CH112184A - Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. - Google Patents
Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons.Info
- Publication number
- CH112184A CH112184A CH112184DA CH112184A CH 112184 A CH112184 A CH 112184A CH 112184D A CH112184D A CH 112184DA CH 112184 A CH112184 A CH 112184A
- Authority
- CH
- Switzerland
- Prior art keywords
- sep
- bath
- cocoons
- baths
- added
- Prior art date
Links
Landscapes
- Cosmetics (AREA)
- Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
- Fats And Perfumes (AREA)
Description
Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons ohne Entbastung. Gemäss diesem Verfahren werden die Kokons mit zwei Bädern behan delt, von denen das erste wässerige Vorbad bei gewöhnlicher Temperatur zur Anwendung gelangt und mindestens einen ein ,Säureradi kal enth2ltcnden Stoff enthält, während das zweite, ebenfalls wässerige Bad, eine alka lisch reagierende Verbindung eines Alkali bezw.
Erdalka,limetalles enthält und bei einer ?5 G nicht übersteigenden Temperatur min destens eine Minute lang zur Anwendung kommt, worauf das Abhaspeln zu beliebiger Zeit bei gewöhnlicher Temperatur vorgenom men wird. Das Entgasten derart behandel ter Seide kann ebenfalls zu beliebiger Zeit, in gewöhnlichem heissem Wasser, ohne Sei fenzusatz, erfolgen.
Das Vorbad kann sowohl eine Lösung, als auch eine Emulsion darstellen.
Das Vorbad .dient dem Zwecke, die in den Kokons befindlichen Seidenraupenpuppen ab zutöten und ausserdem die Wirkung des fol- gcnrlen a.llr^lischen Bades abzuschwächen. so dass dieses zweite Bad nurmehr eine indirekte Wirkung ausübt. Das zweite Bad, welches alkalisch reagiert, bewirkt Aufweichung des Seidenleimes unter Bildung von Albumina- ten, welche in kaltem Wasser unlöslich, in heissem Wasser löslich sind.
Das Vonbad kann alkalische, neutrale oder saure Salze, Mineralsäuren .oder organi sche.Säuren, oder in Alkohol emulgierte oder in Äther gelöste Öle, aber auch sulfurierte Öle enthalten, je nach der Beschaffenheit, die der abgehaspelte Faden (Grege oder ge zwirnte Seide) erhalten soll.
Es eignen sich für das Vorbad beispielsweise folgende Stoffe: Natrium,acetat, Natriumformiat, Zink acetat, AmmaniumsuNat, Magnesiumsulfat, Natriumchlorid, Zinkchlorid, Salzsäure, Es sigsäure, Milchsäure, Ameisensäure, Ölsäure und dergleichen. Je nach dem Konzentra- tionsgr.a.de dieses Vorbehandlungsbades kann man die Kokons zum Beispiel 15 Minuten bis mehrere Stunden lang eingetaucht lassen. Dabei kann zur Beschleunigung der Einwir kung mit Vakuum oder Druck gearbeitet werden.
Die Anwendung .des Vorbades kann auch in zwei Stufen. einer schwächeren und einer stärkeren, erfolgen.
Da. durch diese Vorbehandlung die Sei denraupenpuppen getötet werden, so können in dieser Weise vorbehandelte und darauf bei 30 " bis 50 C getrocknete Kokons beliebig lange liegen bleiben, ehe sie weiter behandelt und abgehaspelt werden.
Das zweite Bad, das somit zti beliebiger Zeit, eventuell unmittelbar auf das Vorbad folgen kann, enthält. beispielsweise ein kausti- sches Alkali bezw. Erdalkali, oder ein an eine schwache Säure. wie zum Beispiel Kohlen säure, Salizylsäure und dergleichen, gebun denes Alkali. Es lässt sich beispielsweise eine bis 3 B6 starke Natronlauge verwen den. Die Temperatur des zweiten Bades kann 25 C betragen, sie kann aber auch geringer sein und nötigenfalls unter 0 C liegen.
Die Tauchdauer richtet sich nach .der Konzentration und der Temperatur des Ba des. Sie kann zwischen 1 und 30 Minuten schwanken, unter Umständen aber auch meh rere Stunden währen.
Zur Regulierung der Wirkung kann man diesem Bade ferner fette Öle, sulfurierte Öle @@der Seife zusetzen, und es kann gleich dem ersten Bade nötigenfalls in zwei Stufen zer legt werden. Um das Eindringen der Flüssig keit in alle Hohlräume der Kokons zu sichern, kann man auch dieses Bad mit Un terdruck oder Überdruck zur Anwendung bringen. Die gesamten Baststoffe der Ko kons werden dann bis in die tiefsten Schich ten weich, so dass das nachfolgende Ab- liaspeln der Kokons keinerlei Schwierigkei ten bietet. Das Zusammenkleben der Fäden mehrerer Kokons ist vollkommen.
Eine Ent- bastung findet bei Beobachtung der ange- @ebenen Höchsttemperatur und des Konzen- trationsmaximums nicht statt.
Es sei hier daran. erinnert, dass jede Ko- konssorte ein besonderes Verhalten zeigt, und dass deswegen die Zusammensetzung und Konzentration der Bäder und die Art ihrer Anwendung von Fall zu Fall innerhalb der angegebenen Grenzen den zu behandelnden Kokons anzupassen ist.
Nach der Anwendung des zweiten Bades folgt das übliche Schlagen der Kokons, sei es in kaltem Wasser. sei es noch in dem eben beschriebenen Bade, zum Zwecke, die Enden der Kokonsfäden zii finden, worauf dann .das Abhaspeln in kaltem Wasser vorgenommen wird. Hierbei tritt keinerlei Entbastung ein. Die nassen oder feuchten Kokons können auch in freier Luft abgehaspelt werden.
An statt dessen kann man die aus dem zweiten Bade kommenden Kokons abermals trocknen. Die getrockneten Kokons lassen sich hernach zu jeder Zeit ohne weiteres. trocken wie sie sind, in freier Luft abhaspeln.
Das Entbasten kann später bei den fer tigen Greges oder gezwirnten Fäden durch eine einfache Behandlung in kochendem Was ser geschehen, beispielsweise indem man die abgehaspelte Seide 30 Minuten lang in Was ser von 100 C taucht.
Um den Glanz, die Geschmeidigkeit, die Elastizität der Fäden zu erhöhen, kann man den Bädern Stoffe, wie Öl. Glyzerin. Glukose oder dergleichen, zusetzen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Abhaspeln von Seiden kokons ohne Entbastung, dadurch gekenn zeichnet, dass man die Kokons mit mindestens zwei Bädern behandelt, von welchen das erste wässerige Vorbad bei gewöhnlicher Tempera tur zur Anwendung gelangt, mindestens einen ein Säureradikal enthaltenden Stoff enthält, während das zweite, ebenfalls wäs serige Bad eine alkalisch reagierende Ver bindung eine;Alkali- bezw. Erdalkalimetal- les enthält und bei einer 25 C nicht über steigenden Temperatur mindestens eine 11i nute lang zur Anwendung kommt, worauf das Abhaspeln zli beliebiger Zeit bei gewöhn licher Temperatur vor genommen wird und das Entbasten ebenfalls zu beliebiger Zeit in gewöhnlichem heissem Wasser, ohne Seife, erfolgen kann. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.Verfahren gemäss Pa.tentansprueh. da durch gekennzeichnet, class das Vorbad eine Lösung darstellt. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, da .durch gekennzeichnet, dass das Vorbad eine Emulsion d darstellt. B. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das erste Bad ein neutrales .Salz enthält. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das erste Bad ein saures Salz enthält. 5.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das erste Bad ein alkalisches Salz enthält. 6. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das erste Bad eine Mineralsäure enthält. 7. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, .dass das erste Bad eine organische Säure enthält. B. Verfahren gemäss Patentanspruch, da <B>durch</B> gekennzeichnet, dass das erste Bad ein in Alkohol emulgiertes Öl enthält. 9. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das erste Bad ein in Ather gelöstes Öl enthält. 10.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das erste Bad sulfurierte Öle enthält. 11. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch .gekennzeichnet, dass das erste Bad in zwei Stufen, einer schwächeren und einer stärkeren, zur Anwendung kommt. 12. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Vorbad die Altötung der Raupen bewirkt. 73. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das zweite Bad ein ka,ustisches Alkali bezw. Erd- alkali enthält.1-1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das zweite Bad ein an eine schwache Säure gebun denes Alkali enthält. 15. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass dem zweiten Bade je nach seiner Zusammensetzung seine Wirkung regulierende Stoffe zuge setzt werden. 16. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 12, dadurch gekennzeich net, dass man dem zweiten Bade Öle zu setzt. 17. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 12, dadurch gekennzeich net, dass man dem zweiten Bade Seife zusetzt. 18.Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 12. dadurch gekennzeich net, dass man dem zweiten Bade sul- furierte Öle zusetzt. 19. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das zweite y Bad mit einer geringeren Temperatur als 25 zur Anwendung .gelangt. 20. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das zweite Bad in zwei Stufen, einer schwächeren und einer stärkeren, zur Anwendung ge langt. 21. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass den Bädern Stoffe zugesetzt werden, die geeignet sind. die Elastizität, Geschmeidigkeit und Zähigkeit .des Seidenfadens zu erhöhen. 2,2.Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 18, dadurch gekennzeich net, dass man den Bädern<B>Öl</B> zusetzt. 23. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 18, dadurch gekennzeich net, dass man den Bädern Glyzerin zu setzt. 24. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 18, dadurch gekennzeich net, dass man :den Bädern Glukose zu setzt. 25. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Behand lung der Kokons .mit den Bädern unter Druck vorgenommen wird. 26. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Behand lung der Kokons mit den Bädern unter Vakuum geschieht. 27.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Ko kons nach dem Vorbade bei 30 bis EMI0004.0001 <B>50</B> <SEP> <SEP> C <SEP> trocknet <SEP> und <SEP> sodann <SEP> die <SEP> weiteren <tb> Prozeduren <SEP> des <SEP> Verfahrens, <SEP> nämlich <SEP> die <tb> Anwendünc <SEP> -des <SEP> zweiten <SEP> Bades <SEP> und <SEP> cla <tb> Abhaspeln, <SEP> beliebig <SEP> lange <SEP> aufschiebt. <tb> <B><U>'</U></B>8. <SEP> Verfahren <SEP> gemäss <SEP> Patentanspruch, <SEP> da durch <SEP> äekennzeichilet. <SEP> dass <SEP> die <SEP> aus <SEP> dein <tb> zweiten <SEP> Bafle <SEP> kommenden <SEP> Kokons <SEP> in <SEP> kal tein <SEP> Wasser <SEP> abgehaspelt <SEP> werden. <tb> 29.<SEP> Verfahren <SEP> gemäss <SEP> P < ltentansprlich, <SEP> drl durch <SEP> gekennzeichnet, <SEP> dass, <SEP> die <SEP> aus <SEP> dem EMI0004.0002 zweiten <SEP> Bade <SEP> kommenden <SEP> Kokons <SEP> in <tb> freier <SEP> Luft <SEP> abgehaspelt <SEP> werden. <tb> <B>30.</B> <SEP> V(-rfahren <SEP> gemäss <SEP> Patentanspruch, <SEP> ja durch <SEP> gekennzeichnet, <SEP> dass <SEP> die <SEP> Kokons <tb> nach <SEP> dem <SEP> zweiten <SEP> Bade <SEP> abermals <SEP> getrock net <SEP> lind <SEP> liernavll <SEP> '1.11 <SEP> beliebiger <SEP> Zeit <SEP> trol- ken <SEP> alibehaspell: <SEP> werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT112184X | 1923-01-24 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH112184A true CH112184A (de) | 1925-10-01 |
Family
ID=3627479
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH112184D CH112184A (de) | 1923-01-24 | 1923-12-07 | Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH112184A (de) |
-
1923
- 1923-12-07 CH CH112184D patent/CH112184A/de unknown
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE567296C (de) | Verfahren zur Herstellung von spinnfaehigen Bastfasern | |
| CH112184A (de) | Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. | |
| DE413093C (de) | Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons | |
| AT135333B (de) | Verfahren zur Erhöhung der Kapillaraktivität. | |
| AT112597B (de) | Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. | |
| DE691868C (de) | Verfahren zum Verseifen von ganz oder teilweise auvon Kunsthaar, Baendchen, Filmen, Folien oder Hohlkoerpern aus Celluloseestern | |
| AT148120B (de) | Verfahren zur Behandlung von geformten künstlichen Gebilden aus Cellulosexanthogensäure, deren Salzen und Derivaten. | |
| DE514053C (de) | Verfahren zur Herstellung von Luftstickereien | |
| DE1494740C3 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Kollagenfasern aus Abfalleder | |
| DE659116C (de) | Verfahren zum Veredeln von Wollfasern | |
| DE566671C (de) | Verfahren zur Herstellung von alaungarem Leder | |
| DE714163C (de) | Verfahren zur Herstellung langer hechel- und verspinnbarer Fasern aus Getreidestroh | |
| DE599181C (de) | Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons | |
| DE439359C (de) | Verfahren zur Herstellung kuenstlicher Faeden o. dgl. aus Viskose | |
| DE612635C (de) | Verfahren zur Herstellung von Kunstseide aus Viscose | |
| DE530149C (de) | Verfahren zum Behandeln faseriger Pflanzen | |
| DE610315C (de) | Verfahren zur Herstellung von wasserunloeslichen Azofarbstoffen auf Wolle | |
| DE411798C (de) | Verfahren zur Erzielung von Wolleffekten auf Azetyl-Zellulose-Gespinsten | |
| DE621601C (de) | Verfahren zur Herstellung langer wollartiger Faeden | |
| AT159877B (de) | Verfahren zur Veredlung von Cellulosekunstfasern. | |
| DE843132C (de) | Verfahren zum Bleichen von Wachs- und OElestern | |
| DE250736C (de) | ||
| DE860239C (de) | Verfahren zur Herstellung von in heissen, waessrigen, sauren oder alkalischen Fluessigkeiten bestaendigen Gebilden durch Verformung von waessrigen alkalischen Proteinloesungen | |
| DE676267C (de) | Verfahren zur Veredlung von Wollgut | |
| DE350299C (de) | Verfahren zur Reinigung von Naphthasulfosaeuren |