CH114645A - Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern. - Google Patents

Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern.

Info

Publication number
CH114645A
CH114645A CH114645DA CH114645A CH 114645 A CH114645 A CH 114645A CH 114645D A CH114645D A CH 114645DA CH 114645 A CH114645 A CH 114645A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
cavity
air
sep
channels
wall
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Ludwig Motzko
Original Assignee
Ludwig Motzko
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ludwig Motzko filed Critical Ludwig Motzko
Publication of CH114645A publication Critical patent/CH114645A/de

Links

Landscapes

  • Building Environments (AREA)

Description


  Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern.    Einrichtungen zur Trockenlegung feuch  ter Mauern, darin bestehend, dass neben der  Mauer oder in     derselben    Hohlräume ange  ordnet sind, welche mit der Aussenluft in  Verbindung stehen, sind bekannt. Bei sol  chen Anlagen wurden jedoch die mit den  Jahreszeiten stark wechselnden atmosphäri  schen Verhältnisse bisher nicht entsprechend  berücksichtigt, so dass eine klaglose und  ganzjährige Wirksamkeit fraglich und der  Erfolg oft nur von zufälligen Windstössen  abhängig ist.  



  Die vorliegende Erfindung bezweckt, die  Trockenlegungsanlage unter Ausnützung der  wechselnden Witterungsverhältnisse zu jeder     _          Jahreszeit    praktisch wirksam zu machen.  



  In der Zeichnung ist der Erfindungs  gegenstand in beispielsweisen Ausführungs  formen dargestellt.     Fig.    1     zeigt    einen Teil  des Grundrisses eines bestehenden Gebäudes  mit trockenzulegenden Mauern; die     Fig.    2,  3 und 4 sind     Querschnitte    nach den Linien  <I>A -B,</I>     C-D,        E-F;        Fig.    5 ist ein Längs  schnitt nach der Linie     G@H;    die     Fig.    6  und 7 zeigen     Einzelheiten        iri    grösserem Mass-         stabe;

          Fig.    8 zeigt analog     Fig.    5; eine Va  riante im Längsschnitt;     Fig.    9 zeigt im  Grundriss eine Anordnung für Neubauten;  die     Fig.    10 und 11 sind Querschnitte nach  den Linien     J-K        bezw.        L-M;        Fig.    12 ist  ein Längsschnitt nach der Linie     N=0    der       Fig.    9.  



  Der Hohlraum 1     (Fig.    1 bis 6) verläuft  im     gellergeschoss    an der Aussenseite der  feuchten . Mauer 3, ist gegen das Terrain  durch eine gemauerte Wand 2 begrenzt und  oben durch das Pflaster des Trottoirs abge  deckt, während der Hohlraum 1a     (Fig.    9, 10  und 11) bereits bei Ausführung des Neu  baues innerhalb der Mauer angeordnet wird.  Die gemauerte Sohle des Hohlraumes liegt  so tief, als es die     Grundwasserverhältnisse     verlangen und kann für ein unvorher  gesehenes Steigen des Grundwasserspiegels  ein Gefälle und die entsprechende Ableitung  erhalten.

   In der feuchten Mauer sind lot  rechte Luftkanäle 4     (Fig.        1,-    2, 3, 5, 9, 10,  11 und 12) angeordnet, die oberhalb des.  Hohlraumes bei 5a     bezw.        5u        (Fig.    2, 3, 5, 8,  97 10 und 12) mit der     Aussenluft    in Verbin-      dang stehen und im Hohlraum endigen. Ihre  untern     Mündungen    liegen abwechselnd im  obern     bezw.    untern Teil des Hohlraumes bei  6a     bezw.   <B>61)</B>     (Fig.    2, 3, 5, 8, 10, 11 und     12l.     



  Die in den Hohlraum einströmende  Aussenluft streicht entlang     bezw.    in der  Mauer, nimmt deren Feuchtigkeit auf und  wird nach     Fig.    1 durch einen die Mittel  mauer durchsetzenden Kanal in den über  Dach führenden Ventilationsschlauch 7 ge  führt oder nach den     Fig.    8, 10, 11 und 1.2  durch eine direkt vom Hohlraum ins Freie  oder in den Dachraum mündende Leitung 7'  bei 11 ins Freie abgeleitet. Diese Variante  wird angewendet,     -wenn    die Leitung bis über  Dach nicht gut durchführbar ist. Der Hohl  raum il     bezw.    1a) ist von hohlen Binder  steinen 9 aus porösem Material, wie Ton oder  dergleichen, durchquert.

   Diese Hohlsteine,  welche die Mauer gegen Erddruck     bezw.     Mauerdruck versteifen, beschleunigen die  Austrocknung, da. sie infolge ihrer Kapillari  tät die Feuchtigkeit der Mauer ansaugen und  an die vorbei-     bezw.    durchströmende Luft  abgeben. Mit     Bjücksicht    auf den gegen unten  zunehmenden Druck, sowie die in dieser Rich  tung     @    zunehmende Feuchtigkeit werden die  Hohlsteine nach unten zu dichter angeordnet.  Zur Regulierung des     Austrocknungsprozes-          ses    sind die Öffnungen 5a,<B>51)</B> mit Schiebern  8     (Fig.    7) versehen.

   Bei Hohlmauern mit  durchlaufenden Hohlräumen können diese  unmittelbar als Hohlraum im Sinne der Er  findung, also im Zusammenhang mit. den Lüf  tungskanälen, benützt werden.  



  Bei     bestehenden    Objekten kann neben,  bei Neubauten zweckmässig innerhalb der  trockenzulegenden Mauer, ein geschlossener  schmaler Hohlraum angelegt und mit der  Aussenluft einerseits durch in oder an der  Mauer vorgesehene Kanäle verbunden wer  den, deren äussere Mündungen über dem  Hohlraum, etwa im Sockel, und deren innere  Mündungen abwechselnd im obern und un  tern Teil des Hohlraumes angeordnet sind,  anderseits steht der Hohlraum mit der  Aussenluft durch     Abluftleitungen    in Verbin  dung, die zweckmässig in seinem obern Teil         beginnen    und höher als die äussern Mündun  gen der     genannten    Kanäle (wenn möglich  über Dach) endigen.  



  Je nach den atmosphärischen Verhältnis  sen ist die Luftströmung innerhalb dieses  Systems verschieden. Ist die     Aussentempera-          tur    niedriger als ,jene im Hohlraum, dann  fällt die kalte,     relativ    trockene und daher  schwerere     Aussenluft    durch die lotrechten  Kanäle 4 in den Hohlraum ja     bezw.        1h    ein,  streicht entlang den feuchten Mauern, wird  erwärmt und nimmt mit.

   zunehmender Er  wärmung infolge Vergrösserung ihres Vo  lumens immer mehr Wasserdunst auf, sie  wird sowohl durch Erwärmung, als auch  durch     Feuclitigl@eitsa.ufiiahnie    leichter und  entweicht deshalb durch die hohen Leitun  gen 7     bezw.    7' direkt ins Freie oder in den       Dachraum.       Im     Sommer    wird das spezifische Gewicht  der Luft. in der langen     Sangleitung    7     bezw.     7' infolge     Abkühlung    gegen unten zu immer  grösser als jenes der warmen Aussenluft.

   Des  halb strebt in ihr die Luft     nach    abwärts,  w     ährend    gleichzeitig     warme    Luft     nachströmt.     Die Zugverhältnisse sind genau so negative  wie bei. einem. Küchenherd, der, an einem  heissen Tage     an--eheizt,    den Rauch zurück  schlägt.

   Die in den Hohlraum einfallende,  durch Abkühlung     schwerer    werdende und im  Volumen     verringert(,    Luft     erfährt    durch       Feuchtiglzcitsa.itfn < ilinie        -wieder    eine Gewichts  verminderung und entweicht durch     dieselben     Kanäle 4, die der Luft in der kalten Jahres  zeit zum Eintritt dienen, ins Freie.  



  Die Strömung kann     aber    auch im Sommer  eine positive sein, also in derselben Richtung  wirken wie im Winter, zum Beispiel dann,  wenn die     Saugleitun#    zwischen warmen Na  minen angeordnet wird oder in einer     L'mf < ls-          sungsmauer    der direkten     Sonnenbestrahlun-          ,        ausge   <B>-</B>     setzt        ist        und        ipi        Dachboden        oder        über     Dach ausmündet.

       Cdeichzeiti-    wird hingegen  eine etwa. auf der     gegenüberliegenden    Schat  tenseite     eingebaute,        Saugleitung    im negativen  Sinne wirken.     Ini    übrigen     -wird    die     Strö-          mungsriclitun-    vom      Wind    zumeist in rünsti-      gor Weise beeinflusst.

   Die     Luftströmung     wird ständig nach der einen oder andern  Richtung wirken, da immer Gewichtsunter  schiede zwischen der Aussen- und Innenluft  bestehen und selbst beim Temperaturaus  gleich noch immer     Gewichtsunterschiede        zwi,     schon der trockenen Aussenluft und der feuch  ten Innenluft vorhanden sind.  



  Ihre volle Wirksamkeit zu allen Jahres  zeiten erhält die Einrichtung durch die ab  wechselnd verschieden hohe Anordnung der       Einmündungsöffnungen    6a     bezw.    6b im Hohl  raum in     Verbindung)    mit Regulierschiebern 8,  die an den äussern     Einströmöffnungen    5a       bezw.    5b angebracht sind. Ist die Aussentem  peratur niedriger als im Hohlraum,     so,    ist es  zweckmässig, die Luft nur durch die kurzen  Kanäle einfallen zu lassen, indem die bei 5b  angebrachten Schieber 8 der längeren Kanäle  geschlossen werden.

   Die kalte Luft wird beim  Herabfallen zur     :Sohle    des Hohlraumes be  reits erwärmt und streicht dann, ständig, wär  mer und feuchter werdend, aufwärts zur  hohen Saugleitung 7     bezw.    7' ins Freie. Ist  hingegen die Aussentemperatur eine höhere,  so ist es zweckmässig, die von der hohen Lei  tung 7     bezw.    7' in den Hohlraum einfallende  warme und leichte Luft zu     zwingen,    durch  die längeren Kanäle in den untern Teil des       Hohlrammes    zu gelangen, indem die bei 5a  angebrachten Schieber 8 der kürzeren Kanäle  geschlossen werden, sonst würde sie nur im       obern,    gewöhnlich weniger feuchten Teil des  Hohlraumes streichen und durch einen kür  zeren Kanal entweichen.

   Bleiben dennoch  alle Schieber offen, dann     wird    die Luft bei  negativen Zugverhältnissen im Sommer aus  den kürzeren Kanälen zwar mit etwas grö  sserer Geschwindigkeit entweichen,     dafür    aber  nicht jene volle     Wasserdunstsättigung    auf  weisen wie die aus den längeren Kanälen  entweichende Luft.  



  Die Regulierschieber 8 dienen besonders  zur gleichmässigen Austrocknung der Mauern.  So     wird    man in der Nähe besonders feuchter  Stellen die Schieber offen halten, die andern  unter Umständen schliessen. Bei andauernd    sehr feuchter Aussenluft kann die ganze An  lage durch Schliessen aller Schieber ausser  Tätigkeit gesetzt werden.     Bei-starken,    etwa  über 1,20 m     breiten    Mauern können die Hohl  räume beiderseits angeordnet und     unterein-          aöder    verbunden werden. Bei innern Mauern  kann die Trockenlegung in derselben Weise  durchgeführt werden wie bei Aussenmauern;  wobei der Hohlraum mit jenem der Aussen  mauer verbünden wird.

   In den Innenmauern  wird die     Luftströmung    wegen der     grösseren     über Dach reichenden Zughöhe eine beson  ders günstige sein und auch einen Teil der  Hohlraumluft der Aussenmauer in ihren Wir  kungsbereich einbeziehen. Wird für einen  direkten     Zutritt    trockener Aussenluft durch       Fenster    und dergleichen vorgesorgt, dann  wird die     Saugleitung    auch eine Entlüftung  der dumpfen Kellerluft bewirken.  



  Die Erfindung lässt, ohne den Grund  gedanken zu verlassen, verschiedene Aus  gestaltungen zu. So- können, wie     Fig.    9 zeigt,  die Öffnungen 5a, 5b auch in Kellerräumen  liegen, wenn Mittelmauern trockengelegt  werden sollen. In einer solchen Mauer ist  nach     Fig.    9 eine Tür angeordnet; die durch  dieselbe getrennten Teile des Hohlraumes  sind durch aber- und unterhalb des Tür  stockes verlegte Rohre 12     (Fig.    9, 12) mit  einander     verbunden.    Der Anschluss der Mit  telmauer an den Hohlraum der Aussenmauer  erfolgt durch Rohre 12'.

   Bei ungünstigen       Grundwasserverhältnissen    kann die Einrich  tung mit einer     automatisch        wirkenden    Pum  penanlage kombiniert werden, um das frei  auftretende Wasser von der Sohle des Hohl  raumes abzuleiten.  



  Die Geschwindigkeit     der.    durch die Sang  leitung strömenden Luft kann nach der For  mel von     Wolpert     
EMI0003.0038     
    berechnet werden. Dabei bedeutet     v    die Ge  schwindigkeit in     in    Sek., g die Beschleuni  gung - 9,81,     7z    die Höhe des saugenden  Schlauches in Metern,     s"    das     spezifischeGewicht         der Aussenluft und     s;

      das spezifische Gewicht       d(-r    Innenluft in     kg'm3.    Bei negativen     Zug-          erbältnis,#en    im Sommer wird sich der Wert       (>,,    --     s;)    in     (s1    - :     a)    verkehren und im Nen  ner an Stelle von     s1    der Wert     sa    treten.  



       Lm    eine möglichst geringe Reibung und       möglichst    geringe Widerstände zu erzielen,  werden die Innenwände aller Luftkanäle       rnöglichst    glatt hergestellt und alle abgerun-         deten    Knie und Richtungsänderungen auf  ein Minimum beschränkt.  



  Die     naehaehende    Tabelle zeigt einige,  nach Formeln für Gasgemische     berechnete     spezifische Gewichtsverhältnisse der absolut  trockenen und der mit Wasserdampf     gesät-          tibten    Luft bei verschiedenen Temperaturen  und     Barometerständen    in Gramm per     Kubik-          meter:

       
EMI0004.0023     
  
    Llntdmrmk
<tb>  -10 C <SEP> -f^ <SEP> 0  <SEP> -+-10 C
<tb>  +20 C <SEP> -1-30 C
<tb>  730 <SEP> <U>gesättigt <SEP> 1288 <SEP> 1240 <SEP> 1193</U> <SEP> _ <SEP> <U>11</U>.17 <SEP> <U>1101</U>
<tb>  trocken <SEP> 129<B>1</B> <SEP> 1243 <SEP> 12011 <SEP> 1.158 <SEP> 1120
<tb>  <U>i</U>
<tb>  I
<tb>  740 <SEP> <U>gesättigt</U> <SEP> I <SEP> <U>1305</U> <SEP> I <SEP> <U>1257 <SEP> 1209</U> <SEP> I <SEP> <U>1162 <SEP> 1116</U>
<tb>  trocken <SEP> 1308 <SEP> 1260 <SEP> l216 <SEP> 1173 <SEP> 1135
<tb>  751 <SEP> <U>gesättigt <SEP> 1322 <SEP> 1273</U> <SEP> _ <SEP> <U>1226 <SEP> 1179 <SEP> 1131</U>
<tb>  trocken <SEP> 1325 <SEP> 1276 <SEP> 1232 <SEP> 1189 <SEP> 1149
<tb>  760 <SEP> <U>gesättigt <SEP> 1340 <SEP> 1290 <SEP> 1242 <SEP> 1194 <SEP> 1147</U>
<tb>  trocken <SEP> 1342 <SEP> 12P3 <SEP> 1248 <SEP> i <SEP> 1205 <SEP> 1165       Die 

  Strömungsgeschwindigkeit der Luft  wird innerhalb dieses Systems um so grösser,  je grösser der Temperatur-     bezw.    Gewichts  unterschied zwischen der ein- und ausströ  menden Luft, sowie der Höhenunterschied  zwischen den Zu- und     Abluftöffnungen    ist  oder zusammengefasst, je grösser der Ge  wichtsunterschied     zwischen    der kalten und  warmen Luftsäule wird.  



  Da nun die warme Luftsäule durch  Feuchtigkeitsaufnahme eine Gewichtsvermin  derung erfährt, ergeben sich bei dieser Art  der     Ventilierung    infolge grösserer Gewichts  unterschiede zwischen den beiden     Luft"äulen     auch etwas grössere Strömungsgeschwindig  keiten als bei gewöhnlichen Ventilations  anlagen, und zwar dann, wenn die Luft in  nerhalb der Anlage nach aufwärts streicht,  also bei positiven Zugverhältnissen, wie sie  in der kalten Jahreszeit und in den     kühlen          Sommernächten    vorherrschen,    Hingegen erfährt:

   die     Zuggeschwindig-          Iceit    an warmen Tagen bei negativen Zug  verhältnissen infolge durch     Feuchtigkeit,-          en    verringerter Gewichtsunterschiede  zwischen der kalten und warmen Luftsäule  eine Abnahme, die mit zunehmender Aussen  temperatur grösser wird.  



  Auf Grund von praktischen Messungen,  die an einem Versuchsobjekt zwei Jahre hin  durch bei verschiedenen Jahreszeiten und       Witterungsverhältnissen    vorgenommen wur  den, konnten die nachstehenden     Ergebnisse     gesammelt werden:  Der     Feuchtiglcei.tsgrad    der einströmenden  Luft schwankt zwischen 30 und 100     '/o;    er  ist in der kalten Jahreszeit grösser, in der  warmen kleiner.

   Bei der ausströmenden Luft       wurde        v#,ährend    der eigentlichen Austrock  nung zu allen Jahreszeiten fast immer ein       Feuchtigkeitsgehalt    von<B>100</B>      io    oder nahezu      100 % gemessen.     PS    wurde auch die Wahr  nehmung gemacht, dass selbst bei Nebel, Re  gen und Schneefall oder zum Beispiel- bei  plötzlicher Abkühlung durch Hagel -im Som  mer und bei fast 100 % Feuchtigkeitsgehalt  der Aussenluft noch immer eine Austrock  nung     stattfindet,    da die einfallende Luft in  folge Erwärmung noch etwas gasförmiges  Wasser aufnehmen kann.

   Deshalb ist das  Schliessen der Regulierschieber in der kalten  und feuchten Jahreszeit in der Regel nicht  erforderlich und empfiehlt sich erst bei an  dauernd sehr feuchter Witterung, besonders  dann, wenn die Luft übersättigt ist und auch  flüssiges Wasser mitführt.  



  In der kälteren Jahreszeit kann die ein  fallende Luft auf den Kubikmeter 3 bis 6     gr     Wasser und mehr entführen. Dies entspricht  bei einer einzigen Saugleitung vom     Quer-          schnitt    15 X 15 cm und     Strömungsgeschwiu-          digkeiten    von 1 bis 3 m in der Sekunde einer  täglich durchstreichenden Luftmenge von  etwa 2000 bis 6000     in'    und einer täglich ab  beförderten Wassermenge von 6 bis 36 kg.  



  Im Sommer     hingegen    erfährt die einfal  lende Luft allerdings eine grössere Abküh  lung. Der Temperaturunterschied zwischen  aussen und innen wird aber     immer    kleiner  und beträgt schon     nach    etwa einer Woche,  insbesondere bei relativ trockener Aussenluft,  nur wenige Grade, so dass der Taupunkt in  der Regel nicht überschritten wird und sich  daher auch kein Kondenswasser     absetzen     kann. Denn die Aussenluft von beispielsweise  <B>30'</B> C und 60 % Feuchtigkeitsgehalt müsste  eine Abkühlung unter 20' und bei nur 50  Feuchtigkeitsgehalt sogar eine unter 17   C  erhalten, um Kondenswasser absetzen zu kön  nen. Derart gewaltige Abkühlungen treten  aber in der Regel gar nicht ein.

   Die grösste  Abkühlung, die bei dieser Aussentemperatur  beobachtet wurde, betrug 8   C. Da aber- in  diesem Falle bei etwa über 80 % hoher Sät  tigung der Luft eine     Kondensatbildung    be  ginnt, so ist es bei andauernder     ,Schwüle    im  Sommer notwendig, sämtliche Schieber zu  schliessen. Strömt hingegen bei denselben  Temperaturverhältnissen eine nur zu 50    feuchte, also sehr trockene Luft ein, dann  werden mit 1     m3    ausströmender Luft 7     gr     Wasser entweichen, und damit erfolgt eine  Austrocknung wie in der günstigsten kalten  Jahreszeit.

   Durchschnittlich kann im Som  mer mit     einer    Strömungsgeschwindigkeit von  0,5 bis 2 m in der     Sekunde    und mit einer  Trocknung von immerhin 1 bis 3     gr    Wasser  dunst per     Kubikmeter    Luft gerechnet wer  den, weshalb die Austrocknung mehr als dop  pelt so langsam wie zur kalten Jahreszeit vor  sich geht.    Nach beendeter eigentlicher Austrock  nung der Mauern entweichen im Winter je  nach der Menge des von den     Mauern    ständig  aufgesaugten     Grundwassers    bei oft nur um  wenige Prozente 'feuchter gewordener oder  mit unverändertem Feuchtigkeitsgrade aus  strömender wärmerer Luft ständig 1/2 bis 2     gr     Wasserdunst per Kubikmeter Luft.

   Dieser  beständige     Trocknungsvorgang    ist in -der  warmen Jahreszeit annähernd der gleiche.  Bei einer auszuführenden Anlage wird man  nach     praktischen    Erfahrungen     und,Schätzun-          gen    der in den Mauern befindlichen Wasser-.

    mengen und des nachsickernden Grundwas  sers die     Entfernung    der anzuordnenden     Zu-          und        Abluftkanäle    voneinander bestimmen  und die Dauer der Austrocknung aus dem       Abluftduerschnitt,    der     gemessenen    oder be  rechneten Strömungsgeschwindigkeit, sowie  aus der Differenz der gemessenen     Feuchtig-          keitsgehalte    der ein-     un'ausströmenden    Luft  annähernd ermitteln können.

      Dieses System     macht    die bei Neubauten  üblichen horizontalen und vertikalen Isolie  rungen vollkommen überflüssig und wirkt  sicherer als die durch chemische Zersetzung  brüchig und wasserdurchlässig werdenden  Isoliermittel. Es ermöglicht die Austrock  nung feuchter Mauern bei bestehenden und  neuen Bauten bis zu den Fundamenten und  lässt schädliche     Konstruktionen,    welche die  Festigkeit der Mauern stören könnten, ver  meiden. Es wirkt     ferner    gemäss rein physi  kalischen Grundsätzen und unter Ausnüt  zung strömender Luft,     lässt    sich den wech-           selnden    Witterungsverhältnissen zu jeder  Jahreszeit anpassen und ermöglicht binnen  kurzem eine vollständige und dauernde Aus  trocknung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Einriehtune zur Trockenle,-uno., feuchter auern, bei der ein auf wenigstens einer <B>'N- i</B> Seite von der Mauer begrenzter, mit der Aussenluft in Verbindung stehender Hohl raum angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der durchlaufende Hohlraum mit der Aussenluft einerseits durch aufwärtsführende Mauerkanäle, deren äussere Mündungen über dem Hohlraum und deren innere Mündungen abwechselnd im obern und untern Teil des Hohlraumes angeordnet sind,
    anderseits durch eine höher als die Kanäle führende Ventila tionsleitung in Verbindung steht. UNTERANSPRüCHE: 1. Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass für je eine Anzahl der genannten Kanäle eine unmittelbar vom Hohlraum ins Freie mündende Leitung vorgesehen ist, die im obern Teil des Hohl raumes beginnt und höher als die äussern Mündungen der Kanäle endigt. ?. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die einen Öff nungen der Kanäle mit Schiebern ver sehen sind, die einen teilweisen oder gänz lichen Verschluss und damit eine Regulie rung der ganzen Anlage ermöglichen.
    Einrichtung nach Patentanspruch, iia- durch gekennzeichnet, dass der Hohlrahm von hohlen Binderst.einen aus porösem Ma terial durchquert ist, die die Feuchtigkeit ansaugen und an die vorbei- und durch streichende Luft abgeben. Einrichtung nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass die Kinder steine zur Berücksichtigung der unten zu nehmenden Feuchtigkeit und des zuneh menden Erddruckes, nach unten zu dich ter angeordnet sind.
CH114645D 1924-07-05 1925-07-04 Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern. CH114645A (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT99998T 1924-07-05
AT102600T 1925-02-11

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH114645A true CH114645A (de) 1926-04-16

Family

ID=27758269

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH114645D CH114645A (de) 1924-07-05 1925-07-04 Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern.

Country Status (2)

Country Link
AT (1) AT102600B (de)
CH (1) CH114645A (de)

Also Published As

Publication number Publication date
AT102600B (de) 1926-02-25

Similar Documents

Publication Publication Date Title
KR100240185B1 (ko) 냉각벽체
DE3429917C2 (de) Erdkeller für die Lagerung von Feldfrüchten
DE2937071C2 (de)
CH114645A (de) Einrichtung zur Trockenlegung feuchter Mauern.
DE3414973A1 (de) Belueftungssystem fuer ein haus
DE663920C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Wassergewinnung aus der atmosphaerischen Luft
DE948550C (de) Luftbrunnen zur Frischluftentnahme fuer Raumbelueftung
DE926033C (de) Vorrichtung zum Entfeuchten von waermeisolierten Gebaeuden
DE202006020619U1 (de) Niedrigenergiegebäude
DE404197C (de) Sicherheitslagerraum fuer Sprengstoffe
DE102021100308B4 (de) Bewässerungssystem und Fassadenbegrünungssystem
DD233604A1 (de) Vorrichtung von daechern und unterdecken insbes. zur klimatisierung nebst wasserfuehrung
DE1907991C3 (de)
DE102015008337A1 (de) Kondensationsvorrichtng zur Entfeuchtung der Raumluft und Reduzierung der Schimmelbildung in Aufenthaltsräumen und sonstigen Räumen.
AT326874B (de) Einrichtung zur zwangsluftung von gebauderaumen
DE809482C (de) Entfeuchtungsvorrichtung, insbesondere fuer Waende, Mauern o. dgl.
DE1684634C3 (de) Allwetter-Hallenbad
DE202023002105U1 (de) Fassadenmodul zur Regen-, Grau- und Frischwasserrückhaltung für eine verbesserte thermische Behaglichkeit im Innen- und Außenraum durch Verdunstungskühlung sowie eine erhöhte Wärmekapazität der Gebäudehülle
DE202013001318U1 (de) Fassadendämmplatten mit Diffusionskanälen
DE3500294A1 (de) Bauteil zur luftaufbereitung
PL19123B1 (pl) Budynek do przechowywania jarzyn.
DE3806157A1 (de) Waermetauschendes lueftungswandsystem
AT144003B (de) Absorptionskreisprozeß für Dämpfe und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
DE3334626A1 (de) Anordnung unterschiedlich genutzter luftfelder, vorzugsweise an der raumseite von leichten fertighaus-aussenwaenden zur energiesparenden und kostensenkenden einbringung von frischluft, warmluft und kaltluft -und ausbringung von abluft zur waermerueckgewinnung
DE1841587U (de) Lueftungsklappe.