Verfahren zur Herstellung glänzender Fäden, Bänder, Films, Platten usw. aus Tiskose. Durch die deutschen Reichspatente 260479 und 240846, sowie. durch die französischen Patente<B>489881</B> und 512318 sind schon saure Spinnbäder, welche Ammonsulfat enthalten, bekannt. Spinnt man .aber unter den diesen Patenten zugrundeliegenden Bedingungen, so erhält man Seide, die einen unruhigen Glanz hat, und in der Zerreissbark eit und' Dehnung als nicht befriedigend anzusehen ist.
Ausserdem sind durch die deutschen Reichspatente 1879.17 und 287955 Verfahren bekannt, bei denen man Viskose-lösungen aus entsprechend geformten Öffnungen in ein Fällbad aus Schwefelsäure und Bisulfat oder aus saurem und neutralem Sulfat treten lässt.
Die Erzeugung glänzender Fäden ist nach diesem Verfahren nur möglich, wenn Säure- und Salzgehalt des Bades einerseits und die Eigenschaften der Viskose, wie deren Zusam- inensetzung und der Reifegrad anderseits, in einem geeigneten Verhältnis zueinander stehen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass im allgemeinen ein höherer Säuregehalt im Spinnbad durch frischere Viskose bedingt ist und umgekehrt, und die wesentlichen. Eigen schaften, wie Dehnung und Wasserfestigkeit des fertigen Fadens dann um se. besser sind, je frischer die versponnene Viskose ist.
Ver sucht man nun relativ frische Viskose zu ver spinnen, indem man den Säuregehalt des Spinnbades bei höherem Salzgehalt weit gehend verringert, so treten Übelstände auf, z. B. leichter Fadenbruch, harte Seide usw. Steigert man dagegen bei frischer Viskose den Säuregehalt, soweit dieses zur Erzielung einwandfreien Spinnens notwendig ist, so entwickeln sich in dem sich bildenden Faden kleine Bläschen, welche die Festigkeit des fertigen Fadens schwächen.
Es ergibt sich demnach bei der Herstel lung hochwertiger Kunstseide bei gleichblei bender Zusammensetzung der Viskose eine kritische Säuregrenze des angewandten Spinn bades, die dadurch gekennzeichnet ist, dass bei ihrer Überschreitung Bläschen im Faden .auftreten.
Diese kritische Grenze ist bei
EMI0002.0001
bltielimässiger <SEP> Herstellung <SEP> der <SEP> Viskose <SEP> nus
<tb> demselben <SEP> Zellstoff <SEP> konstant, <SEP> sie <SEP> ändert <SEP> sich
<tb> -r <SEP> stark <SEP> mit <SEP> der <SEP> Art <SEP> der <SEP> Verarbeitung <SEP> rir#r
<tb> <B>,</B> <SEP> -ibc
<tb> N <SEP> atrolrzellulose <SEP> und <SEP> des <SEP> xantlrogenats, <SEP> und
<tb> ganz <SEP> besonders <SEP> mit <SEP> der <SEP> Qualität <SEP> des <SEP> verwen rleten <SEP> Zellstoffes.
<tb>
Es <SEP> wurde <SEP> null <SEP> die <SEP> überraschende <SEP> Beobach tung <SEP> gemacht, <SEP> dar <SEP> sich <SEP> die <SEP> genannte <SEP> kritische
<tb> Sättreg,renze <SEP> weitgehend <SEP> überschreiten <SEP> lässt,
<tb> ohne <SEP> dass <SEP> sieh <SEP> Bläschen <SEP> im <SEP> Faden <SEP> bilden,
<tb> wenn <SEP> man <SEP> dem <SEP> Spinnbad <SEP> geringe <SEP> Mengen
<tb> eines <SEP> Antmonsalzes, <SEP> wiemmon;
sulfat, <SEP> zti setzt. <SEP> Diese <SEP> Erscheinung <SEP> ist <SEP> überraschend,
<tb> weil <SEP> sie <SEP> durch <SEP> Natriumsulfat <SEP> nicht <SEP> erreicht
<tb> wird, <SEP> auch <SEP> wenn <SEP> man <SEP> dieses <SEP> in <SEP> der <SEP> vielfti@#heu
<tb> Menge <SEP> des <SEP> @mmonsulfate@ <SEP> an #end@t. <SEP> Wiirdu
<tb> ein <SEP> neutrales <SEP> Spinnbad <SEP> vorliegen, <SEP> so <SEP> wäre <SEP> die
<tb> Erscheinung <SEP> verständlich, <SEP> da <SEP> Ammansalze <SEP> in
<tb> neutraler <SEP> Lösung <SEP> auf <SEP> Viskose <SEP> ehemiselr <SEP> eirr -irken. <SEP> In <SEP> saurer <SEP> Lösung;
<SEP> war <SEP> jedoch <SEP> diese
<tb> Wirkung <SEP> nicht <SEP> zu <SEP> erwarten, <SEP> denn, <SEP> wie <SEP> aus
<tb> dem <SEP> D. <SEP> R.. <SEP> P. <SEP> 240846 <SEP> hervorgeht, <SEP> war <SEP> Am monsulfa:t <SEP> in <SEP> diesem <SEP> Fall <SEP> nur <SEP> als <SEP> mita:ussal zender <SEP> Körper <SEP> bekannt. <SEP> Im <SEP> allgemeinen <SEP> @c nügen <SEP> geringe <SEP> 1Tengen <SEP> von <SEP> Ammansulfat.
<tb> Schon <SEP> 5 <SEP> ä <SEP> Zusatz <SEP> Ammansulfat <SEP> zu <SEP> dem
<tb> Spinnbad <SEP> üben <SEP> bei <SEP> normalen <SEP> Verhiiltriisserl
<tb> die <SEP> genannte <SEP> Wirkung <SEP> aus, <SEP> doch <SEP> können <SEP> bei
<tb> l'rhöhung <SEP> der <SEP> 5 <SEP> % <SEP> auch <SEP> abnormale <SEP> visl;
o.seri,
<tb> wie <SEP> solche <SEP> aus <SEP> weniger <SEP> hochwertigem <SEP> Zel1 stoff, <SEP> bläschenfrei <SEP> versponnen <SEP> werden.
<tb>
Das <SEP> den <SEP> Gegenstand <SEP> vorliegender <SEP> Erfin dun0- <SEP> bildende <SEP> Verfahren <SEP> beruht <SEP> nun <SEP> auf <SEP> dc#r
<tb> erwähnten <SEP> Beoba:chtuirg. <SEP> Nach <SEP> diesem <SEP> Vi@r fahren <SEP> werden <SEP> zti <SEP> dem <SEP> Spinnbad, <SEP> betelrerirl
<tb> -is <SEP> Schwefelsäure <SEP> und <SEP> Natriumsulfat. <SEP> mit
<tb> <B>,</B> <SEP> ai
<tb> einem <SEP> spezifischen <SEP> Gewicht <SEP> von <SEP> mindestens
<tb> 1,37, <SEP> wenigstens <SEP> 3 <SEP> %o <SEP> Ammonsulfa.t <SEP> zugesetzt.
EMI0002.0002
<I>Beispiel <SEP> I:</I>
<tb> Eine <SEP> Viskoselösung <SEP> mit. <SEP> 8,0 <SEP> ,@o <SEP> Zellulose
<tb> und <SEP> -l,0 <SEP> % <SEP> Natrongehalt <SEP> wird <SEP> nach <SEP> eint2i"#i em <SEP> Stehen <SEP> bei <SEP> 18 <SEP> o <SEP> <B>C</B>mit <SEP> einem <SEP> Fällbad,
<tb> bestehend <SEP> aus <SEP> saurem <SEP> und <SEP> neutralem <SEP> Sulfat
<tb> von <SEP> einem <SEP> spezifischen <SEP> Geweht <SEP> voll <SEP> 1,35 <SEP> und
<tb> einem <SEP> titrierten <SEP> Säuregehalt <SEP> voll <SEP> 2,0 #j <SEP> gFspon nen. <SEP> Der <SEP> Faden <SEP> zeigt <SEP> unter <SEP> dem <SEP> h1ihrosl@op
<tb> kleine <SEP> Bläschen, <SEP> der <SEP> fertiggestellte <SEP> Faden <SEP> hat
EMI0002.0003
Glanz, <SEP> aber <SEP> Festigkeit.
<SEP> Setzt <SEP> man
<tb> denselbenpinnlrad <SEP> ä <SEP> .@ <SEP> Amrnonsulfat <SEP> zu
<tb> und <SEP> spinnt <SEP> mari <SEP> dieselbe <SEP> V <SEP> isko:se <SEP> unter <SEP> den
<tb> -leiehen <SEP> @edüi\.;unsen, <SEP> so <SEP> ist <SEP> die <SEP> Bläschenbil dung <SEP> vollstün <SEP> dig <SEP> beseitigt. <SEP> Der <SEP> Glanz <SEP> des
<tb> fertigen <SEP> Fadens <SEP> i-t <SEP> gut, <SEP> die <SEP> Festigkeit <SEP> bedeu tend. <SEP> Versucht <SEP> man <SEP> dieselbe <SEP> Viskose <SEP> ohne
<tb> Zusatz <SEP> von <SEP> Aninionsitlfat <SEP> l@liiselienfrei <SEP> zu <SEP> ver ::pinnen, <SEP> .so <SEP> ist <SEP> erst <SEP> nach <SEP> mehrtägiger
<tb> Reifezeit <SEP> ninglieh. <SEP> Dis, <SEP> dann <SEP> erhaltenen <SEP> fer ti@@gear.llti>niidr#n <SEP> Haben <SEP> geringere <SEP> @l"asser <B>ff</B> <SEP> 'tigkeit.
<tb>
<I>Beispiel <SEP> II:</I>
<tb> Feine <SEP> P)iinrl,@lien <SEP> vom <SEP> Denier <SEP> 200 <SEP> wurden
<tb> Mit <SEP> wich <SEP> i111 <SEP> Bei@ilif1 <SEP> I <SEP> lw sc@triel7en, <SEP> nlitdein <SEP> dort. <SEP> a <SEP> rlgeffilrrten <SEP> Spinn ba.rl <SEP> ohne <SEP> @linnionsulfatzusatz <SEP> gesponnen. <SEP> Sie
<tb> erwiesen <SEP> sich <SEP> urit@-r <SEP> dem <SEP> Mikroskop <SEP> als <SEP> nicht
<tb> bläschenfrei, <SEP> hatten <SEP> fast <SEP> keine <SEP> Dehnung <SEP> und
<tb> Pallbarkeit <SEP> ulr.d <SEP> nur <SEP> gmingen <SEP> Glanz. <SEP> Fügt
<tb> man. <SEP> zu <SEP> demselben <SEP> Spinnbad <SEP> Ammansulfat
<tb> hinzu, <SEP> so <SEP> eigibt <SEP> bereits <SEP> ein <SEP> 3 <SEP> /oiger <SEP> Ammon sulfat.gelialt# <SEP> ein <SEP> Bändchen, <SEP> welches <SEP> in <SEP> Glanz
<tb> wild <SEP> Festigkeit <SEP> befrierligl:
<SEP> und <SEP> bei <SEP> welchem
<tb> durch <SEP> Str#igertin"- <SEP> - <SEP> des <SEP> Ammonsulfat-ehaltes
<tb> die <SEP> Drlrlrurl--- <SEP> von <SEP> l0 <SEP> auf <SEP> 15 <SEP> % <SEP> erhöht <SEP> werden
<tb> kann,
<tb> Beide <SEP> Beispiele <SEP> wurden <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Spinn strecke <SEP> von <SEP> nur <SEP> 10 <SEP> ein <SEP> durchgeführt.
<tb>
Die <SEP> teelinisehe <SEP> Bedeutung <SEP> des <SEP> Verfahrens
<tb> liegt <SEP> also <SEP> in <SEP> der <SEP> grösseren <SEP> Wasserfestigkeit
<tb> und <SEP> erhöhten <SEP> Dehnbarkeit <SEP> des <SEP> nach <SEP> ihm <SEP> her g1eSt.ellten <SEP> Fadens. <SEP> Erreicht <SEP> wird <SEP> dieses <SEP> durch
<tb> den <SEP> Zusatz <SEP> von <SEP> Ammansulfat, <SEP> der <SEP> ermö <SEP> - lieht, <SEP> rlass <SEP> 1. <SEP> frischere <SEP> @'ishoen, <SEP> a.ls <SEP> wie <SEP> mit
<tb> den <SEP> bisher <SEP> bekannten <SEP> sauren <SEP> Spinnb:irlern
<tb> Verspennen <SEP> werden <SEP> können, <SEP> und <SEP> ?. <SEP> die <SEP> 1@'a.hl
<tb> des <SEP> Zellstnffes <SEP> eine <SEP> weniger <SEP> peinliche <SEP> zu <SEP> sein
<tb> bratleht <SEP> als <SEP> bi@:
ht@r, <SEP> < 1a <SEP> auch <SEP> minderwertige
<tb> Zell.toff- <SEP> n <SEP> < ich <SEP> dir-sein <SEP> Verfahren <SEP> ohne <SEP> Naeh b@il <SEP> für <SEP> d;1.: <SEP> Endprodukt: <SEP> verarbeitet <SEP> -,cerderi
<tb> können.