CH116578A - Verfahren zur Herstellung von Kunstleder, Wachstuchen oder dergleichen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstleder, Wachstuchen oder dergleichen.

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CH116578A
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Wolff Dr Gerd
Czapek Dr Emil
Rich Weingand
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Wolff Dr Gerd
Czapek Dr Emil
Rich Weingand
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  Verfahren zur Herstellung von Kunstleder,     Wachstuchen    oder dergleichen.    Man hat bereits vorgeschlagen, Zellulose  lösungen zur Herstellung von Kunstleder,       Wachstuchen    oder dergleichen zu verwenden.  Die bisherigen Verfahren arbeiten entweder  unter Anwendung von Druck oder von Va  kuum, um die     Zelluloselösung    mit einer  Stoffbahn zu verbinden. Anderseits hat  man auch schon versucht, Kunstleder da  durch zu erhalten, dass man in eine Zellulose  schicht, die aus einem Giesser auf eine sich  drehende Trommel     auffliesst,    Gewebefasern  beidseitig durch Luftdruck einbläst und  durch Verfestigung der Schicht miteinander  verbindet.

   Alle diese Verfahren sind ziem  lich umständlich und benötigen einen grossen  Energieaufwand und eine komplizierte  Apparatur.  



  Es wurde nun gefunden, dass es gelingt,  ein als Kunstleder, Wachstuch und derglei  chen verwendbares Produkt aus     Zelluloselö-          sungen    zu erhalten, wenn man eine     Zellu-          loselösung,    die durch ein     Fällmittel,    zum  Beispiel Säure oder Salzlösungen oder ein       Gemisch    beider ausgefällt werden kann, zum    Beispiel Viskose,

   auf eine als Unterlage die  nende Gewebebahn vorzugsweise     mittelst     eines Giessers ein- oder     beidseitig    in einer der  Dicke des     gewünschten    Endproduktes ent  sprechenden Schichtstärke aufbringt und die  mit der     Zelluloselösung    beladene Gewebe  bahn dann durch ein     Fällbad    führt.

   Nach  der Fällung kann das erhaltene Produkt in  üblicher Weise weiter behandelt werden.     Im     Gegensatz zu den bekannten     Appreturver-          fahren,    bei denen ein Gewebe mit dem       Appr        eturmittel    behandelt wird,

   dient gemäss  der Erfindung die     Gewebebahn    nur als Auf  lagefläche für die     Zelluloseschicht.    Der       Durchgang    der Gewebebahn durch die     Fäll-          flüs@sigkeit    muss natürlich unter Verwendung  eines oder mehrerer     Fällbäder    auf einer sol  chen Weglänge und während einer solchen  Zeitdauer ausgeführt werden, dass -die ganze       Viskoseschicht        durchgefällt    wird.  



  Um eine Verankerung der aufgetragenen       Schicht        aus        Zelluloselösung        an        der     zu erleichtern, empfiehlt es sich, der  Viskose zwischen Giesser und     Fällbad    ge-      rügende Zeit zu lassen, um in die Gewebe  bahn gut eindringen zu können, indem  zum Beispiel die Gewebebahn vor dem Ein  tritt in das Füllbad eine gewisse Strecke       wagrecht    oder     geneigt    mit geeigneter     Ge-          schwindigkei@    geführt wird.

   Ferner ist es  vorteilhaft, die Viskosität der     Zelluloselö-          sung    in Abhängigkeit von der Dicke der auf  zutragenden Schicht derart zu wählen, dass  bei grösserer Schichtdicke eine Lösung von  höherer Viskosität als bei geringerer Schicht  dicke Verwendung findet.  



  Will man ein Gewebe beidseitig mit einer       Zelluloseschicht    überziehen, um ein Produkt  zu erhalten, das auf der Ober- und der Un  terseite ein     lederartiges    Aussehen hat, so  kann man in der Weise verfahren, dass man  zunächst auf eine Giessunterlage,     züm    Bei  spiel eine umlaufende Trommel, die     Zellulose-          lösung    in der gewünschten Schichtdicke auf  fliessen lässt, dann das Gewebe mit der einen  Seite auf dieser Schicht zum Aufliegen  bringt,

   sowie gleichzeitig auf der andern  Seite mit     Zelluloselösung    in der erforder  lichen Schichtstärke belädt und hierauf die  Gewebebahn mitsamt diesen beiden Schich  ten durch     das.    Füllbad leitet. Man erhält auf  diese Weise in einem einzigen Verfahrens  gang mit einfachen Mitteln ein zweiseitig  verwendbares Kunstleder oder Wachstuch.  



  Um .eine rasche und beidseitige Fällung  der Doppelschicht zu     bewirken,    kann man  die Giessunterlage, zum Beispiel die Trom  mel vor dem Aufbringen der     Zelluloselösung     mit Füllmittel benetzen. Dieses     Fä.llmittel     wirkt koagulierend auf die der Trommel  oder sonstigen Giessunterlage benachbarte       Zelluloseschicht    ein und infolgedessen voll  zieht sich, wenn die andere Zellulose  schicht beim     Eintritt    in das Bad eben  falls der     Einwirkung    von Füllmittel  ausgesetzt wird, eine beidseitige     Koagulie-          rung    und der ganze     Fällungsvorga.ng    wird  beschleunigt.

   Diese vorherige Benutzung der  Giessunterlage     finit    Füllmittel kann     inan    na  türlich auch dann anwenden, wenn man von  dem zweiten Schichtauftrag auf der Ge-         webebahn    absieht und diese nur einseitig mit       Zelluloselösung    überzieht.  



  Die Zeichnung     zeigt    zwei A     usführungs-          beipiele    von zur Ausführung des Verfah  rens geeigneten     Vorrichtungen        schematiseli     dargestellt.  



       Geiniiss        Fig.    1 wird ein einseitig mit  Zellulose     bedecl;te:@    Produkt dadurch. erhal  ten, dass eine Gewebebahn 1. zum Beispiel  aus Baumwolle, mittelst des endlosen Förder  bandes 2, das in geeigneter Meise angetrie  ben wird, unter dem Giesser 3 vorbeigeführt  wird, aus welchem die     Zelluloselösung,    zum  Beispiel     Viskose.    auf die     Gewebebahn    1 in  der gewünschten     Schichtdicke    auf fliesst.

   Bevor  die mit der     Visl@osescliicht    versehene Gewebe  bahn in<B>das</B> Füllbad 1 geleitet wird, durch  läuft sie eine     be>tininite    Strecke mit geeig  neter     Geseliwindigkeit,    so     da.ss    die Viskose       genügend    Zeit hat. in die Gewebebahn gut  einzudringen und sich mit dieser zu veran  kern.

   Nach der Durchführung durch die für  die     vollständige        Durchkoagulierung    erforder  liche Zahl von     Füllbädern    4 wird die aus       Gewebebahn    und Viskose bestehende     Kunst-          lederliaut    in     üblicher    Weise gewaschen und  getrocknet oder     sonstwie    weiter behandelt.  



  Bei der Anordnung nach     Fig.    2 wird die  Gewebebahn 1. doppelseitig mit einer     Vis-          koseschicht        versehen,    um eine auf beiden  Seiten     lederartige    Haut herzustellen. Zu  diesem Behufe     taucht    die in der Pfeilrich  tung 5. sich     di@Fliende    Trommel 6, welche als  Giessunterlage dient, in das Füllbad 7, so  dass die     ans    dem Giesser 8 austretende     Vis-          koselösung    auf die mit Füllmittel bedeckte  Trommel 6 in     @",eeigneter    Schichtdicke fliesst.

    Auf     fliese    auf     \der    Trommel 6     aufgebrachte          Viskoseschicht    wird die Stoffbahn 1, zum  Beispiel mittelst der Führungsrollen 9, 10  zum Aufliegen gebracht, so dass die     Viskose-          lösung    in die benachbarte Seite der Stoff  bahn eindringen kann;     gleichzeitig    tritt in  folge der vorherigen Benetzung der Trommel  mit Füllmittel eine     Noagulierung    dieser     Vis-          koseschicht    ein.

   Auf die andere Seite der  Stoffbahn 1 wird mittelst eines zweiten Gie  ssers 11 ebenfalls Viskose in der erforder-      liehen Schichtdicke aufgetragen, und dann  die beidseitig mit Viskose     bedeckte    Stoff  bahn in das     Fällbad    7 geführt, in dem sie zu  sammen mit den an ihr haftenden Viskose  schichten unterhalb des     Fällbadspiegels        mit-          telst    der Rolle 10 von der Trommel 6 abge  nommen wird. Nach     I3indurchführung    durch  die notwendige Zahl von     Fällbädern    wird  das erhaltene Produkt in geeigneter Weise  durch Waschen und Trocknen weiterbe  handelt.  



  Bei der Ausführung des     Verfahrens    in  der in     Fig:    2 dargestellten Vorrichtung  wurde folgendermassen gearbeitet:  Die verwendete Viskose hatte 8% Zell  stoffgehalt und wurde durch den Giesser 8  auf die     Trommel    6 in einer Schichtdicke von  1 mm und durch den     Gieser    11 auf die Ge  webebahn 1 in einer Schichtdicke von 2 mm  aufgetragen. Das     Fällbad    7 bestand aus einer  Lösung von 25%     Ammonsulfat    und 2%  Schwefelsäure. Zur Koagulation der     Vis-          kosebahn    auf der Trommel 6 wurden drei  Minuten     benötigt,    worauf die Bahn von der  Trommel abgenommen werden konnte.

   Zur  vollkommenen Fällung musste die Viskose  bahn in den darauf folgenden     Fällbädern     noch weitere 20 Minuten belassen werden.  Darauf wurde das so erhaltene Produkt,  welches noch eine gequollene     Masse    dar  stellte, durch dreistündiges Waschen in kal  ten und heissen Bädern von den in ihm ent  haltenen Verunreinigungen, nämlich den  Säure- und Salzresten der     Fällbäder,    befreit.  Schliesslich führte man das gewonnene nasse       Kunstlederprodukt    über einen gewöhnlichen       Trockenkalander    und gegebenenfalls noch       über    einen     Prägekalander.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kunst leder, Wachstuch und dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Zelluloselö- sung, die durch ein Fällungsmittel ausgefällt werden kann, auf einer nur als Unterlage dienenden Gewebebahn mindestens einseitig in einer der Dicke des gewünschten Endpro duktes enstprechenden Schichtstärke auf bringt und die mit der Zelluloselösiuig be ladene Gewebebahn dann durch ein Fällbad führt. UNTERANSPRÜUCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Zelluloselösuna vor dem Eintritt in das Fällbad genügend Zeit gelassen wird, in die Gewebebahn gut einzudringen. 2.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man auf eine mit Fällmittel benetzte Giessunter lage Zelluloselösung in der erforderlichen Schichtdicke aufträgt und dann die Ge webebahn auf die Zelluloselösung zum Aufliegen bringt und hierauf zusamräen mit der Schicht durch das Fällbad fährt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man auf eine Giess unterlage, die mit Fällmittel benetzt ist, Zelluloselösung in der erforderliclien Schichtdicke aufbringt, dann die Gewebe bahn auf diese Zelluloselösung zum Auf liegen bringt, sowie gleichzeitig auf der andern Seite mit einer Zelluloseschicht gewünschter Stärke belädt -and hierauf die Gewebebahn samt den beiden Schich ten durch dsa Fällbad führt.
CH116578D 1923-06-07 1924-06-04 Verfahren zur Herstellung von Kunstleder, Wachstuchen oder dergleichen. CH116578A (de)

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