Winkelmessinstrument für steile Visuren. Zur Aufnahme und Absteckung beliebiger Winkel sind in der gewöhnlichen Feldmes sung, wie auch etwa bei Kataster- und an dern grössern Vermessungen für untergeord nete Punkte als Hilfsinstrumente, die soge nannten Winkeltrommeln, das heisst die in sich drehbaren, mit Gradeinteilung und No- nius versehenen zylindrischen Kreuzscheiben gebräuchlich. Sie werden als leichtes, hand liches Instrument, auch vielfach mit Vorteil zur Aufnahme der Situation von Feld- und Waldwegen und einfachern Strassen benützt und sind zur Absteckung der Querprofile für Wege, Strassen und Eisenbahnen in nicht zu steilem Terrain, und besonders auf Winkel punkten beinahe unentbehrlich.
Da aber der Bereich der Diopterschlitze bei der üblichen Zylinderhöhe in vertikaler Beziehung ein zu beschränkter ist und eine Verlängerung des Zylinders zur Unhandlich keit des Instrumentes führen würde, ist es bei dieser Form nicht möglich, hoch oder tief gelegene Punkte ohne Hilfsmittel, wie Sen kel, Hilfsjallons oder besonders festzulegende Ausgangs- ocder Standlinien vorteilhaft auf zunehmen und zu projizieren, wie es unter solchen Terrainverhältnissen ebenfalls un möglich ist, ohne vorerwähnte Umständlich- keiten von einer Standlinie aus im bestimm ten Winkel Punkte im Terrain zu fixieren (z. B.. Querprofilpunkte für Strassen- und Bahnbauten in abschüssigem Gebiet).
All diese arbeitsverschleppenden Nachteile sind daher bei der Zylinderform mit in den Kauf zu nehmen und machen das sonst praktische Instrumentchen fürs Gebirge wie für steile Terrainpartien überhaupt beinahe unbrauch bar.
Wäre nun eine zweckmässigere Form aus ersehen, eine solche, die in vertikaler Hinsicht dem Auge hinreichenden Spielraum gewährte, so wäre dem vorbesühriebenen Übelstand ab geholfen.
Eine solche wählt sich nun die eben zu beschreibende Erfindung in der Kugel .als I1lesskörper, unter der Benennung: "Winkel- messinstrument für steile Visuren".
Das den Gegenstand der Erfinden,- bildende, in beigegebener Zeichnung als Beispiel dargestellte Instrument ist in erster erster Linie für Messung von Horizontalwinkeln auch in steilem Te-- rain eingerichtet und besteht zu dem Zweck aus einer hohlen Kugel (Fig. 1 und 3), die mit dem innern, drehbaren, beim Theodoliten " Alhidade" genannten Teil tu (Fig. 2 und 3) eines einige Zentimeter tiefer liegenden hori zontalen Winkelablesesystems (Fig. 2) durch einen Hals v (Fig. 1, 2 und 3) fest verbunden ist. Die Kugel ist senkrecht von einem Mess- und einem Kreuzdiopter durchbrochen.
Das M essdiopter besteht aus der Okularritze a (Fig. 1 und 3) und der Objektivseharte b (Fig. 3), welch letztere mit einem Rosshaar c als Visierfaden Fig. 3) versehen ist, das sich über einen zirka nähnadeldick en Sattel s (Fig. 3) zieht, um so - als verkürzte Selh- nen - der Kreispheripherie näher zu kom men, und dadurch eine genauere Visur zu er möglichen. Das Kreuzdiopter mit der darge stellten Objektivscharte d (Fig. 3) hat den Zweck, das Kugelinstrument auch direkt zur ,Kreuzscheibe" zu machen, das heisst das Abstecken rechter Winkel ohne jegliche Gradeinstellung zu ermöglichen.
Es ist dem Messdiopter in den Grundprinzipien ähnlich, das heisst mit dem Unterschied und Nachteil, dass die beiden Schlitze oder Scharten behufs Anbringung der Achsenschräubchen g (Fit,', 1) für einen nachfolgend zu beschreibenden Höhenvisierreif f (Fig. 1 und 3) in der ver tikalen Mitte des Kugelmantels unterbrochen sind und das Rosshaar c (Fig. 1 und 3) aus eben diesem Grunde nicht wohl über einen Sattel gezogen werden kann, sondern direlt vön Schräubchen zu Schräubchen gespannt ist.
Die Kreuzvisur wird dadurch zwar etwas gestört,doch lange nicht in dem Masse, um ausgeschaltet zu werden, und bietet das Kreuzdiopter dem Auge immer noch den glei- ehen vertikalen Spielraum wie das Mess- diopter.
Das an der Basis des Instrumentchens be findliche Ablesesystem (Fig. 2) besteht, wie bereits angedeutet, aus zwei ineinander dreh baren, in zweckentsprechendem vertikalen Abstand von der Kugel befindlichen, mit Triebwerk o (Fig. 3) ausgestatteten horizon talen Scheiben (Kreisen). Die innere, mit der Kugel fest verbundene Scheibe ("Alhidade") U (Fig. 2 und 3) trägt einen Nonius und ist mit der äussern Scheibe ("Limbus") t (Fig. 1, 2 und 3) durch eine Koppelschraube i beweg lich verbunden und mit einer Klemmschraube in in derselben verklemmbar.
Die äussere Scheibe trägt die Kreisteilung in Graden (sexag. oder centes.) und ist mit einer Hülse kc fest verbunden auf dem stahlbekleideten Statifzapfen l durch eine Schraube n ver- klemmbar. Die Drehung geschieht so - lei der entgegengesetzt dem Theodoliten -, wie übrigens bei den zylindrischen Instrumenten auch, von rechts nach links, was aber zum Zweck hat, UP der Nonius mitläuft und bei der Ablesung gleich zur Hand ist. Das Ab lesesystem kann indes auch umbekehrt einge richtet werden.
Zur Vertikalwinkelmessung in bescheide nen Rahmen ist die Kugelform wie gegeben und wird das Instrumentchen für einfachere, approximative Aufnahmen, wie Übersichls- pläne für Flächenmeliorationsprojekte, Kro- kir und dergleichen es sind, daher auch zu diesem Zweck ausgestaltet.
Zu diesem Be- hufe gleitet der vorhin erwähnte, der Kugel angeschmiegte Höhlenvisierreif f um zwei im Kreuzdiopter in die Kugelwand eingelassene kurze Schräubchen g senkrecht über das Messdiopter (a-b) (auch um dessen Achse), dessen Okularritze a die Höhenwinkelskala (+ und :) ini Bereiche der Schlitze trägt. Dieser Vertihal winkelreif hat. zwei . knopf- a.r(:ige Handhaben, die einen zugleich als Klemmschrauben dienend. Eine Einteilung in ganze bis halbe Grade sollte dem Zweck entsprechend genügen.
Auch soll der Reif für den Fall. des Nichtgebrauches nach unten hin ausschaltbar sein. Er ist. an den Visier stellen (Fig. 1 und 3) nach oben zu verjün gen und matt oder schwarz zu halten.
Eine Dosenlibelle r- (Fig. 1) im Scheitel der Kugel ist: für Vertikalwinkelmessungen unentbehrlich, wie, statt. Stock, ein Dreifuss- statif mit Senkel zu diesem Zwecke sehr er wünscht ist.
In andern Fällen sollte die Libelle einer Bousso:le q (Fig. 3) mit Kreisteilung Platz machen können, oder, im Falle einer Vereini- gung dieser beiden Zugaben, einen Glasboden erhalten und oben zu stehen kommen.
Das im untern, festen Teil der alten zy- linderförmigen Winkeltrommel vorhandene Kontrolldiopter ist bei der Kugel nicht anzu bringen, ohne deren Vorzüge illusorisch zu machen wird aber durch die Klemmvorrich tungen entbehrlich gemacht, wie beim Theo doliten auch.
Die eigentliche praktische Anordnung und Zusammenfügung der einzelnen Teile des Instrumentes im Rahmen des Patentan spruches wird indes dem Mechaniker über lassen.