Siegelmarke und Verfahren zu ihrer Herstellung. Zum Sichern des Verschlusses von Brie fen, Paketen, Flaschen und sonstigen Be- hä.lten, für urkundliche Nachweise usw., hat man bisher entweder Siegel verwendet, die .
aus Siegellack oder dergleichen durch Ver flüssigung mittelst Erhitzung hergestellt und durch Anwendung eines Petschaftes ge prägt wurden, oder Siegelmarken aus mit Klebstoff versehenem Papier benutzt, die ohne Anwendung von Wärme, aber unter Anfeuchtung des Klebstoffes auf die zu sichernde Grundlage mit oder ohne gleich zeitige Präb-, .aufgedrückt wurden. Siegel aus Siegellack haben, abgesehen von der Umständlichkeit ihrer Herstellung und ihrer geringen Haltbarkeit, den grossen Nachteil, dass sie sich, zum Beispiel durch ein ange wärmtes scharfes Messer, in betrügerischer Absicht leicht entfernen und unter Anwen dung erneuter Erwärmung ohne sichtbare Verletzung wieder anbringen- lassen.
Die a ufklebbaren Siegelmarken können dagegen nur durch Anwendung einer in den zu sichernden Gegenstand genügend tief ein- dringenden Prägung gesichert werden, was nur bei ' dünnschichtigen Unterlagen aus Pa pier oder dergleichen praktisch durchführ bar ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine Siegelmarke, die bei der für sie vor gesehenen Verwendungsart ein Siegel liefert, das grösste Sicherung gegen unbefugte und unauffällige Entfernung bietet. Dieser Er folg wird dadurch erreicht, dass die Siegel marke aus einer eiweisshaltigen Masse be steht. Wenn .die Siegelmarke unter Anwen dung eines zweckmässig elektrisch erhitzten Prägestempels auf den zu siegelnden Gegen stand gepresst wird, so verflüssigt sich das Eiweiss zunächst und gerinnt dann, wobei es das fertige Siegel mit seiner Unterlage dauernd haltbar verbindet.
Eine solche Sie gelmarke erfordert bei ihrer Anwendung keine Anfeuchtung und macht eine Entfer nung ohne sofort erkennbare Beschädigung des fertigen ,Siegels unmöglich, weil das g@- rinnende Eiweiss seine einmal durch die Hitzewirkung des Prägestempels erhaltene Form dauernd beibehält und den festen Zu- sammenham y des Siegels mit seiner Unterlage sichert.
Das Versiegeln von unebenen Flächen zum Beispiel bei Paketen und deren Ver schnürungen, mit Hilfe einer in Form einer Scheibe oder eines Plättchens fertig her gestellten Siegelmarke bereitet gewisse Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten las en sieh restlos beseitigen, wenn man g#mäss einem ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahren für die Herstellung der Siegelmarke eine Paste verwendet, die aus einer dickflüssigen, eiweisshaltigen Masse be steht.
Von dieser Paste wird eine scheiben förmige Schicht auf die zu siegelnde Fläche aufgebracht und durch Pressen mittelst eines erhitzten Prägestempels in die Form eines auf der Unterlage festhaftenden Siegels übergeführt, wobei wiederum das gerinnende Eiweiss der Masse das Bindemittel zwischen dem fertigen Siegel und seiner Unterlage bildet.
Als Grundstoff für die vorliegende Siegelmarke oder die zu ihrer Herstellung dienende Paste wird entweder ein an sich schon eiweisshalti-er Stoff, zum Beispiel Mehl, oder aber ein nicht eiweisshaltiger, zum Beispiel mineralischer Stoff, wie Kreide, verwendet, der einen genügenden Zusatz von eiweisshaltigem Stoff erhält, um die be schriebene Wirkung zu erzielen. Beispiels weise nimmt man Weizenmehl, das zweck mässig unter Ergänzung seines Eiweissgehal te: zu einem dicken Brei angerührt und zu dünn r Schicht ausgewalzt wird.
Diese dünne Mehlschicht wird in geeigneter Weise, zum Beispiel unter Anwendung heisser Platten, getrocknet und hiernach in Bogen geeigneter Grösse zerschnitten, die in der Grösse der Siegelmarken entsprechende Felder unter teilt -werden, zum Beispiel mittelst Durch lochung.
Es ist zweckmässig, dem Grundstoff der Siegelmarke solche Stoffe, zum Beispiel Holz stoff, beizufügen. die bei ihrer Erhitzung durch den Prägestempel ihre Farbe ändern und dadurch ein, deutliche Brandzeichnung des Siegrls Hervorrufen.
Um ein leichtes, unauffälliges Auf schneiden de.-. Anis der Siegelmarke her öestellten Sieg=-ls und späteres Wieder zusammenfügen der Sie#elteile zu verhüten. wird in an sieh bekannter Weise in die Siegelmarke zweckmässig eine Einlage aus widerstandsfähigem Stoff. zum Beispiel in Gestalt eines feinmaschigen 11etallsiebes, eines Metallstreifens oder dergleichen ein gebettet.
Es ist ferner vorteilhaft, den Rand des zur Anbrinbung der vorliegenden Siegel marke dienenden Prägestempels so zu ge stalten, dass das fertige Siegel an seinem .äussern Rande strahlenförmige Rippen oder Zacken enthält, die ein Abheben des Siegels ohne sofort erkennbare V erletzung unmög lich machen. Als Eiweissstoffe im Sinne vorliegender Erfindung sollen alle eiweiss haltigen Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprunges gelten.
Die vorliegenden Siebelmarl@en können natürlich auch für Plomben zum Sichern von Verschnürungen und dergleichen Ver- wendnuu fiiide_i. wobei d;-- Siegelmarke mit einer der zu s;@-liern den Versehnürun, oder dergleichen entsprechend gestalteten Unter lage, Kapsel oder dergleichen beim Prägen zu einem einheitlichen Ganzen verbunden -wird.