden,  dass     nian    den     Salzgehalt    derartiger Brenn  stoffe     durch        Auswaschen    mit     ZVasser    oder  verdünnten Säuren herabsetzt. Wie auf Torf      und Braunkohlen, ist diese Veredelung des       Brikettierungsrohgutes    mit gleichem Erfolge  auf gewisse Steinkohlen, z. B.

   Anthrazite,  ferner auf     Rauchkammerlösche    und     derglei-          clien    anwendbar.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH; Verfahren zur Herstellung von Presslin- gen aus schwierig brikettierbaren Rohstoffen, Mineralien und Brennstoffe, dadurch gekenn zeichnet, class irgendwelche billige Substan zen mit Wasser zu kolloidalen Dispersionen vermahlen, das so entstandene Bindemittel mit dem einzubindenden Rohstoff vermischt und unter Pressung geformt @Tird. ÜNTERANSPUÜCHl: 1. Verfahren gemäss Patentanspruch,dadurch gekennzeichnet, dass der einzubindende Rohstoff fein gekörnt wird. 2.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der einzubindende Rohstoff von löslichen Salzen befreit wird. B. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischung ein Elektrolyt beigemengt wird. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischung ein Elektrolyt beigemengt und während der Pressung durch den elektrischen Strom eine als Gegenkolloid wirkende Substanz erzeugt wird, wodurch das kolloidale Sol in den Gelzustand übergeführt wird.
CH107666D 1922-07-08 1923-07-06 Verfahren zur Herstellung von Presslingen aus schwierig brikettierbaren Rohstoffen. CH107666A (de)

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