CH113955A - Verfahren zur Herstellung sehr dünner Drähte. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung sehr dünner Drähte.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung sehr dünner Drähte. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Herstellung von sehr dünnen Drähten und insbesondere von Drähten mit einem Durchmesser von der Grösse einiger Mikrons. In der Praxis können häufig dünne Drähte, wie Metalldrähte, mittelst eines Zieh verfahrens hergestellt werden. Gemäss einem solchen Verfahren können Stäbchen oder dickere Drähte mittelst Ziehdüsen im Durch messer verkleinert werden.
Diese Ziehdüsen können zum Beispiel aus einem Diamant bestehen, durch den ein dem Durchnies,#er des herzustellenden Drahtes entsprechendes Loch gebohrt ist. Mittelst Ziehdüsen ist es aber nicht möglich. Drähte mit sehr kleinem Durchmesser zu ziehen, da solche Drähte während des Ziehverfahrens zerbrechen. Ge gentand der Erfindung ist ein Verfahren, nach dem man sehr leicht sehr dünne Drähte herstellen kann. ohne dabei Ziehdrisen zu be nutzen.
Gemäss der Erfindung besteht das Ver fahren; zur Herstellung sehr dünner Drähte darin, dass Drähte von grösserem Durch messer als Kathode in eine Glimmentladung bei einor solchen Stromdichte geschaltet wer- den, dass Zerstäubung der Kathode auftritt. Bekanntlich tritt in einer Glimmentladung Zersbiubung der Kathode ein, wenn die Stromdichte einen bestimmten Wert: über schreitet. In diesem Falle ist das Potential gefällte an der Kathode grösser als der nor male Kathodenfall.
Es hat sich herausgestellt, dass, wenn man zwischen dem zu verdünnenden und zu die sem Zweckt als Kathode geschalteten Draht und einer Hilfsanode für eine geraume Zeit eine Glimmentladung mit genügend hoher Stromdichte herbeiführt, der Kathodendraht im Durchmesser abnimmt und in dieser reise Drähte erhalten werden können, deren Durchmesser 1 Mikron oder noch weniger beträgt.
Es ist nicht'möglich,, durch Verdampfung bei höherer Temperatur aus Drähten mit grösserem Durchmesser dünne Drähte herzu stellen. Verdampfung ist ein unstabiler Vor gang,; denn ein glühender Draht weist an den dünnsten Stellen die höchste Temperatur auf, so dass die Verdampfung am stärksten da ist, wo der Draht am dünnsten ist.
Es ist einleuchtend. dass dieser Umstand zum Bruch des Drahtes Veranlassung gibt. Zer- stiiubung hingegen ist ein stabiler _\Torgang, bei dem die bei Verdampfung auftretenden Erscheinungen sich nicht zeigen und der die Herstellung dünner Drähte bestattet, deren Durchmesser über die ganze Länge praktisch derselbe ist.
Das Verfahren gemäss der Erfindung eignet sich besonders zur Herstellung sehr dünner Einkristalldrähte. Die bekannten Ver fahren zur Herstellung von Einkristalldräh- ten gestatten nicht, diese Drähte finit einem geringeren Durchmesser als 10 Mikrons her- zust-cllen, und das Ziehen dickerer Ein kristalldrähte zu einem kleineren Durch- n iesser ist nicht möglich, ohne dass dabei die Einkristallstruktur verloren geht.
Das Ver fahren gemäss der Erfindung kann auf alle Einkristalldrähte angewendet werden; bei spielsweise seien erwähnt: Zinn, Zink, Wol fram, Wismuth, Kadmium, Thallium, Blei usw.
Die Erfindung sei anhand eines Ausfüh rungsbeispiels und einer Figur, in der der Apparat, mit dem das Verfahren angewendet werfen kann, dargestellt ist, näher beschrie ben und erklärt.
Ein Wolframdrallt 2, dessen Länge 2 dm und dessen Durchmesser 50 Mikrons Ist und aus dein man einen sehr dünnen Draht her zustellen wünscht, ist bei 3 und 4 in eine Gasbirne 1 mit einem Durchmesser von G cm eingeschmolzen. Überdies ist ein zweiter Draht 5, zum Beispiel aus Nickel, bei 0 und 7 in die Birne eingeschmolzen.
Der Draht 2, dessen Enden leitend miteinander verbunden sind, ist über (las Potentiometer. in dem 8 eine Stromquelle mit einer Span nung voll 50(l Volts und 9 ein regelbarer Widerstand darstellen, Über den Widerstand 10 von 10,000 Ohins und ein Galvanometer 11, das gestattet, 0,1 Milliampere abzulesen, mit dem Draht 5 verbunden. Die Birne 1 ist mit Argon unter einem Druck von 0,2 mm Quecksilbersäule gefüllt.
Wenn man den Schiebekontakt über den Widerstand 9 so einstellt, dass das Galvanometer einen Strom von 1 Milliampere anzeigt, so wird die Strom dichte hoch genug sein, um die Zerst < iubung der Kathode herbeizuführen.
Die Dicke des Kathodendrahtes kann durch eine Widerstandsmessung dieses Drah tes während des Zerstäubungsvorganges kon- trolliert werden. Lässt man den Zerstäubungs- vorgang andauern, bis der Widerstand des Drahtes 2 bis auf etwa den zwanzigfachen Betrag des Widerstandes des ursprünglichen Drahtes vergrössert ist, so ergibt sich, dass der Kathodendraht nur noch einen Durch messer von einigen Mikrons aufweist.
Es ist aber möglich. den Vorgang noch weiter an dauern zu lassen und in der Weise Drähte herzustellen, die einen noch bedeutend! klei neren Durchmesser aufweisen. Ist der Durch messer des Kathodendrahtes klein genug Ge worden, so kann man durch Zerbrechen der Einschmelzstellen 2 und 3 den Draht aus der Birne 1 herausnehmen.
Nach diesem Verfahren hergestellte Drähte eignen sich insbesondere zur Verwendung als Widerstandsthermometer, in Saitengalvano metern nach Einthoven und andern Vor richtungen, in denen es erwünscht ist. sehr dünne Drähte zu benutzen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung sehr dünner Drähte, dadurch "gekennzeichnet, dass Drähte von grösserem Durchmesser in eine Glimmentladung als Kathode bei einer solchen Stromdichte geschaltet wer- den, d_iss Zerstäubung der Kathode auf tritt. 1I. N arli dem Verfahren gemäss Patentan spruch I hergestellter Einkristalldraht mit einem Durchmesser, der kleiner als 10 Mikron ist.
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| NL113955X | 1924-06-18 |
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| CH113955D CH113955A (de) | 1924-06-18 | 1925-04-30 | Verfahren zur Herstellung sehr dünner Drähte. |
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