CH114458A - Einrichtung zum periodischen Abliefern von Glasposten aus einem Ofen. - Google Patents

Einrichtung zum periodischen Abliefern von Glasposten aus einem Ofen.

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CH114458A
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  Einrichtung zum periodischen Abliefern von Glasposten aus einem Ofen.    Die Erfindung betrifft eine Einrichtung  zum periodischen Abliefern von Glasposten  aus einem Ofen, wie sie beispielsweise für  die Glaszufuhr zu Maschinen zum Blasen  von Glasgegenständen Anwendung finden  kann. Häufig wird die Einrichtung zum Ab  liefern von Glasmengen in einem unter dem  Namen     "Vorherd"    bekannten Teil des Ofens  untergebracht; eine derartige Einrichtung  kann aber auch in einer frei vom Ofen auf  gestellten     Glassammelvorrichtung    verwendet  werden.  



  Es sind Einrichtungen zum periodischen  Abliefern von Glasposten bekannt, bei denen  die     Auslassöffnung    des Ofens an dessen un  tern Seite angebracht ist. Dabei wird mei  stens ein     Plungerkolben    benutzt, der periodisch  in die Glasmasse, gegebenenfalls innerhalb  eines zylindrischen Rohres, getaucht wird.

    Bei diesen Vorrichtungen wirkt auf das Glas  in oder nahe der     Auslassöffnung    die Schwer  kraft, der sich bewegende     Plungerkolben,     und die Adhäsion des Glases an der Wandung  der     Auslassöffnung    und am     Plungerkolben.       Die Wirkung der Schwerkraft, der     Plunger-          kolbenbewegungund    der Adhäsion auf die Glas  masse ist in hohem Masse von der     Viskosität     des Glases abhängig.

   Da nun die Viskosität  bekanntlich stark mit der Temperatur des  Glases wechselt, wird bei den bekannten  Einrichtungen nicht nur die Form der abge  lieferten Posten, sondern besonders auch die  Menge bereits durch einen geringen Tempe  raturunterschied des Glases im Ofen in hohem  Masse beeinflusst.  



  Erfindungsgemäss befindet sich die Aus  lassöffnung des Ofens an dem untern Ende  eines aufrechten Zylinders, in den ein perio  disch bewegter Kolben so hineinpasst, dass  praktisch keine Glasströmung zwischen Kol  ben und Zylinderwandung stattfindet, wobei  in der Zylinderwandung mindestens eine Öff  nung für die Glaszufuhr angebracht ist, deren       Durchlass    regelbar ist.

   Bei einer derartigen  Einrichtung wirkt auf das Glas in oder nahe  der     Auslassöffnung    die Schwerkraft und die       Kolbenbewegung,    die     Wirkung    der Adhäsion  ist dabei ausgeschaltet.     Ausserdem.-    beeinflusst      die Schwerkraft, deren Wirkung wiederum  von der Viskosität abhängig ist, nur die  Form des Postens und nicht die Menge,  während die Wirkung der Kolbenbewegung  von der     Viskosität    des Glases unabhängig  ist. Die Form und vor allem die Menge der  abgelieferten Posten werden daher bei An  wendung der Einrichtung grossenteils von der  Viskosität, somit von der Temperatur des  Glases, unabhängig gemacht.  



  Die Erfindung soll anhand eines auf der  Zeichnung dargestellten     Ausführungsbeispiels     näher erläutert werden. Es ist       Fig.    1 ein Schnitt durch einen     Vorherd,     an dem die Einrichtung angebracht ist, wo  bei gleichzeitig ein Teil des Kolbenan  triebes in Ansicht dargestellt ist,       Fig.    2 eine Ansicht eines Teils des       Antriebgestänges    für den Kolben und einen  Schieber, und       Fig.    3 eine Seitenansicht des     Vorherdes     und des     Antriebgestänges    des Schiebers.  



  In der Zeichnung ist 1 ein unter dem  Namen     "Vorherd"    bekannter Teil des Glas  ofens, zu dem das in dem nicht dargestellten  Ofen verflüssigte Glas strömt. In dem Boden  dieses     Vorherdes    ist eine Öffnung 2 ange  bracht, in die ein auswechselbarer     Verschluss-          stein    3     hineinpasst.    Die Einrichtung zum  Abliefern des Glaspostens ruht teilweise in  dem     Verschlussstein    3. In einer     Aussparung     dieses Steines ist eine Platte 4 aus feuer  festem     Stoffe    (vorzugsweise     Chromeisen)    ein  gelassen.

   In dieser Platte ist die     Ausfluss-          öffnung    für das geschmolzene Glas angebracht.  Die Platte 4 ist in einem Stücke mit einem  Zylinder 5 hergestellt, in den ein Kolben 6  derart hineinpasst, dass praktisch keine Glas  strömung zwischen Kolben und Zylinder  wandung möglich ist. Der Kolben ist an  einer Kolbenstange 7 befestigt oder bildet  mit ihr ein Ganzes. Diese Stange ist mit  geringem Spielraum innerhalb einer weiter  unten beschriebenen zylindrischen Büchse 20  geführt. Die Kolbenstange hat ein Ver  längerungsstück 11, das in ein in einer  Büchse 9 drehbar gelagertes und zugleich  auf dieser Büchse ruhendes Kegelrad 10 ge-    schraubt ist.

   Die Büchse 9 ist durch einen  seitwärts     gerichteten    Arm mit einer auf- und       abbeweglichen    Stange 8 verbunden. In das  Kegelrad 10 greift ein Kegelrad 12, das auf  dem Ende einer Stange 13 sitzt, die in  Böcken 15 gelagert und mit einem     Hand-          rade    14 versehen ist. Durch Drehen des  Handrades 14 wird also die mittlere Lage  des Kolbens 6 unabhängig von der durch  die Stange 8 dem Kolben erteilten absatz  weisen     Bewegung    verändert. Die Böcke 15  sind an dem von der Stange 8 seitlich her  vorragenden Arme befestigt. Die Stange 8  ist in Führungen 16 lotrecht beweglich; diese  Führungen sind an einem als Stütze des  Antriebes dienenden Gestell 17 befestigt       (Fig.    2).

    



  Die Stange 8 wird mittelst eines Hebels  46     (Fig.    1) bewegt, der am andern Ende mit  einer durch eine auf der Welle 36 sitzende  exzentrische Scheibe 48 bewegten Rolle 47  versehen ist. Der Hebel 46 ruht in einer  Büchse mit Zapfen 50, welche drehbar in  einem verschiebbaren Bloch 51 gelagert sind,  der auf einer von Böcken 52 getragenen, mit  Gewinde     versehenen    Stange 53 ruht. Am  Ende dieser Stange sitzt ein die Verschiebung  des Blockes 51 bewirkendes Handrad 54.  Durch die geneigte Lage der Stange 53 wird  erzielt, dass der     Kolbenhub    unabhängig von  der tiefsten Lage geändert werden kann, in  dem man nämlich dafür sorgt, dass die zu  dieser tiefsten Lage gehörige Lage des  Hebels 46 bei Verschiebung der Zapfen 50  unverändert bleibt.  



  In dem Zylinder 5 ist eine Öffnung 18  vorgesehen, die zur Glaszufuhr dient. In der  dargestellten Ausführungsform ist diese Öff  nung an der vom Ofen abgekehrten Seite der  Zylinderwandung angebracht. Um die Kolben  stange 7 herum ist mit einigem Spielraum die  zylindrische Büchse 20 angebracht, die an  der untern Seite mit einem     aufgeweiteten,     auf den Zylinder 5 passenden Teil versehen  ist. In diesem Teil ist eine     Öffnung    22 vor  gesehen, die der     Öffnung    18 in dem Zylinder  entspricht. Durch Drehen dieses zylindrischen  Schiebers 21 kann zusammen mit dem auf-            nd        abbeweglichen    Kolben die Menge der  abzuliefernden Glasmasse verändert werden.

    Die Büchse 20 wird durch eine in einer     Öff-          nung    45 im     obern    Teil des     Vorherdes    be  festigte Büchse 23 geführt und ist an ihrem  obern Ende mit einem     gegelrade    24 ver  sehen, das mit einem     Kegelrade    25     (Fig.    2  und 3), das in einem am Gestell 17 befestig  ten Support 26 drehbar gelagert ist, im     Ein-          griff'    steht.

   An dem     Kegelrade    25 ist ein  Arm 27 befestigt, der mit Hilfe eines Lenkers  28 durch einen Hebel 29 bewegt wird, der       mittelst    eines Zapfens 30 in einem auf dem  Gestell 17 aufgestellten Bock drehbar ge  lagert ist. Der Hebel 29 wird durch eine  Stange 31 (siehe auch     Fig.    3) bewegt, derer.  Länge mit Hilfe von Links- und Rechtsge  winde und einer Mutter 32 verändert werden  kann, wodurch die mittlere Lage des Kegel  rades 25 und' somit des Schiebers 21 einge  stellt werden kann. Die Stange 31 wird  durch einen Hebel 33 angetrieben, auf dessen  anderem Ende eine Rolle 34     angebracht    ist,  die durch eine     Egzenterscheibe    35 bewegt  wird.

   Die Scheibe 35 sitzt auf der in     Bök-          ken    37 gelagerten Welle 36, die in geeig  neter Weise, zum Beispiel mittelst einer  Kette und eines Kettenrades 38 dauernd in  Umdrehung versetzt werden kann.  



  Der Hebel 33 trägt eine Büchse mit  Zapfen 39, die in einem verschiebbaren  Block 40 drehbar gelagert sind, der auf einer  mit Gewinde versehenen Stange 41 sitzt.  Letztere ist in Böcken 42 drehbar, die auf  dem als Stütze des V     orherdes    dienenden  Gestelle 44 befestigt sind. Die Stange 41  ist mit einem     Handrade    43 versehen. Durch  Drehen dieses Handrades wird der Block 40  längs der Stange 41 verschoben. Dadurch  werden die Zapfen 39 längs des Hebels 33  verschoben. Die Lage der Stange 41 ist so  gewählt, dass bei Verschiebung der Zapfen 39  und somit bei Änderung der Hebelüber  setzung die der geschlossenen Lage des  Schiebers 21 entsprechende Lage des Hebels  33 unverändert bleibt, so dass, ohne diese  Lage zu beeinflussen, der Hub der Drehbe  wegung des Schiebers 21 geregelt werden kann.

      Die Ablieferung des Postens geht fol  gendermassen vor sich: Ist der Kolben in  seiner höchsten (in     Fig.    1 gestrichelten) Lage,  so ist innerhalb des Zylinders 5 eine Glas  menge vorhanden, die bei dem Kolbennieder  gang durch die     Ausflussöffnung    in der Platte 4  gepresst wird, wenn der Schieber 21 ge  schlossen ist. Ist dies nicht der Fall, so  wird ein Teil des     abwärtsgepressten    Glases  durch die Öffnung 22 in den Ofen zurück  fliessen. Es ist somit einleuchtend, dass die  Glasmenge durch Regulieren der Bewegungen  des Kolbens und des Schiebers gegeneinander  geregelt werden kann. Bei dem Kolbenhoch  gang wird das vom Ofen herunterhängende  Glas durch die     Ausflussöffnung    zurückge  zogen, falls der Schieber 21 geschlossen ist.

    Ist dies nicht der Fall, so wird es von der       Durchlassgrösse    der Öffnung in der Zylinder  wand abhangen, in welchem Masse das Glas  durch     die-Ausflussöffnung    zurückgezogen wird,  und welcher Teil des Zylinderinhaltes durch  die Öffnung 22 zufliesst.  



  Es ist einleuchtend, dass durch die zwangs  läufige Bewegung des Glases innerhalb des  Zylinders und die Möglichkeit, die Glaszufuhr  ganz abzuschliessen, die Form und die Menge  der abzuliefernden Posten Glas sehr genau  geregelt werden können, wobei die Menge  ganz und die Form grossenteils von der Vis  kosität des Glases unabhängig ist. Die Glas  posten werden in der gewohnten Weise durch  ein Scherenpaar 19 abgeschnitten, das in  der Zeichnung nur schematisch dargestellt ist.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH:</B> Einrichtung zum periodischen Abliefern von Glasposteci aus einem Ofen, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslassöffnung des Ofens sich am untern Ende eines aufrechten Zylinders befindet, in den ein periodisch be wegter Kolben so hineinpasst, dass praktisch keine Glasströmung zwischen- Kolben und Zylinderwandung stattfindet, wobei in der Zylinderwandung mindestens eine Öffnung für die Glaszufuhr angebracht ist, deren Durchlass regelbar ist. UNTERANSPRÜUCHE: 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass während eines Teils jedes Kolbenhubes der Raum innerhalb des Zylinders ganz von der Glasmasse im Ofen abgeschlossen ist.
    \?. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchlass der Öffnung in der Zylinderwandung unab hängig von der Kolbenbewegung regel bar ist. 3. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet dass zur Regelung des genannten Durch lasses eine Absperrvorrichtung vorge sehen ist, der eine periodische Bewegung von derselben Periode wie die der Kol benbewegung erteilt wird. 4. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass um den Zylinder herum ein zylin drischer Schieber angebracht ist, der periodisch gedreht wird, und durch den der Durchlass der Öffnung in der Zylin derwandung geregelt wird.
    Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung in der Zylinderwandung auf der vom Ofen ab gekehrten Seite liegt. 6. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Höhen stellung des Kolbens unabhängig von seinem Hub einstellbar' ist. 7. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenhub ohne Änderung seiner tiefsten Lage verändert werden kann. B. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben durch Vermittlung eines Hebels angetrieben wird, dessen Dreh punkt derart verstellbar ist, dass bei Ver änderung der Hebelübersetzung die der tiefsten Kolbenlage entsprechende Hebel lage unverändert bleibt. 9.
    Einrichtung nach Patentanspruch und Unteransprüchen 2 und 3, dadurch ge kennzeichnet, dass die Absperrvorrichtung durch Vermittlung eines Hebels ange trieben wird, dessen Drehpunkt derart verstellbar ist, dass bei Veränderung der Hebelübersetzung in der Schlussstellung der Absperrvorrichtung entsprechende Hebel lage unverändert bleibt. 10. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Stoff für den Kolben und den Zylinder ein hitzebe ständiges Metall verwendet ist. 11. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als hitzebeständiges Metall Chrom eisen verwendet ist. 12.
    Einrichtung nach Patentanspruch und Unteransprüchen 2 und 3, dadurch ge kennzeichnet, dass als Stoff für das Ab schlussorgan der Absperrvorrichtung ein hitzebeständiges Metall benutzt ist. 13. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als hitzebeständiges Metall Chrom eisen benutzt ist.
CH114458D 1924-09-12 1925-05-07 Einrichtung zum periodischen Abliefern von Glasposten aus einem Ofen. CH114458A (de)

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