CH116810A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff. Bei der Herstellung von Schwefelkohlen stoff ist es bekanntlich für die Ausbeute wesentlich, dass durch die Rohstoffe möglichst wenig Feuchtigkeit in die Heizzone des Schwefelkohlenstoffofens gelangt, damit die Bildung von Kohlenoxyd oder Kohlensäure und von Schwefelwasserstoff behindert wird, bezüglich des letzteren schon aus dem Grunde der Vermehrung der Ausbeute.
Man hat sich bisher in der Praxis damit begnügt, bezw. vorgeschlagen, die Holzkohle oder andere Arten poröser Kohle von adsor- biertem Wasser zu befreien durch Vortrock- nung mit oder ohne Anwendung des Vaku ums, gegebenenfalls auch durch ein mässiges Vorglühen in den obern Teilen des Ofen schachtes selbst, wobei die Gase und Was serdämpfe mit dem Schwefelkohlenstoff zu sammen abgehen, wobei letzterer mit den Wasserdämpfen teilweise unter H2S-bildung reagiert.
Infolgedessen war es notwendig, der sehr grossen Abgasmenge in Waschan lagen den darin enthaltenen Schwefelkohlen stoff zu entziehen und dem Betrieb eine Schwefel-Regenerationsanlage (Claus-Chance oder dergleichen) anzugliedern, das heisst zwei Nebenbetriebe, welche durch Bedienung und Heizmittel Kosten verursachen.
Dem Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, dass durch Beseitigung des adsorbierten Wassers der Holzkohle, sowie durch eine mässige Glühung derselben die günstigsten Verhält nisse für die Erzielung der grössten Schwe- felkohlenstoffausbeute durchaus noch nicht vollständig erreicht sind, sondern dass die günstigsten Bedingungen erst dann vorliegen können, wenn auch die Bildung von Was serdampf und andern schädlichen, bezw. Schwefelverbrauchenden Grasen aus gebun denem Sauerstoff und Wasserstoff, z.
B. aus den Zellulose- oder Ligninmolekülen, in dem Schwefelkohlenstoffofen vermieden wird. Dass der hier in Frage kommende Gehalt der Holzkohle an Wasserdampf und gasbildenden Stoffen eine ganz erheblicher ist, ergibt sich schon daraus, dass eine gewöhnliche Holzkohle des Handels durch das Ausglühen bei Tein- peraturen bis zu 1000 zwischen 20 und 30 % ihres Gewichtes verliert.
Bei dem vorliegenden Verfahren wird dem Schwefelkohlenstoffofen nur praktisch voll ständig, z. B. bei Temperaturen von etwa <B>1000</B> bis 12000, ausgeglühte Holzkohle zu geführt. Die Durchführung des Verfahrens kann am zweckmässigsten in der Art erfolgen, dass unmittelbar nach dem Ausglüben die Kohle in glühendem Zuständ aus einem in entsprechender Höhe angeordneten Glühofen unter Luftabschluss dem Schwefelkohlenstofff ofen zuläuft.
Beispielsweise bedient man sich hierzu eines Glühofens, welcher als elektrischer Widerstandsofen ausgebildet ist, in welchem auf glühende, als Widerstand dienende Holz kohle die zu entgasende Rohkohle aufge schichtet wird. In diesem Ofen sind in einem ausgemauerten Schacht eine obere bewegliche Elektrode und eine oder mehrere feststehende Bodenelektroden vorgesehen, welch letztere als Bodenplatte, mit Auslassöffnung ausge bildet, oder als Einzelelektroden, mit ihren Endflächen aus der Mauerung nach dem Schachtinnern hineinragend, mit der als Wi derstand zwischen den Elektroden dienenden Beschickung aus Holzkohle-- in Berührung stehen.
Die Auslassöffnung am Boden des Vorglühofens ist durch ein absperrbares Rohr mit der Eintragöffnung des Schwefelkohlen stoffofens derart verbunden, dass die glühende, vollkommen entgaste Beschickung in ge wünschten Zeitintervallen letzterem zulaufen kann, ohne dass Schwefelkohlenstoffdämpfe in den Vorglühofen entweichen können. Das beim Vorglühen entwickelte Gas kann man ständig oder zeitweise aus dem geschlossenen Ofen abführen.
Wird der eigentliche Schwe- felkohlenstoffofen elektrisch geheizt, so tritt durch die gesonderte Vorheizung der Holz kohle dem bisher üblichen Verfahren gegen über keine wesentliche Erhöhung des Ge samtenergiebedarfes ein. Der lediglich durch Wärmeausstrahlung verursachte geringe Ver lust wird aber mehr als aufgewogen durch die Vorteile der Zufuhr praktisch vollkommen entgaster Kohle.
Als technischer Vorteil dieser Art der Zufuhr von entgaster Holzkohle ergibt sich nicht nur eine Erhöhung der Schwefelkohlen stoffausbeute, sowohl infolge der Verminde rung der an Schwefelkohlenstoffdampf gesät tigten Abgasmenge, wie auch infolge der Verminderung der Gelegenheit zu Schwefel wasseratoffbildung, sondern es entsteht auch ein Schwefelkohlenstoff, welcher wenig Schwe felwasserstoff, wenig organische Schwefel verbindungen und wenig Flugstaubteilchen aufweist, da die mit dem Ausglühen verbun dene Bildung von Flussstaub jetzt nicht mehr im Schwefelkohlenstofferzeuger selbst statt findet.
Zudem wird eine höhere Leistung der als Widerstandsofen ausgebildeten Schwefel- kohlenatoffofen ermöglicht, da nunmehr die oberste Holzkohlenschicht bereits mit einer Temperatur in den Ofen gelangt, bei welcher die Holzkohle an der Stromleitung unmittel bar teilnimmt. Das Verfahren lässt sich insbesondere in Öfen, in welchen die ganze Beschickung des Schachtes als Widerstand dient, ausführen, ebenso aber auch, unter entsprechender An passung der Apparatur, in andern Arten von Schacht- oder Retorten-Öfen für Schwefel kohlenatofferzeugung.
Claims (1)
- PATENTANSPRit1CHE I. Verfahren zur Herstellung von Schwefel kohlenstoff unter Verwendung von Holz kohle, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzkohle unter Luftabschluss dem Schwe- felkohlenstofiofen zugeführt wird, nach dem sie bis zur praktisch vollständigen Entgasung ausgeglüht worden ist.II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch einen als elektrischer Wi derstandsofen ausgebildeten Vorglühofen, in welchem eine in einen ausgemauerten Schacht zwischen Kohlenelektroden ein zubringende Schicht von Holzkohle als Widerstand dient, auf welche die zu ent gasende Holzkohle aufgeschichtet wird.ÜNTF.11ANSPRUC11 Vorrichtung nach Patentanspruch IL, da durch gekennzeichnet, dass der Vorglühofen oberhalb eines als Schachtofen ausgebildeten Schwefelkohlenstoffofens aufgestellt ist und die Verbindung des Bodens des Vorglüh- ofens mit dem Oberteil des Schachtofens durch ein beiderseits absperrbares Verbin dungsrohr hergestellt ist, durch welches die Holzkohle unter Luftabschluss dem Schacht ofen zulaufen kann.
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Also Published As
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