CH117862A - Einrichtung zur Neutralisierung der magnetisierenden Wirkungen der Wickelköpfe von Wechselstrommaschinen. - Google Patents

Einrichtung zur Neutralisierung der magnetisierenden Wirkungen der Wickelköpfe von Wechselstrommaschinen.

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CH117862A
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  Einrichtung zur     Neutralisierung    der magnetisierenden     Wirkungen    der Wickelköpfe  von     Wechselstrommaschinen.       Es ist bekannt, dass gelegentlich bei  grossen     Wechselstrommaschinen    Schwierig  keiten durch Erhitzung von Wicklungs  schildern,     Pressplatten    und Gehäusen auf  traten, die mit Recht auf     Wirbelstrombildung     zurückgeführt wurden. Dabei war es auf  fallend, dass bei Maschinen gleicher Grösse  und gleicher Ausnützung nur in manchen  scheinbar unregelmässigen Fällen die Schwie  rigkeiten bemerkt wurden.

   Genaue Unter  suchungen haben nun gezeigt, wann die  Schwierigkeiten nach der Natur der Wick  lung erwartet werden können, und haben das  in der folgenden Beschreibung erläuterte  Verfahren gezeitigt, um schädliche Wirbel  strombildung zu unterdrücken.  



  Auf die Wicklungsschilder und     Press-          platten    können in erster Linie die Leiter der  Wickelköpfe induzierend wirken. Nun gibt  es zwei grundsätzlich verschiedene Anord  nungen der Wickelköpfe in mehrpoligen  Maschinen. In     Fig.    1 ist schematisch eine  vierpolige     Einphasenwicklung    dargestellt.  Die Ströme in den Leitern 1, 2, 3, 4, 5, 6,    7, 8     fliessen    zu einer gewissen Zeit im Sinne  der Punkte und Kreuze, die Ströme in den       Endverbindungen    im Sinne der Pfeile.

    Während in der Verbindung von 1 nach 2  und von 5 _ nach 6 der Strom die Achse in  der Richtung des Uhrzeigers umfliesst, fliesst  er in der Verbindung von 3 nach 4 und  von 7 nach 8 entgegengesetzt, so dass wohl  kleine lokale Streuflüsse, aber keine     Gesamt-          magnetisierurig    in der Richtung der Maschi  nenachse erfolgt.

   Ordnet man dagegen, wie  in     Fig.    2, die Endverbindungen nur in zwei  statt in vier     Wickelköpfen    an, zum Beispiel  um zu ermöglichen, dass der ruhende Aussen  anker einer Maschine horizontal geteilt wird,  ohne dass die Wicklung aus den Nuten her  ausgenommen werden müsste, so ergibt sich,  dass der Strom in allen Endverbindungen  in dem in     Fig.    2 dargestellten Zeitpunkt die  Achse im Sinne des Uhrzeigers umfliesst.  



  Auch dreiphasige Wicklungen müssen  häufig zur Erzielung einer Teilbarkeit des  Ankers so angeordnet werden, dass ebenso  wie bei der einphasigen, in     Fig.    2 dargestell-           ten    Wicklung eine     Magnetisierung    in der  Längsachse     erfolgt.    Das so erzeugte Wech  selfeld hat die Tendenz, in allen in der Nähe  befindlichen Leitern koaxiale, entgegen  gesetzt gerichtete Ströme     zii    erzeugen.

   Es       können    daher     Ströme    in Wicklungsschildern,  in den     Pressplatten    des     Ankerpresskörpers     und im Gehäuse selbst     enstehen.    Diese  Teile sind meist aus Guss- oder     Flusseisen     hergestellt; Wechselströme in Eisen wer  den durch die Hautwirkung an die Ober  fläche gedrängt; der Eisenkörper bietet  daher einen hohen Widerstand, und die  Verluste, auch die Erwärmung, in diesen  Eisenteilen können, besonders bei Maschinen  für hohe     Leistung,    beträchtlich werden.

    Versucht man die Ströme durch Isolierung  der einzelnen Eisenteile voneinander zu un  terbrechen, so vergrössert man das von den  Strömen erzeugte Feld, weil nun den Pri  märströmen verringerte     Sekundärströme    ent  gegenwirken, und es wird unter Umständen  Erwärmung in fernab liegenden Teilen her  vorgerufen. Auch kann eine unvollständig  durchgeführte Isolation sehr nachteilig sein,  weil dann der     Strom,    dessen     Endstellung    ver  hindert werden sollte, über einen schlechten       Kontakt    sich schliesst und gefährliche ört  liche Erwärmung erzeugt.

   Bei wirksamer  Verhinderung von     Sekundärströmen    in den       Pressplatten    und andern     Konstruktionsteileu     bildet sich anderseits, wie bereits erwähnt,  das Wechselfeld in der Richtung der magne  tischen Achse stärker aua und gibt Anlass  zu schädlichen Lagerströmen.  



  Man hat in manchen Fällen versucht,  die Erwärmung der Wicklungsschilder und       Pressplatten    dadurch zu verringern, dass man  sie aus     unmagnetischem    Material von ver  hältnismässig hohem Widerstand, zum Bei  spiel aus Bronze, hergestellt hat. Dieses  Auskunftsmittel ist teuer.  



  Gemäss vorliegender Erfindung wird den  Sekundärströmen durch kurzschliessende  Ringe ein möglichst widerstandsloser Weg  geboten. auf dem sie sich mit geringen Ver  lusten zu solcher Grösse entwickeln können,  dass sie die magnetisierenden     Wirkungen    des    Stromes in den Wicklungsköpfen möglichst  vollständig aufheben. Diese Ringe werden  zweckmässig aus Kupfer oder     sonst    einem  sehr gut leitenden Material hergestellt, und  es wird bei der Anfertigung der Ringe aus  mehreren Teilen für gut leitende Verbindung  der Teile untereinander Sorge zu tragen sein.

    Da. man die Zahl der     Amperewindungen    im       Wickelkopf    bei normaler Belastung und bei  irgend einer bestimmten Überlast genau be  rechnen kann und der Strom in dem Se  kundärring geringen Widerstandes der geo  metrischen Summe der     Amperewindungen     der     Wickelköpfe    nahezu entgegengesetzt  gleich ist, so lässt sich der Querschnitt des       Kurzschlussringes    so dimensionieren, dass der  Energieverlust im Ring einen bestimmten  kleinen Betrag erreicht.

   In grossen Maschinen  entfallen auf die Wickelköpfe viele tausend       Amperewindungen,    und es müssen daher die       Wickelkopf-,Iiurzschlussringe    für     viele    tau  send Ampere dimensioniert sein. Wenn man  sie aus Kupfer oder einem andern sehr gu  ten Leiter herstellt, so kann dies aber mit  geringem Energieverlust und weit weniger       Kostenaufwand    geschehen, als wenn man       Pressringe    und Wicklungsschilder aus     un-          magnetischem    Material herstellt.

   Die Kurz  schlussringe schützen dritte Körper, zum  Beispiel Wicklungsschilder, Endplatten, Ge  häuse, da, die     Amperewindungen    der Wickel  köpfe durch die des     Kurzschlussringes    fast  ganz neutralisiert werden. Dies findet so  wohl bei normaler Belastung, als bei plötz  lichem Kurzschluss der Maschinenklemmen  statt, bei dem     bekanntlich    der Strom manch  mal das Zehnfache des normalen Wertes  und noch mehr erreicht.  



  Von grossem Wert ist es, die aus elek  trischen Gründen vorhandenen     Kurzschluss-          ringe    dieser Erfindung auch zu einer me  chanischen     Versteifung    der Wicklungsköpfe  für den Fall des plötzlichen Kurzschlusses  zu verwenden.     Fig.    3 ist ein .Schnitt durch  den     Wickelkopf    einer grossen dreiphasigen  Maschine.

       IF    sind die Wickelköpfe, E ist  die     Endscheibe        (Pressplatte)    des Eisenblech  körpers der Maschine,     B    das Wicklungs-      Schild, das eine zufällige Berührung der       -\@'icklung    verhindert und am     gusseisernen     Gehäuse befestigt ist. Um Verlagerungen  bei plötzlichem Kurzschluss' zu vermeiden,  werden in bekannter Weise Schraubenbolzen  S und metallene     Pressstücke    P verwendet,  die mittelst     zsolierender    Zwischenstücke z  die Wickelköpfe gegeneinander und gegen  die     Pressplatte        E    stützen.

   Da bei ganz gro  ssen Maschinen trotz dieser scheinbar starken       Konstruktion    bei plötzlichem Kurzschluss  gelegentlich eine Verlagerung der Wickel  köpfe mit Abbiegen der Bolzen und daher  dauerndem Schaden eingetreten ist, so wur  den die Bolzen manchmal gegeneinander  durch Zwischenstücke versteift, oder auch  um alle äussern Bolzen oder alle innern Bol  zen, oder beide, Versteifungsringe herum  gelegt, die lediglich mechanische Versteifung  zum Zwecke haben.

   Führt man nun diese  Ringe R (Fug. 3) im Sinne der vorliegenden  Erfindung aus gut leitendem Material mit  guten Kontaktverbindungen und mit so klei  nem Widerstand aus, dass die Ringe als       Kurzschluss'ringe    mit kleinem Verlust bei  normalem Strom wirken, so haben sie auch  meist von selbst genügende mechanische  Festigkeit, um den Zweck als Versteifungs  ringe vorzüglich zu erfüllen; eventuell lässt  sich ohne Mehraufwand von Material durch  zweckmässige     Querschnittsform    das notwen  dige     Trägheitsmoment    und die notwendige       Steifigkeit    erzielen.  



  In     Fig.    4 sind als Ausführungsbeispiele  die zwei     Kurzschlussringe,    als Winkelringe       Hl,    gezeichnet, in     Fig.    5 und 6 als je zwei  parallele, hochkantige Ringe     R2    mit Verbin  dungslaschen L und Verbindungsstücken     'P,     die die Löcher für die Schraubenbolzen ent  halten. Die Schraubenbolzen selbst können  gegen die     Kurzschlussringe    isoliert sein, oder  sie können mit ihnen auch ohne Isolation ver  bunden werden. Auf jeden Fall geht weitaus  der Hauptteil des neutralisierenden     Stromes     durch die     Kurzschlussringe.     



  Die     Kurzschlussringe    bieten einen weite  ren grossen Vorteil in bezug auf die Kräfte,  die in einzelnen Wicklungsteilen bei Stoss-         kurzschluss    auftreten. Bekanntlich erfahren  Leiter, in denen gleichgerichtete Ströme  fliessen, eine Anziehung, solche in denen  entgegengesetzt gerichtete Ströme flie  ssen, eine Abstossung. Die Ströme, in den  Wicklungsköpfen zweier verschiedener Pha  sen sind in einem Teil jeder Periode gleich  gerichtet, in einem andern Teil jeder Periode       entgegengerichtet,    und es können daher, - je  nach dem Augenblicke des Stosskurzschlusses,  grosse Kräfte auftreten, deren Richtung un  bestimmt ist.

   Wenn starke Wirbelströme in  den     Press'platten    und Wicklungsschildern  auftreten können, so werden auch diese auf  die Wicklungsköpfe Kraftwirkungen äussern.  Die Richtung der resultierenden Kräfte ist  aber     unberechenbar,    wenn man nicht die  relative Grösse der Wirbelströme in den ver  schiedenen Teilen kennt. Sieht man gemäss  der Erfindung     gurzschlussringe    mit kleinem  Widerstand vor, so treten gegenüber den  Strömen in diesen Ringen die Wirbelströme  in den massiven Eisenteilen vollkommen  zurück. Die Ringe bilden gewissermassen die       Sekundärwicklung    eines Transformators.

   Bei       Einphasenmaschinen    ist der Strom in die  sen Ringen dem Strom in jedem Leiter des  Wickelkopfes entgegengesetzt, so dass mit  Sicherheit eine Abstossung zwischen Wickel  kopf und Ring erfolgt. Bei einphasigem  Kurzschluss einer     Mehrphasenmaschine    tritt  die gleiche Erscheinung auf.  



  Man kann oft unbedenklich das metallene       Pressstück    P der     Fig.    3 weglassen, wie dies  in     Fig.    4 und 5 dargestellt ist. In     Fig.    6  ist ein einzelner Doppelring von     Fig.    5 her  ausgezeichnet. Die beiden gut leitenden  Ringe     R2    sind der einfacheren Montage hal  ber in Halbringe geteilt, die durch gut ver  schraubte Laschen L elektrisch und mecha  nisch vorzüglich verbunden sind. Zwischen  den Ringen sind die     Verbindungsstücke        V,     die die Löcher C für die     Schraubenbolzen     enthalten.  



  In manchen Fällen ist es durchaus zu  lässig, auf die     Schraubenbolzen    und     Press-          stücke    zu verzichten und die Wickelköpfe  lediglich an den     Kurzschlussring    mit geeig-           neter    Bandage anzubinden. Dies ist in     Fig.    7  schematisch für eine einphasige Maschine  dargestellt. Au den Ring     R'    sind mittelst       Bandagen    D die     Wickelköpfe    TV-' angebun  den.

   Da. stets (insbesondere bei     Stosskurz-          sehluss)    Abstossung zwischen jedem Wickel  kopf und dem     Kurzschlussring    stattfindet,  so tritt überall eine Zugbeanspruchung der  Bandagen ein. Man hat bisher solche Ringe  aus isolierendem Material gemacht, oder wo  Metall angewendet wurde, es aufgeschnitten,  damit der Stromdurchgang verhindert werde.  



  Die Erfindung kann naturgemäss sowohl  auf ruhende, als auf rotierende Anker von       Wechselstrommaschinen    angewendet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur Neutralisierung der magnetisierenden Wirkungen der Wickel köpfe von Wechselstrommaschinen, gekenn zeichnet durch Anordnung eines oder meh- rerer Kurzsehlussringe aus elektrisch gut leitendem, unmagnetischem Material von genügendem Querschnitt, um geringen Ver lust bei Durchfluss eines den resultierenden Amperewindungen der Wickelköpfe gleichen Stromes zu erhalten, zum Zwecke,
    die eiser nen massiven Teile der Maschine vor Wirbel strömen und Lagerströmen zu schützen und eine vorausbestimmbare Richtung der bei einphasigen Kurzschlüssen in den Wickel köpfen auftretenden Kräfte zu erzielen. UNTERANSPRUCH: Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Kurzschluss- ring, oder die Kurzschlussringe, gleichzeitig zur mechanischen Versteifung der Wickel köpfe verwendet sind.
CH117862D 1924-12-19 1925-11-23 Einrichtung zur Neutralisierung der magnetisierenden Wirkungen der Wickelköpfe von Wechselstrommaschinen. CH117862A (de)

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CH117862D CH117862A (de) 1924-12-19 1925-11-23 Einrichtung zur Neutralisierung der magnetisierenden Wirkungen der Wickelköpfe von Wechselstrommaschinen.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE759075C (de) * 1940-05-07 1951-04-16 Brown Anordnung zur Abdaempfung des Kopfstreufeldes in elektrischen Wechselstrommaschinen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE759075C (de) * 1940-05-07 1951-04-16 Brown Anordnung zur Abdaempfung des Kopfstreufeldes in elektrischen Wechselstrommaschinen

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