Abwerfeinrichtung an Vorlegebremsschuhen. Die Erfindung bezieht sich auf eine Ab werfeinrichtung an Vorlegebremsschuhen, bei der eine mit einem Kopfstück durch die Brems schuhsohle hindurchtretende Feder in Verbin dung mit einem als Hebel ausgebildeten und als Federwiderlager dienenden Auflaufstück wirkt, das bei Belastung durch das auffah rende Fahrzeug unter Spannung der Feder niedergedrückt und in dieser Stellung durch einen hebelförmigen Handgriff verriegelt wird, so dass die gespannt gehaltene Feder bei Ent lastung des Auflaufstückes, durch die Sohle hindurchtretend, den Bremsschuh von der Schiene abhebt und zur Seite wirft.
Diese Anordnung hat sich im Gebrauch als äusserst wirksam erwiesen, besitzt jedoch den Nachteil, dass die Seite der Schiene, nach der der Bremsschuh ausgeworfen wird, un bestimmt ist.
Um diesen Missstand zu beseitigen, kann man, wie es bei einem andersartigen Brems schuh bekannt geworden ist, die Abwerfvor- richtung unsymmetrisch lagern, so dass der Bremsschuh nach einer bestimmten Seite ab geworfen wird. Ein wesentlicher Nachteil dieser früheren Anordnung ist die unsymmetrische Bauart des Gussstückes, die sich nicht vermeiden lässt. Ausserdem kommt es weniger darauf an, dass der Bremsschuh überhaupt nur nach irgend einer Seite, sondern dass er jedesmal nach aussen, das heisst ausserhalb des Schienen stranges, abgeworfen wird. Dies ist bei der früheren Anordnung mit jedem Bremsschuh nur nach der einen Seite möglich.
Man kann also einen etwa links abwerfenden Bremsschuh auf der rechten Seite des Geleises nicht be nutzen. Hierfür muss man einen rechtsseitigen Bremsschuh haben, der aber ein anders ge bautes Gehäuse besitzen muss.
Bei dem Erfindungsgegenstand dagegen ist das durch die Bremsschuhsohle hindurch tretende Kopfstück mit einem seitlichen Nocken versehen, der nach aussen vorsteht. Hier kann man also einen links abwerfenden Bremsschuh in einen rechts abwerfenden dadurch verwan deln, dass man das Kopfstück um<B>180</B> um die Federachse dreht. Es ist also für rechts und links abwerfende Bremsschuhe genau das gleiche Modell herzustellen, und man kann sehr leicht den Schuh so konstruieren, dass sich das Kopfstück von Hand um<B>1800</B> dre hen lässt, so dass der gleiche Schuh sowohl für Rechts= als auch für Linksabwurf benutzt werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt, die den Bremsschuh in seinen Hauptstellungen zeigt, nämlich in Fig. 1 im Längsschnitt in Bereitschaftsstellung, Fig. 2 im Längsschnitt in der Bremsstellung, Fig. 3 in der Abwerf- stellung kurz vor seinem Abspringen von der Schiene, und zwar im Längsschnitt nach der Linie III-HI der Fig. 5,
Fig. 4 im Quer- schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 1 und in Fig. 5 nach der Linie V-V der Fig. 3.
Am Gehäuse 1 des Vorlegebremsschuhes ist die Sohle 2 angenietet, die zu beiden Seiten von Planken 3 des Gehäuses überragt wird.
Eine Durchbrechung der Auflaufseite des Gehäuses 1, das ist der Stirnseite, auf die das Wagenrad aufläuft, wird von dem Auf- laufstück 4 durchsetzt, das am Bolzen 5 dreh bar gelagert ist.
An dein Auflaufstück 4 liegt eine Druck feder 6 an, die sich anderseits an den Boden des im Fuss des Gehäuses 1 und in der Sohle 2 auf und ab beweglich geführten Stückes 7 (hier stets mit "Kopfstück" bezeichnet) legt.
Ein am Bolzen 8 des Gehäuses 1 ange- lenkter Gewichtshebel 9, der als Hand- griff ausgebildet ist, liegt, ehe er in die Ver- riegelungslage kommt, an der Nase 10 des Auflaufstückes 4 an (Fig. 1), fällt aber, wenn 4 in seine untere Stellung gelangt, über die Nase 10 und wirkt dann als Sperrklinke (Fig. 2 und 3).
Das Kopfstück 7 hat seitlich einen Nocken 11 und ist so in den Schuh eingesetzt, dass dieser Nocken an der Innenseite der Schiene liegt.
Der Bremsschuh wird mit seiner Sohle 2 auf die Schiene gesetzt (Fig. 1 und 4). Das auflaufende Fahrzeug drückt das Auflaufstüek 4 nieder, wodurch die Feder G gespannt wird (Fig. Z). Zugleich fällt der Handgriff 9 durch sein Eigengewicht nach unten und verriegelt das Auflaufstück 4.
Sobald der Wagen nach erfolgter Bremsung wieder von dem Bremsschuh abrollt, drückt die Feder 6, die infolge der Sperrung des Auf laufstückes 4 nicht nach oben entweichen kann, das Kopfstück 7 durch die in der Sohle be findliche Durehbrechung hindurch, so dass der Schuh gehobern wird (Fig. 3) und infolge des einseitigen Aufsitzens des Nockens auf der Schiene nach der dem Nocken entgegenge setzten Seite von der Schiene herabfällt.
Wie Fig. 1 zeigt, kann der Handgriff 9 durch Vorstecken eines Bolzens 12 ausgerückt erhalten werden, so dafi die Abwerfvorrichtung nicht in Tätigkeit tritt und der Vorlegebrems schuh in einen gewöhnlichen Bremsschuh ver wandelt wird.