CH112240A - Verfahren und Vorrichtung zur Erhöhung der Klangfülle von Tonstücken bei ihrer apparativen Wiedergabe. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Erhöhung der Klangfülle von Tonstücken bei ihrer apparativen Wiedergabe.

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CH112240A
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      Verfahren    und Vorrichtung zur Erhöhung der Klangfülle von Tonstücken bei ihrer       apparativen    Wiedergabe.    Vorliegende     Erfindung    besteht in einem  Verfahren zur Erhöhung der Klangfülle von  Tonstücken bei ihrer     apparativen    Wiedergabe  unter Verwendung von zwei oder mehr Ton  erzeugern, die nacheinander durch ein und  dasselbe Tonstück erregt werden, sowie in  einer Vorrichtung, mit     tler    dieses Verfahren  speziell bei Grammophonen ausgeführt  werden kann.

   Das Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet, dass zwecks unmittelbarer Er  zielung eines     Effektes,    ähnlich wie er bei       Musikinstrumenten    durch einen Resonanz  boden hervorgebracht wird, die Erregung  der Tonerzeuger während der ganzen Spiel  dauer in einem Zeitabstand von höchstens       '/,;        bis    mindesten,     'J""    Sekunde erfolgt.

   Er  folgt die Wiedergabe zum Beispiel in einem  grösseren     Zeitabstande,    etwa in dem von  Sekunde, so vernimmt das menschliche Ohr  die Töne der beiden Membranen oder der  gleichen getrennt,     während    bei einem Zeit  abstand von etwa     '/"O    Sekunde nur eine ein  fache Verdopplung der Tonstärke. nicht aber  jene höchst auffallende Veredelung des Tones    nach dem neuen Verfahren der Tonwieder  gabe erreicht wird.  



  Der neue Effekt tritt am besten bei einem  Zeitabstand von ca.     'ho    bis     ')2o        Sekunde    her  vor. Bei der Wiedergabe von Tonstücken  mittelst einer .Sprechmaschine mit Hilfe von  zum Beispiel zwei Schalldosen ist während  der ganzen Spieldauer ein Abstand der zwei  Schallstifte zu wahren, der dem als Optimum  angegebenen Zeitabstand entspricht und bei  normaler     P,lattentellergrösse    und dem üblichen  Spieltempo     9-4,5    cm beträgt.  



  Der Effekt ist ein ähnlicher, wie er in  Räumen mit vorzüglicher Resonanz, also in  solchen mit     geeigneten,    den Ton reflektieren  den Raumstellen,     beobachtet    wird. Der grosse  Vorteil ist, dass man nach     vorliegender    Erfin  dung einen solchen Effekt künstlich erzeu  gen kann, der auf das menschliche Ohr den  angenehmsten Eindruck macht und dem Ton  stück den Charakter edler Fülle gibt, wäh  rend bisher die günstigste Resonanz in Räu  men, die von dem Verhältnis des Abstandes  zwischen Instrument und Hörer direkt und      zwischen Instrument,     )Vand    und Hörer in  direkt abhängt, nur empirisch ermittelt,     aber     noch nicht willkürlich hergestellt werden  kann.  



  Soll das Verfahren mit Hilfe von Gram  mophonen ausgeführt werden, so müssen die  Tonarme, um den nötigen Abstand zwischen  den Schallstiften zu erzielen, getrennt' ge  führt werden. Damit nun der Ton vom zwei  ten Tonarm nicht einen längeren Weg durch  ein gebogenes Rohr zu laufen hat, als der  vom ersten Tonarm ausgehende, ist es zweck  mässig, die getrennten Tonarme auf dersel  ben Seite der Schallplatte nebeneinander an  zuordnen. Dabei muss zwecks Erzielung des  nötigen Abstandes der Schallstifte der eine  Tonarm wesentlich länger als der andere sein  und sein die Membran tragendes     11niestül'li     eine vom rechten Winkel abweichende Bie  gung besitzen.  



  Auf der beiliegenden Abbildung ist das  Kniestück 9 des längeren Tonarmes 3, wel  ches die Schalldose i mit dem Schallstift 11  trägt, spitzwinklig umgebogen, während das       Kniestricl;    10 des kürzeren Tonarmes     -l.,     welches die Schalldose 8 mit dem Schall  stift 12     trägt,    nahezu rechtwinklig ist. Die  beiden auf der gleichen Seite des Platten  tellers 1 angeordneten Tonarme münden     bei     5 und 6 in die Schalltrichter.  



  Der Abstand der .Schallstifte 11 und 12  beträgt in der Anfangsstellung bei     natür-          licber    Grösse 8-9 cm, in der     Schlussstellung,     die durch     Strichelung    angedeutet ist, noch       ca.        .1,5    cm.

   Damit ist     gewährleistet,    dass  während der ganzen Spieldauer der zur Er  langung des beabsichtigten Effektes gün  stigste Zeitabstand von etwa.     1/1o    bis     %p    Se  kunde bei der Wiedergabe gewahrt bleibt;       denn    bei gleichmässigem Drehen des Platten  tellers wird ja in der gleichen Zeit im An  fang des Abspielens ein etwa doppelt so wei  ter Weg von einem Punkt auf der äussersten  Tonspirale     zurückgelebt    wie beim Schluss auf  der innersten.  



  Eine Anordnung, bei der sich die Schall  stifte gegen Schluss der Platte nicht entspre  chend näherten, würden eine gedehntere Wie-         dergabe    des Tones am Schluss als am An  fang zur Folge haben, also eine Ungleich  mässigkeit der     Reproduktion    zeigen, die bei  vorliegender Anordnung vermieden wird.  



  Zur Aufrechterhaltung eines gleich  mässigen Tempos bei der Wiedergabe hat es  sich ferner als zweckmässig erwiesen, dass  für den Plattenteller statt des sonst allge  mein üblichen zentralen ein peripherer An  trieb vorgesehen ist, bestehend in einer auf  die Seite des Plattentellers wirkenden, mit  dem unter der Werkplatte angebrachten Mo  tor verbundenen Reibungskupplung. Die  beiden Tonarme 3 und     .l    mit je einer Mem  brane bewirken nicht nur durch ihr Gewicht  auf das Phonogramm eine stärkere Reibung.  sondern sie können durch ihre     Anbringung     auf einer Seite die Platte zum Vibrieren  bringen, wenn fliese nicht mit genügend gro  sser Kraft     fortbewegt    wird.

   Die normalen     Be-          wegungsmeclianismen    reichen aber bei zentra  lem Antrieb dafür     nicht    aus, während sie bei  dem peripheren Antrieb nach vorliegender  Anmeldung     genügen.    Auf der Zeichnung ist.  die     Reibungskupplung.    die hier als Rädchen  mit Gummischeibe ausgebildet ist, mit 13 be  zeichnet.  



  Das gleiche     Verfahren    zur Erhöhung der  Klangfülle von Tontücken kann auch bei  andern mechanischen Musikapparaten, wie  Spieldosen und mechanischen Klavieren. zum  Beispiel den sogenannten Pianolas und     Pho-          nolos,    wie     auch    bei Erregung von Mikropho  nen angewandt werden.

   Dabei werden die  Tonerzeuger in dem richtigsten Zeitabstand  zweimal durch das gleiche     Tonstticlz#        erregt.     sei es direkt     d-tirch    die vom Tonstück hervor  gerufenen     elektrischen    Wellen bei der     Tcle-          phonie    mit und     ohne    Draht, sei es indirekt  durch die     mechanischen    Mittel, die, den     I\'o-          ten    des     Tonstücl@es    entsprechend,     Membra-          nen    oder Saiten erregen.  



  Durch eine Reihe von     Patenten    sind be  reits     Sprechapparate    mit zwei Schalldosen  bekannt geworden. Immer hat man sich da  bei bisher bemüht, die     Schallstifte    in einem  möglichst     @"erin_"en    Abstand aufeinander  folgen zu lasen. Dabei aber tritt, wie leicht      nachgewiesen werden kann, nur eine Ver  dopplung der Tonstärke ein, nicht jener  eigenartige und besondere Effekt, der erst  vollkommen erreicht wird, wenn ein Ab  stand von ca. 9 cm zwischen den Schall  stiften bei Anfang des Spiels .besteht. Darum  können diese Patente der Neuheit vorliegen  der Erfindung nicht entgegenstehen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zur Erhöhung der Klang fülle von Tonstücken bei ihrer appara- tiven Wiedergabe unter Verwendung von zwei oder mehr Tonerzeugern, die nacheinander durch ein und dasselbe Tonstück erregt werden, dadurch ge kennzeichnet, dass zwecks unmittelbarer Erzielung eines Effektes, ähnlich wie er bei Musikinstrumenten durch einen Re sonanzboden hervorgebracht wird, die Erregung der Tonerzeuger während der ganzen Spieldauer in einem Zeitabstand von höchstens % bis mindestens '%4, Se kunde erfolgt.
    1I. Vorrichtung zur Ausführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, speziell bei Grammophonen unter Verwendung zweier getrennter, .auf derselben Seite der Schallplatte nebeneinander angeord neter Tonarme, dadurch gekennzeich net, dass der eine Tonarm wesentlich länger als. der andere ist, zwecks Erzie lung des nötigen Abstandes der Schall stifte, und dass sein die Membran tragen des Kniestück eine vom rechten Winkel abweichende Biegung besitzt.
    UNTERANSPRUCH: Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass für den Platten teller statt des zentralen ein peripherer An trieb vorgesehen ist, bestehend in einer auf die Seite des Plattentellers wirkenden, mit dem unter der Werkplatte angebrachten Motor verbundenen Reibungskupplung.
CH112240D 1924-02-04 1925-01-26 Verfahren und Vorrichtung zur Erhöhung der Klangfülle von Tonstücken bei ihrer apparativen Wiedergabe. CH112240A (de)

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