Scvwerhörigengerät. Die bekannten .Schwerhörigengeräte erfül len ihre Aufgabe nur unvollkommen, indem sie nur eine Verständigung aus unmittelbarer Nähe ermöglichen. Bei grösserer Entfernung wird das Sprachbild verschwommen und un verständlich. Diese Erscheinung beruht auf ,der relativ hohen Reizschwelle der Mikro phone, durch die der natürlich bedingte, etwa quadratische Intensitätsabfall mit der Entfer- nung ungleich steiler erfolgt. Demzufolge ver schwinden aus dem Klangbild die hohen Teil töne, die für die Konsonanten charakteristisch sind wegen ihrer geringen Intensität.
Die P'er- zeptionslücken werden immer grösser, so dass schliesslich die ,Sprache unverständlich wird. Diese Wirkung wird noch nachteilig dadurch unterstützt, dass das Mikrophon hohe Fre quenzen schlecht wiedergibt. Nun ist es zwar möglich, Mikrophone zu bauen, die eine höhere Sprachqualität ergeben. Das geht aber immer auf Kosten der Lautstärke. Diese ist am grössten bei Verwendung weniger relativ grober Kontaktkörper (Griess, Kugeln), die aber eine schlechte Spraclhqualität bedingen.
Die vorhandenen Schwerhörigengeräte stellen .domentsprechend einen Kompromiss dar, der in verschiedener Weise geschlossen werden kann, je nachdem die Lautstärke oder die Sprach qualität mehr im Vordergrund steht. Bei al len diesen Geräten ist aber die Lautstärke un befriedigend. Hier führt auch der oft beschrit tene Weg der Verwendung mehrerer Mikro phone nicht zum Ziel, da hierbei wegen der Unhandlichkeit der Apparate rasch eine natür liche Grenze gegeben ist, die etwa bei vier Mikrophonen liegt.
Die dadurch erzielbaren grösseren Lautstärken sind trotzdem für die meisten Fälle immer noch ungenügend, da das Ohr Intensitätsunterschiede logarithmisch empfindet, demzufolge bei stärkerer Schwer hörigkeit Lautstärken erforderlich sind, die sich gegenüber den der gewöhnlichen Appa rate um mehrere Zehnerpotenzen unterschei den.
Es liegt nahe, wie bereits vorgeschlagen, Röhrenverstärker zu verwenden. Diese sind aber für den vorliegenden Zweck in erster Linie wegen ihres Batterie- und Transforma.- torenbedarfes viel zu gross und schwer. Von einigen wenigen Fällen abgesehen, steht und fällt mit der Handlichkeit und dem geringen Gewicht ,die praktische Verwendbarkeit eines Schw erhörigengerätes.
Hier setzt die Erfindung ein, die ein aus Aufnahmemikrophon, Mikrophonverstärker, Empfangstelephon und Batterie bestehendes Schwsrhörigengerät vorsieht. Sein Verstärker ist gemäss der Erfindung als Mikrophonver stärker ausgebildet, dessen den mikrophoni schen Kontakt bildende und aus einer dünnen Metallfolie mit auf seiner ganzen Fläche da mit verbundenen Eisenanker bestehende Mem bran derart stark gespannt ist, dass der Ver stärker gegen Luftschall und gegen äussere Bewegungen praktisch unempfindlich ist und nur die der Membran elektromagnetisch mit geteilten Schwingungen, und zwar obertonfrei verstärkt.
Die Zeichnungen stellen beispiels weise Ausführungsformen des neuen Verstär kers dar. Abb. 1 zeigt eine schematische An sicht der Gesamtanordnung des Gerätes mit Verstärker, während Abb. 2-4 den Ver stärker im Schnitt und in Rückansicht veran schaulichen.
In Abb. 1 ist ein Aufnahme mikrophon 1 in koaehsialer Lage mit dem da hinter befindlichen Mikrophonverstärker in einer flachen Dose 2, die mit einem Ausschal ter 9 und Regulierwiderstand 10 versehen ist, gemeinsam untergebracht, welche gleichzeitig die Stromquelle 3 in Form eines röhrenförmi gen Trockenelementes von zirka 1,5 Volt Spannung zweckmässig unter federndem An druck bei 8 aufnimmt, das beide Stromkreise (Mikrophon und Verstärker) über Federkon takte 6, 7 speist. Dieser Zusammenbau macht sämtliche Leitungsschnüre entbehrlich, mit Ausnahme der Stromzuführung 4 zu dem an das Verstärkermikrophon angeschlossenen Ohrtelephon 5.
Da die Lautstärke des Auf nahmemikrophones 1 bezw. die Grösse seiner )Widerstandsänderungen bei der Benutzung des Verstärkers jetzt nicht mehr im Vorder grund steht, kann hierfür ein Mikrophon we niger grosser Lautstärke, aber dafür ein sol ches mit besonders guter und reiner Sprache verwendet werden. Wenn ungewöhnlich grosse Lautstärken erzielt werden sollen, kön nen auch mehrere Elemente, vorzugsweise 3 zu einer Batterie vereinigt werden, auf die dann der Verstärker aufgesteckt werden kann.
Nach Abb. 2 besitzt das Mikrophon eine Griesskammer 11, welche auf der einen Seite durch eine dünne gespannte Metallfolie 12 von veredelter Oberfläche (vergoldet) abge schlossen ist, während die gegenüberliegende Seite ebenfalls eben begrenzt ist, und zwar durch einen Isolierkörper 16, welcher eine zentrale leitende Fläche 13 geringen Durch- inessers in gleicher Ebene aufweist.
Diese scheibenförmige Kammer, welche eine Hölle von wenigen Millimetern beispielsweise bei einem Durchmesser von 25 mm besitzt, ist vollständig mit verhältnismässig feinem Griess gefüllt, jedoch so,<B>d</B>a<B>, ,</B>ss der Kohlegriess nur unter dem Druch seines eigenen Gewichtes steht. Die feine Griessfüllung ergibt eine sehr gute Übertragung als statistischer Mittelwert, da sehr viele Kontakte zur Wirkung kom men.
Die bei dein Verstärker zur Anwendung kommende Membran besitzt in Zusammen wirkung mit dem anliegenden Kohlegriess besondere physilm.lische Eigenschaften. Die Membran ist: aus einem Metall hoher Elasti zität, vorzugsweise Phosphorbronze, herge stellt. Sie besitzt eine Stärke von ungefähr 1j1.00 mm. Auf sie ist in der Mitte ein schei benförmiger Eisenanker 1.1 von ungefähr 10 mm Durchmesser bei einer Stärke voll ungefähr '/", mm aufgelötet.
Die Folie ist auf einem Tragring 1.5, vorzugsweise durch Auflöten, befestigt und durch einen zweck mässig an dem die Kammer bildenden Isolier körper 16 sitzenden ringförmigen Wulst 17 radial gespannt. Da. die Membran bei der be schriebenen Anordnung ein sehr geringes Ge wicht besitzt, so lässt sich ihr Eigenton, der in freier Luft, wie erwähnt, ohne besondere Vorkehrung stark ausgesprochen ist, leicht abdämpfen. Wenn die Kammer mit Griess gefüllt ist, ist die Dämpfung der Membran in der Regel stark aperiodisch. Das ist auch noch der Fall, wenn in die Kammer, wie aus Abb. 2 ersichtlich, ein Filzring eingelegt.
wird, der für die Kolilefüllung einen zentra- len Raum ausblendet, welcher zweckmässig den Durchmesser des Membranankers 14 be- Aitzt. Demzufolge weist die Membran über haupt keine Eigenschwingungen mehr auf.
Für die gute Wirkungsweise des Verstär kers ist eine Erregung notwendig, welche möglichst gleichmässig auf die ganze Anker fläche wirkt. Zu diesem Zwecke ist das Mag netsystem mit konzentrisch angeordneten Polen versehen, welche einerseits aus einem zentralen !S'tift 18, anderseits aus einer diesen umgebenden ringförmigen Platte 19 bestehen. Stift 18 und Platte 19 sind mit den Polen eines Permanentmagnetes 2.,0 durch geeignete Polstücke 21 bezw. 22 magnetisch leitend verbunden. Der Magnet 20 besteht aus einem diametral magnetisierten Ring.
Die Lage dieser Teile zueinander ist aus der eine An sicht zeigenden Fig. 3 und eine Rückansicht zeigenden F'ig. 4 zu ersehen, wobei gleiche Bezugszeichen auf die entsprechenden Teile hinweisen.
Neben der gleichmässigen Wirkung eines so durchgebildeten Erregersystemes wird bei dieser Anordnung der Vorteil erreicht, dass die Ankermasse sehr klein sein kann. Bei den üblichen Magnetsystemen sind di; beiden Pole nämlich in der Regel relativ w=it von einander entfernt, infolge der dazwischen be findlichen Wicklung. Bei solchen Systemen muss demzufolge der Anker grösser sein.. Auch muss das Material stärker gewählt werden, da der magnetische Weg länger ist. Demgegenüber wird bei der beschriebenen konzentrischen Anordnung der Anker mag netisch vollkommen ausgenutzt.
Durch diese Anordnung ergibt sich über dies der Vorteil, da.ss die Aussteuerung (Be einflussung) des Mikrophones sehr viel stär ker sein kann als bei normalen Mikropho nen. Die Aussteuerung (Beeinflussung) er reicht nämlich mit Rücksicht auf die Quali tät der Übertragung da eine Grenze, wo die Erregung so stark ist, dass die Kohleteilchen nicht mehr um feste Gleichgewichtslagen schwingen, sondern sich gegenseitig frei ver schieben, ohne in ihre alte Lage zurückzu kehren (Prellwirkung). Normale Mikrophone können schon akustisch verhältnismässig leicht übersteuert werden.
Demgegenüber ist das Mikrophon des beschriebenen Verstär kers sehr schallhart, das heisst es reagiert auf Luftschall praktisch überhaupt nicht, desgleichen nicht oder nur .sehr schwach auf Bewegungen und Erschütterungen. Die Erre gung kann nur bei grosser Kraft, dann aber mit sehr kleiner Amplitude erfolgen, und zwar wird die erregende Energie nicht sprunghaft an den Berührungsstellen der Membran mit den Kontakten absorbiert, son dern die Absorption verteilt sich auf die ganze Kohlestrecke. Die Grösse der Aus steuerung (Beeinflussung) bedingt den Grad des Ausnutzung des aufgewandten Stromes.
Bei gewöhnlichen Mikrophonen geht bei weitem der grösste Teil der aufgewandten Energie in Form von Joulescher Wärme ver loren, da sich der sehr hohen ileichstrom- komponente vergleichsweise nur eine äusserst geringe, allein wirksame Stromschwankung überlagert. Bei dem beschriebenen Verstär ker ist die Aussteuerung (Beeinflussung) Sehr viel höher, daher wird bei gleichem Stromverbrauch eine ungleich grössere Wir kung erzielt.