CH115158A - Verfahren zum Schmelzen nicht eisenhaltiger Metalle. - Google Patents

Verfahren zum Schmelzen nicht eisenhaltiger Metalle.

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Description


  Verfahren zum Schmelzen nicht eisenhaltiger Metalle.    Das Schmelzen nicht eisenhaltiger Me  talle und ihrer Legierungen wurde bisher  auf verschiedenen Wegen     ausgeführt,    und  zwar entweder, um sie zu reinigen oder um  ihre charakteristischen Merkmale zu ändern,  oder um sie mit andern Substanzen zu be  handeln, oder um sie in Formen von Guss  blöcken giessen zu können.  



  Eines der bekannten Verfahren zum  Schmelzen solcher Metalle oder ihrer Le  gierungen besteht darin, dass sie in Tiegel  öfen eingeführt werden, welche von aussen  mittelst Gas, Öl, Kohle, Koks oder derglei  chen geheizt werden. Dieses Verfahren hat  aber seine Nachteile, zum Beispiel muss die  von dem Brennstoff erzeugte Wärme durch  die Wände des Tiegels auf das darin be  findliche Material übertragen werden, wo  durch der thermische Wirkungsgrad ver  ringert wird, so dass die     Brennstoffkosten     hoch sind. Da ausserdem jeder Tiegel not  wendigerweise verhältnismässig klein ist, wird  bei grossen     Gussstücken    eine grosse Anzahl  erforderlich.  



  Werden zum Schmelzen Flammöfen ver  wendet, so sind die Brennstoffkosten höher,    als sie sein     würden,    wenn das zu schmel  zende Material in unmittelbarer Berührung  mit dem glühenden Brennstoff wäre. Ausser  dem ist. es schwer, den Arbeitsvorgang zu  beeinflussen, welcher erfahrene Arbeiter und  sorgfältige Handhabung erfordert, und auch  bei Flammöfen ist ferner die Kapazität be  grenzt.  



  Auch werden für diese Schmelzzwecke zu  weilen elektrische Ofen benutzt; aber ihre  Anlage, ihr Betrieb und ihre Instandhaltung  sind mit grossen Kosten     verbunden.     



  Es ist schon lange bekannt, dass Kuppel  öfen zum Schmelzen von Eisen am billig  sten sind, und zwar wegen der unmittelbaren  Berührung     zwischen    Metall und Brennstoff,  weil die Wärmeabsorption in diesem Fall  ein Maximum ist. Ausserdem können solche  Anlagen in verschiedenen Grössen gebaut  und betrieben     werden;    sie sind bequem un  ter Aufsicht zu halten, und derselbe Ofen  kann zu verschiedenen Zeiten mit verschie  den grossen Gichten beschickt werden.       Kuppelöfen    werden allgemein zum Schmel  zen von Eisen verwendet, aber ihre Ver  wendung zum     Schmelzen    nicht eisenhaltiger      Metalle hat sich aus verschicdenen Gründen  als nicht befriedigend erwiesen, zum Beispiel  absorbieren solche Metalle Schwefel aus dem  Brennstoff.

   Der in     derartigen    Wen bei der  Behandlung von Lisen verwendete starke  Gebläsewind verursacht die Bildung von Me  talloxyden, die sich mit dem Schwefel aus  dem Brennstoff umsetzen und Grase bilden,  welche in den Gussstücken Windblasen her  vorbringen. Bei den Versuchen, nicht eisen  haltige Metalle zu schmelzen, kann die Ge  genwart von Schlacke, die sich bei den ge  wöhnlichen Brennstoffen bildet, nachteilig  sein. Einige der nicht eisenhaltigen Metalle,  zum Beispiel die zinkhaltigen Metalle, er  leiden grosse Verluste infolge von Verflüch  tigung in den gewöhnlichen Kuppelöfen.  



  Durch das Verfahren gemäss vorliegen  der Erfindung kann man die oben erwähn  ten Schwierigkeiten und Nachteile dadurch  überwinden, dass die nicht eisenhaltigen Me  talle in Berührung, das heisst ohne Zwischen  schaltung einer Schicht aus feuerfestem     Ma-          icrial,    mit mindestens einer Schicht von Koks,  weleher nahezu frei von Schwefel und Asche  ist, geschmolzen werden. Es ist ausserdem  von Vorteil, wenn der Brennstoff genügend  mechanische Festigkeit gegen Druck besitzt,  so dass er eine Gicht tragen kann, und wenn  er, abgesehen von Schwefel und Asche, keine  sonstigen     schädlichen    Bestandteile, wie zum  Beispiel Phosphor, enthält und wenn er fer  ner einen ausreichenden Heizwert besitzt,  damit bei der Verbrennung die erforderliche  Wärmemenge entwickelt wird.

   Beispielsweise  kann als ein solcher Brennstoff ein     hops     genommen werden, der aus dem     Verkoken     von Kohlenpech in einem Bienenkorbofen  gewonnen wird. Ein solcher Koks ist mecha  nisch sehr widerstandsfähig, enthält etwa  98 % bis 99 % freien Kohlenstoff, ist fast  frei von Schwefel und Asche, enthält keinen       Phosphor    und besitzt einen hohen Heizwert,  etwa 14,500 B. T. U. (britische Wärmeeinhei  ten) pro Pfund.  



  Beispielsweise wird das zu behandelnde  Metall in einem Kuppelofen auf eine Schicht  Koks gelegt, oder Schichten von Metall und    Koks können abwechseln. Dies Verbrennung  wird durch die Einführung von Luft durch  Windformen nahe am Boden des Ofens auf  recht erhalten.     Durch        Regulierung    der Luft  zufuhr kann eine     hinreichende    Verbrennung  aufrecht erhalten werden, so dass die Metalle  schmelzen und     gleichzeitig    in der Nähe der  Metalle eine reduzierende Atmosphäre auf  recht erhalten wird, wodurch eine Oxydation  verhindert wird. Durch gehörige Regelung  der Luftmenge können etwa entstandene  metallische Oxyde wieder zu Metall redu  ziert werden.

   Infolge des hohen Heizwertes  des benutzten Brennstoffes wird der Ofen  trotz der beschränkten Luftzufuhr nicht  einfrieren. Sobald das Metall geschmolzen  ist, kann es aus dem Ofen in der üblichen  Weise mit einem Giesslöffel entfernt, in For  men ausgegossen, zu     Blöcken    gegossen oder  i auf andere Weise verwendet werden, unter  Benutzung besonderer Behälter, Ausgiessvor  richtungen oder Grussmaschinen.  



  Das vorliegende Verfahren kann zum  Schmelzen einer sehr grossen Zahl nicht  eisenhaltiger Metalle und Legierungen, zum  Beispiel Kupfer, Nickel, Aluminium, Zinn,  Antimon, Blei und Zink, Verwendung finden.  



  Im Nachstehenden wird das Verfahren  beispielsweise in seiner Verwendung zum  Schmelzen von Kupfer und Bronze in einem  Kuppelofen beschrieben; doch ist es selbst  verständlich nicht auf das Schmelzen dieser  Metalle oder auf die besondere Ofenart be  schränkt.  



  Bei der Ausführung des Verfahrens kann  ein Kuppelofen benutzt werden, wie er in  der beiliegenden Zeichnung schematisch und  beispielsweise     veranschaulicht    ist und in  welcher Abb. 1 einen Aufriss des Ofens und       Abb.    \? einen Grundriss des Ofens mit     Schnitt     nach der Linie     a-a    von     I'ig.    1 zeigt.  



  Der mit 1     bezeiehnetc        Kuppelofen        slplit     auf einem Untergestell ?. auf welchem er  durch hohle Ansätze 3 gestützt ist. Diese       hohlen        Ansätze    dienen als Windformen. Von  einem     Gebläse    5 führt ein     Gebläserolir    1       init.telst    der Zweigrohre<B>C</B> zu den     Wind-          formen        .3.    In     (lern    Rohr 4 befindet sich ein      Ventil 7 zur Regelung des Gebläses, sowie  ein Manometer 8 zum Messen des Druckes.

    Jedes Zweigrohr 6 besitzt einen Stutzen 9  mit einem abnehmbaren Abschlusspfropfen  10, so dass durch die Windformen ein natür  licher Zug hindurchgehen kann, wenn die  Abschlusspfropfen 10 herausgenommen wer  den, nachdem das Gebläse abgestellt worden  ist.    Der Boden 11 des Kuppelofens ist mit  feuerbeständigem Material, zum Beispiel Zie  geln, ausgefüttert, während der Kuppelofen  selbst mit einem für nicht eisenhaltige Me  talle geeigneten feuerbeständigem Material  12 ausgefüttert ist. Auf dem obern Rande  des Ofens ruht eine konische Haube 13 mit  zylindrischem Stutzen 15, der lose in ein  Abzugsrohr 14 eingreift, so dass die Haube  13 gehoben werden kann, wenn der Kuppel  ofen Ausbesserungen bedarf. Die Haube 13  ist mit einer Tür 16 versehen, durch welche  der Ofen beschickt wird. Das Anheben der  Haube 13 wird durch Gegengewichte 17 er  leichtert.

   Nahe am Boden des Ofens ist ein  Stichloch 18 mit Ablauf 19 vorgesehen, und  etwas höher ist ein Schlackenloch 20 mit  Abzugsrinne 21 angeordnet. R  Das Verfahren wird beispielsweise in  folgender Weise ausgeführt:  Eine dünne Lage     voll        Koks,    wie     oben     beschrieben, wird auf den Boden des Ofens  gelegt und angezündet und darauf wird der  Ofen allmählich weiter mit Koks angefüllt  bis zur Höhe vor, etwa einem oder zwei Fuss  oberhalb der Windformen 3. Zum Anzünden  des Koks wird vorzugsweise eine Gebläse  lampe verwendet. Das Stichloch 18 und die  Stutzen 9 werden offen gelassen, bis der  Ofen zum Beschicken mit Metall fertig ist.

    Nachdem der Boden des Ofens und das  Stichloch heiss und der Koks glühend ge  worden ist, wird das Metall auf den Koks  gebracht, und zwar kann der Ofen abwech  selnd mit Schichten von Koks und von Me  tall beschickt werden. Die Stutzen 9 werden  mittelst der Abschlusspfropfen 10 geschlos  sen und das Stichloch 18 verstopft, zum Bei-    spiel mit einem aus Putzbaumwolle herge  stellten harten Ball und feuchtem Formsand.  Vorzugsweise wird dazu fettige Putzbaum  wolle benutzt.  



  Jetzt wird das Gebläse 5 angestellt und  durch die Windformen 3 Luft eingeblasen,  Man braucht einen kleineren Druck und eine  kleinere Luftmenge, als sonst bei solchen  Öfen üblich ist,     wenn    sie zum Schmelzen  von Eisen verwendet werden. Es erfordert  ungefähr drei Minuten Gebläsebetrieb, um  Bronze zu schmelzen, und vier bis fünf Mi  nuten, um Kupfer zu schmelzen. In man  chen Fällen kann das Metall auch mit durch  den Abzug 14 erzeugtem natürlichem Zug  geschmolzen werden, in welchem Falle die  oben     erwähnten        Propfen    10 herausgenommen  werden. Nachdem das Metall geschmolzen  ist, wird das     Stichloch    18 geöffnet und das  geschmolzene Metall herausgelassen.

   Das  Verfahren kann ununterbrochen durchgeführt  werden, indem immer neue     Schichten    Koks  und Metall durch die Türe 16 in den     Oten     beschickt werden, während das geschmolzene  Metall durch das Stichloch 18 -abgelassen  wird. Die Schlacke kann durch das     SchIaeken-          loch    20 herausgenommen werden, wenn das  Metall mit einem Zuschlag     (Flussmittel)    be  handelt wird.  



  Bei Verwendung von Koks, wie oben be  schrieben, bedarf das. aus dem Stichloch 18  abgelassene Metall keiner veredelnden Be  handlung mehr.  



  Der Brennstoffverbrauch ist geringer als  in     Schmelztiegelöfen    oder bei     Flammöfen;     das Schmelzen kann in viel kürzerer Zeit  bewirkt werden. Der zur Verwendung kom  mende Koks kann in stets gleicher Qualität  erhalten werden. Die Form und Grösse der  Stücke des zu schmelzenden     Metalles    kön  nen beliebig sein, und da der     Gebläse-wind     geringen Druck hat, kann Metall in fein  verteiltem Zustande, zum Beispiel in der Ge  stalt von Fellspänen, verwendet werden. Da  der Koks fast gar keinen Aschengehalt hat,  so ist die Schlackenmenge sehr gering.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Schmelzen nicht eisen haltiger Metalle, dadurch gekennzeichnet, dass die Metalle in Berührung mit minde stens einer Schicht Koks, welcher nahezu frei von Schwefel und Asche ist, geschmolzen werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, bei wel chem ein Koks verwendet wird, welcher eine hohe mechanische Festigkeit geben Druck besitzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Koks verwendet wird, welcher wenigstens 98 % freien Koh lenstoff enthält. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Koks verwendet wird, welcher einen Heizwert von etwa 14,500 britischen Wärmeeinheiten pro Pfund hat. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftzufuhr be schränkt wird, um eine Oxydation der ge schmolzenen Metalle zu verhindern. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der zugeführte Wind so geringen Druck hat, dass als Schmelz gut Metall in feinverteiltem Zustand ver wendet werden kann.
CH115158D 1923-12-07 1924-12-04 Verfahren zum Schmelzen nicht eisenhaltiger Metalle. CH115158A (de)

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