CH109739A - Verfahren zur Herstellung von kohlenstoffarmen Metallen und Metallegierungen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von kohlenstoffarmen Metallen und Metallegierungen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von kohlenstoffarmen <B>Metallen</B> und llletallegierungen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Arbeitsverfahren zur Herstellung von kohlenstoffarmen Metallen und Metallegie: rangen unter Verwendung von ]Kohle .oder einem .andern kohle.stoffhaltigen Material als Reduktionsmittel.
Gemäss der Erfindung wird das für .die gewünschte Zusammensetzung des Metalles bezw. .der Metallegierung erforderliche Roh erz, beispielsweise für eine Ferro.chromlegie- rung :
Chromerz und Eisenerz, voT dem Nie derschmelzen fein zerkleinert, mit dem R.e- duktionsmittel (gegebenenfalls .mit schlacken bildendem Material) innig durchmischt, das Gemisch .durch Pressung in Formkörper, etwa Briketts, übergeführt und die so aus Form körpern bestehende Beschickung in einem Ofen niedergeschmolzen, wobei die ganze Menge an Reduktionsmittel derart abgepasst wird, .dass die ganze Kohlenstoffmenge bei der Reduktion praktisch aufgebraucht wird, alles zum Zwecke, dass die aufeinander chemisch einwirkenden Stoffe,
in möglichst innige Be rührung miteinander kommen, sowie auch, dass die Entstehung von örtlichen Über- schassen des einen oder andern Stoffes, be sonders Kohlenstoff, verhindert wird.
Üm in noch höherem Grade die Entstehung von örtlichen Überschüssen, besonders von Kohlenstoff, verhindern zu können, kann ein flüssiges kohlenstoffhaltiges Material, wie zum Beispiel Melasse, Sulfitablauge, Teer oder dergleichen, dem Roherz zugemischt wer den, wodurch eine möglichst gleichförmige Verteilung des Reduktionsmittels in den Formkörpern erreicht und gleichzeitig ein gutes Einbinden der Materialien erzielt wird.
Um einen tatsächlich niedrigen Kohlenstoff gehalt im fertigen Metall bezw. in der ferti gen Metallegierung zu erhalten, ist es .aber dann erforderlich, dass die flüssige kohlen stoffhaltige Substanz sich in einem solchen Zustande befinde, dass sie bei der Pressung .der Mischung zu Formkörpern keine Neigung hat, sich aus den übrigen Materialien un gleichförmig auszuscheiden, z. B. durch An sammlung an den Oberflächen der Formkör per.
Zu diesem Zwecke wird vorteilhaft mit ,dem Roherz ein solches kohlenstoffhaltiges Material zugemischt, welches bei gewöhn- licher Temperatur fest, bei einer Temperatur aber, bei welcher die Pressung vor sieh geht, teigig oder halbflüssig ist.
Der Vorteil bei der Verwendung von sol chem kohlenstoffhaltigem Material, um eine möglichst gleichförmige Verteilung und in nige Berührung mit den übrigen Bestandtei len der Formkörper zti erreichen, ist offenbar. Da alle Bestandteile bei gewöhnlicher Tem peratur fest sind, ist es sehr leicht, eine. ge naue Mischung von fein zerkleinerter kohlen stoffhaltiger Substanz dieser Art mit den übrigen für die gewünschte Zusammenset zung des Metall.es bezw. der Metallegierung erforderlichen Rohmaterialien herzustellen.
Durch Erwärmung der Mischung entweder vor oder während der Pressung zu Briketts oder in beiden diesen Stufen des Verfahrens und durch Pressen der Mischung zu Brikett kann die nunmehr in teigigem oder halbflüs sigem Zustand sich befindende kohlenstoff haltige Substanz in möglichst innige Berüh rung mit den übrigen Rohmaterialien ge bracht werden, indem sie sich als eine Haut um oder auf die übrigen Materialkörnchen legt, ohne sich im übrigen im Verhältnis zu diesen örtlich zu verschieben.
Als Beispiele des erwähnten kohlenstoff haltigen Materials können genannt werden: Pech, Asphalt, etwa zur Trockenheit einge dickte S.ulfitablauge, Melasse usw., die, wenn der Trockenheitsgrad zweckmässig ist, bei ge wöhnlicher Temperatur sehr leicht zerkleinert werden können.
Es ist aber auch möglich, von vornherein eine kohlenstoffhaltige Substanz, die ge gebenenfalls nur bei einer gewissen Tempera tur flüssig ist, mit den übrigen fein zerklei nerten Rohmaterialien zu vermischen und doch die bezweckte ausserordentlich innige Mischung zu erhalten, wenn man in folgender Weise verfährt:
Die Mischung der flüssigen kohlenstoffhaltigen Substanz mit den übri gen Rohmaterialien wird einer so weit getrie benen Trocknung ausgesetzt, d.ass die Vis- hosität des kohlenstoffhaltigen Materials der artig erhöht wird. dass es bei einer darauf- folgenden Brikettierung daran gehindert wird, sich im Verhältnis zu den andern Ma terialkörnchen zu verschieben, sondern sich als eine Haut um oder auf diese, legt.
Bei der Trocknung kann es leicht vor kommen, besonders wenn auch .andere Stoffs als Wasser ans den Materialien entweichen, dass eine Änderun-, in der ]Konzentration der kohlenstoffhaltigen Substanz in den ver schiedenen Teilen der 3tischung entsteht.
In einem solchen Falle ist es zweckmässig, um die Gleichförmigkeit der Verteilung der koh lenstoffhaltigen Substanz in der Mischung zu erhöhen, vor der Beschickung des anzuwen denden Ofens die Mischung einem wieder holten Mahl- oder Zerkleine.rungsprozess in Verbindung mit einer innigen Miseliung aus zusetzen, ehe das Pressen zu Briketts vor genommen wird. Die Trocknung muss dabei bis auf einen solchen Grad getrieben worden sein, dass die koh.lenstofflialtigc Substanz sich in festem Zustand befindet, um sie bei g@- wöhalicher Temperatur mahlen zu können.
Die Trocknung darf aber anderseits nicht so weit getrieben werden, dass eine wirkliche. Verkokung der 3li.scliung eintritt, denn hier durch würde einerseits die Verteilung der kohlenstoffhaltigen Substanz in der Mischung ungleichförmig, welchem -Nachteil zwar durch wiederholtes Mahlen oder Zerkleinern und Mischen entgegengewirkt werden könnte, was jedoch beträchtliche Kosten mit sich brächte, und anderseits würde die Bindefähigkeit der Materialien o herabgesetzt,
d.ass die Mischung keinem Pressen zu Briketts unmittelbar un terworfen werden könnte. Die Trocknung soll somit mir so weit getrieben werden, dass -die kohlenstoffhaltige Substanz bei .der Press- teniperatur in teigigen oder halbflüssigen Zu stand gebracht wird.
Beim Schmelzen der Formkörper oder Briketts im Ofen ist es von Bedeutung, dass sie während der Reduktion nicht zerfallen, denn hierdurch wird die innige Berührung der Ausgangsmaterialien untereinander ver mindert. Die Briketts zerfallen leicht, wenn sie bei der Einführung in den Ofen unmittel bar unter die Oberfläche der im Ofen beim Schmelzen gebildeten Schlacke heruntersin ken. Die dabei entstandene schnelle Wärme übertragung von Schlacke zu Briketts hat nämlich eine heftige Gasentwicklung zur Folge, die .das Zerfallen der Briketts begün stigt.
Dies kann hier da-durali verhindert werden, dass den Briketts eine solche Zusam mensetzung und ein solcher Pressungsgrad gegeben wird, dass ihr spezifisches Gewicht kleiner wird als dasjenige der beim Schmel zen gebildeten Schlanke, wodurch die Reduk tion an oder in der Nähe der Oberfläche, des Schlackenbades vor sich gehen wird, wo die für den guten Verlauf des Prozesses mildeste Wärmeübertragung stattfindet.
Um noch weiter sicherzustellen, dass die Briketts daran gehindert werden, unter die. Oberfläche :des Schlackenbades herunterzu sinken, kann ihnen vorteilhaft eine solche Zusammensetzung gegeben werden, d.ass die während des ,Schmelzens gebildete Schlacke eine gewisse eigene Zähigkeit erhält, so dass der Durchgang der Briketts durch das Schlackenbad erschwert wind.
In .der beiliegenden Zeichnung ist bei spielsweise ein elektrischer Widerstandsofen im Schnitt dargestellt, der für die Ausfüh rung des Verfahrens nach der Erfindung zweckmässig ist. Der elektrische Strom wird dem Ofen durch eine oder mehrere Elektro den 1 zugeführt und fliesst durch das Schlak- kenbad 2 nach einem Bodenkontakt 3, der in diesem Falle aus dem fertigen Metall bezw. der fertigen Metallegierung bestehen kann. Werden mehrere Elektroden verwendet, dann kann der .Strom zweckmässig durch die Schlacke zwischen den Elektroden geleitet werden, ohne Verwendung einer Boden elektrode.
In beiden Fällen wird zufolge des grossen Leitungswiderstandes der Schlacke die für das 2Tie.de.rschmelzen erforderliche Tem peratur erreicht.
Die Briketts oder Formkörper werden durch :die an-den Seiten des Ofens angebrach ten Schächte 4 eingeführt und von Hand oder auf mechanischem Wege, durch Eingriff durch die Öffnungen 5, gezwungen, durch die Kanäle 6, :deren Breite zweckmässig gleich gross mit derjenigen des Ofenraumes ist, sich möglichst gleichförmig über die ganze Ober fläche des Seblaekenbades zu verteilen, so dass die Wärme des letzteren auf die einge führten Briketts gleichförmig verteilt wird, wo:
durnh eine heftige Gasentwicklung und das Zerfallen der Briketts verhindert wird.
Während des Verlaufes des Schmelzpro zesses kann es eintreten, dass die Schlacke einen Teil Kohlenstoff auflöst, .der bei der Berührungsfläche des Schlackenbades mit dem Barunterliegenden, reduzierten Metall von diesem aufgenommen wird.
Um diese Au.fkohlung zu verhindern, kann die Höhe des Schlackenbades im Ofen derart abgepasst werden, dass unreduzierte Erzkörnchen, die gegebenenfalls aus den Briketts ausgeschie den worden sind, während ihres Herunter sinkensdurch das Schlackenbad genügend Zeit haben, durch den aufgelösten Kohlenstoff reduziert zu werden, wodurch die Berüh rungsfläche des Schlackenbades mit dem dar unterliegenden, reduzierten Metall praktisch kohlenstof.ffrei wird.
Die während des Niederschmelzens gebil deten Gase (hauptsächlich Kohlenoxyd) wer den zweckmässig durch die Einführungs schächte fartgeleitet, wodurch gleichzeitig die Briketts vorgewärmt werden, und können ,dann für Reduktio@ns- oder Wärmezwecke oder dergleichen verwertet werden.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht an die 'beschriebene Ofenbauart gebunden, sondern es kann ein beliebiger Ofen für .die Ausführung .des Verfahrens verwendet wer den. Sie ist auch nicht an ,die Materialien und Stoffe gebunden, die oben als Beispiel .erwähnt worden sind, sondern erstreckt sich auf alle Metalle und Metallegierungen, die eine Neigung haben, Kohlenstoff aufzu nehmen,
Claims (1)
- PATENTANSPRUOH: Verfahren zur Herstellung von kohlen stoffarmen Metallen und Metallegierungen unter Verwendung von kohlenstoffhaltigem Material als Reduktionsmittel, dadurch ge kennzeichnet, d.ass das für die gewünschte Zusammensetzung des Metalles bezw, der Netallebzerung erforderliche Roherz vor dem Miederschmelzen fein zerkleinert, mit dem Reduktionsmittel innig :durch.mischt, das Ge misch durch Pressung in Formkörper über geführt und die so aus Formkörpern be stehende Beschickung in einem Ofen nieder- beschmolzen wird, wobei die ganze Menge an Reduktionsmittel derart abgepasst wird, dass die ganze Kohlenstoffmenge bei der Re duktion praktisch aufgebraucht wird, alles zum Zwecke, dass die aufeinander chemisch einwirkenden Stoffe in möglichst innige Be rührung miteinander kommen, sowie auch, dass die Entstehung von örtlichen Über schüssen des einen oder andern Stoffes, be sonders Kohlenstoff, verhindert wird.UNTERANSPRüCHE Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem Roherz ein flüs- sibe:s, kohlenstoffhaltiges Material zuge führt wird, zum Zwecke, eine möglichst gleichförmige Verteilung des kolilenstoff- haltigen Materials in den Formkörpern, sowie auch ein gutes Binden der Mate rialien in denselben zu erhalten.Verfahren nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch die Verwendung eines koh lenstoffhaltigen Materials, welches bei ge- wöhnliclier Temperatur fest, bei einer Temperatur aber, bei der die Pressung zu Formkörpern vor 'sich geht, teigig oder halbflüssig ist.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung des flüssigen kohlen stoffhaltiben Materials mit dem Roherz vor dem Pressen zu Formkörper einer so weit getriebenen Trocknung ausgesetzt wird, dass die Viskosität des kohlenstoff haltigen Materials derart erhöht wird, dass das Material bei dem darauffolgenden Pressen zu Formkörpern daran gehindert wird, sich im Verhältnis zu den übrigen Materialkörnchen zu verschieben, sondern sich nur als eine Haut um oder auf diese legt. d.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 3. dadurch gekenn zeichnet, dass die getrocknete Mischung vor dem Pressen zu Formkörpern einem wiederholten Naht- oder Zerkleinerungs- prozess unterworfen wird, um die Ge nauigkeit der Verteilung des kohlenstoff haltigen Materials in den fertigen Form körpern zu erhöhen. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch 7ehennzeichnet, dass den Formkörpern eine solche Zusammensetzung und ein solcher Pressungsgrad reg eben wird, dass ihr spe zifisches Gewicht kleiner als dasjenige der w < i.hrend des Sehmelzens gebildeten Schlacks wird, zum Zwecke., die Formkör per daran zu hindern, vor der Reduktion unter die Oberfläche des Schlackenbades herunterzusinken, wo sie zufolge kräftiger Gasentwicklung leicht zerfallen könnten.G. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge'lennzeicliiiet, dass den Formkörpern eine solche Zusammensetzung gegeben wird, dass die während des Schmelzens gebildete Schlacke eine gewisse Zähigkeit erhält, die zum Verhindern des Herunter sinkens der Formkörper unter die Ober fläche des Schlackenbades beiträgt. 7 Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet,d.ass die Formkörper in einen elektrischen Ofen durch an den Sei ten desselben .anbeordiiete Schächte ein- geführt werden, von wo sie zu möglichst bleichförmiger Verteilung über die ganze Fläche des Schlackenbades gebracht wer den, zum Ziveeke, dass die Wärme des Schlackenbades auf die eingeführten Bri ketts bleichförmig verteilt werde,wo durch eine Heftige Gasentwicklung und ein Zerfallen der Formkörper vermieden wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und Tln- teransprucli i, dadureh gekennzeichnet, dass die Höhe des Schlackenbades im Ofen derart abgepasst wird, dass gegebenen falls leeruntersinkend e, unreduzierte Erz körnchen bei ihrem Durchgang durch das Sclilaelzenbad genügend Zeit haben, durch den in .der Schlacke eventuell aufgelösten Kohlenstoff reduziert zu werden,wodurch das Schlackenbad an seiner Berührungs fläche mit dem Barunterliegenden reduzier ten Metall praktisch frei von Kohlenstoff wird, so dass keine Aufkohlung des Me- talles stattfinden kann. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch .gekennzeichnet, dass das beim Niederschmelzen gebildete Gas durch die Einführungsschächte fort- geleitet wird, um die Formkörper vorzu wärmen.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE109739X | 1923-04-20 | ||
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|---|---|---|---|
| CH109739D CH109739A (de) | 1923-04-20 | 1924-04-09 | Verfahren zur Herstellung von kohlenstoffarmen Metallen und Metallegierungen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH109739A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1107687B (de) * | 1955-07-30 | 1961-05-31 | Kloeckner Humboldt Deutz Ag | Verfahren zum Herstellen von Briketts aus feinkoernigem, Fe O-haltigem Eisenerz |
-
1924
- 1924-04-09 CH CH109739D patent/CH109739A/de unknown
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