CH110979A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von kolloiden Stoffen auf mechanischem Wege. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von kolloiden Stoffen auf mechanischem Wege.

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CH110979A
CH110979A CH110979DA CH110979A CH 110979 A CH110979 A CH 110979A CH 110979D A CH110979D A CH 110979DA CH 110979 A CH110979 A CH 110979A
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CH
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mill
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colloidal
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Inventor
Aktiengesellsch Eisengiesserei
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Sudenburger Maschinenfabrik Un
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  Verfahren. und Vorrichtung zur Herstellung von kolloiden Stoffen  auf mechanischem Wege.    Die kolloiden     Stoffe,    welche für viele  Industriezweige heute von sehr grosser Be  deutung sind, werden meist auf chemischem  Wege gewonnen. Man hat auch schon die  Herstellung auf mechanischem     Wege    versucht.  Die bisher bekannt gewordenen Vorrichtungen  haben jedoch kein einwandfreies Resultat er  geben. Zur mechanischen Zerkleinerung dienen  Mühlen, insbesondere Schleuder- und Schlag  kreuzmühlen, die unter Anwendung ver  schiedenster Elektrolyten, die als     Dispersator    en  dienen und unter Zusatz von Schutzkolloiden  durch längeres Mahlen die Zerkleinerung des  Gutes .bis auf die gewünschte Feinheit er  reichen sollen.

   Dann wird das gewonnene  Gut aus der Mühle entfernt, in einen     Sam-          melbehälter    gebracht und von diesem zu einer  Trockenvorrichtung befördert. Zuweilen muss  bei solchen Verfahren die Flüssigkeit, welche  die Mühle verlässt, eine komplizierte Zentri  fuge passieren, welche die Scheidung des       kolloidgelösten    Anteils von den gröberen Bei  mengungen bewirken soll. Die in der Lösung    suspendierten Teilchen müssen dann durch  irgendein Trockenverfahren in den für die       betreifende    Verwendungsart brauchbaren Zu  stand übergeführt werden.  



  Es hat sich ergeben, dass das gewonnene  Gut nur einen. sehr niedrigen Prozentsatz von  kolloidalen Stoffen bei diesem Verfahren auf  weist, der am meisten über 1      /o    nicht hinaus  geht. Der Rest des behandelten     Stoffes    zeigt  eine mehr oder minder grobe Beschaffenheit.  Dieses ist daher zu erklären, dass die ge  wonnene Suspension schon nach kurzer Zeit  anfängt zu koagulieren, wodurch ein beträcht  licher Teil der kolloiden Teilchen ausfällt.  Auch durch     Dispersatoren    und Schutzkolloide  kann dieser Vorgang der     Koagulierung    nicht  völlig verhindert werden. Ausserdem stellen  derartige Schutzmittel eine Verteuerung des  ganzen Verfahrens dar.  



  Die Ausbeute an kolloiden     Stoffen    wird  durch das neue Verfahren bedeutend erhöht.  Dieses Verfahren besteht darin, dass die in  irgendeiner Flüssigkeit geschlämmten Stoffe      ohne Zusatz von     Dispersatoren    oder Schutz  kolloiden zunächst in einer Mühle beliebiger  Bauart, also beispielsweise Schlag-,     Schleuder-          oder    Reibmühle bis zur Erreichung des kol  loidalen Zustandes bearbeitet werden.

   Hierauf  wird die Flüssigkeit, ohne in irgendwelche  Sammelbehälter zu gelangen, sofort durch  eine     Zerstäubungsvorrichtung    in eine Trocken  vorrichtung bekannter Art befördert,     uin    hier  unmittelbar nach dein Verlassen der     illühle     aus dem     flüssigkolloiden    Zustand in den  trockenen Zustand übergeführt zu werden.  



  Eine Vorrichtung zur Ausführung des Ver  fahrens ist auf der Zeichnung dargestellt.       Fig.    1 zeigt eine Mühle im Längsschnitt,       Fig.    2 einen     Querschnitt    durch die den  Mahlvorgang bewirkenden Nuten ;       Fig.    3 zeigt die Mühle mit der     Zerstäu-          bungsvorrichtung    und der unmittelbar ange  schlossenen Trockenvorrichtung.  



  Die Mühle besteht aus einem konischen  Läufer A, der ans besonderem Stahl her  gestellt wird und gradlinige oder schrauben  förmige Nuten     a    (Feg. 2) von rundem oder  eckigem Querschnitt trägt. Der Läufer arbeitet  zusammen mit dein feststehenden Gehäuse     B,     das entsprechende Nuten aufweist und durch  Wasser oder eine andere Flüssigkeit gekühlt  wird. Beide Teile können zylindrische oder  konische Form besitzen. Die konische Form  hat den Vorteil, dass man die Mühle sehr  genau einstellen kann.

   Die in den beiden  Teilen angeordneten Nuten wirken als     Schlag-          und    Reibungswiderstände und verarbeiten bei  der schnellen Umdrehung des Läufers, die  wenigstens 3000 in der Minute beträgt, das  in die     Müble    hineingebrachte Material so  vollständig, dass die     Stoffe    in den kolloiden  Zustand übergehen. Durch die Leitung C tritt  die Flüssigkeit mit dem aufgeschlämmten  Mahlgut     tangential    in den Raum     E    ein, wel  cher zum Läufer hin trichterförmig ausge  bildet ist.

   Auf der Welle F des Läufers, die  in irgendeiner Weise angetrieben wird, sitzt  ein schraubenförmiger Zubringer     III,    welcher  das Mahlgut zwingt, in den Schlag- und  Mahlraum einzutreten. Nachdem das Mahl  gut in der Mühle zerkleinert worden ist, tritt    es am andern Ende der Mühle wieder aus.  Hier ist gleichfalls ein     Schraiibeiiflügel    N an  gebracht, der das austretende     Glut    sofort     iri     den Stutzen 0 befördert, welcher gleichfalls       tangential    angeordnet ist.

   Der Stutzen 0  selbst kann     düsenförmig    ausgebildet     sein.     Oberhalb des Stutzens      < l    sitzt dann eine  Düsenkammer G, in welche eine gegebenen  falls mit     heif)er    Pressluft betriebene     Diise        K     eingreift,     welche    die kolloide Lösung zunächst       gegen    eine     schi,iige        Prallplatte    I wirft.

   Die       Pressluftdüse    übt also zwei     verschiedene    Wir  kungen aus, und zwar wird einmal durch die  als     Injektor    wirkende Düse die kolloide     Lii-          sung    in die Düsenkammer G hineingerissen  und dadurch die Mühle selbst entlastet, so  dass der     Kraftverbrauch    der     Mühle    leerab  gesetzt werden kann; zweitens bewirkt die  Düse     K    eine feine     Zerstäubung    der kolloiden  Lösung, welche durch die     Prallfläche    I noch  vergrössert wird.

   Die Flüssigkeitsnebel treten  nun sofort in die Trockenkammer H ein, die  in     irgendeiner    bekannten Weise ausgebildet  sein kann, und hier erfolgt die Trocknung  der kolloiden     Stoffe.     



  Durch die beschriebene Arbeitsweise der       Mühle    wird ein kontinuierliches Arbeiten be  wirkt. Schädliche Räume, durch die bei     Mühlen     andern Systems ein Teil des Mahlgutes der  Schlagwirkung entzogen wird, fallen hier voll  ständig fort; das Mahlgut wird vielmehr zu  einer ständigen Bewegung gezwungen und  tote Ecken und Winkel sind vermieden. Vor  allen Dingen wirkt der schraubenförmige Zu  bringer dafür; dass das gesamte     Mahlgut    auch  in die     Mühle    eintritt. Durch die     injektorartige     Wirkung der Düsen wird im Mahlraum ein  Unterdruck oder eine Saugwirkung hervor  gerufen, die gleichfalls befördernd auf den  Umlauf des Gutes einwirkt.

   Auch wird durch  die sofortige     Zerstäubung    und Trocknung des  Gutes nach dem     Mahlen    das gewünschte Pro  dukt auf schnellstem Wege hergestellt, und  es fällt dabei jeder Zusatz von     Dispersatoren     und Schutzkolloiden fort, weil die Überfüh  rung aus dem flüssigen kolloiden Zustand in  den trocknen unmittelbar bewirkt wird. In  folgedessen ist auch eine Zentrifuge nicht      notwendig, und der     Mahlprozess    ist von kurzer  Dauer. In der Mühle können hochkonzentrierte       Aufschlämmungen    bearbeitet werden, deren  Konzentration nur von der     AustrittsmögliCh-          keit    in den Düsen begrenzt wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von festen, trockenen, kolloiden Stoffen auf mechanischem Wege, dadurch gekennzeichnet, dass die in einer Flüssigkeit aufgeschlämmten Stoffe ohne 74rsatz von Dispersatoren oder Schutzkolloiden in einer Mühle in den kolloiden Zustand ver wandelt und unmittelbar nach Austritt aus der Mühle zerstäubt und getrocknet werden.
    PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch einen mit Nuten versehenen, in einem ebenfalls mit Nuten versehenen konischen Gehäuse angeordneten, schnell umlaufenden Reibkörper, durch schraubenförmige, mit den Stirnenden des Reibkörpers verbundene Zu bringer und Abführer und mit tangential zum Gehäuse angeordneten Zu- und Ablaufstutzen.
    UNTERANSPRUCH: Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Ablaufstutzen düsenförmig in eine Diisenkammer mündet, aus welcher eine zweite Düse für heisse Press- luft, die aus dem Ablaufstutzen austretende Lösung gegen eine Prallfläche schleudert; von der sie in zerstäubtem Zustand unmittelbar in eine Trockenkammer gelangt:
CH110979D 1923-05-18 1924-04-07 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von kolloiden Stoffen auf mechanischem Wege. CH110979A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE957359C (de) * 1948-10-02 1957-01-31 Alexanderwerk Ag Kolloidmuehle

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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