Verfahren und Vorrichtung zur Erhöhung der Klangfülle von Tonstücken bei ihrer apparativen Wiedergabe. Vorliegende Erfindung besteht in einem Verfahren zur Erhöhung der Klangfülle von Tonstücken bei ihrer apparativen Wiedergabe unter Verwendung von zwei oder mehr Ton erzeugern, die nacheinander durch ein und dasselbe Tonstück erregt werden, sowie in einer Vorrichtung, mit tler dieses Verfahren speziell bei Grammophonen ausgeführt werden kann.
Das Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass zwecks unmittelbarer Er zielung eines Effektes, ähnlich wie er bei Musikinstrumenten durch einen Resonanz boden hervorgebracht wird, die Erregung der Tonerzeuger während der ganzen Spiel dauer in einem Zeitabstand von höchstens '/,; bis mindesten, 'J"" Sekunde erfolgt.
Er folgt die Wiedergabe zum Beispiel in einem grösseren Zeitabstande, etwa in dem von Sekunde, so vernimmt das menschliche Ohr die Töne der beiden Membranen oder der gleichen getrennt, während bei einem Zeit abstand von etwa '/"O Sekunde nur eine ein fache Verdopplung der Tonstärke. nicht aber jene höchst auffallende Veredelung des Tones nach dem neuen Verfahren der Tonwieder gabe erreicht wird.
Der neue Effekt tritt am besten bei einem Zeitabstand von ca. 'ho bis ')2o Sekunde her vor. Bei der Wiedergabe von Tonstücken mittelst einer .Sprechmaschine mit Hilfe von zum Beispiel zwei Schalldosen ist während der ganzen Spieldauer ein Abstand der zwei Schallstifte zu wahren, der dem als Optimum angegebenen Zeitabstand entspricht und bei normaler P,lattentellergrösse und dem üblichen Spieltempo 9-4,5 cm beträgt.
Der Effekt ist ein ähnlicher, wie er in Räumen mit vorzüglicher Resonanz, also in solchen mit geeigneten, den Ton reflektieren den Raumstellen, beobachtet wird. Der grosse Vorteil ist, dass man nach vorliegender Erfin dung einen solchen Effekt künstlich erzeu gen kann, der auf das menschliche Ohr den angenehmsten Eindruck macht und dem Ton stück den Charakter edler Fülle gibt, wäh rend bisher die günstigste Resonanz in Räu men, die von dem Verhältnis des Abstandes zwischen Instrument und Hörer direkt und zwischen Instrument, )Vand und Hörer in direkt abhängt, nur empirisch ermittelt, aber noch nicht willkürlich hergestellt werden kann.
Soll das Verfahren mit Hilfe von Gram mophonen ausgeführt werden, so müssen die Tonarme, um den nötigen Abstand zwischen den Schallstiften zu erzielen, getrennt' ge führt werden. Damit nun der Ton vom zwei ten Tonarm nicht einen längeren Weg durch ein gebogenes Rohr zu laufen hat, als der vom ersten Tonarm ausgehende, ist es zweck mässig, die getrennten Tonarme auf dersel ben Seite der Schallplatte nebeneinander an zuordnen. Dabei muss zwecks Erzielung des nötigen Abstandes der Schallstifte der eine Tonarm wesentlich länger als der andere sein und sein die Membran tragendes 11niestül'li eine vom rechten Winkel abweichende Bie gung besitzen.
Auf der beiliegenden Abbildung ist das Kniestück 9 des längeren Tonarmes 3, wel ches die Schalldose i mit dem Schallstift 11 trägt, spitzwinklig umgebogen, während das Kniestricl; 10 des kürzeren Tonarmes -l., welches die Schalldose 8 mit dem Schall stift 12 trägt, nahezu rechtwinklig ist. Die beiden auf der gleichen Seite des Platten tellers 1 angeordneten Tonarme münden bei 5 und 6 in die Schalltrichter.
Der Abstand der .Schallstifte 11 und 12 beträgt in der Anfangsstellung bei natür- licber Grösse 8-9 cm, in der Schlussstellung, die durch Strichelung angedeutet ist, noch ca. .1,5 cm.
Damit ist gewährleistet, dass während der ganzen Spieldauer der zur Er langung des beabsichtigten Effektes gün stigste Zeitabstand von etwa. 1/1o bis %p Se kunde bei der Wiedergabe gewahrt bleibt; denn bei gleichmässigem Drehen des Platten tellers wird ja in der gleichen Zeit im An fang des Abspielens ein etwa doppelt so wei ter Weg von einem Punkt auf der äussersten Tonspirale zurückgelebt wie beim Schluss auf der innersten.
Eine Anordnung, bei der sich die Schall stifte gegen Schluss der Platte nicht entspre chend näherten, würden eine gedehntere Wie- dergabe des Tones am Schluss als am An fang zur Folge haben, also eine Ungleich mässigkeit der Reproduktion zeigen, die bei vorliegender Anordnung vermieden wird.
Zur Aufrechterhaltung eines gleich mässigen Tempos bei der Wiedergabe hat es sich ferner als zweckmässig erwiesen, dass für den Plattenteller statt des sonst allge mein üblichen zentralen ein peripherer An trieb vorgesehen ist, bestehend in einer auf die Seite des Plattentellers wirkenden, mit dem unter der Werkplatte angebrachten Mo tor verbundenen Reibungskupplung. Die beiden Tonarme 3 und .l mit je einer Mem brane bewirken nicht nur durch ihr Gewicht auf das Phonogramm eine stärkere Reibung. sondern sie können durch ihre Anbringung auf einer Seite die Platte zum Vibrieren bringen, wenn fliese nicht mit genügend gro sser Kraft fortbewegt wird.
Die normalen Be- wegungsmeclianismen reichen aber bei zentra lem Antrieb dafür nicht aus, während sie bei dem peripheren Antrieb nach vorliegender Anmeldung genügen. Auf der Zeichnung ist. die Reibungskupplung. die hier als Rädchen mit Gummischeibe ausgebildet ist, mit 13 be zeichnet.
Das gleiche Verfahren zur Erhöhung der Klangfülle von Tontücken kann auch bei andern mechanischen Musikapparaten, wie Spieldosen und mechanischen Klavieren. zum Beispiel den sogenannten Pianolas und Pho- nolos, wie auch bei Erregung von Mikropho nen angewandt werden.
Dabei werden die Tonerzeuger in dem richtigsten Zeitabstand zweimal durch das gleiche Tonstticlz# erregt. sei es direkt d-tirch die vom Tonstück hervor gerufenen elektrischen Wellen bei der Tcle- phonie mit und ohne Draht, sei es indirekt durch die mechanischen Mittel, die, den I\'o- ten des Tonstücl@es entsprechend, Membra- nen oder Saiten erregen.
Durch eine Reihe von Patenten sind be reits Sprechapparate mit zwei Schalldosen bekannt geworden. Immer hat man sich da bei bisher bemüht, die Schallstifte in einem möglichst @"erin_"en Abstand aufeinander folgen zu lasen. Dabei aber tritt, wie leicht nachgewiesen werden kann, nur eine Ver dopplung der Tonstärke ein, nicht jener eigenartige und besondere Effekt, der erst vollkommen erreicht wird, wenn ein Ab stand von ca. 9 cm zwischen den Schall stiften bei Anfang des Spiels .besteht. Darum können diese Patente der Neuheit vorliegen der Erfindung nicht entgegenstehen.