Verfahren und Maschine zum Aufzwicken des Oberleders von Schuhwerk. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufzwicken des Oberleders von Schuhwerk und eine zum Ausüben des Verfahrens dienende Maschine.
Das an den Seiten des Sehuhes über den Leisten gezwiekte Oberleder von Rahmen schuhwerk oder durchgenähtem Schuhwerk ist bisher in der Regel durch Aufzwickstifte oder Zwecken vorübergehend in aufgezwick ter Labe befestigt worden. Die aufgezwick ten Schuhe werden dann in der Regel einen Tag oder länger auf Schuhgestellen stehen gelassen, damit das um den Leisten herum gespannte Oberleder das Bestreben, in seine ursprüngliche Lage zurück zu kehren, ver liert. Das Oberleder wird dann durch Klam mern mit der Brandsohlenlippe verbunden, und die Weiterbearbeitung des Schuhes findet nach dem Herausziehen der Aufzwickstifte statt.
Dieses bekannte Verfahren bringt man- rigfache Nachteile mit sieh. Es bedingt einen grossen Vorrat an Arbeitsleisten und Schuh gestellen und nimmt eine verhältnismässig grosse Fussbodenfläche in Anspruch. Das wie- derholte Handhaben des Schuhes bedeutet auch einen zusätzlichen Kostenaufwand. Das Eintreiben von Klammern vor dem Entfer nen der Aufzwickstifte kann nicht immer in zufriedenstellender Weise bewerkstellig wer den, und wenn die Aufzwickstifte vor dem Eintreiben der Klammern herausgezogen wer den, so liegt Gefahr vor, das Oberleder aus seiner aufgezwickten Lage heraus zu schieben.
Diese Nachteile sollen gemäss der Erfin dung beseitigt werden, indem jeder schritt weise angezogene und unter Spannung gehal tene Teil des Oberleders über den Leisten boden in aufgezwickte Lage durch einen zu der Sohlenebene geneigten Druck umgelegt wird, der zunächst in beträchtlicher Entfer nung von der Ebene der Sohle .auf das Ober leder ausgeübt wird. Die Kraft, mit der -das Oberleder während dem Umlegevorganb an- gezogen wird, wird zweckmässig beim Fort schreiten .des letzteren nachgelassen.
Die .zum Ausüben des Verfahrens die nende Maschine ist mit einem das Oberleder einlegenden .Glied .ausgerüstet, welches mit dem bespannten Oberleder an einem von der Sohlenebene entfernten Punkte in Berührung tritt und sich gegen die Sohlenebene in einer zu der letzteren geneigten Bahn bewegt, um einen Teil des noch von der Aufzwickzange erfassten Oberleders bleichlaufend zu der Sohlenebene über den Sohlenrand umzulegen.
Der Erfindungsbegenstand ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht, doch ist es klar, dass anderweitige Ausfüh rungsformen möglich sind, ohne aus dem Be reich der Erfindung zu treten. Unter dem Ausdruck Brandsohle soll diejenige Sohle fallen, an der das über den Leisten gezwickte Oberleder befestigt wird, und zwar kann es die Sohle von Rahmenschuhwerk, durchge nähtem oder gewendetem Schubwerk sein.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht der Auf- zwickmascliine; Fig. 2 ist eine von der ent gegengesetzten Seite der Fig. 1 aus besehene Ansieht; Fig. 3 ist eine Vorderansicht unter Weglassung gewisser Teile; Fig. 4 bis 7 er läutern aufeinanderfolgende Bearbeitungs stufen eines Rahmenschuhes; Fig. 8 bis 10 erläutern die Bearbeitung eines durchgenäh ten Schuhes; Fig. 11 zeigt einen Teil eines aufgezwickten Rahmenschubes; Fig. 12 ist eine ähnliche Ansieht eines Teils eines auf gezwickten durchgenähten Schuhes; Fiel,. 13 erläutert die Art und Weise, in der der Ge lenkteil eines Schuhes saufgezwickt wird.
Die untere Backe 30 der Aufzwickzange ist bei 32 an dem untern Ende eines konso lenartigen Teils 34 einer Muffe 36 befestigt. Die Muffe 36 kann senkrechte Gleitbewegun- gen in einem festen Lager 38 des vordern Endes eines wagrecht bewegbaren Schiebers 40 ausführen. Die andere Greiferbacke 42 ist durch ein kurzes Lenksttick 46 mit dem untern Ende einer in der Muffe 36 v erschieb baren Stange 44 verbunden. Der Körper der Backe 42 ist auch durch ein Lenkstück 48 mit dem die Backe 30 tragenden Teil 34 ver bunden. Durch Auf- und Abbewegung der Stange 44 wird die Backe 42 fiegen die Backe 30 und von der letzteren hinweg bewegt, wo bei die Aufzwickzange den Oberlederrand er- fasst und freigibt.
Wenn die Greiferbacken das Oberleder erfasst haben, so wird die Auf zwickzange aufwärts bewegt, wobei das Ober leder angezogen oder gespannt wird. Das obere Ende der Muffe 36 besitzt eine Kugel gelenkverbindung 50 mit dem vordern Ende eines bei 56 an dem Maschinenkopf 58 dreh baren Hebels 54 Das rückwärtige Ende des Hebels 54 ist bei 60 an einen Schieber 62 an- belenkt, dessen stangenförmiger Teil 64 sieh in einem, nicht dargestellten, an dem Hebel 54 drehbaren Block verschieben kann. An dem untern Ende des Schiebers 62 ist eine Rolle 66 angebracht. die in einer Kurvennut 68 einer Kurvenscheibe 70 Aufnahme findet.
Die Kurvenscheibe 70 kann durch Verbin- clungen 73 mit einem nicht dargestellten Tret- hebel mit der Antriebswelle 71 gekuppelt werden. Während der Umdrehung der Kur venseheibe 70 wird der Schieber 60 und die mit dem letzteren verbundene Stange 64 auf- und abbewegt, und zwar wird während der Abwärtsbewegung durch eine Feder 72 ein nachgiebiger Druck auf das rückwärtige Ende des Hebels 54 ausgeübt, wobei das vor dere Ende des letzteren nachgiebig angehoben wird.
Die Abwärtsbewegung der durch die Kugel der Kugelgelenkverbindung 50 hin durchragenden Stange 44 wird durch eine Welle 80 (Fig. 1 und 2) herbeigeführt, die sich in einem Lager 82 des vordern Endes des Hebels 54 und in einem zweiten Lager 83 des Zapfens 56 des Hebels 54 drehen kann. An dem rückwärtigen Ende der Welle 80 ist ein Arin 84 befestigt. dessen unteres Ende eine an dem Umfang einer Kurven scheibe 88 anliegende Rolle 86 trugt. An dem andern Ende der Welle 80 ist ein Arm 90 befestigt, dessen unteres Ende eine das obere Ende der Stange 44 aufnehmende Büchse 92 aufweist.
Eine die Muffe 36 umbebende Fe der 100 stützt sieh einerseits gegen :das obere Ende des Lawers 38 und -anderseits hegen einen auf der Muffe 36 gleitbaren Unterlags- rinb 102, und sucht die lterabgodrückte Stange 44 in ihre Hochlage zurück zu füh ren.
Ein fester Stift 101 der Stange 44 ragt in einen Schlitz 106 der Muffe 36 hinein. Durch Verstellung eines an der Muffe 36 festgeklemmten Bundes 108 kann die Hoch lage des Stiftes 104 verändert werden, wobei die Aufwärtsbewegung der Stange 44 und der obern Greiferbacke 42 mit Bezug auf die Muffe 36 eine dementsprechende Veränderung erfährt.
Eine an dem Schieber 40 angebrachte Rolle 112 (Fig. 2) wird durch einen feder belasteten Hebel 118 nachgiebig gegen die Kurvenfläche 114 einer Kurvenscheibe 116 gehalten. Das Ende des Hebels 118 liegt an einem aus einem harten Faserstoff bestehen den Unterlagsring 120 an, der an dem Ende des Schiebers 40 befestigt ist. Die den He bel 118 beeinflussende Feder kann in einer Richtung durch einen Handhebel 122, eine Klinke 124 und ein Schaltrad 126 in bekann ter Weise gespannt werden. Während der Umdrehung der Welle 71 bewegt die Kurv en- scheibe 116 den Schieber 40 nach rechts (Fig.
2) und zu dieser Zeit sind die offenen Grei- ferbacken zum Erfassen des Oberleders be- reif. Während der fortgesetzten Umdrehung der Kurvenscheibe 116 bewegt der federbela stete Hebel 118 den Schieber 40 nach links (Fig. 2) und den inzwischen geschlossenen Greiferbacken 30, 42 wird dann die Über ziehbewegung erteilt, wobei der Oberleder rand über die Leistenkante gezogen wird. Die Spannung der Feder 72 kann durch ein gleit bares Keilstück 130 verändert werden, in dessen Vertiefungen 132 (Fig. 2) ein Stift 134 eines auf dem untern Ende der Stange 64 verschiebbaren Blockes 136 einfallen kann.
Durch Bewegung des Keilstückes 130 nach links (Fig. 2) drückt der sich anhe bende Block 136 die Feder 72 zusammen, so dass der auf das rückwärtige Ende des He bels 54 ausgeübte Druck dementsprechend erhöht wird. Das Keilstück 130 ist mit einer Stange 138 verbunden, deren vorderes Ende einen zum Einstellen des Keilstückes dienen den Handgriff 140 trägt.
Das Oberleder wird in der dargestellten Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des durch Klammern in aufgezwickter Lage befestigt. Der der Maschine dargebotene Schuh wird gegen einen ortsfesten Anschlag 150 gehalten, der von einer Konsole 152 des Maschinenkopfes 58 getragen wird. Der An schlag 150 ist ein kurvenförmiges Glied (Fig. 3), dessen Ende zu einem Amboss ausgebildet ist. Das Ende des Ambosses ist so ausgehöhlt, dass,die Schenkel oder Zinken der das Werk stück durchdringenden Klammer mit Bezug aufeinander herausgezogen werden. Der orts feste Anschlag 150 ermöglicht es dem Arbei ter, den der Maschine dargebotene Schuh ge nauer und rascher einzustellen, als es mit einem bewegbaren Anschlag möglich wäre.
Die Maschine ist mit einer Vorrichtung zum Herstellen von Klammern ausgerüstet, die sich zweckmässig oberhalb der Ebene, in der flie Klammern in den Schuh eingetrieben werden, befindet. Die hergestellte Klammer wird in geeigneter Weise in die Ebene, in,der sie in den Schuh eingetrieben werden soll, überführt. Das Eintreiben der Klammern er folgt durch einen Treiber 204, der durch eine sich entspannende Feder vorgeschnellt wird.
An einem Fortsatz des Schiebers 170 ist bei 248 ein Hebel 250 drehbar, dessen unteres gegabeltes Ende eine Stange 254 umfasst. Das untere Ende der Stange 254 ist bei 256 mit einer Treiberstange 258 verbunden, an der der Treiber 204 befestigt ist. Um den Zapfen 248 ist eine Feder 260 herumgewunden (Fig. 3), die sich einerseits .gegen eine Schulter des Hebels 250 und anderseits gegen einen Teil: des Schiebers 170 stützt.
Die Spannung der Feder 260 ist so bemessen, dass der Treiber mit der erforderlichen Kraft vorgeschnellt wird. Das Drehen des Hebels 250 unter Über windung .der Spannung der Feder 260 wird durch ein bei 266 mit einem Schieber 268 verzapftes Lenkstück 2.64 (Fig. 1 und 3) herbeigeführt. Ein auf dem vordern Ende der Welle 71 vorgesehener, durch eine Kurbel bewegter Schlitten 269 ist starr mit dem Lenkstück. 264 verbunden und bewegt das letztere auf und ab.
Um den Zapfen 266 des Lenkstückes 264 ist eine Feder 270 .gewun den, die das Lenkstück 264 nachgiebig gegen die Maschinenfront zubewegen. sucht, so dass sein unteres Ende in eine Labe gepresst wird, in der seine geschulterte Platte 272 mit einer ähnlichen Platte 274 des vordern Endes des Hebels 250 zusammentrifft. Das Zusammen treffen der Schulter 276 der Platte 272 mit dem obern Ende der Platte 274 findet wäh rend der Aufwärtsbewebung des Lenkstückes 264 statt, wobei der Hebel 250 im Sinne des Uhrzeigers gedreht wird, so dass die Feder 260 während der Abwärtsbewegung des Lenk stückes 261 bespannt wird.
Das untere Ende des rückwärtigen Armes des Hebels 250 wird zu dieser Zeit zurückbewegt, um den Treiber 204 aus der Bewegungsbahn der zu der Ein treibstelle herabbewegten Klammer Heraus zu bewegen. Das Spannen der Feder 260 und das Zurückgeweben des Treibers 204 findet statt. wenn der Schieber 170 seine rückwär tige Lage einnimmt. Wenn sich die Klammer- eintreibvorrichtung mit dem Schieber 170 vorwärtsbewegt, so trifft das Mundstück 212 mit dem von der Aufzwickzange erfassten Oberlederrand zusammen. Zu dieser Zeit tritt ein verstellbar an der vordern Seite des Lenk stückes 264 angebrachtes Kurvenstück 280 mit einer Kurvenfläche 282 eines an dem Ma schinenkopf 58 befestigten Armes 284 in Be rührung, wobei das Lenkstück 264 den Ein griff der Schultern der Platten 272, 274 löst.
Der nunmehr freigegebene Teil 250 wird dann durch die Feder 260 vorgeschnellt, wo bei der Treiber 204 eine Klammer in das Werkstück hineintreibt. In einen Fortsatz 290 des Schiebers 170 ist ein Knopf 292 hin- einbeschraubt, in dessen Schlitz ein Schrau benzieher eingefügt werden kann. An denn rückwärtigen Ende des Knopfes 292 ist eine aus hartem Faserstoff bestehende Scheibe 296 angebracht, die mit einem Bund 298 des He bels 250 zusammentrifft und die Eintreib- bewegung des letzteren begrenzt.
Durch Herabdrücken des üblichen, nicht dargestellten Trethebels wird die Aufzwick zange zunächst geschlossen, wobei die Grei ferbacken den Oberlederrand erfassen und das Oberleder anziehen und dann einwärts über die Leistenkante bringen. Die auf das Oberleder ausgeübte Spannung wird etwas nachgelassen, wenn sich das Mundstück 212 einwärts über die Sohlenkante bewegt, um das Oberleder über den Sohlenrand umzu legen.
Unter gewissen Umständen ist es vorteil haft, die Überziehbewegung der Aufzwick zange zu unterlassen und zu diesem Zwecke sind Vorkehrungen getroffen, um die wirk same Verbindung der Kurvenscheibe 70 und der Welle 71 lösen zu können. In dem Ma schinenkopf 58 lagert eine Welle 340 (Fis.
an deren Ende ein mit einer Keilfläche 344 versehener Arm 342 befestigt ist. Die Keilfläche 344 kann mit einer Schulter eines Stiftes 246 zusammentreffen, um den letzte ren aus einer Aussparung 248 eines festen Gliedes 350 der Welle 71 herauszubewegen. Die Kurvenscheibe 70 dreht sieh dann nicht mehr mit der Hauptwelle, und der die Über ziehbewegung der Aufzwiclzange herbeifüh rende Hebel 54 verbleibt ortsfest. Das andere Ende der Welle 340 ist mit einem Arm 352 (Fis. 3) verbunden, dessen gelochtes Ende eine Stange 354 aufnimmt. Die Stange 354 ist oberhalb des gelochten Endes des Armes 352 von einer Feder 356 umgeben, die sieh gegen eine auf rdas Ende der Stange 354 auf geschraubte Mutter 357 stützt. An der Stange 354 ist unter dem Ende des Armes 352 ein Bund 358 befestigt.
Während der Aufwärtsbewebung der Staure 354 wird das Keilstück 344 in unwirksame Lage heraus bewegt und durch Abwärtsbewegung der Stange wird .das Keilstück 341 in wirksame Lage gebra.eht. An der Stange 351 ist ein Bund 360 (Fis. ?) befestigt, dessen Kurven- stück 362 mit einem Kurvenstuck 364 des Ende:
eines Hebels 31;6 zusammenwirkt. Der Hebel 366 ist an einem Zapfen \d68 befestigt, der bei 370 in der Maschinensäule 372 lagert. Das äussere Ende des Hebels 366 ist züi einer Kniegabel 374 ausgebildet, mittelst der der Arbeiter :das Anheben und Senkender Stange 35.1 bewerkstelligen kann.
Ein an der ,'tauge 35.1 befestigter Arm 376 liegt gleitbar an ,dem Zapfen 368 an und verhindert Drehbe wegungen der Stange 35.1. so dass (las Kur venstück<B>362</B> in der Nut des Gliedes 364 ge- halten wird. Ein federbelasteter Stift 377, 379 hält den Hebel 366 mit dem Keilstück 344 in eingestellter Lage.
Die Kurvenscheibe 70 ist so gestaltet, dass die Spannung der Feder 72 allmählich aufge hoben wird, und dass die Greiferbacken dann als Ganzes herabgedrückt werden, wenn sich das Mundstück 212 einwärts bewegt, um den Oberlederraud über die Sohle umzulegen. Durch die endgültige Einwärtsbewegung des Mundstückes wird das Oberleder fest in den Winkel zwischen dem Sohlenrand und der Brandsohlenlippe hineingepresst.
Wenn die Maschine zum Aufzwicken der Seiten des Oberleders von Rahmenschuhwerk verwendet wird, so bewegen sich die den Oberlederrand haltenden Greiferbacken auf wärts, wobei sich die Muffe 36 in dem senk rechten Lager 38 verschiebt. Der Arbeiter wird den Schuh der Maschine unter einem Winkel zu der Wagrechten darbieten, der etwas geringer ist als die Neigung der Trei berstange 204 und des Mundstückes 212, so dass die Aufzwickzange das Oberleder in der in der Fig. 4 dargestellten Weise anzieht. Die Zange führt dann eine wagrechte Bewe gung gegen die Maschinenfront aus, wobei das Oberleder in der in der Fig. 5 dargestell ten Weise über den Sohlenrand gezogen wird. Das Mundstück 212 beginnt seine Bewegung gegen den Schuh, wenn sieh die Zange über den Sohlenrand bewegt.
Die Zange lässt die auf das Oberleder ausgeübte Spannung etwas nach, ohne das Oberleder gänzlich loszulas sen. Fig. 6 und 7 lassen die Art und Weise erkennen, in der das Oberleder fest in den Winkel zwischen dem Sohlenrand und der Brandsohlenlippe hineingepresst wird.
Die Aufzwickzange lässt den Oberleder rand erst nach erfolgtem Eintreiben und Um nieten der Klammern los (Fig. 7). Das Mund- stüek 212 tritt an einem Punkt mit dem ge spannten Oberlederrand in Berührung, der in beträchtlicher Entfernung von der Oberleder kante ist, und das Mundstück 212 bewegt sich in einer zu der Ebene der Brandsohle ge neigten Bahn. Das Mundstück wickelt somit das Oberleder um die Kante der Brandsohle herum und presst das Oberleder fest in den Winkel zwischen dem Sohlenrand und der Brandsohlenlippe hinein. Die durch den An schlag 150 gestützte Sohlenlippe kann weder verbogen noch verschoben werden und das, noch von der Zange erfasste Oberleder wird durch das Mundstück 212 fester über den Leisten gezogen.
Die Klammern werden in der Be wegungsrichtung des Mundstückes 212 in den Schuh hineingetrieben, so dass sie gegen die Basis der Brandsohlenlippe geneigt sind. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die Klam mern das Oberleder ohne übermässige Bean spruchung der Brandsohlenlippe festgespannt halten. Wenn durchgenähtes Schuhwerk der Be arbeitung unterzogen werden soll, so wird an Stelle des Anschlages 150 ein Anschlag 150a (Fig. 8 bis 10) verwendet, dessen Um nietfläche sich in unmittelbarer Nähe seiner untern Kante befindet. Das Umnieten der Klammern kann somit in unmittelbarer Nähe der tiefsten Stelle des Sohlenrisses stattfin den und dies ist bei der Herstellung von durchgenähtem Schuhwerk von besonderem Vorteil und erleichtert das Schliessen des Soh lenrisses.
Der Sohlenriss ist vorzugsweise zu der Ebene der Sohle geneigt und im wesent liehen senkrecht zu der Riehtung, in der die Klammern eingetrieben werden. Während dem späteren Schliessen des Risses werden die eingetriebenen Klammern mehr oder weniger in eine mit Bezug auf die Sohlenebene senk rechte Lage gekippt, wobei die Klammern das Bestreben haben, das Oberleder fester um den Leisten herum zu spannen.
Beim Aufzwicken der Seiten .des Ober leders von durcligenälit.em Schuhwerk muss die Aufzwickza@nge um .Eine grössere Strecke gegen den Anschlag (150a) bewegt werden, als beim Aufzwieken von Rahmenschuhwerk, d!a - der Abstand der aufgebogenen Sohlen lippe von der Kante der Sohle bei durchge nähtem S:chühwerk grösser ist als bei Uah- mens.chuhwerk (Fig; 5 und 8).
Die Kurven fläche 114' der Kurvenscheibe 116 kann in diesem Falle durch eine entsprechend gestal tete Kurvenfläche ersetzt werden, so dass die Rolle 112 und demzufolge der Schieber 40 sich weiter nach links (Fig. 2) bewegen kön nen, um der Aufzwickzange eine grössere Überziehbewegung zu erteilen. Das Auf zwicken von durchgenähtem Schuhwerk er folgt in ähnlicher Weise wie das Aufzwicken von Rahmenschuhwerk. Die Zange zieht das Oberleder zunächst an (Fig. 8) und führt dann ihre Überziehbewegung aus. Zu dieser Zeit tritt das Mundstück 212 mit dem Ober leder in Berührung (Fig. 10). Die Zange lässt dann das angezogene Oberleder etwas nach und wird während der Einwärtsbewe gung des Mundstückes 212 herabgezogen.
Kurz bevor die Zange das Oberleder loslässt, wird eine Klammer in den Schuh hineinge trieben und umgenietet (Fig. 9 und 10). Die Entfernung des Endes des seine zurückge zogene Lage einnehmenden. Mundstückes von dem Ende des Anschlages 150 ist ebenso gross wie diejenige von dem Ende des An- sehlages 150a.
Das Aufzwicken verschiedener Teile eines Schuhes kann folgendermassen bewerkstelligt werden. Die ersten drei Klammern können an den durch die Bezugszeichen a, b und c äng gedeuteten Stellen in den Schuh hineinge trieben werden. Diese Klammern stehen in betriichtlicher Entfernung voneinander und die Zange hat vor dem Eintreiben jeder Klammer ihre Überziehbewegung ausgeführt. Die Überziehbewegung der Zange wird nach dem Eintreiben der Klammern a, <I>b</I> und c ausgeschaltet und das Eintreiben der Klam mern d, e und f erfolgt unmittelbar nach der Anzugsbewegung der Aufzwickzange. Fig. 11 zeigt einen auf diese Weise der Bearbei tung unterzogenen Rahmenschuh und Fig. 12 einen durchgenähten Schuh.