CH117166A - Verfahren zur Darstellung eines neuen stickstoffhaltigen Farbstoffes der Anthrachinonreihe. - Google Patents
Verfahren zur Darstellung eines neuen stickstoffhaltigen Farbstoffes der Anthrachinonreihe.Info
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-Verfahren zur Darstellung eines neuen stickstoffhaltigen Farbstoffes der Anthraehinonreihe. Es wurde gefunden, dass man zu einem neuen stickstoffhaltigen Farbstoff der Anthra- chinonreihe gelangen kann, wenn man Pur- purinamid (1-Amino-2 # 4-dioxyanthrachinon) Salizylsäure, konzentrierte Schwefelsäure und ein Oxydationsmittel, z. B.
Braunstein auf einander einwirken lässt und das hierbei ent stehende Produkt von chinonimidartigem Cha rakter reduziert. Dem so erhältlichen Farb stoff, der seinem Verhalten nach offenbar als Oxazin aufzufassen ist, würde folgende Formel
EMI0001.0017
zukommen:
<SEP> OH
<tb> CeH2\
<tb> COOH
<tb> CO <SEP> 0
<tb> o <SEP> Cw Das in der Oxidationsschmelze befindliche Produkt ist von relativ ziemlich unbestän diger chinon-, bezw. chinonimidartiger Form, wobei es noch unentschieden ist, wo sich die Chinon-, bezw. Chinonimidbindung be findet. Durch Reduktionsmittel, wie z. B. schweflige Säure, wird dieser chinonartige Körper leicht zu dementsprechenden Oxazin reduziert.
Bemerkenswert ist, dass bei der Reaktion das Chinon, bezw. Chinonimid nicht etwa durch nachträgliche Oxydation etwa zuerst gebildeten Oxazins, sondern direkt als primäres Reduktionsprodukt entsteht, so dass man schon in den ersten Stadien der Reak tion in der Oxydationsschmelze neben noch nicht in Reaktion gebrachtem Purpurinamid nur ein Chinon, bezw. Chinonimid, aber kein Oxazin nachweisen kann.
Zur glatten Durch führung der Reaktion ist also eine Menge Oxydationsmittel notwendig, die praktisch drei Atomen Sauerstoff entspricht.
Das so erhaltene Oxazin ist ein kräftiger Beizenfarbstoff, der auf nachchromierter Wolle blaugrüne Färbungen von hervorragender Walkechtheit und guter Lichtechtheit, auf ungeheizter Wolle schöne blaue Töne erzeugt.
Statt die Komponenten zusammen zrr oxydieren, kann man, jedoch weniger vorteil haft, das Purpurirramid zuerst für sich in konzentrierter Schwefelsäure zu seinem C'lli- non-, bezw. Chinonimid oxydieren und darauf die Otybenzoesäure einwirken lassen und hierauf reduzieren.
Beiihiel <I>1:</I> 10 Gewichtsteile Purpurinamid werden in 3!i0 Gewichtsteilen Schwefelsäure voll<B>95'</B> H2SO.I Gehalt gelöst und in diese @üsurrg 15 Gewichtsteile Salizylsäure eingetragen.
Unter gutem Umrühren gibt nran nun lang- sani eine Aufschlernmung von 15 Gewichts- teilen feinzerteiltem Braunstein in 160 Ge wichtsteilen Schwefelsäure hinzu, indem man die Temperatur auf<B>8-10</B> hält. Die gelb braune Farbe der Schmelze wird allmählich rötlich blau.
Den Verlauf der Reaktion kann man dadurch verfolgen, dass man Proben in Wasser giesst; einige Tropfen Bisulfit zusetzt, aufkocht, filtriert und den ausgewaschenen Niederschlag in reiner konzentrierter Schwe felsäure löst. Mit zunehmendem Fortschreiten der Reaktion wird die Farbe dieser Lösung immer reiner grün und das Spektrum des neuen Körpers immer stärker und das auf Zusatz voll Borsäure und Erwärmen auftre tende Spektrum des Purpurinamids wird entsprechend schwächer.
Wenn bei dieser Probe das Purpurinamidspektrurn ganz oder fast ganz verschwunden ist, giesst man in 5000 Gewichtsteile Wasser ein und gibt 50 Gewichtsteile Natr-iumbisulfitlüsrrng hinzu. Die ursprüngliche braunrote Farbe des Nie derschlages wird durch die reduzierende Wirkung der schwefligen Säure allmählich, rascher beim Erhitzen, dunkelviolettblau, indem dabei das Chinon in das Oxazin über geht. Man kocht auf, filtriert und wäscht mehrmal. Das so erhaltene Produkt kann direkt zum Färben verwendet werden.
Zur Reindarstellung des Körpers wird das feuchte Rohprodukt reit kaltem Alkohol aus gezogen, wobei eventuell noch geringe blerr- gen voll unverändertem Purpurinamid in Lö sung gellen und der getrocknete Rückstand aus Pyridin umkristallisiert. Der reine Farb stoff ist in heissem Alkohol und heissem Eis essig mit blauer Farbe löslich. Irr Benzol ist er auch beire Kochen sehr schwer löslich.
Leicht löslich ist der Körper in Pyridin, aus der heif,,en Lösung kristallisiert beim Erkal ten das Pvridinsalz in schönen dunkelvioletten Kristallen aus. In Natronlauge feist sich der Farbstoff reit blaugrüner Farbe auf, welche all der Luft in Blauviolett übergeht, indem Oxydation zum Chinon, bezw. Chirronimid stattfindet.
Die Lösung in reiner konzen trierter Schwefelsäure ist grün und zeigt. ein charakteristisches Spektrum, bestehend aus einem sehr kräftigen Band irre Rot und einem schwächeren für Orange. Durch Zusatz von Borsäure wird die Farbe der Lösung kaum verändert, das Spektrum wird noch schärfer und ist noch in grösster Verdünnung in Lö sungen, die kaum gefärbt erscheinen, noch deutlich sichtbar.
Versetzt rnan die Lösung in Schwefel säure reit Braunstein, so schlägt die grüne Farbe in rütlichblau um, indem sich das chirlonartige Oxydationsprodukt bildet.
Irr essigsaurem Bade gibt der Farbstoff auf ungebeizter Wolle blaue Nuancen. Auf mit Tonerde vorgebeizter Wolle erhält man grünblaue, auf chrornierter Wolle kräftig blaugrüne Färbungen. <I>Beispiel 2:
</I> Zwei Gewichtsteile Purpurinamid werden in 50 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 95 /ü H2SO1 Gehalt gelöst und bei 8-10 eine Ausschlemmung von 10 Gewichtsteilen Braun stein voll 87",'o Mrr02 Gehalt unter Rühren allmählich zugegeben. Die intensiv braun gelbe Farbe der Pur-prrrinamidlösung wird dabei rotbraun und weniger intensiv.
Man gibt dann Gewielrtsteile Salizylsäure <B>hinzu,</B> lässt einige Stunden bei 10-200 rüh ren und arbeitet, wie im Beispiel 1 ange geben, auf. Das Rollprodukt enthält neben dein im Beispiel 1 beschriebenen Farbstoff noch viel unverändertes Purpurinanlid, das durch kalten Alkohol ausgezogen werden kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines neuen stickstoffhaltigen Farbstoffes der Anthrachinon- reihe, dadurch gekennzeichnet, dass man Pur purinamid, Salizylsäure, konzentrierte Schwe felsäure und ein Oxydationsmittel aufeinan der einwirken lässt und das hierbei entste hende Produkt von chinonimidartigern Cha rakter reduziert.Der so erhältliche Oxazin- farbstoff, welcher auch ohne Beize in essig saurem Bade eine brauchbare blaue Nuance ergibt, ist ein kräftiger Beizenfarbstoff, der auf mit Tonerde vorgebeizter Wolle eine kräftige blaugrüne Färbung von hervorragen der Walk- und Lichtechtheit liefert. Der reine Farbstoff ist in heissem Alkohol und heissem Eisessig mit blauer Farbe löslich. In Benzol ist er auch beim Kochen sehr schwer löslich.Leicht löslich ist der Körper in Pyridin, aus der heissen Lösung kristalli siert beim Erkalten das Pyridinsalz in schönen dunkelvioletten Kristallen aus. In Natron lauge löst sich der Farbstoff mit blaugrüner Farbe auf, welche an der Luft in blauviolett übergeht, indem Oxydation zum Chinon, bezw. Chinonimid stattfindet. Die Lösung in reiner konzentrierter Schwefelsäure ist grün und zeigt ein charakteristisches Spektrum, bestehend aus einem sehr kräftigen Band im rot und einem schwächeren im orange.Durch Zusatz von Borsäure wird die Farbe der Lö sung kaum verändert, das Spektrum wird noch schärfer und ist noch in grösster Ver dünnung in Lösungen, die kaum gefärbt er scheinen, noch deutlich sichtbar. Versetzt man die Lösung in Schwefelsäure mit Braun stein, so schlägt die grüne Farbe in rötlich blau um, indem sich das chinonartige Oxy dationsprodukt bildet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE117166X | 1924-02-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH117166A true CH117166A (de) | 1926-10-16 |
Family
ID=5655017
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH117166D CH117166A (de) | 1924-02-18 | 1925-02-09 | Verfahren zur Darstellung eines neuen stickstoffhaltigen Farbstoffes der Anthrachinonreihe. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH117166A (de) |
-
1925
- 1925-02-09 CH CH117166D patent/CH117166A/de unknown
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