Einstellvorrichtung für schwenkbare Teile von Auflageflächen, insbesondere bei möbeln zur Krankenlagerung. Einstellvorrichtungen für schwenkbare Teile, wie zum Beispiel Kopf- oder Unter schenkelstücke, von Liegeflächen, insbeson- clere bei Möbeln zur Krankenlagerung, bei welchen die Einstellung mittelst Sperrzahn stützen und Sperrklinken oder mittelst zahn loser Stützen mit Schlitzen und Flügelmut- tern bewirkt wird, sind bekannt. Die erste Art der Einstellung hat den Nachteil, dass beim Verstellen des schwenkbaren Teils die Sperrklinken von Hand aus den Sperrzahn stützen ausgerückt werden müssen, was um ständlich ist.
Bei der zweiten Art Einstel lung müssen sowohl zum Heben, wie zum Senken des schwenkbaren Teils die Flügel- muttern gelöst und nachher wieder angezogen werden. was ebenfalls umständlich ist. Auch sind beide oben erwähnten Arten von Ein stellvorrichtungen bei solchen schwenkbaren Teilen nicht anwendbar, welche neben der Schwenkung noch eine Verschiebung er fahren, wie das bei einem an einer Liege fläche nach der Patentschrift Nr. 74723 an gebrachten schwenkbaren Unterschenkelstück der Fall ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einstellvorrichtung für schwenkbare Teile von Auflageflächen, bei welcher die Sper rung der Sperrzahnstützen, das heisst von Stellschienen mit Sperrzähnen, beim Anheben des schwenkbaren Teils selbsttätig ausgerückt wird und bei. jeder Stellschienenlage wieder eingerückt werden kann. Die Vorrichtung kann auch so sein, dass die Sperrung in siche rer, die Schwenkung des schwenkbaren Teils nicht hindernder SperrsWlung verbleibt, auch wenn der schwenkbare Teil verschiebbar sein sollte.
Dieser Zweck wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass am Ende des schwenk baren Auflageflächenteils auf jeder Seite eine Stellschiene mit Längsführung und mit Sperrzähnen aasgelenkt ist, in welch letztere der abgekröpfte Teil einer ortsfest gelagerten Kurbelwelle einrückbar und aus welchen Zähnen er beim Anheben des schwenkbaren Teils selbsttätig in eine solche Lage ausrück- bar ist,
dass .durch Zusammenarbeiten einer ortsfesten Führung mit der Schienenführung die Sperrverzahnung jeder Stellschiene in jeder Stellung ungefähr in gleicher Ent fernung von der ausgerückten Kurbelwelle sich befindet, zum Zwecke einer siche ren Einstellung der letzteren in jede Zahn- liiclke der Stellschienen, wobei eine Behinde rung der Schwingung der Stellsclrienen um die Abkröpfung der Kurbelwelle als Achse im Falle einer Verstellung des schwenkbaren Teils vermieden ist.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Aus führungsbeispiele des Erfindungsgegenstan- des,bei denen als schwenkbarer Teil das Unterschenkelstück einer Liegefläche (zum Beispiel Spitalbettes, Liegestuhls etc.) an genommen ist. Selbstredend kann der schwenkbare Teil auch anderswo angebracht sein, zum Beispiel an einer Maschine als schwenkbarer Zuführungstisch etc.
Fig. 1, 2 und 3 sind zwei Längsschnitte und ein Querschnitt nach der Linie x-x in Fig. 1 der ersten, und Fig. 4 und 5 zwei Längssehnitte der zweiten Ausführungsform; Fig. 6 zeigt Einzelheiten zu Fig. 4, und Fig. 7 solche zu Fig. 5.
Beim Beispiel nach Fig. 1 bis 3 bezeich net 1 eine Bettstelle mit unbeweglicher Liege flüche 2 und mit auf- und abwärts schwenk barem Unterschenkelstüick 3. Am untern Ende des Unterschenkelstückes ist auf jeder Seite 4 (Fig. 6 und 7) eine gerade Stell schiene 5 mit Sperrzähnen 6 und mit geradem Längsführungsschlitz 7 angelenkt. Mittelst dieses Schlitzes und eines an der Bettstelle 1. befestigten Stiftes 8 wird jede Stellschiene 5 geführt. An der Bettstelle ist ferner eine Kurbelwelle 9 mit Handhebeln 10 gelagert. Durch Drehung mittelst der Hebel 10 kann der abgekröpfte Teil 91 der Kurbelwelle 9 in die Sperrzähne 6 der Stellschienen 5 eingerückt werden (Fig. 2 und 6).
Bei ausgerückter Kurbelwelle 9 kann das Unterschenkelstück 3 auf die gewünschte Höhe ein- und sodann durch Einrüchen des abcgepkröpften Teils 91 der Welle 9 in die Zähne 6 der Schienen 5 festgestellt werden. Soll das Unterschenkelstück 3 in eine andere Stellung gebracht werden, so wird es, gleich- giültig, ob man dasselbe heben oder senken will, am Griff 11 leicht angehoben (Fig. 1 und 7), wodurch die unterhalb der Abkröp fung 91 liegende, geneigten Sperrzähne 6 die Welle 9 aus den Schienen 5 ausrücken (Fig. 1. und 7).
Alsdann kann das Unter- schenhelstüch nach Belieben gehoben und gesenkt werden, worauf dann das Unter- schenkdstück 3 durch Einrucken der Kurbel welle in die Stellschienen 5 wieder fest gestellt wird. Die Rückwärtsdrehung der Welle 9 wird durch einen Anschlagstift 101 begrenzt.
Durch den Schlitz 7 und den Stift 8 wird bei jeder Stehschiene 5 in jeder ihrer Höhen stellungen die Verzahnung ungefähr in der gleichen Entfernung von der ausgerückten Kurbelwelle 9 gehalten und derart geführt, dass der Eingriff der Kurbelwelle 9 sicher in jede beliebige Zahnlücke erfolgen kann. Ein Verbiegen oder Brechen der Schiene ist beim Verstellen ausgeschlossen.
Fig. 4 und 5 zeigen die Anwendung der Einstellvorrichtung an einem schwenkbaren Unterschenkelstück, welches an einem Liege möbel nach Patent Nr. 74723 mit einem um Zapfen 12 drehbaren Kopfteil 13 und mit geeignetem, um Zapfen 14 drehbarem, durch Zwischenglieder 15 und 16 mit dem Kopf teil 13 gelenkig verbundenen Sitzteil 17 an- gebraclit ist, an welchem Sitzteil das Unter schenkelstück 3 angelenkt ist.
Zur Führung der Zwischenglieder 15, 16 ist auf jeder Seite des Liegemöbels eine Lenkstange 18 an geordnet, deren eines Ende mit dem Dreh zapfen 19 der beiden Scherenarme und deren anderes Ende mit einem ortsfesten Zapfen 20 der Bettstelle gelenkig verbrunden ist.
An jedem Seitenteil 4 des Unterschenkel stückes 3 ist ein mit Längsschlitz 21 ver sehener Lenker 22 an gelenkt, in dessen Schlitz 21 ein ortsfester, auf der Bettstelle abgestütz ter Stift 23 eingreift. Stellschienen 5 und Kurbelwelle 9 sind gleich gebaut wie im erst beschriebenen Beispiel.
Wenn der Kopf'ieil 1.3 des Bettes auf- gcriclrtct wird (Fig. -11. so wird das Unter- schenk(-lstiicl@ i-) kopfwärts verschoben, wo- bei die Stellschienen 5 um die Abkröpfung 9s der Welle 9 als Axe geschwungen werden und die Lenker 22 ebenfalls kopfwärts ge zogen und gesenkt werden. Die Stifte 8 ge statten diese Schwenkung, weil sie mit Spiel in die Schlitze 7 ragen.
Beim Hinunterlassen des Kopfteils 13 wird das Unterschenkel stück 3 samt den Lenkern 22 wieder fuss- wärts geschoben und die Stellschienen 5 wer den auf der Abkröpfung 91 fusswärts ge schwenkt. Sobald aber das obere Ende des Schlitzes 21 jedes Lenkers 22 auf dem zu gehörigen Stift 23 aufsitzt, wird jeder Len ker 22 aufgerichtet und dadurch das Unter- schenkelstüek 3 mit den Schienen 5 ange hoben, wodurch die Kurbelwelle 9 wie im ersten Beispiel aus den Zähnen 6 ausgerückt wird.
Nachdem die Kurbelwelle 9 selbst tätig ausgerückt worden ist, senkt sich das Unterschenkelstück 3 zuerst links selbsttätig in die tiefste Lage und wird dann beim wei teren Senken des Kopfteils in die Liege stellung durch die Lenker 22 selbsttätig in die wagrechte Lage gehoben (Fig. 5). So lange nun die Kurbelwelle 9 ausgerückt bleibt, kann das Unterschenkelstück 3 durch den Kopfteil oder durch Zug am Griff 11 gehoben oder gesenkt und so der gewünsch ten Unterschenkellage angepasst werden. Bei vollkommen sicherer Führung der Stell schienen 5 wird die Drehbarkeit und Ver schiebbarkeit des Unterschenkelstückes in heiser Weise gehindert und ein selbsttätiges Ausrücken der Sperrkurbelwelle 9 beim Sen ken des Kopfteils 13 und Zurückschieben des Unterschenkelstückes 3 bewirkt.
Wenn der Hebel 10 mit einer Stange ver bunden wird, deren anderes Ende von der das Liegemöbel benutzenden Person erfasst -erden kann, so kann die Kurbelwelle 9 von dieser Person betätigt werden. Wenn ferner am untern Ende des Unterschenkelstüekes ein biegsames Zugorgan, zum Beispiel ein Draht seil, befestigt, über eine über dem Unter schenkelstück an einer ortsfesten Stange ge lagerte Rolle und in den Bereich der das Liegemöbel benützenden Person geführt wird, so kann auch das Heben und Senken des Unterschenkelstückes von dieser Person vor genommen und so die Inanspruchnahme einer zweiten Person umgangen werden.
Hierbei wird die Anordnung zweckmässig so getrof fen, dass die eine Hand den Zug für das U nterschenkelstück und die andere die Stell stange für die Kurbelwelle betätigen kann. Statt des Seilzuges kann auch ein von der auf dem Liegemöbel liegenden Person be- tätigbares Hebelsystem zum Heben und Sen ken des Unterschenkelstückes angewendet werden.
Statt des Längsschlitzes 7 kann die Stell schiene 5 gegenüber den Zähnen 6 als Längs führung einen abgebogenen Rand besitzen, über welchen als Ersatz des ortsfesten Zap fens 8 ein ortsfestes, hakenförmiges Blech greift, um die Stellschiene 5 zu führen.
Die Stellschiene 5 kann auch gebogen und an dem dem Kopfstück der Liegefläche zu gekehrten Rand gezahnt sein, was .eine ent sprechende Anordnung der Kurbelwelle. 9, 9' erforderlich macht. Auch diese gebogene Stellschiene kann entweder mittelst Schlitzes und ortsfesten Stiftes oder mittelst abgeboge nen Randflansches und ortsfesten Haken bleches geführt sein.