Vorrichtung zum gleichzeitigen Abschmelzen einer Anzahl Glasröhren. Diese Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Abschmelzen einer Anzahl parallel angeordneter Glas röhren und ist gekennzeichnet durch einen in der Richtung der Glasröhren hin- und herbeweglichen Träger, der die einen Hälf ten der Röhren nach dem Abschmelzen mit sich führt und an dem für jede Röhre ein Brenner befestigt ist.
Zweckmässig wird die Vorrichtung derart ausgeführt, dass die Gas zufuhr nach den Brennern auch bei der Hin- und Herbewegung des Trägers stattfinden kann.
Will man die Brenner auch bei der Hin- und Herbewegung des Tisches verwenden, so kann man das Gas durch mindestens eine hohle Stange, an welcher der Tisch 'befestigt ist, zuführen.
Jeder Brenner wild zweckmässig derart ausgeführt, dass er eine Anzahl gleichmässig über den Umfang verteilter radialer Flam men auf den Umfang einer Glasröhre richtet.
Wenn die abzuschmelzenden Glasröhren als Evakuierröhren ausgestaltet sind und zu diesem Zweck an Birnen von elektrischen Lampen und andern zu entlüftenden Gefässen angeschlossen sind, kann die Erfindung in der Weise ausgeführt werden, dass der Trä ger als Tisch für d;e Birnen ausgestaltet und mit Öffnungen zum Durchführen der Glas röhren versehen ist.
Besondere Vorteile bietet die Anwendung der Vorrichtung nach der Erfindung, wenn man eine besondere Art Abschliesser benutzt, die mit einem röhrenförm-gen Körper aus elastischem Material, mit Einrichtungen zum Festklemmen dieses Körpers an beiden En den und mit einer Einrichtung* zum An drücken des freien Mittelteils des elastischen Körpers an die Wand der Glasröhre mittelst einer Flüssigkeit oder eines Gases unter Druck versehen s#nd,
welche Abschliesser unter den zum Einsetzen der Glasröhren der Lampenbirnen dienenden Öffnungen des vertikal auf- und abbeweglichen Tisches an geordnet werden.
Die Vorrichtung nach der Erfindung bietet bei dieser besonderen An -Wendung wichtige Vorteile, indem die Evakuierröhren in die Abschliesser eingesetzt werden kön- neu, ohne irgend welchen Widerstand zu empf-*nden, so dass es möglich ist, in sehr kurzer Zeit eine Anzahl Lampen an die Auspumpanlage anzuschliessen, da auch das Abschmelzen nach der Entlüftung durch Verwendung der Vorrichtung nach der Er findung sehr schnell ausgeführt werden kann.
In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Abschmelzen einer An zahl Evakuierröhren von elektrischen Lam penbirnen als beispielsweise Ausführungs form des Erfindungsgegenstandes darge stellt.
Fig. 1 ist eine Vorderansicht, und Fig. 2 ist eine Seitenansicht mit teil weisem Schnitt derselben in grösserem Mass- stabe.
Mehrere Teile der in der Zeichnung dar gestellten Vorrichtung sind an zwei Platten 1. und 17 befestigt, die sich auf Füsse 18 und 19 stützen.
An den Platten 1 und 17 ist ein Winkel eisen 2 befestigt, das umgebogene Stützen 3 und 43 trägt, auf denen die weiter unten beschriebenen Abschliesser aufgestellt sind.
Zwei vertikale Stangen 4 und 5 können sich in Führungen 6, 7 und 8, 9, die an den Platten 1 bezw. 17 befestigt sind, auf- und abwärtsbewegen. Die vertikalen Stan gen tragen die im Folgenden ausführlich be schriebenen Abschmelzvorrichtungen und sind je mit einer Zahnstange versehen, in die ein Zahnrad eingreift. Die Stange 4 ist mit einer Zahnstange 10 versehen, in die die Zähne des Zahnrades 11 eingreifen. Dieses Zahn rad ist mit der in den Platten 1 und 17 ge lagerten wagrechten Welle 12, auf der das Handrad 13 festsitzt, verkeilt.
Mit Hilfe die ses Handrades kann also die Abschmelz- kappe 20 in die gewünschte Höhenlage in bezug auf die Abschliesser gebracht werden. An einem mittelst eines Stiftes 16 am Hand rad 13 befestigten Seil 14 hängt ein Gegen gewicht 15, das dafür sorgt, dass die Ab- ,#chmelzkappe 20 in jeder Höhenlage, in die mar sie bringt, stehen bleibt. Auf den Stützen 3 und 43 liegen die Vakuumleitungen 21 und 22. die an beiden Enden geschlossen und durch eine Röhre 23 miteinander verbunden sind.
Die Leitungen 21 und 22 tragen eine Anzahl vertikaler Röhren 24 und 25, auf deren Enden Ab schliesser 26 und \? 7 angebracht sind, die dazu dienen, einen luftdichten Abschluss um die Evakuierröhren herum herzustellen.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung beträgt diese Anzahl Abschlie- sser für jede Röhre sechs; es ist jedoch ein leuchtend, dass man nach Massgabe der Ver hältnisse eine grössere oder kleinere Anzahl Abschliesser anbringen kann.
Ein solcher Abschliesser ist im Nach folgenden anhand der Fig. 2 ausführlich beschrieben. Auf das konische Ende der Röhre 24 ist ein Schlauch 28 aus elastischem Material, wie zum Beispiel Gummi, gestülpt. Dieser Schlauch ist an beiden Enden luft dicht festgeklemmt, und zwar ist das untere Ende zwischen dem konischen Ende einer Mittelröhre 29 und dem Ende der Röhre 24 festgehalten und das obere Ende des Schlau- ehes ist um den obern Rand der Röhre 29 umgebogen und dort durch eine kleine 31e- tallkappe festgeklemmt, die von Federn 30 und 31 abwärtsgezogen wird.
Letztere sind am untern Ende an einem an der Röhre 24 befestigten Ring 32 befestigt. Im Innern der Röhre 24 befindet sich ein Röhrchen 34, in dem eine kleine Stange 35 sich vertikal auf- und abwärtsbewegen kann. Die von der Schraubenfeder 33 federnd abgestützte Stange 35 ist am obern Ende abgeplattet und trägt. dort einen kleinen Aufsatz 36, so dass eine Ev akuierröhre 42 auf der Stange 35 ruhen kann.
Da der Schlauch 28 keine hohe Tem peratur erreichen darf, ist um den Ab schliesser 26 herum eine Leitung 37 ange bracht, durch die eine Kühlflüssigkeit, zum Beispiel Wasser, umlaufen kann. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist die Röhre 37 allen Abschliessern entlang geführt. Die Zufuhr der Kühlflüssigkeit erfolgt von der Röhre 38 aus mittelst des Hahnes 39, während die Leitung 37 am andern Ende in zwei Röhr chen 40 und 11 mündet, aus denen. das Was ser in den Auffangtrichter der Ableitung 84 fliesst.
Der mittlere Teil des elastischen Schlau ches 28 (Fix. 2) kann sich von der Wand der Metallröhre 29 wegbewegen, so dass der Schlauch 28 durch Zufuhr eines Gases oder einer Flüssigkeit unter Druck luftdicht an die Wand der Evakuierröhre 42 angedrückt werden kann.
Es ist dabei empfehlenswert, beim Unter brechen des luftdichten Verschlusses, den Raum zwischen dem elastischen Schlauch 28 und der Metallröhre 29 mit einem Vakuum in Verbindung zu setzen.
In Fig. 2 ist durch die Wand der Röhre 29 das Ende einer Leitung 45 geführt, die am andern Ende in eine wagrechte, an einer Stütze 48 befestigte Röhre 47 mündet.
Dementsprechend sind die Abschliesser 27 durch Leitungen 46 an die Röhre 47 ange schlossen. Von der Röhre 47 führt eine in einen Dreiweghahn 50 mündende Röhre 49 abwärts. Dieser Hahn 50 setzt die Röhre 49 entweder mit einer Druckleitung 51 oder mit einer Vorvakuumleitung 53 in Verbindung, so dass durch Drehen des Hahnes 50 der Raum rings um den Schlauch 28 herum ab wechselnd mit einem Vakuum und mit einem Überdruck in Verbindung gesetzt werden kann. An die wagrechte Vakuumröhre 21 ist die Röhre 55 angeschlossen, die mittelst eines Absperrventils 56 mit einer Vakuum leitung 57 in Verbindung gesetzt werden kann.
Die Vorrichtung kann in bekannter Weise derart ausgeführt sein, dass die Vakuumleitung 57 entweder mit einem Vorvakuum oder mit einemIlochvakuum in Verbindung gesetzt wer den kann. Auch kann die Vorrichtung mit einer Zuleitung für irgend ein Gas, wie Argon, oder Stickstoff, mit dem man die Lampen birnen nach der Entliiftung zu füllen wünscht, versehen sein, was jedoch in der Zeichnung nicht veranschaulicht ist.
Die Abschmelzkappe 20 \,vird im Nach folgenden ausführlich beschrieben: Die vertikalen Stangen 4 und 5 tragen am obern Ende die beiden Querschwellen 85 und 44 (Fix. 1), auf denen mittelst der Bolzen 60 und 61 (Fix. 2) die Platten 64 und 65 (Fix. 1 und 2), sowie ,der Tisch 62 befestigt sind. Der Raum zwischen den Platten 64 und 65 ist mit einem Wärme isolierstoff 66, wie zum Beispiel Asbest, aus- .
gefüllt, so dass die Abschliesser 26 und 27 vor der hohen Temperatur in der Nähe der Brenner 69 geschützt sind: Eine der Anzahl der Abschliesser entsprechende Anzahl Lö cher 67 und 68 ist zum Durchgang der Evakuierröhren durch die Plätten 64 und 65 vorgesehen. Über diesen Löchern befinden sich Öffnungen im Tische 62, auf denen d;e Birnen 63 zu ruhen kommen. Es ist zu be merken, ,dass in der Zeichnung die Evakuier- röhren 42 und die Birnen 63 in dem Zu stande nach dem Entlüften und Abschmelzen dargestellt sind.
Bei jeder Öffnung ist ein radialer Brenner 60 bezw. 70 zum Erhitzen der Evakuierröhren angebracht. Ein Gemisch von Gas und Luft wird diesen Brennern durch die Röhren 71 und 72 zugeführt, die ganz um die Platte 65 herumgelegt sind und mit einer axialen Durchbohrung 73 der Stangen 4 bezw. 5 in Verbindung stehen. In diesen Durchbohrungen sind am untern Ende Röhren 79 und 75 verschiebbar ange ordnet, und wird der luftdichte Verschluss zwischen den Stangen 4 und 5 und den Lei tungen 75 und 79 von Stopfbüchsen 74 und 76 besorgt.
Die Röhren 75 und 79 sind an eine Röhre 77 angeschlossen, d'e wiederum mit einem Hahn 78 in Verbindung steht; so dass ein Gemenge von Gas und Luft von der Luftröhre 80 und der Gasröhre 81 aus zu geführt werden kann.
Es ist zu bemerken, dass die Abschliesser 26 und 27 sich innerhalb mit Wärmeisolier- stoff ausgefüllter Wände 82 und 83 be finden.
Zum Erhitzen der Birnen während der Entlüftung kann ferner in bekannter Weise ein Heizkasten angebracht werden, der zum Beispiel über der Abschmelzkappe 20 verti kal auf- und abbeweglich und der in der Zeichnung nicht dargestellt ist, .da seine Bau art mit dem Wesen der Erfindung in keiner Beziehung steht.
Die Arbeitsweise der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung ist kurz wie folgt: Im Anfang der Operation befindet sich die Abschmelzkappe in der niedrigsten Lage. Die zu entlüftenden Lampenbirnen werden dann vom Arbeiter mit den mit ihnen ein Stück bildenden Evakuierröhren in den ent sprechenden Öffnungen der Abschmelzkappn ?0 angebracht. Dabei kommen die untern Enden der Evakuierröhren auf die obern Enden der kleinen Stangen 34 in den Ab chliessern zu ruhen. Infolge des Birnen bewichtes wird hierbei die Feder 33 etwas zusammengedrückt.
Durch Drehen des Hah nes 50 wird dann den Abschliessern Pressluft zugeführt, so dass ein luftdichter Verschluss rings um die Evakuierröhren herum erzielt -wird. Das Auspumpen kann dann seinen .Anfang nehmen, und zu diesem Zwecke wird das Absperrventil 56 in die offene Lage ge bracht, so dass die Röhren 21 und 22 an die Vakuumröhre 57 angeschlossen werden.
Letztere kann dann zunächst mit einem Vor vakuum und hernach mit einem Hochvakuum in Verbindung gesetzt werden. Während der Entlüftung der Lampen werden diese zweck mässig mit Hilfe eines in der Zeichnung nicht dargestellten Heizkastens auf mögl'cbst hohe Temperatur erhitzt. Auch kann ge- wünschtenfalls die Lampe mit einer geeig neten Gasfüllung versehen -werden. Wenn ein genügend hohes Vakuum erzielt oder die Lampe mit dem gewünschten Gas gefüllt worden ist, wird der Gashahn 78 geöffnet und werden die Gasflammen bei den Bren nern 69 und 70 entzündet.
Hierdurch er weicht das Glas der Evakuierröhre nahe an dem Birnenboden und wird die Evakuier- röhre abgeschmolzen. Wenn der Arbeiter sieht, dass das Abschmelzen genügend v or- geschritten ist, bewegt er d,*e Abschmelz- kappe abwärts, wobei die Evakuierröhren in den Absehliessern zurückbleiben.
Der Hahn <B>50,</B> kann dann geschmolzen werden, und gleichzeitig wird das Absperrventil 50 in die andere Lage gebracht, wodurch die Ab schliesser mit dem Vorvakuum in Verbindung gesetzt werden und die Wände der elasti schen Schläuche 28 von den Evakuierröhreii zurückgezogen -werden. Die Evakuierröhren können sich dann frei in den Abschliessern bewegen und werden von den Federn 33, die vorher durch das Gewicht der Birnen ge spannt waren und sich jetzt strecken, auf wärts gedrückt, so dass die Evakuierröhren leicht aus den Abschliessern entfernt werden können.
Die fertiggestellten Birnen werden aus der Abschmelzkappe entfernt und neue Birnen eingesetzt, worauf die beschriebenen Operationen wiederholt werden.